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Alles fliesst - Gesammeltes zur Geschichte ...

Alles fliesst-Page von Daniel Schwamm (13.04.1999)

Aus "Heimat des Dilettantismus"
http://www.henrys.de/daniel/index.php?cmd=alles-fliesst_index.htm

-14.000.000.000

Alles fliesst - Urknall

Urknall - und direkt danach ging's ganz schön ab:

nach 10-43 sec Ende der Plankzeit (davor können wir nicht gucken). Erster (?) Symmetriebruch: Die Gravitation bildet sich als eigenständige Kraft heraus.
nach 10-34 sec Inflationäre Phase. Das Weltall dehnt sich sich als Vakuum so schnell aus, dass der nächste Symmetriebruch leicht verzögert wird (wie bei Wasser, welches nicht sofort bei 0 Grad gefriert, wenn es sehr schnell abgekühlt wird). Das Vakuum des Weltalls ist daher vermutlich deutlich grösser als der beobachtbare Bereich.
nach 10-30 sec Ende der inflationären Phase. Aus dem sehr energiereichen Vakuum fallen Teilchen aus (Quarks und Antiquarks). Die Materie entsteht also quasi aus dem Nichts. Heisenbergs Unschärferelation erlaubt dieses Phänomen auf Quantenebene. Im Vakuum entstehen ständig virtuelle Teilchen und verschwinden sofort wieder; es blubbert und brodelt geradezu. Die meisten Teilchen vernichten sich durch ihre Antiteilchen sofort wieder, nur durch Symmetriebrüche wird es möglich, dass die "normalen" Teilchen heute die Antiteilchen überwiegen. Die Welt hat etwa die Grösse eines Fussballs (?).
nach 10-11 sec Ein Symmetriebruch bewirkt die Aufspaltung der elektroschwachen Kraft (Weinberg-Salam-Theorem) in die elektomagnetische Kraft und die schwache Kernkraft.

Die elektromagnetische Kraft wirkt auf alle elektrisch geladenen Teilchen wie Elektronen und Protonen, Überträger ist das Photon. Ihre Wirkung wird mit den Maxwellchen Gleichungen beschrieben, auf Quantenebene mit der Quantenelektrodynamik (QED).

Die schwache Kernkraft ist die Ursache für die Radioaktivität, d.h., für das Aussenden von Teilchen beim Zerfall instabiler Elemente.
nach 10-6 sec Quarks und Antiquarks hören auf, sich gegenseitig zu vernichten. Jeweils drei Überlebende verbinden sich zu einem Proton oder Neutron.
nach 10-4 sec Durch Einfangen von Elektronen und Positronen wandeln sich Neutronen ständig in Protonen und umgekehrt. Da die Herstellung von Neutronen mehr Energie benötigt, gibt es heute 5mal mehr Protonen als Neutronen.
nach 1 sec Die Neutrinos lösen sich von den anderen Teilchen und durchfluten das All. Sie sind sehr reaktionsschwach, was auch gut ist: Je Sekunde durchqueren Zigmilliarden Neutrinos von der Sonne unsere Körper, durchqueren die Erde, bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit tiefer in den Raum. Zur Zeit wiegt ein Fingerhut Materie mehr als 10.000 t. Das All ist dichter als Gestein und heisser als eine Atombombe. Trotzdem hat es sich schon soweit ausgedehnt, dass die schwache Kraft die Neutrinos nicht mehr bändigen kann.
nach ~4 sec Elektronen und Protonen haben sich bereits zu Wasserstoff verbunden. Protonen und Neutronen bilden nun die ersten Heliumkerne: Proton plus Neutron liefert Deuteron. Deuteron plus Deuteron plus 2 Elektronen ergeben Helium. Aus diesen beiden ersten Elementen besteht heute praktisch die ganze Welt im Verhältnis 80% Wasserstoff und 20% Helium.
nach 1 Jahr Das Universum ist so heiss wie das Innere eines Sternes.
nach 106 Jahren Das Weltall ist soweit abgekühlt, dass sich Photonen befreien können, die wiederum Elektronen befreien, die dann mit Protonen und Neutronen neue Elemente bilden können, die von den Photonen nicht gleich wieder zerschossen werden. Und wo es Atome gibt, kann die Chemie ihren Anfang nehmen und Moleküle bilden. Die so entstehende Materie erstarrt zu Galaxien und Sternen. Die Photonen dagegen erleuchten das Weltall. Doch durch dessen Ausdehung wird der Lichstrom allmählich verdünnt und rotverschoben; er bildet die heute noch nachweisebare kosmische Hintegrundstrahlung. Die Temperatur liegt bei ca. 6.000 Grad.

-11.000.000.000

Entstehung unserer Galaxie.

-10.000.000.000

Der Hauptjob von Sternen ist nicht, das Universum mit Licht und Wärme zu versorgen, sondern die Produktion von Elementen.

Nachdem junge Sterne nur Wasserstoff zu Helium fusionieren und dabei Energie abgeben, beginnen die Sterne nun auch schwere Elemente zu produzieren. Seit 1952 weiss man, dass bei Temperaturen über 100 Mio Grad zwei Heliumkerne einen extrem kurzlebigen Berylliumkern bilden können, der zusammen mit einem weiteren Heliumkern Kohlenstoff produzieren kann, auf dem dann weiter die schwereren Elemente basieren. Je älter der Stern, desto schwerer werden die Elemente, die er aus seiner Hülle baut, wobei der Stern schrumpft und immer heisser wird.

Grob gilt: Wasserstoff wird zu Helium, Helium zu Kohlenstoff, Kohlenstoff zu Neon, Neon zu Sauerstoff usw. Bei Eisen stoppt der Prozess. Ab hier muss mehr Energie zur Fusion aufgewendet werden, als nach aussen abgegeben wird. Der Eisenkern wächst im Inneren des Sternes wie ein Krebsgeschwür, der Brennstoff wird weniger. Ist der Stern gross genug, kommt es schliesslich zur Supernova: Die Protonen des Kerns fangen freie Elektronen ein und werden unter Abgabe von ungeheuren Energiemengen zu Neutronen. Die Sonne wandelt sich in einen Neutronenstern, ist bei gleicher Masse nur noch so gross wie eine Stadt. Die abgestossene Energie dagegen bildet in einem Atombrand Elemente schwerer als Eisen und schleudert sie ins All. Das ganze spielt sich innerhalb von nur einer Sekunde ab. Es ist dies der gewaltigste Prozess, den wir im Universum kennen.

Bei der Elementbildung gilt also:

Urknall Wasserstoff, Helium, Lithium
Hauptreihensterne Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff
Sterbende Sterne Schwerere Elemente
Supernova Elemente schwerer als Eisen


Mit anderen Worten: Teile meines Körpers sind irgendwo im Universum bei einer Supernova entstanden! Wir sind wahrlich Kinder der Sterne.

-4.500.000.000

Eine Sternenexplosion erschafft die Sonne und die Planeten unseres Sonnensystems.

-3.800.000.000

Die Erde hat sich soweit abgekühlt, das sie eine Erdkruste bilden kann.

-1.500.000.000

Erste Mehrzeller treten auf. Entwicklung des Stammhirns.

-1.000.000.000

Entwicklung des Zwischenhirns. Planzen (Algen?) sind erschienen und "vergiften" die Atmosphäre mit Sauerstoff. Doch es finden sich bereits die ersten aerobischen Bakterien.

-500.000.000

Entwicklung des Grosshirns. Erste Wirbeltiere treten auf (Meerbewohner).

-425.000.000

Das Leben erobert das trockene Land (in Form von Pflanzen und Bakterien?)

-395.000.000

Erste dreckige Insekten.

-200.000.000

Erste Säugetiere.

-180.000.000

Kontinentalplatten driften auseinander. Nordamerika trennt sich von Afrika. Der Atlantik ensteht.

-50.000.000

Die meisten Vogelfamilien gibt es bereits. Darunter auch ausgesprochene Riesenvögel: Der Urgeier hatte z.B. eine Flügelspannweite von 6 m. Die Säugetiere dagegen sind noch durchgehen klein. Das Urpfer hatte z.B. nur die Grösse eines Spaniels.

-20.000.000

Die Atmosphäre hat ihre heutige Zusammensetzung.

-15.000.000

Die Antarktis gefriert.

-8.000.000

Fast alle Kontinente sind von dichtem Regenwald bedeckt. Als der indische Subkontinent an die euroasische Platte stösst, wird das Himalaya-Gebirge aufgeworfen, 5.000 km lang, bis 8 km hoch. Dieses gewaltige Bergmassiv hat Auswirkungen auf das globale Wetter. Regen "verfängt" sich über Asien, Afrika dagegen trocknet aus.

-3.500.000

Aufrechter Gang hat sich herausgebildet: Das beweisen versteinerte Fussabdrücke. So wurde die Hände frei, die sich zu Multifunktionswerkzeugen entwickelten.

Australopithecus in Afrika, erste Menschgattung.

Alles fliesst - Australopithecus

-2.000.000

In Afrika gibt es mehrere Arten aufrechtgehender "Affen", u.a. Homo habilis. 1,4 m gross, Harems. Klima wurde um diese Zeit wegen der Sonnenachsenstellung der Erde kälter und trockener: Die Regenwälder gingen zurück, Steppe kam.

-1.800.000

Homo Erectus in China.

-1.500.000

Der Fauskeil kommt in Mode - und bleibt die nächsten 1,5 Mio Jahre nahezu unverändert im Gebrauch. Die Menschen sind noch nicht fähig, diese Erfindung weiterzuentwickeln. Sie verwenden Steinkeile wie Vögel Nester bauen.

Homo Ergasta: Haarlose Körper, schwitzen statt hescheln. Erste Lebewesen mit Sprachapparat, ertmals monogame Paarbindungen (statt Harem eines dominaten Männchens). Verlassen als erste Afrika, gelangen so bis China. Für diese Strecke benötigen sie mehr als 1.000 Jahre und sie verändern sich dabei, werden zum Homo Erectus (die keine Steinkeile verwenden/kennen, wohl weil es mit Bambus leicher zu bearbeitendes Material gibt).

-600.000

Homo sapiens verlässt Afrika. Doch erst gegen -40.000 siedelt er sich auch in Europa an. Der Homos sapiens verwendet als erster Menschtyp Schmuck, hat Begräbniskulte und schafft Kunstwerke.

-500.000 bis 360.000

Mensch lernt Umgang mit Feuer.

-400.000

In Mitteleuropa lebt der Homo heidelbergensis. Er kennt noch keine Beerdigungsrituale. Die Eiszeit beginnt und bis -140.000 ist der Heidelbergensis zum Neandertaler mutiert.

Alles fliesst - homo heidelbergensis

-100.000

Urmenschen tummeln sich in der südl. Sahara herum.

Der Homo sapiens sapiens, der Jetzmensch, lebt in Afrika. Kunst, Rituale, Grabbeigaben usw. sind für ihn nachgewiesen. Er wanderte in kleinen Gruppen an den Küsten entlang immer weiter nach Norden und Osten. Vor 60.000 Jahren erreichte er dann den australischen Kontinent. Die grösse dieser ersten Population ist unbekannt, aber jeder der heute 6 Mia Menschen stammte letztlich von ihr ab.

-40.000

Die Neandertaler bevölkern Europa. Sie leben in kleinen Clans mit maximal 9 bis 25 Mitgliedern. Das war vermutlich ihr grösster Nachteil gegenüber dem seit kurzem erst zugezogenen Homo sapiens, dem Cro Magnon, der in grösseren - und damit auch wehrhafteren - Gruppen lebte. Die Neandertaler lebten unter rauen Bedingungen: Nur wenige von ihnen erreichten das 40igste Lebensalter (nur jeder 5 wurde so alt), die meisten Skelette, die man fand, waren die von etwa 11 jährigen Kindern. Vermutlich lebeten nie mehr als etwa 100.000 von ihnen gleichzeitig in Europa. Auch ihr Lebensraum war relativ begrenzt. Während sich der Homo sapiens weltweit verbreitete, konzentrierten sich die Neandertaler v.a. in Süd-Frankreich; man fand aber auch Spuren von ihnen in der Ukraine und Israel.

Rätselhaft ist immer noch das relativ plötzliche Verschwinden der Neandertaler. Eigentlich waren sie für die Lebensbedingungen in Europa körperlich geeigneter als der Homo sapiens: z.B. verkürzte Unterarme und Unterbeine und ein robusterer Körperbau gegen die Kälte.

Und inzwischen ist bewiesen: Die Neandertaler konnten sprechen (ob sie es auch taten ist eine andere Frage). Das Fehlen einer Sprache war für mich eigentlich immer der beste Grund für den Untergang der Neandertaler, doch das zieht nun nicht mehr.

-35.000

Die Neandertaler verschwinden aus Europa - und aus der Geschichte.

-10.500

Spekulativ: Bau der Sphinx.

-10.500

MonteVerde. Älteste Überreste menschlicher Kultur in Amerika. Keine Indianer. Zu dieser Zeit war der Korridor der Beringstrasse nicht vorhanden, da gewaltige Eismassen noch den Weg nach Süden versperrten. Wie kamen die Jungs aber dann nach Amerika?

-8.000

Durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 20-30 Jahren.

-5.900

Im Gebiet des heutigen Iraks lassen sich Spuren der Ubaid-Kultur finden, die mit luftgetrockneten Lehmziegeln bauten. Sie gründeten zwar noch keine Städte, waren aber bereits sesshaft gewordene Ackerbauern und Viehzüchter.

-5.000

Ausgebuddelte Feuerstellen im Süden Ägyptens beweisen Akazienwuchs 5.000 v.Chr. in dieser heutigen Wüstengegend. Akazien benötigen relativ viel Grundwasser. Die Sahara war demnach einst viel kleiner, als sie es heute ist.

-5.000

Im Sudan (heute grösstes Land Afrikas) entwickeln sich erste Spuren von Zivilisation am Nil, am Rande Ägyptens: Nubische Keramiken, später (-3500) gewaltige Festungsnalagen zwischen Sudan und Ägypten (heute durch Staudämme zerstört).

-5.000 bis -2.000

Im Schwemmland zwischen Tigris und Euphrat (im heutigen Irak) entsteht die wohl erste städtische Kultur der Sumerer. Ausserdem sind sie die Erfinder der ersten Schrift, die wir kennen (Keilschrift).

Sumerische Kunst: Schönheitsideal eine Augenbraue, Männer mit rechteckigen Bärten, Hände oft vor der Brust gefaltet, Götter zu erkennen an Kronen aus Hörnern.

Alles fliesst - Sumerer

Das Erbe der Sumerer übernahmen die Babylonier und Assyrer. Obwohl diese einer anderen Sprachgruppe angehörten, verwendeten sie doch die gleiche Keilschrift wie die Sumerer.

-3.600

Erste Steuern werden erhoben :-(

-3.500

Die grössten Städte der Welt befinden sich alle im (sumerischen) Mesopotamien. Uruk ist grösser als Eridu ist grösser als Ur.

-3.300

Beginn der Kupferzeit.

-3.200

Die Sumerer, ein Volk unbekannter Herkunft, wandern in Mesopotamien ein und bilden die erste Hochkultur des alten Orients. Um -3.000 entwickeln sie die Keilschrift. Nachweisbar bis etwa -2.400.

-3.000

Die Akkadier, arabische Semiten, kommen nach Mesopotamien und vermischen sich mit den Sumerern. Hochblüte der Dyanastie von Akkad: -2.400 bis -2.200.

-2.800

Die sumerischen Stadtstaaten verlieren ihre Unabhängigkeit und gehen in königlichen Dynastien unter.

-2.500

Mediterraner Kulturkreis in Italien: runde Lehmbauten, Vor-Ort-Bestrafung (keine Verbannung mehr), laut Bachofen mutterrechtlich organisiert. (vorindogermanische Ligurer)

Im Gebiet des späteren Iran bilden die Elam, Volk unbekannter Herkunft, ein Reich mit der Hauptstadt Susa. Um -2.200 errichten sie die ersten Kuppelbauten der Menschheitsgeschichte.

Alles fliesst - Susa

-2330

Sargon der Grosse erschafft das erste Grossreich der Geschichte in Sumer. Dies bedeutet das vorläufige Ende der Stadtstaaten für die nächsten 200 Jahre.

Alles fliesst - Sargon der Grosse

Sargon ist eigentlich ein Titel, kein Name. Über die Herkunft Sargons wissen wir wenig. Er war kein Sumerer, sondern semnitisch sprechend (verwendete aber wie auch andere Volksgruppen die sumerische Keilschrift). Wie er genau König wurde, ist unbekannt. Aber er war wohl ein hoher Hofbeamter, der ursupierte.

Mit seinen 5.400 Mann besass er damals das grösste Heer. Sargon machte die neu geründete Stadt Akkon zu seiner Hauptstadt. Leider ist deren genaue Lokation bis heute unbekannt.

Seine Tochter huldigte - wohl auch aus Staatsraison - der sumerischen Göttin Innana. Auch ihre Tempelhymnen schrieb sie in sumerisch. Sie ist damit der bisher älteste, namentlich bekannte Autor eines schriftstellerischen Werkes.

Unter den Nachfolgern Sargons schaffte es nur einer, eine ähnliche Bedeutung zu erlangen: Sein Enkel Naramsin.

Um -2193 zerfiel das akkadische Reich, als es von umliegenden Bergvölkern überrannt wurde.

-2.200

Chin-Dynastie: Terrakota-Armee, despotischer Kaiser, gemässigter Sohn wurde in Selbstmord getrieben (durch gefälschten Brief, in dem Vater ihm angeblich das Vertrauen entzieht und seinen Selbstmord verlang). Der Briefeschreiber war aber in Wirklichkeit der jüngere Sohn, der den plötzlichen Tod des Vaters längere Zeit vor der Öffentlichkeit geheim halten konnte (liess dafür die Leiche mit grossem Primborium durch's Land ziehen: da Normalsterbliche den Kaiser nicht sehen durften, wunderte sich keiner darüber, dass der Kaiser tatsächlich nie gesehen wurde).

Plötzlicher (d.h. wenige Jahrzehnte dauernder) Untergang der altägyptischen Kultur. Der Grund dafür liegt im Dunkeln. Seit 700 n.Chr. die Pegelstände des Nils gemessen werden, weiss man, dass die jährliche Überflutung des Nils nicht immer gewährleistet war. Doch über Jahrzehnte hinweg? Auch die allmähliche Ausbreitung der Sahara kann das rasche Verschwinden der ägyptischen Hochkultur nicht bewirkt haben. Doch was ist dann passiert? Der Sauerstoffgehalt von in israelischen Höhlen gefundenen Stalagmiten zeigen, dass 2200 v.Chr. die Niederschlagsmenge durchschnittlich um 20% niedriger war als zuvor (und in späteren Zeiten). Weitere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass es sich bei diesem plötzlichen Klimawechsel um ein weltweites Phänomen handelt. Der Klimawechsel in Ägypten konnte für diese Zeit anhand eines vom Nil gespeisten Sees inzwischen beweisen werden. Bohrungen fanden kein Seditemtgestein, welches älter als 4.200 Jahre ist, obwohl es Unterlagen gibt, die zeigen, dass der See in älterer Zeit bereits existierte. Einzige Erklärung: Der See war völlig ausgedrocknet und der Wind hatte alle älteren Sedimentschichten abgetragen. Seither ist der See nie wieder ausgetrocknet. Der Grund für den Klimawechsel ist aber nach wie vor unbekannt.

Arische Stämme aus Zentralasien beginnen, über das Elburgebirge nach Süden vorzudringen. Das eroberte Gebiet nennen sie "Iran", "Land der Arier". Später erobern die Arier auch Teile Nordindiens (-1900) und gründen dort die Kastenordnung der Hindus (-1500).

-2.200-2.100

Zeit breitflächiger Unruhen, vom Balkan bis Mesopotamien bis Ägypten. Überall fielen indogermanische Stäme in die Hochkulturen ein. Daraufhin bildeten sich die Reiche der Hethiter und der Thraker in Anatolien. Das Reich von Akkad wird von iranischen Bergvölkern zerstört. In Ägypten endet das Alte Reich (Beginn der Ersten Zwischenzeit). Troja II wird völlig dem Erdboden gleich gemacht; wer es zuvor wohnte, ist unklar, aber es waren wohl Nicht-Indogermanen.

-2.100

Abraham verlässt mit seinem Stamm Mesopotamien und lässt sich in Kanaan nieder. Ihm schreiben später die Juden, Christen und Moslems zu, als erstes monotheistisch gepredigt zu haben.

-2.000

Bronzezeit löst die Kupferzeit ab. Bronze ist eine harte Legierung aus Kupfer und Zinn (10%). Insbesondere Zinn ist relativ schwer zu finden, man baute es ab in Spanien, Sachsen, Indien, Afghanistan und dem phönizischen Cornwallis (auf britischen Inseln! Simmt das?). Kupfer findet sich v.a. auf Zypern (daher hat die Inseln auch ihren Namen, von griechisch Kypros). Die Bronzezeit setzt also "internationale" Handelsbeziehungen voraus. Bonze galt damals als sehr wertvoll, rangierte nur knapp unter Gold und Silber. Wird daher in Homers "Illias" auch häufig erwähnt.

Bronze setzt wie auch Kupfer eine grüne Patima an, was die Unterscheidung zu Kupfer recht schwierig macht. Aus diesem Grund wurde z.B. "Ötzi" zunächst in die Bromzezeit verlegt, bis genauere Analysen zeigten, dass sein Beil aus reinem Kupfer gefertigt war, er also einer erheblich früheren Zeitepoche angehörte.

-2.000

Rein nubisches Reich in Konkurrenz zu Ägypten.

-1728 bis -1686

Hochblüte des Babylonischen Reichs. König Hammurabi verfasst ein epochales Gesetzeswerk, welches später auch massgeblich wird für die Ägypter, Moses und den Perserkönig Dareios I.

Alles fliesst - Hammurabi

-1700

Verfassung des Codex Hammurabi, Grosskönig von Baylon. Es existieren jedoch keine Zeugnisse, die beweisen, dass diese idealistischen Rechtsregeln auch tatsächlich angewendet wurden.

-1290-1224

Der bedeutende Pharao Ramses II regiert in Ägypten (er ist auch der Ramses der Bibel).

Alles fliesst - Ramses II

Er liess die jüdische Bevölkerung für sich schuften, bis sie um 1200 unter Moses den Exodus wagten und Kanaan eroberten.

-1250

Die Aramäer, ein semitisches Volk, gründen Kleinstaaten in Mesopotamien. Ihre Sprache ist 900 Jahre lang Verkehrssprache in Voderasien, bis es vom Koran-Arabisch verdrängt wird. Grosse Teile des Alten und Neuen Testaments wurden in aramäisch geschrieben. Und so gehören die Aramäer heute auch weitestgehend dem christlichen Glauben an, z.B. dem syrisch-orthodoxem Glauben (Oberhaupt sitzt in Damaskus).

Das Reich von Elam im Iran erreicht Hochblüte.

-1200

Beginn der Völkerwanderungen: Einwanderung von Ostvölkern nach Europa, v.a. der Indogermanen vom Urla aus: Kelten, Griechen, Italiker, Germanen.

Die alte Hügelgräberkultur Mitteleuropas wandelt sich in eine Urnenfelderkultur (ausgehend von der Lausitzer Kultur im Osten). Die Ostindogermanen dringen immer weiter nach Europa ein (disese Bewegung ist gut zu beobachten an der allmählichen Verwendung der von den Reitervölkern Asiens kommenden Reitkultur).

Illyrer und Italiker wandern in Italien ein.

Die Illyerer sind wohl hauptsächlich die Träger der Lausitzer Kultur gewesen.

Die Italiker setzen sich aus umbro-sabellischen und latino-falisken Gruppen zusammen. Insbesondere die Latino-Falisker orientieren sich mehr an der alten mediteranen Kultur (dies ist v.a. an ihrer schwach ausgeprägten Reitkultur zu bemerken: Ihre prominentesten Vertretern - die Römern - wurden nie ein grosses Reitervolk)

Die Illyrer - zusammen mit den umbro-sabellische Italikeren - bilden eine eigenständige Kultur in Italien heraus, die Villanova-Kultur, die bis -400 andauert.

-1200

Zu den marodierenden Seevölkern zählten auch die Philister (die aus der Bibel). Sie setzten sich zunächst an der ägyptischen Grenze fest. Ramses III besiegte sie jedoch und siedelte sie nach Palästina um.

Ende der Bronzezeit und Beginn der Eisenzeit. Die neuen, besseren weil härteren Eisenwaffen sorgen für breitflächige Umwälzungen: Ägypten wird in zahlreichen Kämpfen so geschwächt, dass es sich nie wieder ganz erholen kann. Das einst so mächtige Hethiterreich verschwindet völlig aus der Geschichte. Troja VI wird zerstört.

-1200

Homerische Schlacht: Achäische Griechen (=mykenisch, d.h. Erben der Minoer) erobern nach 10 Jähriger Belagerung Troja und vernichten die Stadt.

-1170

Pharao Ramses III besiegt geheimnisvolle Seevölker, die zuvor alle Ostgebiete des Mittelmeeres heimsuchten. Unter anderem fiel diesen Völkern das Reich der Hethiter zum Opfer, die einst so mächtig waren wie Babylon und Ägypten. Da auch Troja zu dieser Zeit zerstört wurde und Homer die Angreifer "achäische Griechen" nannte, ist es möglich, dass auch die Griechen Teil dieser ominösen Seevölker waren.

-1000

Präkeltische Hinkelstein- und Hünengrabbauer herrschen noch vor, doch die Kelten beginnen bereits ganz Mitteleuropa zu besiedeln: Von Irland bis Böhmen schufen sie Städte, u.a. Paris, Tourin und Budapest. Es gibt nur wenige Bildzeugnisse von ihnen. Es heisst, ihre Krieger hätten nackt gekämpft, und sie hätten die Köpfe gefallener Gegner als Trophäen aufbewahrt. Die Kelten waren die grossen Rivalen der Römer, von denen sie allmählich verdrängt wurden.

Das, was wir über die Kelten wissen, stammt von ihren Bezwingern, den Römern und Griechen. Sie selbst hinterliessen nichts schriftliches; auch die Druiden gaben ihr Wissen nur mündlich weiter.

Charakteristisch sind ihre Grabbeigaben: Fässer mit Met, kleine Wagen, Tongefässe, später auch Bronze- und Eisenschwerter. Sie waren hauptsächlich nördlich der Alpen ansässig: Als "Gold der Kelter" gilt Salz, welches sie in regelrechten Bergwerken (die auch Kinderarbeit kannten) abbauten. In einer Zeit ohne Kühlschränke war Salz ein wichtiges Konservierungsmittel. Exportiert wurde es z.B. ins salzarme Böhmen.

Auch die Gallier waren ursprünglich Kelten. Die Götterwelt der Kelten war mystischer als die der Griechen/Römer: Sie kannte viele Fabelwesen und Fratzen, die zum Teil an die Bildzeugnisse der Mayas erinnern.

Die arischen Stämme der Meder und Perser wandern aus Südrussland in iranisches Gebiet. Während also in Mesopotamien (Irak) arabische Völker leben, sind es im Iran arische Völker. Das mag auch erklären, dass sich die Iraner und Iraker bis zum heutigen Tag eher feindlich gegenüberstehen, trotz zahlloser Kontaktpunkte in Kultur und Religion. Tatsächlich besass der Iran regelmässig Gebietsanteile im Irak, so z.B. die für die Schiiten (iranische Moslmes, im Gegensatz zu den arabischen Sunniten) wichtigsten Heiligenstädte von Ali und Hussein.

-900

Einwanderung der Etrusker nach Italien. Gelten in gewisser Weise als "kulturlos", denn sie bringen weniger eigenständiges hervor, als dass sie sich vielmehr fremde Kulturgüter geschickt einverleiben. Die Etrusker werden die Vermittler des später so wichtigen griechischen Wissens an die Latiner (Rom). Ungewöhnlich bei den Etruskern: Die hohe Stellung der Frau. Sie waren v.a. angesiedelt in der heutigen Toskana (Tuski=Etrusker).

-800

Epen Homers: Illias, Odysee. In ihnen wird der Kampf Mann gegen Mann glorifiziert, was Stellung des (im Kampf) besser ausgebildeten Adels gegenüber den gewöhnlichen Heeressoldaten stärkt. Auch die Könige werden entmachtet, es bilden sich die griechischen SDtadtstaaten Athen, Sparta, Korinth, Theben und Argos.

Im hohen Masse bildet der den Griechen gemeinsame Kulturschatz der Epen Homers die Basis des Hellentums (Hellenen=Eigenbezeichnung der Griechen).

Illias: Gäa + Sohn Uranos zeugen Zyklopen + Titanen. Die rebellischen Zyklopen werden von Uranos in die Unterwelt verbannt, fliehen aber von dort mit Gäas Hilfe. der Zyklop Kronos entmannt Uranos, aus dem Genital + Meerschaum erwächst Aphrodite. Um nicht dem gleichen Schicksal anheim zu fallen, frisst Kronos die eigenen Kinder, aber seine Frau Rhea rettet Zeus. Letzterer vergiftet (?) Kronos, woraufhin dieser seine Kinder wieder ausspeiht. Danach befreit Zeus die Zyklopen und besiegt dann Kronos und die Titanen. Zeus erhält das land, Poseidon das Meer und Hades die Unterwelt. Zeus ist zwar mit Hera verheiratet, zeugt aber bei sich jeder bietenden Gelegenheit Kinder, die dann den Pantheon bevölkern.

Bibel: Adam und Eva sind Vorfahren von Kain und Abel. Kain benimmt sich daneben, wofür Gott die Sintflut schickt, die Noah überlebt. Gott wird erneut verärgert wegen der Städte Sodom und Gomorrah. Abraham und Sarah zeugen trotz gesetzten Alters Isaak (wofür Abraham seine Manneskraft durch die Beschneidung Gott weiht), dessen Opferung durch Gott verhindert wird. Issak Sohn Jakob ist der jüdische Odysseus, der in Israel umgetauft wird. Israels Söhne sind u.a. Juda (Stammvater der Juden) und Joseph, der von seinen Brüdern in die Sklaverei nach Ägypten verkauft wird. Joseph macht durch Visionen in Ägypten Karriere, und ein jüdischer Nachfahre, Moses, führt sein Volk schliesslich wieder nach Kanaan (=Passah-Fest). Er erhält ausserdem die 10 Gebote in der Bundeslade. Es tauchen die Könige Saul, David und Salomo auf. Und Hiob wird von Gott + Satan geprüft (=Rechtfertigung Gottes als Gegenpol zum Übel).

Einwanderung von Griechen nach Italien. Erst sie bringen die Idee der Stadtstaaten mit.

-776

Beginn der Olympischen Spiele (bis 393, Reaktivierung 1884). Die Spiele sind dem höchsten griechischem Gott, Zeus, gewidmet. Charakteristisch: Der olympische Friede zwischen den (verfeindeten) Stadtstaaten Athen, Sparta, Theben usw.

-753

Latiner gründen Rom (sagenhaft durch die von einer Wölfin grossgezogenen Remus und Romulus). Die Etrusker herrschen vorerst als Könige.

Alles fliesst - Rom

-708

Deikos begründet das Mederreich mit der Hauptstadt Ekbatan in Voderasien.

-700

Spartaner in Lakonien (lakon. Kürze), Phallanx statt Einzelkampf -> Gleichberichtigung, Einschränkung Adelsmacht (=Grossgrundbesitzer)

Alles fliesst - Sparta

-700

Im Iran, in der Landschaft "Parsa", entsteht das Reich der Achämeniden.

-689

Samherib, König von Assur, baut seine neue Hauptstadt Ninive zur prächtigsten Grossstadt der damaligen Welt aus. Nur Babylon konnte mit Ninive konkurrieren, weshalb er diese Stadt - das erstemal nach 1200 Jahren - zerstören liess. babylon wurde erst um -570 von Nebukadnezar II wieder aufgebaut.

-640

Solon Archon Athens, Reformen -> Timokratie: Reichtum regiert, weitere Einschränkung der Adelsmacht (Reichtum erwerbbar, Aufstieg möglich)

-636

Die Assyrer zertören das Reich von Elam. Zur gleichen Zeit erobern die Meder grosse Teile des Iran und machen die Perser zu Vasallen.

-630

Zarathustra lehnte den Mithraskult ab, nachdem er in den Bergen des Iran die Idee des Monotheismus (Gott=Ahura Mazda) empfing. Auch Engel (z.B. Vohu Manah) und der Heiligen Geist (Spenta Mainyu) lassen sich bereits bei ihm finden. Anders als bei den meisten Religionen dieser Zeit stand bei Zarathustra nicht Fruchtbarkeit, sondern Ethik im Mittelpunkt.

Alles fliesst - Zarathustra

-626

Der Chaldäer Nabopolassar besiegt die von den Medern geschwächten Assyrer und zieht in Babylon ein. Er machte Babylon zu einem gewaltigen Kriegsgefangenenlager, u.a. sass hier das jüdische Volk fest. Sie mussten am Turmbau zu Babel mitwirken (der soll über 90 m hoch gewesen sein). Der Kampf seines Sohnes Nebukadnezar gegen die Ägypter ist in der Bibel bei Jermias zu finden (-606). Er belagerte 13 Jahre lang erfolglos den Inselstaat Tyros.

-600

Thales: Frage nach dem Sein der Dinge.

Der persische Philosoph und Relgionsstifter Zarathustra predigt Monotheismus, die Vorstellung von einem Jenseits und dem Jüngsten Gericht. Diese Ideen sind also nicht originär von den Juden entwickelt, sondern erst von diesen übernommen worden (mit Zarathustras Religion kamen sie wohl in Berührung, als Kyros sie -538 aus der Babylonischen Gefangenschaft entliess).

-550

Lydischer König Midas verliert gegen Perser

-539

Kyros II, ein Achämenide (=Perser), besiegte die Meder, Reiche in Kleinasien, Baktrien und schliesslich Babylon. Persien wird Weltmacht. Kyros entlässt die Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft. Sein Sohn Kambyses II unterwirft noch Ägypten. Der babylonische König Nabonid hatte vor dem Sturz vergeblich versucht, die Araber als Schutzmacht zu gewinnen.

-522 bis -486

Dareios I. regiert Persien. Erstmals Verehrung Zarathustras nachweisbar. Straffe Staatsordnung, führt Gottkönigtum ein. Susa wird Hauptstadt der Verwaltung, Persepolis Hauptsadt für Zeremonien.

Alles fliesst - Dareios I

-528

Kyrus II, der Begründer Persiens (und unblutiger Eroberer Babylons) stirbt. Das von ihm geschaffene Reich zerbrach erst unter dem Ansturm Alexander d. Gr. (-333)

-500

Reformen Kleisthenes schränken Macht des Adels noch weiter ein, den Bürgertum verlangt nach mehr Mitbestimmung. Grundlagen der attischen Demokratie.

Milet rebelliert gegen Perser, aber Dareios setzt sich durch, will restliches Griechenland erobern.

Etruskische Macht in Rom bröckelt gegen Griechenland, schliesslich Sturz der Monarchie, Gründung der Republik. Seitdem sind Streitereien zwischen den Patriziern (Adel) und den Plebejern (Volk) an der Tagesordnung. Es bildet sich so allmählich die Mutter aller Verfassungen heraus:

  • Senat: Ehemalige Staatsbeamte, von Konsuln auf Lebenszeit ernannt. Anfangs 300, später mehr. Gesetzgeber.

  • 2 Konsuln: Regieren und haben Oberbefehl über Heer.

  • "Minister": Zenoren (öffentl. Bauten), Quästoren (Steuern), Prätoren (Justiz) und Ädilen (Polizei)

  • Volkstribune: "Betriebsrat" gegen Bürokratie, Vetorecht gegen Senatsbeschlüsse.

Heraklit: Was bleibt im Wandel bestehen? Der Wandel selbst - alles fliesst. Die Dinge existieren nur aus Gegensatz heraus, z.B. "Klein" existiert nur im Gegensatz zu "Gross". Das ordnente Prinzip ist "Logos". Der Gegensatz darf nicht über eine Erscheinung obsiegen, da sie sonst nicht mehr existieren würde (ionische Schule).

Parmenides (elatische Schule): Gegner Heraklits.

-500

Heraklit nennt Pythagoras "Chef der Schwindler", der fremdes Wissen als sein eigenes verkauft. Die Pythagoräische Schule existiert bis -400. Am Ende wurden ihre Schüler verfolgt, denn deren hierarchische Strukturen standen dem gerade entstehenden Demokratieverständnis entgegen. Um 200 erwachte die Pythagoräer jedoch wieder zu neuem Leben (Neupythagoräer).

-500

Die keltischen Fürstensitze verschwinden immer mehr aus Europa. Warum, weiss man nicht genau. Vielleicht wegen der Überbevölkerung, die die Entwicklung von keltischen Städten begünstigte. Und hier lag die macht nicht bei einem einzelen Fürsten, sondern verteilte sich auf den Adel. Dieses "Goldene Zeitalter der Kelten" währte aber nur knapp 100 Jahre, dann gewinnen die Griechen und Römer an Macht. Zuletzt muss sich der Kelte Vercingetorix der römischen Streitmacht Cäsars ergeben (-58).

-496

Schlacht bei Marathon gewinnen Griechen gegen Perser. Legende: Ein Läufer bringt die Siegesbotschaft nach Athen und bricht nach der Verkündung tot zusammen (Marathonlauf).

-480

Dareios Sohn Xerxes ist zunächst erfolgreicher als Vater, u.a. zerstören die Perser Athen mit der Akropolis, wird aber in der Seeschlacht bei Salamis von Athen vernichtend geschlagen.

-470

Klassisches Zeitalter:

Alles fliesst - Sokrates Alles fliesst - Platon Alles fliesst - Aristoteles
Sokrates, Platon, Arostoteles, Perikles, Herodot

Nach dem Perserangriff, wo die Mauern Athens nur unzureichend Schutz geboten hatten, begannen sie nun, ihre Stadt zu befestigen. Athen lag in der Nähe, aus Sicherheitsgründen aber nicht direkt am Meer. Eine Mauer zog sich nun um Athen, eine andere verband es mit dem Meer (Hafen in Piräus).

Sokrates: Ich weiss, dass ich nichts weiss. Erkenne dich selbst! Fragte nicht mehr nach dem Sein, sondern nach dem wahren (=richtigem) Handeln.

-450

Ständekämpfe in Rom, Plebejer gewinnen an Macht: Volkstribune, -Versammlung
12 Tafelgesetz gegen Willkür: Angleichung der Rechte von Plebejern und Patriziern

Zenon: Schüler Parmenides, Paradoxien - kein Wandel möglich

Atomisten: Synthese Heraklit + Parmenides: Wandel doch möglich durch ewig Seiendes (Atome), die immer wieder neu kombiniert werden und dadurch neues hervorbringen.

-443

Blüte Athens unter Staatsmann Perikles.

Athen ist grosser Debattierclub, wo der Adel abgesetzt wurde, ohne sie jedoch von der Macht auszuschliessen. Nicht ein übermenschl. Wesen, sondern der Mensch ist das mass aller Dinge.

-431

Sparta, durch Seemacht Athens ins Hintertreffen geraten, fordert Athen heraus. es kommt zum Peloponnesischer Krieg. Athen begann den Krieg mit überlegener Gewissheit und beendete ihn 27 Jahre später mit verheerender Niederlage. Doch Sparta verbraucht seine Kräfte gegen Theben und Athen gewinnt wieder an Macht. Am Ende kommt es jedoch zur gegenseitige Vernichtung, was den Aufstieg Makedoniens ermöglicht.

Athen: offene Gesellschaft. Nackter Körper als Ideal, da Wärmevermögen eines Körpers dessen Überlegenheit und Unverletzbarkeit demonstrierte. Den männl. Griechen galten die Frauen darum geringer, da sie angebl. schneller froren, ihre Körper damit also kälter waren. Diskurse standen hoch im Kurs, weil man sich dabei "erhitzte", seinen Wärmegrad also steigerte. Nach diesem griechischen Physiologieverständnis (urspr. kam es jedoch von den Ägyptern, möglicherweise sogar schon von den Sumerern) der Offenlegung von Körper und Geist galten Völker, die bekleidet z.B. an den olympischen Spielen teilnamen, als Barbaren. Das Wort Gymnasium kommt von "splitternackt", Reibung von Körpern aneinander erhöht die Körpertemperatur - insbesondere wenn es zwei warme Körper, sprich: männliche, Körper sind.

Sparta: Militarisiertes Leben.

-429

Pest in Athen, Perikles stirbt
Mit persischer Hilfe (!) verbucht Sparta Erfolge gegen geschwächtes Athen, reibt sich aber dabei selbst auf

-427

Platon. Schüler des Sokrates. Breitschultrig, reich, mütterlicherseits ein Nachfahre des Gesetzgebers Solons, väterlicherseits ein Nachfahre des 1. Königs von Athen.

-409

Gallierkatasrophe in Rom

-387

Keltensturm: Gallier drängen bis Rom vor

-384

Aristoteles. Schüler des Platons, Lehrer von Alexander d. Gr.

-385

Eudoxos entwickelt Modell des Kosmos mit 27 Sphären umd die Erde mit verschiedenen Achsen, um die merkwürdigen Planetenbewegungen erklären zu können, die sich aus der Annahme ergeben, dass die Erde im Mittelpunkt steht. Immerhin war ihm klar, dass die Erde eine Kugelform besitzt.

Aristoteles erweiterte dieses Modell auf sogar 55 Sphären.

-371

Theben besiegt Sparta vernichtend

-359

Philip II., König von Makedonien, erringt Herrschaft in Griechenland.

-350

Epikur: Tiel ist Ataraxie (=Gemühtsruhe). Wodurch zu erreichen? Durch Befreeiung von Ängsten. Was sind Urängste? Götter und Tod. Vertrat daher mechanist. Weltbild, welches ewig existiert, nie untergehen kann. Sein Weltbild kommt ohne Götter aus, hat auch keinen Sinn. Die Seele besteht aus besonders feinen Atomen, existiert also ewig. Menschlicher Wille wird aber etwas Platz eingeräumt: Möglich durch chaotische Atombewegungen, die den Determinismus schwächen.

-340 bis -270

Rom kämpft gegen Samnitischen Bund. Unterdrückt andere latinische Städte. Bau der Via Appia, Abwehrung der Gallier, Sieg über Pyrrhos (Grieche).

-336

Philips Sohn, Alexander der Grosse, kommt nach Ermordung Philips an die Macht.

Alles fliesst - Alexander der Grosse

-333 *** drei-drei-drei, grosse keilerei ***

Schlacht von Issos: Alexander der Grosse besiegt Perser Dareios III. Alexander zerstört das perische Grossreich. Mit der Ermordung Dareios III erlicht die Dynastie der Achämeniden. Er erobert -331 Susa und Babylon, zerstört -330 Persepolis, stösst bis -325 nach Indien vor, und stirbt -323 in Babylon (an der Malaria: Der Mann, der in ein paar Jahren ein ganzes Weltreich schuf - und dabei ein anderes zerstörte -, wurde von einer Mücke dahingerafft).

-331

Gründung Alexandrias durch Alexander der Grosse.

Alles fliesst - Alexandria

-312

Im Zuge der Neuordnung des Alexanderreichs kommen in Persien die Seleukiden (turkmenischen Ursprungs?) an die Macht.

-300

Stoiker: Vertreter des Realismus (genauer: Nominalismus), wo Allgemeinbegriffe nur Namen sind (nicht das wahre Sein wie die Ideen bei Platon). Pantheismus.

-282

Rom kämpft erstmals gegen Griechen => Phyrros-Siege schwächen Griechen so stark, dass sie sich aus Italien zurückziehen.

-264 bis -240

1. Punischer Krieg: Da Karthago Seemacht ist, wendet Römer Entertechnik an, machen so Seekrieg quasi zum Landkrieg. Doch nur unter grössten Anstrengungen gelingt es den Römern, sich durchzusetzen.

Karthago verliert Sizilien, setzen sich dafür in Spanien fest.

-250

Der iranische Stamm der Parther besiegt die Seleukiden. Sie begründen die Dynastie der Arsakiden. Die Hellenisierung Persiens behalten sie aber bei.

-240

Erstmals wird eine griechische Tragödie ins lateinische übersetzt (von Andronicus).

-225 bis 651

Die persischen Sassaniden besiegen die Parther und errichten das Neupersische Reich, wobei sie an die altpersischen Achämeniden anknüpfen: Gottkönigtum, Zarathustra-Religion. Hauptstadt wird Ktesiphon.

-218

2. Punischer Krieg: Weil Karthago sich in Spanien breit macht, erklären Römer den Krieg. Hannibal überquert Alpen, dabei gehen 70% seines Heeres drauf, weshalb er Rom nicht einnehmen kann. Die Römer greifen direkt Karthago an, zwingen Hannibal so zum Rückzug. Hier wird er erstmals von Scipio Africanus geschlagen. Dann wendet sich Rom gegen Osten, da sich Phillip II von Makedonien mit Karthago verbündet hatte. Die Römer besetzen Griechenland (dabei wird Archimedes getötet). Sieg über Makedonien unter Phillip V und Perseus.

Alles fliesst - Hannibal

Der 2. Punische Krieg gilt als bedeutenster Wendepunkt in der antiken Geschichte.

-212

Archimedes berichtet von einem heliozentrischen Weltbild des Aristarch, welches deutlich grösser ist als das ptolomäische, doch leider geriet es in Vergessenheit. Denn die Griechen fanden keine Beweise für die Bewegung der Erde (z.B. permanente Ostwinde), da sie das Wesen der Trägheit nur einseitig kannten, nämlich das unbewegte Objekte zur Bewegungslosigkeit neigen.

-200

Die Han-Dynastie löst die Chin-Dynastie ab (?). Ist gemässigter. Existiert bis 200 n.Chr.

Ptolomäus verfeinert Aristoteles Sphärenmodell des Kosmos um zusätzliche Kreisbewegungen (Planeten als Lasso von Reitern, die an einer Leine um die Erde feführt werden). Die Grösse schätzt er immerhin schon auf 80 Mio km, was etwa dem Erde-Sonne-Abstand entspricht. Doch auch schon bei dieser geringen Grösse hätten sich die Fixsterne mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen müssen, um die Erscheinungen zu erklären.

-197

Antiochos III von Syrien besetzt ganz Kleinasien. Auch die dortigen griechischen Gemeinden und Hannibal suchen bei ihm Schutz + Hilfe. Sie vereinen sich mit Sparta und Aitolern, werden aber -190 von den Römern besiegt.

-153

Die Römer versuchen das spanische Numantia einzunehmen. Doch die Hauptstadt der Keltiberer wurde verbissen verteidigt. Erst Scipio d.J. gelingt es, den Ort ausuhungern (es soll sogar zu Kanibalismus gekommen sein). Als die Stadt schliesslich doch fiel (-134), wählten die Überlebenden - zum fassunglosen Erstaunen und Entsetzten der Römer - den Selbstmord. Die Numantianer werden noch heute als die "Ersten Spanier" verehrt.

-149

3. Punischer Krieg: Karthago wird entgültig geschlagen.

-136

Erster Sklavenaufstand Roms: Sklaven gründen sogar eigenen Staat in Sizilien, werden aber schliesslich unterworfen.

-134

Hipparchos beobachtet die erste Nova ("Neuer Stern" am Fixhimmel).

-133

Reformversuch des Tiberius Gracchus (Ackerreform: mehr Rechte für Bauern, da deren Land nur noch begrenzt verteilt werden darf) wird vom Senat durch Ermordung verhindert. Auch sein Bruder Gaius kann Bürgerrechte für Bundesgenossen nicht durchsetzen; lässt sich von Sklaven ermordern.

-123

2.Reformversuch in Rom von Gaius Gracchus (Bruder von Tiberius?) scheitert ebenfalls durch Gewalt.

Antipater verfasst die Geschichte des 2.Pun. Kriges.

-120

Kimbern verlassen Dänemark Richtung Süden. Vermutlich aus Hunger, sind also quasi Wirtschaftsflüchtlinge. Schätzungsweise 100.000 Menschen bilden einen 20-30 km langen Trek. Überfallen die jeweils ansässigen Bauern, um sich mit Nahrung zu versorgen. Um -113 erreichen sie Kärnten, wo die römische Grenze verläuft. Die Rölmer fühlen sich bedroht und greifen an. Doch die Kimbern gewinnen, was ihnen die Römer nie vergessen. Die Germanen sind mit durchschnittlich 174 cm gut 10 cm grösser als die Römer ("Germanische Recken").

-113

Römer unterliegen mehrfach Cimbern und Teutonen. Cimbern und Teutonen wurden vermutl. von einer Sturmflut aus Jutland vertrieben (bei Dänemark). Besiegen in Kärnten entgegengeschicktes Römerheer. -105 gelingt ihnen das nocheinmal, weniger aus eigener Stärke, denn aufgrund der Streitereien der römischen Konsule. Panik bricht in Rom aus.

-104

Die Heeresereform des Marius bindet Heer an Heerführer (nicht an Rom!) Berufsheer, gut ausgebildet, schlagkräftigste Truppe der Antike. Zieht das Proletariat zum Heeresdienst heran (statt Bauern ==> dadurch längere Dienstzeiten erst möglich, aber im Gegenzug wird Abfindung für Soldaten nötig). Marius lässt sich immer wieder zu Konsul wählen (was ein unerhörter Vorgang in der römischen Geschichte darstellt; aber nur ihm wird ein Sieg zugetraut), bis er Teutonen -102 (angebl. über 100.000 Tote) und die Cimbern -101 vernichtend schlagen kann.

-100 bis 500

In der Nasca-Wüste im heutigen Büro beginnen die Indianer mit der Schaffung gigantischer "Zeichnungen" in den Boden, die eigentlich nur aus der Luft als solche zu erkennen sind. Der Sinn ist unklar. Einige Linien haben aber offenbar astronomische Funktionen, zeigen sie doch den Punkt an, bei dem die Sonne zur Sonnenwende aufging. Solche Wissen war für die Priester wie überall sonst auf der Welt wichtig, gab es ihnen doch die nötige Autorität über das Volk, welches für den Ackerbau auf genaue Zeitangaben angwiesen war.

-91

Drusus greift Gracchen-Plan auf (Bundesgenossen erhalten Bürgerrechte), wird ebenfalls ermordet. Die Folge ist der Bundesgenossenkrieg: Optimaten (=Senat) gegen Popularen, die die Bürgerrechte einfordern - mit Erfolg (die friedl. Reformversucher waren also gescheitert, die mit Gewalt verbundenen setzten sich aber schliesslich durch).

-88

1. Mithrischer Krieg: König Mithras wiegelt Griechen gegen Römer auf. Senat will Sulla hinschicken, Volk mit Volkstribun Rufus will aber Marius. Sulla besetzt daraufhin Rom. Marius flieht, bis Sulla gegen Osten zieht, besetzt dann seinerseits Rom.

-82

Sulla gewinnt Mithrischen Krieg, zieht gegen Rom, es kommt zum Bürgerkrieg gegen Marianer (Marius selbst inzwischen verstorben). Sulla erobert Rom, setzt die Popularen-Führung ab, errichtet Dikatur und stärkt Rechte der Optimaten.

Nach Sullas Tod gewinnt Volkstribun wieder Macht zurück, gestärkt durch Reichtum Crassus und Heerführer Pompeius (siegreich in Spanien, gegen Piratenplage, und gegen Mithridades, wo er den vom Senat hingeschickten Lucullus ersetze).

-73

Der berühmteste Sklavenaufstand der Geschichte unter Führung von Spartacus wird von Crassus und Pompeius zerschlagen.

Alles fliesst - Spartacus

-60

Senat verweigert Pompeius Soldaten Land im Osten. Die mit dem Senat Unzufriedenen bilden daraufhin das 1.Triumvirat:

  • Pompeius (erfolgr. Feldherr, z.B. gegen Spartakus), Helfer des Sulla

  • Crassus: Reichster Römer

  • Cäsar: Folgte Ämterlaufbahn, verwandt mit hohen Popularen


-58

Cäsar beginnt mit Eroberung Galliens, besiegt am Ende (-52) den Avernerfürsten Vercingetorix. Cäsar war ein Militätgenie; mit nur 60.000 Legionären bezwang er die 330.000 Mannen des Vercingetorix. Es scheint, als hätten die Römer seiner Zeit dieses Talent des Cäsars unterschätzt, da sie ihn geradezu zum Staatsstreich herausforderten.

Alles fliesst - Julius Cäsar

-53

Cäsar und Pompeius sind sich nicht grün. Pompeius gewinnt Oberhand, Cäsar - auf Eroberung in Gallien - kämpft aus der Ferne ums politische Überleben in Rom. Das Triumvirat zerbricht. Crassus und Pompeius arrangieren sich mit Senat gegen Cäsar.

-49

Senat beschliesst, der in Gallien weilende Cäsar müsse als Privatmann (=schutzlos) nach Rom zurückkehren. Mit den Worten "aleja iacta es" überschreitet Cäsar jedoch schliesslich den Rubicon mit seinem Heer. Pompeius flüchtet nach Ägypten, wo er ermordet wird. Der nachgereiste Cäsar bleibt ein Jahr lang bei Kleopatra.

Alles fliesst - Kleopatra

-48

Cäsar entscheidet ägypt. Thronstreitigkeiten zu Gunsten Kleopatras, besiegt Pharnakas (Sohn Mithridates) und Senatsgegner unter Cato. Nach Sieg über Söhne Pompeius in Spanien, erhält er -44 Dikatur auf Lebenszeit.

-44

Cäsars Ermordung an den Iden des März im Senat durch die republikan. Opposition (Brutus und Crassus). Cäsar trieb den Personenkult zu weit, hielt die Republik nur formal aufrecht, strebte zu offensichtl. nach Diktatur. Octavian, Grossneffe und Adoptivsohn Cäsars bringt Volk auf seine Seite, erzwingt Konsulat für sich.

Cäsar kennt heute jedes Kind; er ist einer der Giganten der Geschichte. Warum eigentlich? Er war ohne Zweifel ein begnadeter Feldherr, seine Schriften zum Gallienkrieg werden heute noch in Militärkreisen erörtert. Aber an seiner Person vollzog sich v.a., was sich schon lange andeutete: Die römische Republik zerbrach, um vom Kaisertum beerbt zu werden - auch wenn Cäsar selbst nicht (mehr) Kaiser wurde, ebnete er doch Octavian den Weg dorthin.

-43

Markus Antonius bekämpft Octavian in seinem rechtmässigen Anspruch auf Cäsars Nachfolge. Unterliegt im Kampf gegen Octavian. Dann verbünden sich aber die Kontrahenten plus Lepidus im 2. Triumvirat gegen Crassus, Brutus und den Senat (dabei fällt Cicero)

=> Octavian erhält Westen, Antonius den Osten, Lepidus Afrika.

Bald Bruch zwischen Octavian und Antonius, aber Soldaten weigern sich, gegeneinander zu kämpfen. Auch Antonius Ehefrau Octavia (Schwester von Octavius) glättet Wogen.

-34

Antonius kämpft erfolglos gegen Parther, ordnet Osten neu, will Kleopatra und Kaisarion (ihren Sohn von Cäsar) an Spitze setzen.

-31

Antonius, verh. mit Schwester Octavians, trennt sich von dieser, um mit Kleopatra zusammen sein zu können. Octavian geht gegen ihn vor, schlägt ihn vor Actium. Antonius fällt, Kleopatra begeht Selbstmord.

-27

Prinzipta des Augustus (=Octavian): Hält Republik de jure aufrecht, übt aber de facto Alleinherrschaft aus. Klappt bei ihm im Gegensatz zu Cäsar, da Volk kriegsmüde und Opposition ermordet wurde.

1

(Es gibt kein Jahr 0) Angebl. Jesu Geburt. Astronomisch besser würde aber -7, -4 oder 7 passen. Den von Herodes befohlenen Kindermord in Betlehem hat es wohl nie gegeben: Augustus hätte das niemals zugelassen; die Geschichte erscheint auch nur bei Mathäus.

Die Römer wissen um die Goten, die aus dem Norden (Skandinavien) kamen und die Küsten Polens besidelt haben. Mit jeder Generation stossen die Goten mit 30-50 km noch sehr gemächlich weiter ins Landesinnere vor.

9

Octavian gibt Macht an Senat zurück, behält aber faktisch Oberbefehl über Heer. Bekommt Ehrennamen Augustus. Römer stossen vor bis Donau und Rhein.

Schlacht im Teutoburger Wald: Cherusker (Germane) Arminius besiegt Varus, wodurch Germanien seine Freiheit behält (diese "Freiheit" bed. aber auch gleichzeitigen Verzicht auf zahlreichen zivilisatorische Verbesserungen, die die römischen Republiken auszeichnete, z.B. Strassen, Handelswege usw.). Deutschland wurde hier zum ersten Mal geteilt (der röm. Limes verläuft entlang von Rhein und Donau), wobei es denen in der besetzten Zone Lebenden vermutlich besser ging als den "Freien".

3 Tage dauert die Varus-Schlacht, 15.000 Römer sterben (eine ganze Armee!). Der wahre Austragungsort war wohl nicht der Teutoburgerwald, sondern, wie die Entdeckung eines Hobbyarchologen vermuten lässt, an einem Ort in der Nähe von Osnabrück. Varus hatte die Cherusker wie Sklaven behandelt, sie gaben sich zunächst auch freundlich, einige traten sogar für Jahre in die römische Armee ein, bis sie ihn in die Falle lockten. Tiberius sagte anschliessend, Germanien sei keinen Tropfen Blut wert, und zug seine Soldaten ab. Zur Abwehr der Germanen, die immer wieder in römisches Territorium einfielen, liess Kaiser Hadrian den Limes errichten, einen Grenzwall, mit 900 Kastellen in Abständen von 10 km, mit jeweils 500 Mann Besatzung.

Bei meinen ersten Ausflügen in der Geschichte hat es mich masslos verwirrt, einmal von Octavian, dann wieder von Augustus zu lesen, auch wenn es sich dabi um die gleiche Person handelt. Vielleicht liegt es ja an diesem Namenswirrwarr, dass Augustus Bedeutung im Vergleich zu der Cäsars im allgemeinen Bewusstsein etwas nachhinkt. Objektiv betrachtet kann man durchaus sagen, dass er der bedeutendere war. Ohne seine umsichtige Politik (die auf mich ziemlich bürgerlich-spiessig wirkt) hätte sich das Kaisertum wohl nicht so schnell in Rom etabliert. Und obwohl sich alle späteren Kaiser an Augustus orientierten, kam ihm eigentlich keiner mehr gleich.

Alles fliesst - Augustus bzw. Octavian

12

In Rom wird die Nachfolge inzwischen vererbt. Nicht umbedingt mit bestem Ergebnis: Tiberius, Caligula, Claudius und Nero verfallen dem Cäsarenwahn.

Tiberius ist ungeliebter, aber einzig übriger Adoptivsohn von Augustus. Ist bereits 57 Jahre alt, ein schroffer Menschenverächter, Untätigkeit und Unbeweglichkeit kennzeichnet seine Politik. Verbringt Lebensabend auf Capri.

30

Jesus wird hingerichtet. (07.04.30?)

37

Kaiser Caligula, Grossneffe von Tiberius, befällt geistige Krankheit, wird von einem Prätorianer (kaiserl. Schutztruppe) schliesslich ermordet.

41

Kaiser Claudius gibt immer mehr Macht an Freigelassene (Günstlinge) ab, hauptsächlich Griechen. Vorstoss gegen Britannien und Judäa. Wird vergiftet.

50

Die Paulusbriefe entstehen. Paulus ist Jesus nie begegnet.

54

Kaiser Nero wird zunächst erfolgreich geleitet von Philosph Seneca. Doch auch ihn befällt der Grössenwahn. Er wird abgesetzt und begeht Selbstmord.

55

Die Römer stationieren erstmals ein Heer in Britannien (erst 410 ziehen sie sich wieder zurück).

69

Dreikaiserjahr. Vespasian setzt sich durch, schafft Ordnung im Reich.

70

Das Markus Evangelium entsteht. Es gilt als das ältestes Evangelium.

81

Kaiser Domitians harte Politik bewirkt Palastverschwörung; er wird ermordet.

96-192

Zeit des Adoptivkaisertums in Rom erfolgreicher: Bester Mann erhält Nachfolge, so u.a. Trajan, Hadrian, Pius, Marc Aurel.

Rom erreicht grösste Machtfülle.

100

Das Polizeiregister in Rom verzeichnet über 30.000 Prostituierte.

105

In China wird das Papier erfunden.

117

Kaiser Hadrian reist, sichert Grenzen, arrangiert sich mit Parthern. Er folgte dem beim Volk beliebten Trajan auf dem Thron. Statt dessen Beliebtheit zu untergraben, machte er sich den Kult um Trajan zu eigen, beschenkte das Volk, erliess Schulden.

161

Kaiser Marc Aurel, der Philosoph auf dem Kaiserthron, sieht sich gezwungen, ständig gegen die Parther zu kämpfen.

175

Der lange Marsch der Goten beginnt, zunächst jedoch noch ausserhalb des römischen Machtbereichs.

200

Wiederbelebung pytagoräischen Gedankenguts: Die ganze Welt lässt sich mit Hilfe ganzer Zahlen erklären.

204

Plotin: Neu-Platonismus. Verschmelzung Christentum mit Philosophie.

235-305

Zeit des Soldatenkaisiertums in Rom sehr turbulent: Kurze Herrschaften, meistens gewaltsam beendet.

Abbau der römischen Macht.

290

Spaltung der Goten in zwei Völker: Ost- und Westgoten.

300

In Indien findet die Null Eingang in die Mathematik. Rudimentäre Algebra wird entwickelt.

300

In Rom herrscht ein unglaubliches Arm-Reich-Gefälle. V.a. die Senatoren besassen Reichtümer, die heute noch einen Bill Gates erblassen lassen würde. Einige konnten ganze Privatarmeen halten, besassen mehr als 100.000 Sklaven.

Die römische Welt ist auch bei weitem nicht so "stadtkonzentriert" wie heute; 9 von 10 Menschen lebten noch auf dem Land.

313

Mailänder Toleranzeditkt von Kaiser Konstantin d.Gr. Wegen Unruhen in Rom (Verarmung des Volkes) verschwindet Konstantin aus dieser Stadt, was seine Nachfolger beibehielten: Byzanz wird zur neuen Hauptstadt gemacht. Angeblich schenkte Konstantin vor seinem Abzug dem Papst das Kirchenstaatsrecht (Konstantinische Schenkung); jedoch wurde ein entsprechende Dokument später als Fälschung entlarvt.

325

Konzil zu Nicäa: Shisma (Kirchentrennung). Das Konzil war von Konstantin dem Grossen einberufen worden, weil es zu Streitigkeiten zwischen dem Katholizismus und dem Arianismus gekommen war. Der Katholizismus konnte sich als "offizielle" Religion behaupten (doch kurz vor seinem Tod 337 wird sich Konstantin noch arianisch taufen lassen).

336

Der Presbyter Arius von Alexandria stirbt. Nach ihm benannt ist der Arianismus, die grosse gegnerische Konfession zum Katholizismus.

350

Bischof Wulfia lässt die Heilige Schrift ins Gotische übersetzten. Die gotische Sprache wurde dadurch ähnlich "genormt" wie später die deutsche Sprache durch die Lutherbibel.

Wulfia glaubte an die Gottwesensähnlichkeit Jesu (homoiusia) statt wie die Katholiken an die Gottwesensgleichheit (homousia). Damit vertrat er die Position des Arianismus, wo Jesus dem Gottvater untergeordnet ist. In der Folge wurden die Goten, Vandalen, Burgunder und Langobarden alle zu Arianern.

Bei den Goten entwickelte sich das Christentum von unten nach oben, anders als bei allen anderen germanischen Stämen. Es gab auch nur unter den Goten eine staatliche Christenverfolgung, z.B. 369 unter Athanarich nach seinem Friedensschluss mit dem römischen Kaiser Valens. Christl. Goten galten als Römlinge, die die gotische Stammesordnung zerstören wollten.

357

Die Germanen, die über den Rhein nach Gallien eingefallen waren, werden bei Strassburg von den Römern unter Kaiser Julian vernichtend geschlagen.

Die Allamannen (=alle Mann, was auf einen Germanenmix schliessen lässt) kämpften unter ihrem obersten König Chnodomarius. Dieser König galt nicht als allzusehr abgehoben von seinen Mitstreitern. Es ist z.B. bekannt, dass sogar er von seinem Pferd absteigen und zu Fuss kämpfen musste, als dies seine Soldaten von der Führungsschicht verlangten.

360

Angel und Sachsen werden unruhig. Es finden Opferungeen für Odin in Norddeutschland und Dänemark statt. 430 benötigen die Britonen Hilfe gegen die Picten und holen die Angeln und Sachsen als Söldner ins Land (diese kamen also nicht als Eroberer, sondern als Helfer!). Doch die Söldner übernehmen rasch die Herrschaft über England. Sie haben keine Schrift-Kultur, sind anders als die Goten auch stets Germanen geblieben, die die römische Zivilisation ablehnten. Da englischen Männern die Ehe verboten wurde, mischten sich Angelsachsen und Briten schnell, so dass noch heute die Verwandschaft zwischen Engländern und Friesen grösser ist als die zwischen Engländern und Waliesern!

360

Gregor von Nyssa ist der erste Kirchenvater, der sich eindeutig gegen die Sklaverei ausspricht.

375

Beginn der Völkerwanderungen: Die aus Asien kommenden Hunnen drängen alle europäischen Völker gen Westen. Den Germanen, die sich Ost-, Westgoten, Vandalen, Sweden, Alanen usw. nennen, kommen dabei sicher die römischen Strassen zu gute. Die Westgoten fallen in Ostrom ein.

Die meisten Germanenreiche sind nur kurzlebig, werden von den Arabern und Oströmern getilgt. Dauerhaft dagegen: Die Franken aus dem Main-Rhein-Gebiet siedeln sich in Frankreich an, 450 schnappen sich die Angeln und Sachsen (das keltische?) England, nicht aber Irland und Schottland.

375

Hunnensturm: Nachdem sie den Don überschritten hatten, schlugen sich die Hunnen für ein Jahr mit den Ostgoten (Greutungen) herum. 376 geht der Gote Athanarich gegen die Hunnen vor. Athanarich war der Gotenrichter, eine Art räumlich und zeitlich beschränkter Monarch. Doch die Goten hatten keinen Erfolg, die Hunnen gewannen die Oberhand. Die christlichen Donaugoten konnten nach Ostrom fliehen, dem heidnischen Athanarich jedoch blieb dieser Weg zunächst versagt. Erst kurz vor seinem Tod 381 floh er dann doch nach Konstantinopel.

378

Die römische Bürokratie kann die vielen, vor den Hunnen fliehenden Goten nicht mehr verkraften. Es kommt zu Streitereien und offenen Kämpfen. Kaiser Valen geht schliesslich mit seiner Armee gegen sie vor, doch er verliert, denn er wollte nicht auf die weströmische Hilfe warten und schlug auch alle Friedensangebote seitens der Goten in den Wind. Der Sieg brachte den Goten jedoch keine Ruhe; es gelang ihnen nicht, sich in Thrakien festzusetzen. Ausserdem führte der Kampf Ostroms gegen die arianischen Goten zur entgültigen Katholisierung Westroms, was sich mit Ostrom solidarisch fühlte.

Tod des oströmischen Kaisers (und Arianers) Valens in der Schlacht von Adrianopel.

391

Christentum wird Staatsreligion in Rom durch Kaiser Theodorius. Dies bedeutet u.a. auch das Ende der (heidnischen) Olympischen Spiele.

Das Serapeium (Tempel der Isis und des Serapis) in Rom/Alexandria (?) wird von Christen zerstört.

395

Nach dem Tod von Kaiser Theodosius wird Rom in Westrom und Ostrom (=Byzantium) geteilt. Westrom geht 476 unter. Ostrom überlebt länger: Es existiert bis 1453.

395

Die Goten verlassen das Gebiet des Balkans/Griechenlands. 100.000 Westgoten ziehen in Richtung Rom. Es sollte 40 Jahre dauern, bis sie Italien erreichten.

Um 400

Kaiser Arcadius lässt in Konstantinopel 700 Goten meucheln, die in eine katholische - und nicht arianische! - Kirche geflohen waren. Diese Goten hatten zuvor die Stadt besetzt, waren dann aber von der Bevölkerung selbst angegriffen worden.

406

Vandalen, Alanen und Sueben überschreiten den Rhein. Bis 408 erreichen sie Spanien.

Das Germanenvolk der Vandalen wird von den anstürmenden Hunnen nach Westen vertrieben. Sie ziehen quer durch Europa, erreichen Spanien. 429 setzen sie schliesslich unter ihrem König Geiserich nach Afrika über, wandern dort bis nach Karthago. Es sind etwa 80.000 Mann. Sie sind arianische Christen, im Gegensatz zu den katholischen Römern. Sie sind nicht die Barbaren, als die sie von den späteren Siegern - den Römern - dargestellt wurden. Sie achten vielmehr römisches Recht. Noch heute zeugen viele Spuren in Tunesien von ihrer hochstehenden Kultur. 439 erobern sie Karthago. Geiserich regiert 50 Jahre lang. 533 werden sie von den Römern vernichtend geschlagen, ihre Spuren aus der Geschichte getilgt.

Alles fliesst - Vandalen on tour

409

Die Westgoten nähern sich Italien. Es sind 100.000 Menschen, davon über 20.000 erfahrene Krieger. Ihr König Aldarich ist eine starke Persönlichkeit. Dennoch werden sie vom west-römischen Kaiser Honorius unterschätzt. Der lehnt es nämlich brüsk ab, der Bitte der Westgoten zu entsprechen, ins römische Reich aufgenommen zu werden. Damit zwingt er Aldarich geradezu, zu den Waffen zu greifen. Bis 410 stehen sie vor den Toren Roms. Dank der einst von Marc Aurel geschaffenen Mauern kann er die Stadt zunächst nicht einnehmen. Doch nach längerer Belagerung gehen Roms Vorräte zur Neige und sie müssen aufgeben - seit 800 Jahren ist dies das erstemal, dass Rom in die Knie gezwungen wurde. 3 Tage lang plündern die Westgoten Rom, vernichten die Stadt aber nicht völlig. Denn ihr Wunsch bleibt bestehen: Sie wollen das römische Reich nicht erobern, sondern Teil von ihm sein. Trotz ihres arianischen Glaubens, der im Gegensatz zum Katholizismus der Römer Jesus nicht als Gottes leibhaftigen Sohn anerkennt.

409

Die Vandalen dringen in Spanien ein, nachdem sie zuvor 2 Jahre lang Gallien verwüstet hatten. Gestartet waren sie um 400 aus oströmischen Gebieten, vermutlich aufgrund der näherrückenden Hunnen.

Fast 500 Jahre lang hatte es Dank des römischen Friedens keine grossen Kriege mehr gegeben. Diese Ära endete nun wieder.

410

Die Westgoten unter König Alarich plündern Rom. Die Goten werden von Hunnen immer weiter nach Westen getrieben. Die Westgoten ziehen weiter nach Südfrankreich und dann nach Spanien, während die Ostgoten in Italien einfallen. Zunächst fügen sich die Goten jedoch ins römische System ein, sie liessen sich z.B. ihre Herrschaft vom römischen Ostkaiser bestätigen, indem dieser sie zu Konsuln ernannte.

Die Römer ziehen sich aus Britannien zurück, das sie erstmals 55 verheert hatten.

413

Kirchenvater Augustinus beginnt Werk "Über den Gottesstaat". Beschreibt die bei Platon noch ausschliesslich guten Dämone (=Wesen zwischen Gott und Menschen) als böse, die die Menschen verführen und ins Unglück führen. Dämon ist griechisch und bedeutet "Wissen" - Augustinus dämonisierte also letztlich die Wissenschaft.

415

Die Philosophin Hypatia wird von einer Meute Christen ermordet.

429

Erster Einfall von Pikten und Sachsen in Britannien. Mit lauten Halleluja-Rufen sollen sie aber wieder in die Flucht geschlagen worden sein. Erst kurz zuvor hatten die Briten vom Kaiser die Erlaubnis erhalten, sich selbst verteidigen zu dürfen.

430

Ruga ist der erste Hunnenherrscher, dem Ostrom auf vertraglicher Basis ein Jahresgeld von 430 Goldpfund zahlt, um ihnen so "ihr Recht auf kriegerischen Erwerb" abzukaufen. Im Vergleich zu den Summen, die ein Senator einstrich, nimmt sich dieses Jahresgeld aber geradezu bescheiden aus.

430

Der heilige Augustinus stirbt im afrikanischem Hippo Regius, während die Bischofsstadt von dem Vandalen Geiserichs belagert wird.

436

Die Hunnen besiegen die Burgunder (Speyer, Worms) unter Feldherr Aetius: Grundlage für die Nibelungensage (dort wird Aetius allerdings zum Hunnenkönig Attila transformiert).

436

Das Wormser Burgunderreich (seit 413) wird von den Römern wieder zerstört. Der Heermeister Aetius lässt die Burgunder von seinen hunnischen Kriegern fast völlig auslöschen -> geschichtlicher Kern der Nibelungensage. Die restlichen Burgunder wurden nach Südfrankreich umgesidelt, ihre Hauptstadt wechselte 460 von Genf nach Lyon.

439

Die Vandalen erobern nach jahrzehntelanger Wanderung die zweitwichtigste Stadt des römischen Reichs: Karthago. Als erstes Germanenvolk gründen sie einen unabhängiges Reich auf römischen Gebiet, welches 476 von Kaiser Zenon aneraknnt wird. König Geiserich stirbt jedoch noch im gleichen Jahr. Von Karthago ausgehend beherrschen die Vandalen mit ihrer Flotte alsbald das ganze Mittelmeer.

Römer und Vandalen hatten sich arrangiert und das römische Afrika untereinander aufgeteilt. Doch mittem im Frieden griff Geiserich das römische Karthago an. Seine 80.000 Vandalen gewannen den Kampf gegen die 3 Mio Römer in Afrika.

Geiserich regierte 50 Jahre lang und war zum Zeitpunkt seines Todes 477 wohl um die 90 Jahre alt.

444

Nach Ermordung seines Bruders herrscht Attila über einen Grossteil der Hunnen alleine. Bis 447 wütet er in Europa. Konstantinopel musste teuer dafür bezahlen, dass es geflohen Hunnen Asyl gewährte und die Jahreszahlungen an den ermordeten Bruder eingestellt hatte (was sicher mit ein Grund für dessen gewaltsamen Tod war).

Alles fliesst - Attila

Attila zog auch gegen Westrom. Unterworfene gotische Völker waren in seiem Heer integriert. So kam es, das Goten erstmals (?) gegen mit den Römern föderativ verbundenen Goten kämpfen mussten.

Das Kräfteverhältnis war ausgeglichen und so konnte Rom seine Stellung halten. 453 brach dann Attilas Macht zusammen und schon bald darauf verstarb er (angeblich in den Armen einer neuen Braut). Attilas zahlreiche Kinder vermochten nicht, das Reich länger zu halten (siee 496).

451

Die Hunnen fallen in Gallien ein. Ihr König Attila kämpft dabei gegen die Römer, aber auch gegen die mit ihnen verbündeten Westgoten und Franken. Der König der Westgoten kommt dabei ums Leben, ironischerweise durch die Waffe eines Ostgoten, der von den Hunnen zum Kampf verpflichtet worden war. Letztlich behielten aber die Römer die Oberhand in Gallien. Als Attila 453 stirbt, verschwinden die Hunnen wieder in den Tiefen Asiens - ebenso schnell, wie sie einst daraus aufgetaucht waren.

Der Westgotenkönig Theoderid (nicht Theoderich d.Gr.!) fällt in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen die Hunnen.

455

Zweite Plünderung Roms durch die mit ihrer Flotte das Mittelmeer beherrschende Vandalen (von Afrika kommend).

472

Der Hunne Odoaker schlägt sich im Streit zwischen dem weströmischen Kaiser Anthemius und seinem Heermeister Rikimer auf die Seite des letzteren. Der Kaiser muss fliehen und in den folgenden Wirren lösen sich die Westkaiser ab, bis 475 auch der letzte offizielle (d.h., von Ostrom aneraknnte) kaiser Nepos das land verlässt. Der Ursupator Augustulus (Romulus) ergreift die Macht. Es kommt zu erneuten Streitereien zwischen dem gotisch-hunnischem und dem römischen Heer. Odoaker nutzt seine Chance und zieht gegen die Kaiserstadt Ravenna, wo er 476 schliesslich Augustulus absetzt (aber offenabr nicht ermordet, sondern nur ins Privatleben schickt).

476

Ende von Westrom

482

Frankenkönig Chlodwig (aus dem Geschlecht der Merowinger) erobert ausgehend von Belgien Gallien.

484

Gotenkönig Eurich stirbt in Frankreich einen natürlichen Tod! Das war nur sehr wenigen Gotenkönigen vergönnt; er selbst z.B. kam durch den Mord an seinem Bruder Theoderich an die Macht. Der Sohn Eurichs Alarich II, trat die Nachfolge an, bis er 507 sein Ende findet in einer Schlacht gegen die grossen Widersacher der Goten: Den Franken Chlodwigs.

486

Chlodwig, König der Franken, wird nach Schlacht gegen Syagrius (?) Herrscher Nord-Galliens. Die Merwowinger unterschieden sich von den anderen Franken durch ihre langen Haare - das Haarescheren galt als Strafe/Verbannung. Um sich Macht zu sichern, liess Chlodwig seine Verwandten meucheln (seine Merowinger-Nachfahren machten's ihm nach, wie die Nibelungen erzählen). Im Norden Galliens lebten ca. 30% Germanen. Die Familienzwists der Merowinger stärkten natürlich den Adel, besonders die Hausmeier, die die Kämpfe für die Könige führten.

489

Erstmals treffen sich der Hunne Odoaker und der Gotenkönig Theoderich der Grosse. Theoderich ist im Auftrag des oströmischen Kaisers Zenon unterwegs, er soll den Ursupator bezwingen (denn dieser hatten offen Front gegen den Kaiser gemacht). 493 schliesslich kan Theoderich in Ravenna einziehen, zunächst noch mit Odoaker zusammen. Doch dann ermordet Theoderich den 60 jährigen Odoaker und übernahm dess Reich. (Theoderich = Ditrich von Bern?)

493

Ostgotenkönig Theoderich macht Ravenna zu seiner Hauptresidenz. Damit beginnt das goldene Zeitalter der Ostgoten in Italien. Die Ostgoten sind Christen, gehören aber den Arialiern an, die im Gegensatz zur röm.-kath. Kirche Jesus nicht Gott gleichstellen. Nach 30 Jahren friedlicher Herrschaft stirbt Theoderich 526, nach weiteren 26 Jahren bricht das Ostgotenreich zusammen und verschwindet aus der Geschichte.

Langschädel bei Ostgoten: Wohl von Hunnen übernommen. Direkt nach der Geburt wird Kopf bandagiert und zusammengepresst, bis nach 2 - 3 Jahren die Prozedur abgeschlossen werden kann.

496

Der Kopf des letzten Attila-Sohnes wird nach Konstantinopel gebracht. Die Hunnen waren vernichtet. Doch wirklich freuen konnten sich die Römer darüber nicht. Denn ohne die Hunnen konnten die Goten- und Germanenstämme erstarken und schliesslich sogar erfolgreich gegen Rom vorgehen.

Bis heute gibt es meines Wissens nach nur eine einzige Quelle, die das individuelle Aussehen eines Hunnen (Attilas) beschreibt. Dieser Überlieferung nach schienen sie asiatischen Typus zu sein. Die restlichen Hunnen konzentrierten sich im heutigen Bulgarien.

497

Der oströmische Kaiser anerkennt Theoderich den Grossen als König.

498

Taufe des Frankenkönigs Chlodwigs zur Beruhigung der röm-kath. Bevölkerung. Einmal auf Drängen seiner Frau liess er sich taufen, entscheidenter war aber wohl der Sieg über die Allemannen, wo er in höchster Not Gottes Hilfe erbat (Gott war demnach offenbar mächtiger als die heidnischen Götter). Die Taufe bringt ihm Unterstützung der Kirche ein. Merowinger König aber schwach, mehr und mehr geht Macht an die Hausmeier (rechte Hand) über.

500

Bau von Inka-Pyramiden in Peru. Wurde in bestimmten Abständen immer wieder überbaut und wuchs so an - einige waren einst so gross wie die Cheopspyramide, bevor die Spanier sie zerstörten (heute haben sie z.T. nur noch 1/3 ihrer ursprünglichen Höhe).

um 500

In Europa zeigen sich die Machtverhältnisse in etwa folgendermassen:

  • Auf den britischen Inseln herrschen die Angelsachsen.

  • In Frankreich sitzen die Franken.

  • In Spanien lungerten die Westgoten herum.

  • In Italien machen sich die Ostgoten breit.

  • In Deutschland teilen sich diverse Ostreiche die Macht.


In Konstantinopel leben geschätzte 300.000-500.000 Menschen. Das dort vom Volk und Senat domestizierte Kaisertum verhindert eine ähnliche Militarisierung des Staates wie in Westrom - bringt im Gegenzug aber auch keine so grossen Herrscher hervor.

Ostrom nimmt im Jahr 270.000 Goldpfund ein, Westrom dagegen "nur" noch 40.000 Goldpfund (von 5.000 Goldpfund konnten 100.000 Mäner gut ein Jahr lang leben, 12.000 Pfund dagegen kostete die 30.000 Mann starke Armee). Bemerkenswert: Obwohl Ostrom viel reicher war, war das dortige "Senatoren-Gehalt" mit 1.200 Pfund ungleich niedriger als in Westrom; einige italinenische Senatoren kassierten über 4.000 Pfund pro Jahr.

500

Theoderich der Grosse, König von Italien gotischen Ursprungs und arianischer Konfession ehrt dennoch den Apostelfürsten Petrus, als seo er selbst Katholik. Das Verhältnis zwischen Katholizismus und Arianismus beginnt sich zu entspannen. Doch indem er sich dem Papst zuwandt, wandte er sich auch gleichzeitig vom byzantinischen Kaiser ab.

500

Maja-Tempel in Guatemala. Vermutlich gab es dort über 200 Städte, 20 davon mit über 50.000 Einwohnern. Ansässig vor allem auf der Yucatan-Halbinsel, einer relativ trockenen Gegend, wo sich das Wasser in unterirdischen Höhlen sammelt. In den Hochzeiten lebten dort bis zu 10 Mio Majas. Erste Spuren -1000, Blütezeit um +250. Als einzioge präkolumbische Kultur Amerikas haben die Majas ein Schriftsystem entwickelt. Sie kannten die Null, ihr Kalender war besser als der der damaligen Europäer. Lange Zeit galten sie als "Griechen Amerikas", doch waren sie auch sehr kriegerisch. Um 900 beginnt ihr Abstieg, sie konzentrierten sich immer stärker auf Yucatan (Grund: Vermutlich Trockenperiode), Zusammenbruch 1450 (also noch vor dem Eintreffen der Spanier).

511

Der Ostgotenkönig Theoderich der Grosse wird auch König der Westgoten!

524

Boethius, Gelehrter am Hofe des Ostgoten-Kaisers Theoderich, wird hingerichtet. Mit ihm endet für lange Zeit die klassische Gelehrsamkeit. Die Kirche hat wenig Interesse an den Naturwissenschaften, weniger, weil sie darin eiNe Gefahr für ihre Autorität sah, als aufgrund anderer Ziele, die sie für notwendiger hielt: Die Rettung der Seelen. Der Untergang Roms zeigte, wie unvollkommen Menschenwerk ist, so dass ein Verlassen auf das Hier und Jetzt sinnlos ist. Die Erde wurde flachgehämmert, die Planetenbewegungen übernahmen Engel.

531 - 565

Unter Chosru I erreicht das Neuperische Reich der Sassaniden sein grösste Ausdehung: Von Mesopotamien bis zum Indus. Sie führen Seide aus China ein, ebenso das Schachspiel aus Indien, von wo aus es auch in den Westen gelangt.

533/534

Die Ost-Römer unter Feldhernn Belisar schlagen die Vandalen vernichtend - Karthago wird wieder römisch, die Vandalen hören auf zu existieren.

Die Nachfolger des Vandalenkönigs Geiserichs bekämpften weniger die Römer als vielmehr als Arianer die afrikanischen Katholiken. Als aber der Vandale Gelimer 530 putschte und seinen Vorgänger tötete, der ein Freund des byzantinischen Kaisers Justinian war, änderte sich die Lage. Der Kaiser schickte daraufhin - sowie ein Friede mit Persien erreicht war - seinen Generalissimus Belisar nach Karthago. Und obwohl dieser nur über 5.000 Mann verfügte, gelang es ihm, den Vandalenkönig gefangen zu nehmen und damit die Existenz des Vandalenreichs zu beenden.

534

Sieg der Franken und Ende des Burgunderreichs (in Süd-Frankreich um Lyon herum). Die Burgunder waren eigentlich nur drei Generationen eigenständig, haben sich aber dennoch gut "verkauft": Noch heute kennt sie jedes Kind. Man weiss allerdings nicht einmal, ob die Burgunder Goten oder Germanen waren. Sie waren wohl weitgehend arianischer Konfession. Und sie kannten den hunnischen Brauch der Schädeldeformation.

555

Kapitulation der letzten Ostgoten in Italien.

568

Die Langobarden ziehen nach Norditalien. Sie waren 456 aus Pannonien (aus der Gegend von Ungarn?) aufgebrochen. Der Name "Langobarde" bedeutet das, wonach er klingt: Langbärte. Denn sie wollen Kinder des Germanengottes Wotans gewesen sein, den ein wallender Bart schmückt. Vertraglich mit Ostrom verbunden, werden die Langobarden zu Totfeinden der Franken (und von diesen letztlich auch vernichtet werden). Damit enden die grossen, spektakulären Völkerwanderungen.

um 570

Mohammed wird in Mekka geboren. 610 beginnt er zu predigen. 622 muss er nach Medina fliehen. Die Hedschra (=Auswanderung) markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung. 632 stirbt Mohammed. Arabien ist islamisch.

578

Westgotenkönig Leogidild (?) lässt sich in Spanien nieder. Akzeptiert zwar oströmischen Kaiser in Konstaantinopel, beansprucht jedoch die Macht in seinem Bereich für sich selbst. So prägt er selbst Münzen und trägt ein Purpurmantel - beides durfte eigentlich nur der Kaiser.

Heute wird die Königsstadt Recropolis ausgegraben - sie gilt als Troja der Völkerwanderung. Die Westgoten assimilierten sich mit der romanischen Bevölkerung. Ihre letzten Spuren verschwanden, als 200 Jahre später die Mauren in Spanien die Macht übernahmen.

589

Unter König Reccard werden die bisher weitgehend arianischen Westgoten katholisch.

591

Friedensschluss zwischen Langobarden, Franken und Bayern.

600

England ist ein Reich von über 12 Warlords - zuvielen! Es kommt zum Ausscheidungskampf zwischen den Hooligans der Könige. Um 700 gibt es nur noch 7 Königreiche.

600

Der Papst Gregor I. sendet Missionare nach Brittanien, auf dass sie die dort herrschenden heidnischen Angeln und Sachsen bekehren mögen (die Briten waren bereits Christen). Und das offenbar mit Erfolg, ging er aber auch überaus geschickt vor: Er verboten den Angeln nicht ihre Kultstätten und Feste, sondern kleidete sie nur in ein christliches Gewand. Der erste Bischofssitz wurde in Canterbury eingerichtet (dessen Inhaber ist noch heute das Oberhaupt der anglikanischen Kirche).

Alle Germanen sind weitgehend katholisiert. Nur die Langobarden behaupten sich noch eine Weile als Arianer.

600

Stille Revolution im Osten Europas: In nur wenigen Generationen wurde halb Europa slawisiert. Wir wissen bis heute nicht, wie dies so schnell und gründlich geschehen konnte. Der Begriff "Slawen" kommt tatsächlich von "Sklaven", weil sie wohl als solche in Rom begehrt waren. Man weiss auch nicht genau, wer die Slawen eigentlich ursprünglich waren. Eine Theorie besagt, sie seien einfach der "bäuerliche Rest" gewesen, der geblieben ist, als der kriegerischere Teil als Goten nach Westen gewandert ist.

602

Persien und das Byzantinische Reich hauen sich gegenseitig die Köpfe ein. Beide gehen sehr geschwächt aus der Auseinandersetzung hervor.

610

Der Araber Mohammed beginnt in Mekka zu wirken, flieht 622 nach Medina, wo er Koran aufzeichnet. Islamisches Reich breitet sich unter den Kalifen (=Nachfolgern) Abu Bekr, Omar und Osman rasch aus, bis 711 ist Spanien erobert. Jetzt gibt es nur noch das Fränkische, das Islamische und das Byzantinische Reich.

Mohhamed hat eine Offenbarung der Existenz Allahs durch Erzengel Gabriel. Seine Sippe, die in Mekka drei Götttinnen verehrt, will zunächst nichts von Allah wissen. Seine Frau Chadisch jedoch glaubt an ihn. Dann folgt ihm ein junger Verwandter, Ali. Danach ein freigelassener Sklave. Und so bleibt es über Monate hinweg!

622

Nach dem Tod seiner geachteten Frau wird die Situation schwierig für Mohhamed. Schliesslich muss er gar um sein Leben fürchten. Er suchte nach einem Zufluchtsort.

In Arabien bekämpften sich die Sippen gegenseitig. Die Scheichs bemerkten, dass ihnen dieses Verhalten Nachteile gegenüber den zugewanderten Juden einbrachte. Die Juden kooperierten, waren sich einig, denn sie glaubten alle an das gleiche: An den einen Gott, der sie führt und beschützt. Sie boten Mohhamed an, dass er seinen Glauben in Jathrib ausleben könne. 622 floh Mahammed schliesslich dorthin und wurde von Anfang an als Prophet verehrt.

Mit dem Islam trat nun in der Folge der Orient aus der Bedeutungslosigkeit heraus, in die er seit der Zerstörung Babylons (und einem kurzem Zwischenspiel Alexanders) geraten war. Von Jathrib aus, welches in Medina umbenannt worden war, breitete sich die neue Lehre sehr schnell aus.

Das gewaltige Gesetzeswerk des Koran erwies sich als so flexibel, dass es nicht nur in Median funktionierte, sondern auch im viel grösseren Massstab.

Weniger beeindruckend: Mohammed überfiel Karawanen, was Medina Geld einbrachte. Und Geld führte zu neuen Anhängern. Die Juden dagegen vertrieb er aus Medina, nachdem sich ein nichtiger Grund dafür hatte finden lassen (ein Jungenstreich mit einer Muslimin).

626

Die awarisch-persische Belagerung Konstantinopels scheitert.

627

Ein 10.000 Mann starkes Heer aus Mekka belagert Medina. Denn Mohammeds Karawanenüberfälle hatten Mekkas Wirtschaft starken Schaden zugefügt. Doch Medina erweist sich als uneinnehmbar, die Belagerung verläuft im Sande. Wieder triumphierte Mohhamed und sein Ruhm durchdrang ganz Arabien.

633

"Kettenschlacht" bei Kazima in Persien (heute im Gebiet des Irak). Der persische Kommandant liess seine Kämpfer aneinanderketten, damit sie vor den vorrückenden arabischen Heer nicht zurückweichen können. Es ist dies die erste Schlacht der Perser gegen die Araber - vorher waren die Araber nie ernstzunehmenden Gegner gewesen. Die Araber gingen als Sieger hervor. Sie liessen das Volk weitgehend unbehelligt, raubten nur die Regierenden aus. Später kam ein christlicher, arabischer Stamm (!) den Persern zu Hilfe, doch auch sei wurden besiegt und grausam bestraft: Die Araber liessen sie alle köpfen.

650

Ein 800 Jahre andauernder Bürgerkrieg bricht im Inka-Reich aus. Damals löste sich die Milchstrasse am Himmelzelt optisch von der Erde. Die Inka glaubten, nun sei der Götterweg abgerissen. Das gleiche passierte 1532 wieder, als die Spanier die Inkas erreichten. Jedes Volk der Inka entspricht einem Sternbild, die Götter entsprechen Planeten.

651

Yesdegerd III wird auf der Flucht ermodert - das Ende der Sassaniden. Das persische Grossreich ist den Arabern unterworfen.

657

Ali, der Schwiegersohn Mohammeds hat es endlich zum Kalifen, zum Nachfolger des Propheten geschafft. Doch die Familie seines ermordeten Vorgängers ist damit nicht einverstanden: Die syrischen Omaijaden fordern Ali heraus. Jeweils 70.000 Mann stehen sich gegenüber, eine Pattsituation. Da der Kampf keine Entscheidung bring, soll ein Schiedgericht entscheiden. Ali lässt sich hereinlegen und verliert sein Kalifat wieder. So wandert das Machtzentrum des Islams nach Damaskus, denn der Syrer Moawija will seine Heimat nicht verlassen.

660

Iroschottische Mönche hatten sich von Rom getrennt, aber der Angelsachsen-König Oswig war irritiert durch die dadurch zu verschiedenen Terminen angesetzen Festtage. Er rief eine Synode ein, die diese Punkte einheitlich klären sollte. Der Papst steht für Petrus, der die Himmelspforte bewacht - und um sein Seelemheil zu sichern, schlug sich Oswig auf die Seite Roms. Durch die Angelsachsen gestärkt, missionierte Rom den Norden Europas (z.B. gründete Bonifatius um 720 Klöster in Friesland und Fulda, Alkwin wird Berater und Freund Karl d.Gr.)

680

Hausmeier Pipin mächtigster Mann in Gallien.

Nach Alis (Schiegersohn Mohammeds) Ermordung 661 übernahmen die syrischen Omaijaden die Macht im Islam. Als Alis Sohn Hussein Thronansprüche erhebt, wird er bei Kerbela (Irak) ermodert. Die islamische Religionsspaltung ist damit nicht mehr aufzuhalten. In den nächsten 200 Jahren bilden sich zwei unversöhnliche Gruppen heraus: Sunniten und Schiiten. Die Schiiten stellen heute etwa 10% der Moslems, und sind weitgehend im Iran angesiedelt. Hussein gilt bis heute als eine der wichtigsten Symbolfiguren der Schiiten, der "Schiat Ali".

694

Gipfel der antijüdischen Gesetzgebung im Westgotenreich in Spanien. Da grosse Gegner fehlten, zog sich das reich immer mehr auf sich selbst zurück (ähnlich wie China, dass so gross war, das es nie ähnlich "imperialen" Interessen wie Europa vertrat). Dabei wurde auch das Heer sträflich vernachlässigt, was später die Araber ausnutzen werden.

700

Araber erobern Ägypten. Beginn (?) der Dokumentation der Pegelstände des Nils in Kairo. Überraschenderweise schwankt der Pegelstand stark. Die jährliche Überflutung des Nils, die Ägypten zur Kornkammer Nordafrikas macht, ist nicht so konstant, wie vermutet. Ist vielleicht das Ausbleiben der Überflutungen der Grund für den Untergang der altägyptischen Kultur (etwa 2200 v.Chr.; siehe dort)?

711

Spanien wird von den Mauren erobert. Eine Zeit des wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs ist die Folge. Erst 1492 wird Spanien wieder zurückerobert werden.

Ende des Westgotenreich in Spanien durch einfallende Araber.

711

Der Araber (?) Tarich landet mit seinem 12.000 Mann starkem Berberheer in Spanien. Es dauerte dann noch 14 jahren, bis das Westgotenreich zusammenbrach.

715

Hausmeier Karl Martell (der Hammer, unehelicher Sohn des Pippin II, Karolinger) besiegt die Gegener Pipins, kämpft aber auch gegen dessen Witwe.

732

Hausmeier Karl Martell (der Hammer) stoppt Islam in Frankreich. Die Araber waren über Spanien nach Südfrankreich eingefallen. Er musste dazu das Militär neu organisieren. Er verlieh Land an Adel, die ihm Truppen zur Verfügung stellten. Prinzip wurde später sozialisiert, aus röm. Territorialstaat wurde Personenverbundstaat: Der Feudalismus wurde geschaffen, wo jeder nur dem treu ist, der ihm am meisten bieten kann.

Söhne: Pipin und Karlmann (letzterer Verzichtet auf Macht, wird Mönch). Pipin kämpft erfolgreich gegen Bayern.

742 oder 747

742 ist das umstrittenes Geburtsdatum von Karl dem Grossen in Aachen. In diesem Fall wäre Karl ein uneheliches Kind gewesen, da seine Eltern Pippin und Betrada erst später heirateten. Neuere Forschungen zeigen aber, dass er genausogut erst im Jahre 747 als legitimes Kind geboren sein kann. Sein Bruder Karlmann jedenfalls ist erst nach ihm geboren.

750

Das Kalifat der Omaija in Damaskus muss sich dem irakisch-iranischem Heer der Abbasiden ergeben. Mit dem Slogan "Rache für Hussein" hatten die Abbasiden v.a. im Osten der islamischen Gebiete Amhänger gewinnen können. Doch nun rottete die Abbsiden nicht nur die komplette Familie der Omaija aus, sondern stellten auch die Nachkommen Husseins und Alis politisch kalt.

751

Karolinger Pippin III. wird durch Papst als Frankenkönig legitimiert (die Merowinger sind formal noch eigentl. Könige wegen germanischem Brauch des Blutrechts; der Segen der Kirche wiegt inzwischen aber höher. So etablieren sich die Karolinger als neues Königsgeschlecht).
Absetzung Merowinger war Rat des Papstes. Im Gegensatz zu den Merowinger liessen sich daher die Karolinger vom Papst salben.

754

Pippinische Schenkung: Nachdem Pippin Langobarden aus Italien vertrieben hat, schenkt er dem Papst das Land. Söhne Pipins: Karlmann und Karl. Karlmann ist Papstfreund, stirbt früh, seine Witwe flieht zu Langobarden-König Desiderius (warum, er doch der Feind?). Karl, erst Papstgegner, ändert daraufhin Politik, da nun Desiderius Karlmann Kinder Rechte vertritt, verstösst seine eigene langobardische Frau.

Kalif Mensur begründet die Abbasiden-Dynastie in Voderasien. Er macht 762 Bagdad zu seiner Residenz; sie wird bald zur prächstigsten Stadt der damaligen Welt. Er führt das persische Hofzeremoniell ein, der arabische Einfluss geht zurück. 773 lässt er das indische Zahlensystem einführen (unsere "arabischen Zahlen" komme also aus Persien, sind aber indischen Ursprungs).

766

Grundsteinlegung von Bagdad durch den abbasidischen Kalifen. Die Stadt wurde zur neuen Hauptstadt des Islams ernannt. Schon bald war sie zur wohl weltweit führenden Handelsstadt erblüht. Keine 10 Jahre später lebten dort bereits über 100.000 Einwohner.

In Bagdad wird neben den Kalifen das Amt des Wesirs eingeführt - eine oft tödliche Verbindung entstand. Die Wesire wurden meistens von der Familie der Barmakiden gestellt. Sie nahmen Einfluss auf den Kalifen, indem sie seinen Harem mit Frauen versorgten.

768

König Pippin stirbt. Wie sein Vater Karl Martell wird er in der Abtei von Saint Denis beigesetzt. Sein Königreich hinterlässt er seinen beiden Söhnen Karl und Karlmann. Und deren Verhältnis war sehr gespannt.

Karl der Grosse, Karolinger, besiegt erneut Langobarden, schlägt Sachsens Widukind und Bayerns Tassilo.

Karl ist ca. 742 geboren, als (eventuell unehelicher) Sohn von König Pippin. Stand in Konkurrenz zu Karlmann, seinem Bruder: Karl erbte Norden, Sohn Süden des Frankenlandes. 771 starb jedoch Karlmann, und bevor Karl sich an den grossen Gegener Desiderius (Langobarde) heranwagte, probte er erst sein Kräfte gegen die Sachsen, welche sich aber als überaus hartnäckig erwiesen.

773

Karl wird vom Papst um Unterstützung gegen die Langobarden angegangen. Er zieht mit zwei Heeressäulen über die Alpen und bricht relativ schnell jeden Widerstand. Dann lässt er Desiderius Residenz belagern, bekommt unterdessen Karlmanns Witwe in die Finger und lässt sie, seine Linie sichernd, in ins Kloster stecken. Als erster Frankenherrscher besichtigt er während der sich hinziehenden Belagerung Rom. Er wird triumphal empfangen und bestätigt dem Papst die Pippinische Schenkung. Schliesslich fiel die Festung Desiderius. Karl steckte ihn ins Kloster und ernannte sich selbst zum König der Langobarden. Sp ging das langobardenreich ins Frankenreich ein und verschwand von der Bildfläche.

774

Während Karls Abwesenheit hatten die Sachsen fränkische Siedlungen und Kirchen in Hessen überfallen, und so seinen Zorn erregt. Während frühere Feldzüge eher den Charakter von Strafexpeditionen hatten, zielte er nun verbissen auf die Eingliederung der Sachsen ins Frankenreich.

Der Franke Karl wird auch König der Langobarden.

778

Karl der Grosse lässt sich zu einem verlustreichen Kampf gegen den Emir von Corduba hinreissen, der sein Land im arabaischen Spanien erweitern wollte. Karl muss mehrere empfindliche Niederlagen hinnehmen, u.a. wird die fränkische Nachhut seines Paladins Roland in den Pyrenäen niedergemetztelt. Dessen heldenhafter Wiederstand wurde im Rolandlied verewigt.

781

Blutgericht bei Verden an der Aller: Karl soll 4500 Sachsen hingerichtet haben, wie ein Bischof zu berichten weiss (soweit bekannt, ist dies die einzige Quelle für das Massaker). Es ist eher unwahrscheinlich, dass er sich zu einer solchen Barbarei hat hinreissen lassen. Es wird spekuliert, dass aus vielleicht 40 Hinrichtungen im Lauf der Zeit erst 400, dann 4.000 wurden; denn wie einigen Städtenamen (z.B. Sachsenhausen bei Frankfurt) zu entnehmen ist, wurden viele Sachsen auch einfach umgesiedelt.

Den Kampfeswille der Sachsen konnte Karl damit jedenfalls nicht brechen. Es sollten noch vier weitere blutige Jahre folgen, bis Karl endlich seinen Hauptgegner Widukind gefangen nehmen konnte. Mit der Taufe Widukind endeten die grossen Erhebungen der Sachsen.

788

Der Adel hält Gericht über den bayrischen Herzog Tassilo, der in den letzten Jahren immer wieder Versucht hatte, den Adel gegen die Franken aufzuhetzen, um mehr Unabhängigkeit zu erlangen (Bayer stand in Lehensverhältnis zum Frankenreich). Ihm wurde der letztlich der Prozess gemacht, da er während des Aquitanienfeldzuges desertiert war. Karl wandelte das Todesurteil in Klosterverbannung um.

800

Karl der Grosse lässt sich vom Papst Leo III zum Kaiser krönen, übernimmt damit quasi die Erbschaft des west-römischen Reiches. Er ist der erste westliche Kaiser der katholischen Christenheit.

Alles fliesst - Karl der Grosse

813

Das Abbasiden-Reich in Persien hat Blütezeit. Islamische Wissenschafler setzten sich mit altpersischen und griechischen Philosophen auseinander. Aristoteles wird zum vielgelesenen Philosophen, lange bevor ihn das christl. Europa zur Kenntnis nimmt.

Nach Wirren um die Kalifenfolge und der Zerstörung Bagdads kommt Abdallah al Ma'mum an die Macht. Er verehrte die griechischen Denker. Er sandte daher zwei Ärzte nach Zypern, auf dass sie dort die Sparche lernten und alle Schriften der Philosophen sammleten, die sie finden konnten. Das wissenschaftliche Denken schmälerte jedoch in den Augen der Gläubigen die Bedeutung des Koran, der nun als "irdische" Schöpfung Allahs galt, nicht mehr als "himmlische".

Unter seinem Nachfolger kam es zu offenem Protest gegen den Kalifen. Der sah sich gezwungen, eine Leibgarde aufzubauen, um sich schützen zu können. Als Leibgardisten rekrutierte er Turken, da diese durch einen Putsch nicht selbst Kalif werden konnten. Doch die Turken wussten sich zu helfen: Sie sperrten die Kalife der nächsten Jahrhunderte quasi in goldene Käfige und regierten über diese in ihrem Interesse.

814

Karl der Grosse stirbt. Von allen Gestalten des Mittelalters war er wohl die bedeutenste. Er hinterliess ein geeinigtes Reich, welches in seinen Ausmassen etwa der Europäischen Union entsprach.

Teilung des Reiches von Karl dem Grossen durch Erbteilung:

  • Karl der Kahle bekommt Frankreich

  • Lothar II bekommt Italien

  • Ludwig der Fromme bekommt Dt. Reich


829

Der Nil ist zugefroren!

900

Die sunnitische Dynastie der Samaniden steigt in Persien auf. Hauptstadt ist Buchara. Ein antiarabisches Bewusstsein bahnt sich an. Die Samaniden leiten ihre Herkunft von den Sassaniden ab.

918

Heinrich I., deutscher König, sichert Reich gegen Ungarn. Heinrich wurde bemerkenswerterweise vom letzten karolingischen Kaiser bestimmt.

920

In Bagdad entstehen grosse Teile von "Tausendundeiner Nacht".

Alles fliesst - Scheherazade

936

Otto der Grosse, Sohn von Heinrich I., schafft Reichskirche (Belehnung von Bischöfen) als Gegengewicht zu den Herzögen, die seiner Machtfülle misstrauten.

1000

Europa drängt nach oben. Kirchliche Bauwerke erreichen Höhen, die erst vom modernen New York übertroffen wurden. Die höchstmögliche Bauweise wurde dabei empirisch erforscht, und dementsprechend viele Gebäude sind auch wieder eingestürtzt.

Die Lebenserwartung liegt wie zu Beginn des Ackerbaus bei 20-30 Jahren, obwohl sie in der Antike darüber lag.

1000

Mochica-Kultur in Peru verschwindet. Grund unbekannt. Nur Könige durften Goldschmuck tragen.

1010

Der Nil ist schon wieder zugefroren (siehe 829)!

1014

König Heinrich II. wird Kaiser. Er ist seiner Ehefrau Kunigunde sehr zugetan, jedoch bleibt die Ehe kinderlos. Man mutmasst u.a. darin seinen ausgeprägten Hang zur Frömmigkeit. So versucht er sein Bistum in Bamberg zum neuen Rom auszubauen. Trotz seiner Frömmigkeit führt er viele Kriege. Streitet sich z.B. mit der Familie Kundigungdes herum, die das bamberger Gebiet für sich beansprucht - er gewinnt. Die Kämpfe im Osten gegen Polen bleiben letztlich erfolglos: Polen gewinnt seine Unabhängigkeit. Da es kaum königliche Beamte gibt, benutzt er stattdessen den Klerus. Stirbt 1024, ohne Nachfolger. Wird 1146 heilig gesprochen. In Bamberg gibt es bis zum heutigen Tag einmal im Jahr die Heinrichprozession, bei der seiner gedacht wird.

1027

Investiturstreit: Reichskirche geht Papst gegen Strich, will Investitur (=Einsetzung/bennung von Bischöfen) des König unterbinden.

==> Reformpäpste streben Unabhängigkeit an.

1053

Das 20.000 Mann starke Volk der Seldschuken erreichen Bagdad. Sie kamen aus dem Osten und waren auf ihrem Weg gen Westen zu Moslems geworden. Vor Bagdad baten sie um Einlass, um sich stärken zu können, bevor sie nach Mekka weiterwandern würden. Der Kalif ging darauf ein - und verlor seine Stadt. Die Seldschuken setzten sich in Bagdad fest und stellten die Kalifen des isdalmischen Reichs. Die eiegntliche politische Macht war aber inzwische nach Ägypten abgewandert, wo Abkömmlinge der Fatima, der Tochter Mohammeds, herrschten - die Sunniten.

1054

Schisma östlich-westliche Kirche, weil Patriarch von Byzanz Primat des Papstes nicht anerkennen will (warum auch?).

1066

Es findet der letzte grosse Versuch eines Eroberungsfeldzug der Wikinger statt. Dem norwegischen König Hardrada gelingt es jedoch nicht, den englischen König Godwinson zu bezwingen. Noch im gleichen Jahr wird daraufhin das Handelszentrum der Wikinger, Haithabu, zerstört. Die Macht der Wikinger ist damit am Ende, eine andere Handelmacht kann nun in Europa erwachen: Die Hanse.

Godwinson hat zwar Hardrada besiegen können, fand nun aber selbst den Tod, als er vom Herzog der Normandie, Wilhelm, in der Schlacht bei Hastings ein Pfeil ins Auge bekam. Wilhelm schuf in der Folge eine straff geführte Erbmonarchie, das Land wurde zu einem Königreich vereint.

Alles fliesst - Wilhelm der Eroberer

1075

Dt. Kaiser Heinrich IV. setzt wieder selbst Bischöfe ein, woraufhin ihm Papst Gregor VII. mit Exkommunikation droht. Heirich aber setzt Gregor formal ab und wird dafür von der Kirche exkommuniziert. Nun liegt es bei den Fürsten => sie entscheiden sich prompt für den Papst. Heinrich, zu hoch gepokert, sieht sich genötigt, zur Burg Canossa zu wandern und die Erlösung vom Bann zu erflehen (Canossagang).

1080

Die Seldschuken haben Anatolien erobert. Ihr Führer Suleiman gründet ein eigenständige Sultanat mit Konya als Hauptsadt.

1095/99

1. Kreuzzug durch Reformpapst Urban II: Der vorausgehende sogenannte Armenkreuzzug endet in Disaster, Ritterkreuzzug gegen türkische Seldschuken aber erfolgreich ==> Bildung der Kreuzfahrerstaaten. Jerusalem befindet sich in christlicher Hand - der Jubel ist gross, doch auch Entäuschung macht sich breit, denn kaum ein Christ hatte zuvor Jerusalem gesehen, und das reale erwies sich als weit unangenehmer als das mystische. Und so beschloss nur eine kleine Minderheit der Pilger zu bleiben.

Alles fliesst - Kreuzzug

1119

Hugo von Payens gründet den Templerorden in Jerusalem, um die Pilgerwege zu schützen. Denn ohne neue Pilger ist Jerusalem nicht länger zu halten. Die Templer sind Mönchsritter, die das Armuts- und Keuchheitsgelübde ablegten ("Arme Soldaten Christi"). Ihre Ordensregeln basieren auf denen des Zisterzienser-Ordens. Unterstützt werden die Templer vom König Jerusalems, Balduin II. Auch ihre Werbereise in Europa beschehrte ihnen grossen Zuspruch. Vom Papst ofiziell anerkannt wurden sie 1129, nachdem sie nach anfänglichem Zögern in Bernhard von Clairvaux einen mächtigen Fürsprecher gewinnen konnten.

Alles fliesst - Templer

1122

Ende des Investiturstreits durch Wormser Konkordat:

König verzichtet auf Eingriffe in Bischofsbesetzung, will aber bei Wahlen dabei sein mit Vetorecht.


1146

Der wichtigste Mann seiner Zeit, Bernhard von Clairvaux, ruft zum 2. Kreuzzug auf. Er entwickelte sich zum Dissaster. Obwohl die Küsten bis Jerusalem in christlicher Hand waren, nahmen das deutsche und französische Kontingent dummerweise den Landweg, was die Pilgerschar (die aufgrund Bernhards breitgestreuter Werbung kaum aus ausgebildeten Soldaten bestand) bereits auf der Anreise stark dezimierte. In Jerusalem selbst wurde dann der fatale Entschluss gefasst, den einzigen Verbündeten weit und breit, nämlich Damsakus, anzugreifen (vermutlich auf Drängen des erst 16jährigen Jerusalem-Königs Balduin III, der sich so gegenüber seiner Mutter profilieren wollte). Schon bei dieser Aktion zerstritten sich die Kreuzfahrer, so dass ihnen der Erfolg versagt blieb. Am Ende waren die 150.000 Christen in Jerusalem wieder auf sich alleine gestellt.

Alles fliesst - Bernhard von Clairvaux

1152

Friedrich I. Barbarossa Kaiser, ein Stauffer, über Mutter verwandt mit Welfen

  • Welfen wollen Bayern, Babenberger Österreich => beide erlangen mehr Unabh.

  • Italienfeldzug gegen durch Kreuzzüge reich gewordene Stadtstaaten.


1157

Geburt Richard Löwenherz, Sohn Heinrich II, König von England, und Eleonore von Aquitanien. Wird englischer König, fühlt sich aber mehr als Franzose (Grosse Teile Frankreichs gehörten damals zu England). In 42 Jahren verbringt er nur 6 Monate in England. Ganz England hat zu dieser Zeit nur 2,5 Mio Einwohner, London 20.000.

1159 (?)

Weil Heirich d. Löwe, Herzog von Bayern, Friedrich in bedrängter Lage nicht helfen wollte, fällt unter Reichsacht und flieht nach England.

1187

Sultan Saladin, der sunnitische Herrscher aus Ägypten, wird der wohl berühmteste aller arabischen Herrscher (auch in Arabien selbst). In der Schlacht von Hittin besiegt er 1187 das christliche Heer der Kreuzritter, die sich in Jerusalem breit gemacht hatten. Damit leitete er das Ende der Kreuzfahrerstaaten ein.

Alles fliesst - Saladin

Auch wenn im isalmischen Staat die Macht bei Sultan Saladin liegt, gibt es nach wie vor den offiziellen Nachfolger, den Kalifen, in Bagdad.

1189

1187 war Jerusalem wieder an die Moslems zurückgefallen, was die Idee des 3. Kreuzzugs erneut aufflammen liess. Man hatte aus der Vergangenheit gelernet und schickte diesmal keine einfachen Pilger los, sondern ausgebildete Soldaten. Zuviel hatte man aber nicht aus der Vergangenheit gelernt, denn der deutsche Kaiser, Friedrich Barbarossa, nahm wieder den Landweg: Von seinen 50.000 Mann kamen nur 10.000 an - auch der Kaiser selbst kommt unms Leben - er ertrinkt unter nicht näher bekannten Umständen in einem Fluss.

Die Franzosen unter Phillipp II. und die Engländer unter Richard Löwenherz, nahmen den sicheren Seeweg.

Richard Löwenherz wird zum englischen König gekrönt. Sein Erzfeind ist Philipp II Auguste, König von Frankreich. Dennoch zieht er zusammen mit ihm in den Kreuzzug gegen Saladin. Richard erweist sich als fähiger Stratege und bis zum Leichtsinn neigenden Kämpfer, was ihm den Beinamen Löwenherz einbringt. Selbst die islamischen Gegener bewundern seinen Mut. Philipp ist ganz anders geartet: Sein Terrain ist die Politik; entlang des Kreuzzugwegs sorgt er dafür, dass dort überall Gegner Richards erwachsen, die dann seine Rückkehr sehr erschwerten.

Ein Erfolg wird auch der 3. Kreuzzug nicht. Löwenherz steht vor den Toren Jerusalems, scheint sich aber nicht entschliessen zu können, es auch zu erobern. Der hitzköpfige König beweis hier wohl ungewohnte Besonnenheit, denn die ortsansässigen Templer konnten ihn davon überzeugen, dass die Eroberung Jerusalems nichts bringen würde, da die Stadt ohne massiven Pilgerzuwachs ohnehin nicht lange zu halten wäre. So verzichtete er auf unnötiges Blutvergissen und zog wieder ab.

Alles fliesst - Richard Löwenherz

1190

Kaiser Friedrich I. Barbarossa, aus schwäbischem Staufer-Geschlecht, ertrinkt in Kleinasien im einem Fluss, bei Rückkehr vom Kreuzzug gegen Saladin. Sein Sohn Heinrich VI. tritt seine Nachfolge an. Barbarossa hat seinen Sohn mit einer normannischen Königin verheiratet, die Sizilien regierte, wodurch er einerseit die Normannen befriedet und anderseits das Papsttum durch Reichsitalien im Norden und Sizilien im Süden einschnürt. Der Konflikt mit der Reichskirche ist damit vorprogrammiert. Barbarossa galt seit Karl der Gr. als der volksnaheste Kaiser.

1194

Krönung Kaiser Heinrich VI. zum König von Sizilien. Sein Sohn Friedrich II. wird geboren. Da seine Mutter schon 40 Jahre alt ist, kommt es zum Gerücht, dass Kind sei nur untergeschoben (angeblich von einem Metzger). Jedoch bleibt das Gerücht ohne politische Folgen. Heinrich wütet masslos gegen den normannischen Adel (wobei er auch die Familie seiner Frau nicht schont), besetzt Schlüsselämter in Sizilien mit Deutschen.

1197

Heinrich VI hält Richard Löwenherz ein Jahr gefangen, weil dieser gegen eine Übernahme Siziliens durch das Deutsche Reich ist (Grund: Bündnis von Deutschland mit Frankreich, dem Erzgegner Englands). Löwenherz kommt schliesslich gegen Lösegeld frei.

Heinrich stirbt überraschend mit 31 Jahren (vermutlich an Malaria). Daraufhin wird sein Bruder Philipp von einigen Fürsten zum Kaiser gewählt, andere Fürsten wählen aber Otto IV., den Sohn von Löwenherz, zum Gegenkaiser. Phillip wird in Mainz gekrönt, Otto in Aachen (wo seit Karl d. Gr. alle Kaiser gekrönt wurden).

==> Thronstreit zwischen Staufer und Welfen.

1198

Friedrich II. ist beim Tod seines Vaters Heinrich VI. erst drei Jahre alt. Als auch seine Mutter stirbt, wird Papst Innozenz III. zu seinem Vormund bestimmt. Der Grund: Die Mutter hasste seit den Untaten Heinrichs alles deutsche, ebenso wie der Papst seit der Einschnürungspolitik Barbarossas.

1200

Benrather Linie bei Düsseldorf: Sprachgrenze. Darüber wird Platt gesprochen, darunter Hochdeutsch. Letzteres setzt sich durch, ironischerweise durch den Norden, da dort Luthers in Hochdeutsch geschriebene Bibel zunächst grösseres Gewicht hat. Platt stirbt paraktisch aus, während die Süddialekte überleben.

1201

Innocenz III. ist ein asketischer, sinnenfeindlicher Bursche, aber politisch sehr gewieft, ein ausgesprochener Machtmensch. Im Thronstreit zwischen Staufern und Welfen entscheidet er sich für den Welfen Otto. Bürgerkriegsähnliche Zustände spalten daraufhin Deutschland. Walther von der Vogelweide beklagt diese Zerrissenheit, nimmt - lohnabhängig - einmal Partei für Philipp, dann Otto, später Friedrich II.

1202

Papst Innozenz III entfacht den 4. Kreuzzug, der aber zur Farce wird: Die ausgesendeten Kreuzritter beschliessen, lieber das christliche Byzanz statt Jerusalem zu erobern. Nachdem sie es augeplündert hatten, zogen sie nicht weiter, sondern erklärten den Kreuzzug einfach für beendet.

1208

Philipp wird von einem Wittelsbacher Pfalzgrafen aus persönlichen Gründen ermordet, Otto IV. vom Papst zum Kaiser gekrönt. Da der Welfe sich entgegen seinem Versprechen an Sizilien 1210 vergreifen will, wird er vom Papst gebannt. Der Papst schlägt Friedrich II. als Kaiser vor, französisches Geld überzeugt die deutschen Füsten zusätzlich. Mit nichts in der Hand, gerademal 16 Jahre alt, wird Friedrich zunächst in Mainz gekrönt. Der frz. König Philipp II. Auguste besiegt die Engländer nebst Otto, und schickt die Kaiser-Insignien (die Otto behalten hatte) an Friedrich, der nun 1215 in Aachen zum dt. Kaiser gekrönt wird. Er verspricht einen Kreuzzug (aus Euphorie? Jedenfalls wird es lange 13 Jahre dauern, bis er dieses Verprechen einlöst).

Friedrich II., multikultureller Freigeist, sehr gebildet, dem Islam fast ebenso nahe stehend wie dem Christentum (als erklärter Rationalist hat er einige Probleme mit der Dreifaltigkeit, der Gottes-Sohn-Behauptung Jesu usw.). Obwohl er - wie Otto - dem Papst versprochen hat, Sizilien nicht anzurühren, gilt Sizilien sein Hauptinteresse.

Alles fliesst - Kaiser Friedrich II

1212

Der umtriebige Papst Innozenz III plaudert eifrig weiter von Kreuzzügen, so dass sich plötzlich Scharen von Jugendlichen dazu aufgerufen fühlen, gen Jerusalem zu ziehen. In blinder gott- und papstgläubigkeit wanderten sie zum Mittelmeer, in Erwartung, das Wasser würde vor ihnen zurückweichen und ihnen so den Weg zu den heiligen Stätten freigeben. Natürlich passierte nichts von alledem. Jedoch nahmen gewiefte Kapitäne die Kinder gerne auf ihre Schiffe auf, um sie alsbald in Nordafrika als Sklaven zu verkaufen.

1212

Höhepunkt der seit 722 andauernden Rekonquista,der Rückeroberung Spaniens aus isalmischer Hand. 250.000 Soldaten des Kalifen An-Nasier kämpfen gegen die vereinten Armeen von König Pedros II und König Sancho VII. Letztere gewinnen den Kampf. Von diesem Disaster hat sich der Islam in Spanien nie wieder erholt, auch wenn es noch über 200 Jahre dauern sollte bis zu seiner entgültigen Vertreibung. Aus dem bis dato relativ weltoffenen Spanien wurde so die wohl verbissenste und egstirnigste Bastion des Christentums.

1215

Magna Charta: Englischer König vergibt Rechte an Adel -> konstitutionelle Monarchie, d.h., an Verfassung gebundene Monarchie. Grund: Frankreich hat ehemals englische Festlandgebiete erobern können
==> In Frankreich Stärkung der Monarchie, in England Schwächung.

1216

Papst Innocenz III. stirbt. Sein Nachfolger Honorius III. ist weit bequemer für Friedrich II. Um die dt. Fürsten auf seine Seite zu ziehen, gibt Friedrich erhebliche Rechte an die Fürsten ab. Viele Historiker sehen in dieser Abgabe zentraler Königsmacht den Kern der späteren deutschen Kleinstaaterei. Ihm war mehr an Sizilien gelegen, wo er genau andersherum verfuhr: Der Adel wurde entmachtet, der Königsstaat zentralisiert und gestrafft. Ein diktatorischer Zug ist nicht zu leugnen. Auf der anderen Seite zieht Friedrichs Hof die Gebildeten an. Der König selbst gilt als Kenner der Natur, insbesondere seine Werke der Ornithologie setzen über Jahrhunderte Masstäbe (sie wurden erst von Konrad Lorenz im 20Jh. übertroffen). Im Bezug auf die Falkenzucht konnte er es sogar wagen, den Lehren Aristoteles zu widersprechen! Der Mathematiker Fibonacci, dem die Null aus dem Osten dem Abendland vermachte, sowie der Übersetzer arabogriechischer Literatur Michael Scotus, leben an seinem Hof. Friedrich spricht mehrere Sprachen, die Philosophie und die Astrologie gelten ihm viel.

1220

Die Mongolen unter Dschingis Khan erobern Persien. Ein Jahrhundert der Zerstörung folgt. Bis zu einem gewissen Grad hat sich die Gegend bis heute nicht mehr davon erholt. 1256 vernichten sie den Ordenm der Assassinen (Meuchelmordende Derwische, denen weder die Perser selbst, noch die Kreuzritter beikamen). 1258 vernichten sie Bagdad. Mit Zerstörung dieses Schmelztigels isalmischer Kultur beginnt die verstärkte Trennung arabischer, persischer und türkischer Ströhmungen. Arabisch als Gelehrtensprache geht zurück. Bis 1336 herrschen nun in Persien die Il-Khane (die Mongolen werden aber wie in China von der überlegenen Kultur der Besiegten aufgesogen: Bereits 1309 tritt der Khan dem schiitischem Glauben über).

Alles fliesst - Dschingis Khan

1226

Franz von Assisi stirbt mit 44 Jahren. Das von ihm beflügelte Bettelmönchtum breitet sich aber weiter unaufhaltsam aus. Innocenz III. und die anderen Päpste unterstützen diese Entwicklung, gilt doch Reichtreue schon bald als "unkatholisch", was vor allen in den reichsfreundlichen Städten Oberitaliens die Machtstrukturen ändert - eine Entwicklung, die Friedrich keineswegs Gefallen haben kann. Ein Treffen der beiden ist wahrscheinlich, aber unbewiesen.

1227

Friedrich II startet den Versuch eines Kreuzzugs, wird aber unterwegs krank, und bricht das Unternehmen vernünftigerweise ab - wofür ihn der Papst Gregor IX. erneut bannt (wegen Sizilien waren die beiden sowieso nicht gut aufeinander zu sprechen).

1228

5. Kreuzzug: Friedrich II gewinnt Jerusalem durch Vertragswerk (!) zurück. Vermutlich spielte Sympathie dabei eine nicht unerhebliche Rolle: Der ägyptische Sultan schätze an Friedrich wohl dessen intime Kenntnis des Islam und lockere Beziehung zum Christentum. Friedrich ist immer noch gebannt und krönt sich dann auch noch selbst zum König von Jerusalem. Der Papst kocht, und besetzt - erstmals in der Geschichte - ein fremdes Territorium, nämlich Sizilien. Nur drei Monate nach Friedrichs Rückkehr ist der Papst aber wieder vertrieben.

1239

Friedrich ist erfolgreich gegen die ihm feindlich gesinnten lombardischen Städte vorgegangen. Im Stil römischer Cäsaren führt er einen bombastischen Triumpfzug durch. Das Papsttum beginnt daraufhin einen Propagandafeldzug gegen Friedrich, bei dem er zum Antichristen dämonisiert wird. Friedrich dringt mit Gewalt in den Kirchenstaat ein, Gregor IX. stirbt, der Papststuhl bleibt zwanzig Monate leer. Auch mit dem neuen Papst Innocenz IV. kommt es zu keinem Frieden. 1245 wird Friedrich für abgesetzt erklärt, Anschläge auf sein Leben bestraft Friedrich mit unerhörter Härte. 1248 erleidet er seine schwerste Niederlage gegen die Parmenser.

1244

Erste Erwähnung Berlins. Der Name soll aus dem Osten Europas stammen und soviel wie "Schlamm" (im Sinne von "auf Schlamm gebaut") bedeuten (hat jedenfalls nichts mit Bären zu tun).

1248

6. Kreuzzug: Ludwig IX der Heilige (Frankreich) wird dabei als Geisel genommen, gegen hohes Lösegeld freigelassen.

1250

Friedrich II stirbt (vermutlich an Darmkrebs). Sein als Erbe eingesetzer Sohn, Konrad IV. stirbt bereits 1254 an der Malaria. Sein zweiter Sohn Manfred verliert 1266 sein Leben im Kampf gegen den Franzosen Karl von Anjou, dem Sizilien vom Papst als Lehen übergeben wurde. Manfreds Kinder verbringen 40 Jahre im Kerker. Der Sohn Konrads, Konradin, versucht 1268 (als 16Jähriger) Sizilien zurückzuerobern, wird aber wie sein Vater von Karl von Anjou besiegt und öffentlich enthauptet.

1256

Ganz Persien fällt in die Hand der Mongolen. 2 Jahre später muss sich auch der Kalif in Bagdad dem mongolischem Herrscher Hülegü nebst seinen schiitischen Verbündeten geschlagen geben. Während Hügelü den Kalifen luxeriös in seinem Lager gefangen hält, macht er Bagdad den Erdboden gleich. Später, als der Kalif das Versteck der Schatzkammer offenbarte, wird auch er liquidiert. Bis heute gilt Hügelü als grausamster aller Aggressoren (Bush wurde z.B. von Saddam mit Hügelü verglichen). Mit der Mongolnherrschaft erlicht die Macht der Abbasiden-Kalife, die "Schiat Ali" erstarkte dagegen wieder.

1257

Interregnum: Königslose Zeit; es wurden zwei Könige gewählt, beides Ausländer (aus Engländer und Kastilien), die aber ihre Königsrecht und -pflichten kaum wahr nahmen. Die Kurfürsten wählten absichtlich schwachen Habsburger zur eigenen Machtsicherung.

1270

7. Kreuzzug: Endet in entgültigen Sieg der Muslime.

1280

Marco Polo in China. Seine Reiseberichte machten grossen Eindruck auf Europa und erweckte überall den Wunsch, gen Osten zu ziehen.

Alles fliesst - Marco Polo

1285

Philipp der Schöne (Frankreich) stärkt Zentralgewalt, löst auf skandalöse Weise den Templer-Orden auf (um an dessen Geld zu kommen), setzt sogar den Papst gefangen (der wird zwar kurz darauf befreit, stirbt aber wenig später; der Machtverlust des Papstes wurde so offensichtlich --> siehe 1303).

Alles fliesst - Philipp der Schöne

1291

Habsburger versuchen sich Schweiz zu krallen, denn durch Gotthart-Pass ist Gegend pol. interessant geworden. Die Kantone schliessen Eidgenossenschaft (Tell <-> Gessler übrigens nicht historisch.) Überraschend gewinnen sie den Krieg gegen die Österreicher.

1295

Barone nehmen Heinrich III (Engl.) gefangen, erzwingen so die Einrichtung eines Wahlparlaments.

1300

Höhepunkt der Städtebildung in Europa. Herausbildung von Gilden (Kaufleute) und Zünften (Handwerker). Es kommt zu Städtebündnissen. Die Hanse mit Hauptsitz Lübeck umfasst z.B. 200 Städte.
=> Die Verstädterung bringt neue Schichten hervor, die neue Rechte einfordert.

1303

Gefangenname von Papst Bonifaz VIII durch Philipp IV, weil Papst Allmachtanspruch erhebt (den der frz. König für sich ebenfalls erhebt).
==> Papsttum gerät zunehmend unter frz. Kontrolle, die Päpste siedeln sogar nach Avignon über, wo sie sich sicherer fühlen: Tiefpunkt des Papstums. Zwischendurch kommt es sogar zur Wahl dreier Päpste gleichzeitig (1417)

1307

In einer Nacht- und Nebelaktion verhaftet die französische Polizei auf Geheiss Philipp des Schönen alle Angehörigen des Templerordens in Frankreich. Sie werden der Ketzerei beschuldigt. Die Aktion ist durch und durch illegal, da die Templer einzig dem Papst unterstanden. Doch das schehrte den "räselhaftesten König Frankreichs" wenig. Mit der Beseitigung der Templer schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Geld der Mönche floss in seine Kassen und der ungeliebte Papst wurde empfindlich geschwächt. Bis 1314 waren alle Spuren der Templer beseitigt und der Orden selbst aufgelöst.

1309

Der mongolische Herrscher Oltschaitu in Bagdad nimmt den schiitischen Glauben an (seine Vorgänger waren entweder Buddhisten oder Christen gewesen). Damit herrscht der erste Schiit über Persien.

1337 - 1453

Hundertjähriger Krieg: frz. Königsgeschlecht der Karolinger stirbt aus, der engl. König erhebt Anspruch auf frz. Thron (wegen Verwandtschaft weibl. Linie). Das will der frz. Adel nicht akzeptieren. Es kommt zum Krieg. Die Engländer, überlegen durch ihre Bogenschützen, nehmen den frz. König gefangen, verzichten dann aber auf den Thron nach Zahlung von Lösegeld.

1347

Ausbruch der Beulenpest. Als Schuldige gelten v.a. zwei Bevölkerungsgruppen: Die Juden (Verfolgung) und die Frauen (Hexenprozesse).

1356

Goldene Bulle, bed. Reichsgesetzt des Mittelalters. Festlegung Erstgeburtsrecht (= keine Teilung der Kurlande), kein Papst zur Wahl nötig, königsgleiche Stellung der Kurfüsten

=> Schwacher König führt zu Rechtsunsicherheit; es entstehen Fehmegerichte (=Scheingerichte), Fehdewesen zwischen Adel, Folge: Raubrittertum.

1380

Der geistig verwirrte englische König Karl VI. und Adelsstreitereien lassen die Franzosen im 100jährigen Krieg Oberwasser gewinnen, aber nicht auf Dauer.

Nach kuzer persischer Machtentfaltung gewinnen die Mongolen wieder an Kraft (Timuriden).

1389

Ein serbischer Terrorist erschiesst den soamischen Sultan Murad. Obilie gilt seither als Nationalheld der Serben. Die Türken besiegten im anschliesenden Krieg jedoch die Serben auf dem Anselfeld im Kosovo (dieses Gebiet wird heute noch von den Serben als ihr Land beansprucht). Den bosnischen Muslimen, die die Türken unterstützten, vergaben sie nie. [bis zu einem gewissen Grad wiederholte sich die Geschichte, als 1914 ein Serbe den neuen Murad erschoss, nämlich den Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich.]

1400 (bis 1530)

Renaissance. Wiederentdeckung der heidn. Kultur der Antike. Ausbruch zuerst in Italien. Warum? Städte waren reich geworden durch Orienthandel, was den Feudalismus schwächte. Florenz, unter den Medici, wird zum neuen Athen. Die damalige Führungsrolle ist noch heute zu spüren, denn das Florenzinisch hat sich als das heutige Italienisch durchgesetzt.

Alles fliesst - Renaissance

1400

Die Inkas tauchen quasi aus dem Nichts auf und drücken in wenigen Jahrzehnten halb Südamerika ihren Stempel auf. Viele Monumentalbauten. Sie sind Meister der Organisation. Versahen ihr Imperium in den Anden mit Strassen. Betrieben Planwirtschaft, es gab königliche Beamte. Geniale Ackerbau-Technik am Hang durch Terassenbau, z.T. kreisrund, zum Speichern der Sonnenwärme - nur so wuchs auch in über 4.000 m Höhe noch Getreide. Besassen offenbar keine Schrift, jedoch Knotenschnüre zur Zahlendarstellung. Drakonische Gesetze, so war z.B. Ehebruch streng verboten. Verstanden sich als Kinder der Sonne.

1400

In Frankreich gibt es weniger Wald als heute. Grund: Der ausufernde Kathedralenbau veranschlagt Unmengen von Holz für Stützbauten.

1420

Engl. König Heinrich V übernimmt frz. Krone

1422

Karl VII. wird zum frz. König gewählt. Mit Hilfe des Bauernmädchens Jeanne d'Arc gelingt der Sieg gegen die anrückenden Engländer (1429).

Alles fliesst - Jeanne d Arc

1453

Die Türken erobern Konstantinopel und machen es zu ihrer Hauptstadt. Das oströmische/byzantinische Reich existiert nicht mehr (auch wenn die russische Zarenherrschaft anschliessend gewissermassen das Erbe Byzanz übernommen haben will). Viele griechische Gelehrte fliehen nach Florenz, treiben so dort die Renaissance voran. Die Osmanen unter Sultan Mehmed II sind die beherrschende Grossmacht des Islams.

Mit dem Fall Ostroms bricht das römische Reich zusammen. Es hat seit seiner Gründung 753 v.Chr. 2206 Jahre Bestand gehabt!

1455

Rosenkrieg wegen Thronstreitigkeiten zwischen York und Lancaster (beide haben Rosen im Wappen). Als Sieger geht Heinrich VIII hervor, dessen Eheprobleme zur Bildung der Anglikanischen Kirche führen (der Papst verweigerte ihm unter Druck Karl V die Scheidung). Der Kirchenbesitz wird an Gefolgsleute verteilt, wodurch sich ein neuer, königstreuer Adel herausbildet. Wie immer, wenn Macht fast illegitim angeeignet wird, neigte Heinrich zum Mäzentum, was zu einem erheblichen Aufschwung von Kunst und Literatur in England führte. U.a. war Shakespear ein Nutzniesser dieser Zeit.

Der portugisische König Heinrich der Seefahrer startet über ein Duzend Expeditionen, um einen Seeweg nach China zu finden. 1488 kommt Diaz bis zum Kap der Guten Hoffnung, 1498 erreicht Vasco da Gama Indien.

1472

Ivan III, der Schreckliche, heiratet die byzantinische Prinzessin Zoe, und übernimmt damit quasi das Erbe des Byzantinischen Reiches. Kirche und Staat bilden darin eine Einheit. Er erweitert das reichn gen Osten, über den Ural hinaus. Die Eroberung Sibiriens folgt. Das Land wird ausgeplündert (hpts. Zobelpelze und Gold). Die russ. Kosaken bezwingen die asiatischen Tartaren, die restl. asiatischen Nomadenvölker haben den Russen wenig entgegenzusetzen. Ivan geht im Büssergwand zum Papst und lässt sich als Mönch bescheiden bestatten.

1480

Renaissance + Humanismus: Individualismus (der Mensch steht im Mittelpunkt), antikes Ideal (Neuentdeckung der alten Gr.).

1487

Die Hexenbulle von Papst Innozenz VIII. (1484) beschreibt Incubi als männliche Dämone, die Frauen beiwohnen, und Succubi als weibliche Dämonen, die Männern beiwohnen. Die sich aus dieser Verbindung ergebenden Kinder werden zu Hexen und Hexer.

Alles fliesst - Incubus Alles fliesst - Succubi

Der Hexenhammer von Dominikaner-Mönch Heinrich Institoris löst eine beispiellose Hexenhysterie aus - und dies interessanterweise zur Zeit der Renaissance, nicht im angeblich so finsterem Mittelalter; so war denn auch einer der eifrigsten Hexenverbrenner Calvin, und auch Luther war ein Befürworter der Hexenprozesse.

1492

Abschluss der Reconquita: Rückeroberung Spaniens ("Kapitulation von Granada"), Vertreibung der letzten Mauren und Juden durch Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon.

1495

Erst nach Einfall der Türken in Wien lassen Fürsten im Wormser Reichstag Reformen zu, die das Königtum stärken.

1501

Ismail erobert Persien und den Irak. Er führt den Glauben der Zwölfer-Schiiten als Staatsreligion ein. Bis heute bekennt sich der Iran zur Schia (Schiitentum).

1501

Persien war es leid, immer wieder fremdbeherrscht zu werden, von den Omaijaden, den Abbasiden und dann den Mongolen. So gewann die Familie der Safawiden immer mehr Zuspruch, denn sie waren Perser, deren Wurzeln auf Ali zurückgehen sollten, den Schwiegersohn Mohhameds. Nach der eroberung von Täbris liess sich der Anführer der Safawiden zum Schah von Persien ausrufen. Sie würden die Macht so lange ausüben, bis der entrückte 12 Imam wiederkehren würde. In der Folge wurde das arabische Kulturgut verdrängt und dafür das persische gefördert.

1517

Thesenanschlag Luthers in Wittenberg. Anlass: Protest gegen den Ablasshandel, den Papst Leo X forcierte, um Geld für den Petersdom hereinzubekommen. Da Leo auch noch zusätzliche Steuern erheben wollte, um einen Kreuzzug zu finanzieren, gewann Luther Rückhalt beim Adel, der das Geld der Bevölkerung lieber in der eigenen Tasche sehen wollte.

Der Protestantismus entzaubert die Welt. Das Fegefeuer wurde abgeschafft, alle Wesen zwischen Gott und den Menschen zum Schweigen gebracht (bis zu diesem Zeitpunkt wurden etwa Engel als genauso real angesehen, wie der Bäcker von nebenan). Die Menschheit wird mit der Gesellschaft gleichgesetzt (vorher war die Menschheit nur ein Teil einer viel grösseren Gemeinschaft mit himmlichen Wesen). Der Protestantismus will zu den Wurzel zurück, insbesondere verleugnet er die Systeme, die die katholischen Kirchenfürsten erdachten. Er konzentriert sich auf die Bibel als einzige authentische Quelle der christlichen Lehre. Überhaupt findet eine Konzenteation auf die Schrift statt, ganz allgemein auf Bücher.

1519

Alles fliesst - Magellan

Magellan startet mit fünf Schiffen von der spanischen Küste Richtung Amerika zur ersten Weltumsegelung. Obwohl Kriegsdienstler für Portugal in Indien und Afrika, fand er beim portugiesischen König keine Unterstützung für seinen Plan. In Spanien hatte er mehr Glück, musste sich jedoch als Portugiese einige Schikanen der Spanier gefallen lassen.

1520, vor der Küste Südamerikas, kommt es dann auch zur ersten Meuterei, die Magellan hart niederschlägt. Magellan suchte immer verzweifelter einen Durchgang zum Pazifik, den er vermutlich auf einer deutschen Karte eingezeichnet gefunden hat; diesen Durchgang gibt es aber nicht an der bezeichneten Stelle. Immer südlicher fahrend erreichen sie schliesslich Oktober 1520 das "Kap der Jungfrauen", den Eingang der Magellanstrasse. Mit bemerkenswerten Geschick gelingt Magellan die Durchquerung derselben (später sollten noch viele andere Kapitäne an dieser Aufgabe scheitern, denn die Margellan-"Strasse" ist vielmehr ein Labyrinth). Den Pazifik vor Augen, aber reichlich angeschlagen durch die lange Suche nach einer Passage zuvor, dessertiert die "San Antonio".

Magellan jedoch wagt die Fahrt in den Pazifik (ihm bleibt kaum etwas anderes übrig, denn käme er erfolglos nach Spanien zurück, hätten ihn die Desserteure bereits so beim König angeschwärzt, dass sein Leben verwirkt wäre). Es wird eine beispiellose Höllenfahrt durch eine unendliche Wasserwüste. Trotz strenger Rationierung der Nahrungsmittel verhungern bald viele Männer (einer der ersten: Ein Feuerländer, den die Matrosen ob seiner stattlichen Grösse und seines gewaltigen Hungers als Kuriosum gefangen hatten). Erst jetzt erahnt Magellan, wie gross die Erde wirklich ist; alle zuvor gemachten Berechnungen erwiesen sich als falsch. Das Meer ist so ruhig, dass Magellan es "il Pacifico" nennt, den "stillen Ozean".

Endlich, nach über 100 Tagen Fahrt ins Leere - Kolumbus war nur 32 Tage unterwegs - erreichen sie Land (die Ladronen, wo sie prompt von den Insulaner bestohlen werden). Nach weiteren 4 Tagen erreichen sie Massawa, wo Enrique, der malaiische Sklave Magellans, überrascht feststellt, dass er die Sparche der Einheimischen versteht. Damit ist der Beweis erbracht: Die Erde ist rund, und Enrique ist der erste Mensch in der Geschichte der Menschheit, der die Erde umrundet hat.

In Sebu bemerken sie bereits wieder die Folgen der Zivilisation: Man kennt dort die Spanier, und die maurischen Händler haben sogleich gegen sie beim König intregiert. Dennoch kommt Handel zustande, sicher aufgrund Magellans Geschick und beherrschtem Auftreten (welches im krassen Gegensatz zu Männern wie Cortez oder Pizarro stand).

Vom Erfolg beseelt, lässt sich Magellan dann aber zu einer für ihn untypischen Leichtsinnigkeit hinreissen: Er will dem Köngig die Macht der Christen demonstrieren, in dem er mit nur 60 bewaffneten Männern einen konkurrierenden Insulaner-Köngig bezwingen will. 1521 findet so Magellan von mehreren Giftpfeilen getroffen den Tod. Seine Leiche wird von den Insulaner verschleppt (sie wurde nie wieder gefunden).

Damit bricht der Mythos der Unbesiegbarkeit der Spanier in sich zusammen. Sie müssen fliehen und segeln - nun ohne die geschickte Führung Magellans - ziellos von einer Insel zur anderen. Schliesslich brechen sie die Heimreise an, die meisten Häfen meidend, da sie wissen, dass die Portugiesen sie um jeden Preis aufbringen wollen.

Es wird wieder eine Fahrt, auf der der Hunger all gegenwärtig ist. Der Kapitän, del Cano, der einst gegen Magellan meuterte, bekommt jetzt die Gelegeheit, seinem Namen wieder Ehre zu machen. Und er schafft es.

1522, 3 Jahre nach ihrer Abfahrt, erreichen sie Spanien. Von 5 Schiffen gibt es nur noch eines (die "Victoria"), von 265 Männern nur noch 18. Trotz dieser Verluste hat sich die Reise finaziell gelohnt - so wertvoll sind die Gewürze, die die Reisenden mitbringen. Die Ostroute jedoch, die Magellan gegenüber der Westroute propagierte, erweist sich als Fehlschlag.

Viel wichtiger aber ist, dass die Reise eine umwälzemde Erkenntnis brachte, ein Wissen, welches sich selbst die antiken Denker nicht erschlossen hatten: Auf ihrer Reise ostwärts hatten die Weltumsegler - wie die Logbucheinträge beweisen - einen Tag gewonnen! Das in verschiedenen Weltteilen Zeit und Stunden verschieden sind, erregte die Wissenschft des 16. Jahrhunderts etwa so wie unsere heutige Welt die Relativitätstheorie.

1520

Kopernikus veröffentlicht sein heliozentrisches Weltbild. Passt eigentlich gut in die Zeit der Renaissance, da damals gerade die Sonne verehrt wurde. Und so regten sich die Leute auch weniger darüber auf, dass nun der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt des Universum stehen sollte, als vielmehr darüber, dass das heliozentrische Weltbild im Widerspruch zur Heiligen Schrift steht (hier steht ausdrücklich: Und Josua liess die Erde stillstehen [und nicht die Sonne]).

Zunächst lieferte Kopernikus Modell kaum bessere Ergebnisse als Ptolomäus geozentrisches Modell. In Anlehnung an Platons, der den Kreis als ästhetischste Form erhob, konnte sich Kopernikus nicht davon lösen, dass sich die Planeten in Kreisbahnen um die Sonne bewegen. Es waren daher hässliche Korrekturfaktoren nötig, um das Modell mit den beobachten Daten in Übereinstimmung zu bringen (das zeigt: Kopernikus war vielmehr Denker als Beobachter).

Das war noch nicht überzeugend. Doch 1572 beobachtete Tycho eine Supernova, und die alte Vorstellung Platons und Aristoteles, dass die Fixsterne unveränderlich seien, musste revidiert werden.

Kepler schliesslich zeigte, dass sich die Planeten nicht kreis-, sondern ellipesenförmig um die Sonne bewegen - jetzt erst konnten Modell und Wirklichkeit in Übereinstimmung gebracht werden.

1526

Erster Religionskrieg: Hugenottenkreg (bis 1598) [Hugenotten=Verballhornung von Eidgenossen]

Die Türken unter Sultan Suleiman dem Prächtigen erobern Ungarn. 1529 stehen sie bereits vor den Toren Wiens. Kaiser Karl V muss sich ihnen entgegenstellen und kann so seine Kräfte nicht voll auf die Unterdrückung des aufkeimenden Protestantismus konzentrieren.

1530

Ende der Renaissance. Italien (Florenz) verliert seine Führungsrolle, nachdem Amerika entdeckt wurde und die Kirche durch Luther und Calvin gespalten, sich zu Reformen veranlasst fühlte. Die Geldströme wanderten vom Süd-Osten Europas nach Westen - und die Kultur folgte ihnen, so wie immer. Die europäischen Staaten bilden sich heraus. Die einzige Ausnahme bildet "Deutschland": Hier bekämpfen sich Adel und aufstrebendes Bürgertum, so dass der König als Schiedsrichter befragt an Macht gewinnt (so viel, dass man von einem Frühabsolutismus spricht).

1532

Eine Handvoll Spanier treffen auf eine Übermacht von Inkas, doch sie werden nicht aufgehalten. Wie 650 hatte sich die Milchstrasse am Himmel vom Erdhorizont abgesetzt und die Inka glaubten, nun sei den Göttern und Inka der Weg zu den Göttern verloren. Damals war ein 800 Jahre andauernder Bürgerkrieg die Folge gewesen. Dem aktuellen Herrscher der Inka war aus diesem Grund bereits 100 Jahre zuvor prognostiziert worden, dass er der letzte Herrscher der Inka sein würde. So ergaben sich die Inkas in ihr Schicksal.

Pizzaro landet mit 180 Mann von Panama kommend in Peru. Srin Soldaten gehören eher zu den Ausgemusterten als zur Elite. Pizarra ist 53 jahre alt. Sie erreichen Hauptstadt Cusco. 400 Km bis Caramarca, die sie wie ausgestorben vorfinden. Inkas kennen keine Pferde, mit denen Spanier unterwegs sind. 30.000 Inkasoldaten wollen Späher ausgemacht haben.

Alles fliesst - Pizarro

1572

Bartholomäusnacht: Massaker der Katholiken an Protestanten, mit dem einzigen Ergebnis, dass der protestantische Widerstand in ganz Europa gestärkt wird. Das Ende des Bürgerkriegs in Frankreich kommt, als der Protestant Heinrich IV den Thron besteigt und zur Berrfriedung des Landes zum Katholozismus übertritt ("Paris ist eine Messe wert"). Dabei garantiert er jedoch im Edikt von Nantes des Protestanten Schutz vor Übergriffen zu.

1582

Gregorianischer Kalender wird durch Papst Gregor XIII. in katholischen landen eingeführt, da der bisherige julianische Kalender inzwischen 10 Tage "falsch" ging. Auch die protestanitischen und orthodoxen Länder übernahmen nach und nach diesen Kalender (zuletzt Rumänien 1924).

1587

Abba I. d. Gr. wird Schah in Persien. Das Safawidenreich erreicht grösste Blüte. Hauptstadt ist Isfahan (bis 1722). Nach Abba nimmt der Einfluss der schiitischen Geistlichkeit zu, das Amt des Schahs schwächelt.

1588

England besiegt spanische Armada (auch Dank des Wetters). Grund der spanischen Invasion war, dass Elisabeth, die engl. Königin, die katholische Königin von Schottland, Maria Stuart, hatte hinrichten lassen, da diese (angeblich) einen Mordanschlag auf Elisabeth verübte. Unter Elisabeth erlebt Elngland eine beispiellose Blütezeit.

1591

Portugiesische Krone rüstet "Jahrhundert-Expedition" ins Innere von Brasielien aus. Im riesigen Brasilien fand man bisher keine hochstehendes Kulturvolk, vermutete aber ein solches versteckt im Duschungel. 1400 Soldaten sollen losgezogen sein, nicht einer kehrte wieder. Vermutlich wurden sie von den dort lebenden Tupinaeo-Indianern aufgerieben. Eine Nachfolge- Expedition vier Jahre später findet angeblich Spuren einer alten Kultur im Wald, doch den Weg dorthin nimmt der Finder nach einem Betrugsversuch des portugisischen Königs mit in sein Grab. Noch heute suchen immer wieder Forscher nach diesen legendären "Mauern des Muribecas".

1611

Bischof Ussher schätzt, die Welt wurde in der Nacht des 23. Oktobers 4004 v. Chr. erschaffen.

1618

30jähriger Krieg: Die Provinz besiegt den Staat. Der Adel europäische Adel wurde durch Frankreich beeinflusst. Deutschland's Rolle verlor an Gewicht, es verfällt in einen 100jährigen Kulturschlaf (ausser auf dem Gebiet der Musik). Warum aber konnte sich der Protestantismus so rasch ausbreiten?

  • Dem Katholozismus fehlten Gegenargumente. Die Missstände waren offensichtlich, und die eigenene (gegen-)reformation war gerade erst angelaufen.

  • Der Adel unterstützte die Protestanten, um das Geld der Bevölkerung nicht in die Kassen des papst fliessen sehen zu müssen.

  • Der Kaiser stand zwar auf Seiten des Papstes. Jedoch musste er sich zunächst dringenderen Problemen widmen: Dem Einfall der Türken nach Europa. So gesehen verdankt der Protestantismus sein Überleben auch dem Islam!


1625

Calvins Lehren finden fruchtbaren Boden in England. Viele wollen die anglikanische Kirche vom päpstlichen Beiwerk reinigen (daraus leitet sich der Namen der Puriatener ab). Der englische König Charles I versucht dem entgegenzuwirken, was ihn nicht beliebter machte. Als er neue Steuern erheben will, versagt ihm prompt das sonst stets königstreue Unterhaus die Folgschaft. Da das Bewilligungsrecht für Steuern beim Parlament liegt, entlässt Charles das selbige, und versucht nach französischem Vorbild einen Absolutismus in England aufzubauen.

Die Puritaner werden verfolgt. Und sie emigirieren nach Amerika. Um gegen die anti-päpstlichen Presbytianer in Schottland vorgehen zu können, benötigte Charles Geld. Dies wiederum kann ihm aber nur ein Parlament bewilligen, weshalb er ein neues Parlament schaffen muss. Doch das reaktivierte Parlament versagt im abermals den Gehorsam. Er entlässt es erneut und ruft wieder ein neues ins Leben - dieses sogenannte "Long Parliament" wurde er dann schliesslich nicht mehr los; das Parlament wurde aber den König los: 1642 beginnt der englische Bürgerkrieg, den das Parlament gewinnt, besonders aufgrund der religiösen Puritaner-Armee unter Führung Oliver Chromwells.

Diese Armee erweist sich aber als so radikal, dass es sich schliesslich gegen das presbyterianisch geprägte Parlament wendet. Chromwell mach sich zum Lord Protector, zum einzigen Souverän im Staate. Charls I lässt er köpfen, England wird Republik (=Commonwealth). Kaum ist jedoch Chromwell unter der Erde, kommt es zur Restauration der Machtverhältnisse (1660-1688).

1631

Schweden-König Adolph II besiegt bei Breitfeld den Böhmer Graf von Tilly. Damit war Deutschland von der bevorstehenden Herrschaft der Jesuiten befreit. Der 30Jährige Krieg findet damit aber noch nicht sein Ende: Ein Jahr später bereits fällt Adolph in der Schlacht bei Lützen. Noch volle 16 Jahre lang tobt der blutige Kampf, angeheizt vom Intriganten Richelieu, bis es endlich zum Frieden kommt.

1648

Der "Westfälische Friede" wird zwischen den Habsburgern, Schweden und Frankreich in Osnabrück geschlossen. Die Reformation hatte sich behauptet. Doch das reformistische Deutschland war zerstört wie nie zuvor, während das katholische Frankreich seine Position hatte stärken können.

1660

Charles II wird englischer König. Er ist ein vorurteilsloser Mann, der sich mehr für seine Mätressen als die Politik interessiert. Sein Nachfolger James II jedoch begeht den gleichen Fehler wie Charls I: Er versucht, England in den Schoss der Kirche zurückzuführen. Die Protestanten holen sich Wilhelm von Oranien, den Mann von James Tochter Mary. So kommt es zum Kampf der jamestreuen Thories gegen die wilhelmtreuen Whigs. Die Whigs gehen als Sieger hervor. Da sie aus der Vergangenheit gelernt haben, lassen sie Wilhelm vor der Krönung die Bill of Rights zusichern, die freie Rede, freie Wahln usw. garntieren.

1668

Der Theologe Casaubon schreibt: Hexen müssen existieren, weil soviele daran glauben. Mit anderen Worten gilt also generell: Was viele glauben, muss wahr sein.

1701

Der legendäre Pirat Captain Kidd wird in England hingerichtet, obwohl er im Austausch für sein Leben angeboten hat, zu verraten, wo er seine Beute versteckt hat (vermutlich um eine Millionen Pfund). Zur Abschreckung hing man seinen Leichnam mehrere Monate an einen Mast in der Themse-Mündung. Sein Schatz aber wurde bis zum heutigen Tage nicht gefunden.

1708

Bauer findet Tonerde, die Böttger erhält. Wird vom Kurfürst August d. Starke in der Nähe von Meissen gefangen gehalten. Böttger ist Alichimist und will/soll eigentlich Gold herstellen. Der Naturwissenschaftler Ehrenfried Walther von Tschirnhaus entwickelt mit Hilfe von Böttger stattdessen weisses Gold: Sie finden in jahrelangen Versuchen heraus, wie Porzellan hergestellt wird und brechen damit das chinesische Monopol. Heute gilt, entgegen den älteren Darstellungen, nicht Böttger, sondern Tschirnhaus als Erfinder des europäischen Porzellans. 1711 gründet August die Meissner Porzellanmanufaktur. Ihr Gütesiegel, zwei gekreuzte Schwerter, ist das älteste der Welt. Die genaue Rezeptur des Porzellans wird noch heute geheimgehalten. Dennoch entstanden durch Spionage und Abwerberei etwa 50 Jahre später weitere Porzellanmanufakturen in Europa. Böttiger bleibt den Rest seines Lebens unter Arrest, stirbt bereits mit 37.

1722

Preussen führt als erstes Land die allgemeine Schulpflicht ein. 2/3 des Staatshaushaltes pumpt Friedrich I ins Militär. Adlige werden zu Offiziersdiensten verpflichtet. Friedrich ist ein unangenehmer Mensch, der mit seinem Stock auf alles und jeden in seiner Umgebung einprügelt - auch auf seinen völlig anders gearteten Sohn, der als Friedrich II der Grosse in die Geschichte eingehen wird.

1722

Friedrich II der Grosse kommt an die Macht in Preussen. Er schafft sofort die Folter ab, gewährt Rede- und Pressefreiheit. Europas Kulturschaffende sind begeistert von diesem Mann. Beethoven widmet ihm ein Konzert (?). Doch dann irritiert er die Welt, als er plötzlich Schlesien den Österreichern wegnimmt. Damit bringt er Europa gegen sich auf.

Alles fliesst - Friedrich der Grosse

Sturz der Safawiden in Persien durch afghanische Dynastie der Kandahar. Doch sei werden relativ schnell wieder vertrieben. 1796 wird Teheran Hauptstadt Persiens unter der Dynastie der Kadscharen..

1722

Um 1500 waren die Safawiden in Persien an die Macht gekommen. Die Geistlichen des landes hatten seitdem mehr und mehr an Macht gewonnen. Doch die Mullahs waren oft imkompetent. So konnte ein kleines afghanisches Reiterheer das land für 7 Jahre unter seine Kontrolle bringen, da sich das persische Heer als handlungsunfähig erwies.

1755

Kant vermutet, dass ferne Spiralnebel Galaxien sind. Der Gedanke setzt sich aber nicht durch, die mesiten Astronomen vermuten dahinter Materiewolken, aus denen sich Sonnen herausbilden (das gilt auch so für viele Nebel, Spiralnebel sind jedoch Galaxien). Es überraschte mich sehr, dass man Anfang des 20 Jh. noch immer nichts von ferne Galaxien wissen wollte (den Beweis dafür erbrachte erst 1925 Edwin Hubbel anhand von Andromeda). Zur Jugendzeit meines Opas war das Weltall im Bewusstsein der Menschheit also noch unendlich viel kleiner als heute! Ich glaube, mir selbst wurde die Sache mit den Galaxien auch erst so mit 20 Jahren bewusst. Das haute mich genauso um, wie die ebenso spät gewonnen Erkenntnis, dass jede Zelle meines Körpers meinen kompletten Bauplan in Form von Genen enthält. Habe ich in der Schule gepennt oder hat mir das einfach keiner vorher gesagt?

1756

7jähriger Krieg: Friedrich II schlägt sich so wacker gegen die europäischen Grossmächte (nur England unterstützte ihn), dass Preussen am Ende ebenfalls zu einer Grossmacht wird. England, unter Premier Pitt, nutzt den Krieg, um sich französischen Kolonien einzuheimsen. Damit sichert es sich die ostasiatischen Handelwege. Und seitdem trinken die Engländer Tee, da dieser billiger als Kaffee wurde.

1776

Die englische Kolonie in Nord-Amerika wagt den Aufstand: Sie fordert ihre Unabhängigkeit vom englischen Königreich.

1781

Herschel entdeckt den Planeten Uranus.

1789

Anders als in England ist in Frankreich der Adel von Steuern befreit. Ausserdem ist es dem Adel untersagt, in den dritten Stand zu heiraten. Hierdurch entfernte sich der Adel immer weiter vom Volk. Die Kirche besass 1/3 des Bodens und lebte in Luxus, was sie beim Volk nicht eben gerade beliebter machte. Und König Ludwig XVI war kein Heinrich VIII, der Adel und Kirche zu entmachten vermochte. In der tat galt er als recht unfähig. Und seine Frau Marie-Antoinette verprellte das Volk durch Verschwendungssucht und naiv-meschenverachteten Statements (von wegen Kuchen statt Brot essen). Als dann der Staat auch noch Bankrott zu gehen drohte, lag der Revolutionsgedanke in der Pariser Luft. Es bildeten sich überall politische Clubs. Bürger und Adel beredeten sich. Der König versuchte natürlich, dies zu unterbinden. Doch die Demokratie unter Graf Mirabeau verweigerte sich dem Absolutismus. Der König fühlte sich genötigt, Truppen gegen Paris zu schicken, woraufhin sich die Bürger in der Bastille mit Waffen versorgen. Der Journalist Marat hetzte das Proletariat zusätzlich gegen die Reichen auf, und die Bauern stürmten Schlösser und Kloster. Die Natioanlversammlung schliesslich verkündet die Menschenrechte, die von Lafayette im Geiste der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vorgeschlagen wurde.

Französische Revolution. Der Sturm auf die Bastille war aber mehr eine Übergabe. Die Bastille war auch nicht die schreckliche Zwingburg, als die sie gerne hinsgestellt wird, sondern viel mehr eine Art Luxusgefängnis (u.a. für den Marquise de Sade; z.Z. des "Sturms" sollen sich gerade mal 10 Gefangene darin aufgehalten haben, denen es sicher besser ging, als dem Grossteil der Pariser Bevölkerung). Die "Stürmer" wollten dann auch keine Gefangen befreien, sondern vielmehr ein paar Kanonen haben, die sich im Inneren der Bastille befanden. Die wollte der Kommandant natürlich nicht ohne weiteres rausrücken und als eine von der Stadtregierung geschickte Delegation sich nicht ausweisen konnte, gab er einen einzelnen Warnschuss auf den Mob ab. Bevor der Mob zurückschiessen konnte, gab der Kommandant jedoch auf und liess die Delegation ein. Die aufgeheizte Menge war aufs Lynchen aus und machte so den Kommandanten und den anderen Wachen den Garaus. Den Kopf des Kommandanten auf eine Latte gespiesst zogen sie dann im Siegestriumpf durch die Stadt - wahrlich ein gedenkvoller Tag!

Der König wird gefangen und von Versailles nach Paris verfrachtet, wo man ihn besser unter Kontrolle hatte. Auf Vorschlag des Bischoffs Talleyrand werden Kirchengüter verstaatlicht und damit der Staatsbankrott behoben. Es kommt zum Streit um die Macht zwischen:

  • Cordellier-Clubs: Linksgerichtet, mit Marat, Danton, Desmontius.

  • Jakobiner: bürgerlich, republikanisch, "Girondisten" genannt.

  • Monarchisten: rechtsgerichtet, mit Talleyrand und Lafayette.


Preussen und Österreich wollen dem frz. König beistehen (oder Frankreich erobern, wer weiss das schon). Der Herzog von Braunschweig führt ein Heer gegen Paris (mit dabei: Goethe). In der Schlacht von Valmy siegen die Revolutionstruppen 1792. Marat ruft dazu auf, alle Gefangenen (Feinde der Revolution) hinrichten zu lassen, damit sie nicht befreit werden können. Und wie 154 Jahre zuvor Charles I in England wird der frz. König Ludwig XVI geköpft (1793).

Marat verfolgt die Girondisten, und wird schliesslich von der 25jährigen Charlotte Cadag im Bad ernordet (wegen einer Hautkrankheit hielt er sich viel im Bad auf; berühmt ist hierzu das Bild des Revolutionsmalers David). Robespierre folgte ihm im Wohlfahrtsauschuss nach, der die eigentliche Regierung darstellte (sonstige Macht lag bei Polizei und dem Revolutionstribunal, einer Art Schnellgericht). Robespierre liess alles köpfen, was gegen die Revolution war, schliesslich sogar Danton auf dem Place de Concorde. 1794 wurde er selbst Opfer der Guillotine.

Nach dem Tod Robespierres rutschte die Revolution wieder nach rechts, aber die neue Verfassung der Girondisten missfiel den Monarchisten dennoch. Ihr Aufstand wurde von einem jungen Revolutionsoffizier niedergeschlagen: Napoleon.

1791

Mozart stirbt an einer unbekannten Krankheit. Er selbst glaubte, vergiftet worden zu sein. Das glaubten bald auch andere und der Verdacht fiel auf Salieri, der sein einziger Konkurrent auf dem Gebiet italienischer Opern war. Das ist aber alleine schon deswegen unwahrscheinlich, da Salieri zur damaligen Zeit viel erfolgreicher als Mozart war. Das er das "Genie" Mozarts erkannte und ihn daher beseitigte, ist eine schöne Mär. Zudem eine falsche: Salerie besass Talent, Beethoven bezeichnete ihn später als einen seiner wichtigsten Lehrer. Wohl auch nur eine Schauergeschichte ist die Idee, die Freimaurer (Mozart war Mitglied) hätten ihn bestraft, da er in der Zauberflöte zuviel von ihren geheimen Riten verraten hätte (dann hätte man sich aber sinnvollerweise am Texter Schikaneder vergriffen). Schon wahrscheinlicher ist, dass Mozart an der Syphillis starb, zumindestens indirekt, da er zuviel Quecksilber erhielt, die gegen diese Krankheit verschrieben wurde.

Alles fliesst - Mozart

1795

Ein Siedlersohn findet auf Oak Island, einer kleinen Insel vor der Küste Kanadas, einen merkwürdigen Schacht. Beim Versuch, denselben freizugraben, stösst er auf - offenbar von Menschenhand plazierte - Bariiere-Schichten. Sich sicher, dass dort ein Piraten-Schatz vergraben sei, buddelt er und zwei zu Hilfe gerufene Freunde immer tiefer. Bei 6 m, nach einer erneuten Lehmbarriere, war vorerst Schluss. 9 Jahre später probierten sie es erneut, doch dann lief der Schacht voll Wasser. Die Existenz des Schachts sprach sich allmählich herum, so wurden immer wieder neue Expeditionen gestartet, die immer besser das Wasser abpumpen, und immer tiefer graben konnten. 1909 beteiligte sich sogar Roosevelt (ab 1932 Präsident der USA) an der Suche. Umsonst. Bis heute hat Oak Island sein Geheimnis nicht preisgegeben, obwohl inzwischen über 50 m tief gegraben wurde.

1795-1799

Ein Direktorium herrscht in Frankreich. Napoleon ist unterwegs, er erobert für die Revolution Italien und Ägypten. Als sich England, Österreich und Russland gegen Frankreich wenden, ruft das Diktatorium in seiner Not Napoleon zurück. Und wie Cäsar schickte der sich dann an, eine in der Krise steckende Republik zu beerben.

1799-1815

Bis 1804 ist Napoleon Erster Konsul, dann bis 1815 Kaiser. Napoleon siegte über Österreich, England, Preussen und Russland in der Schlacht bei Austerlitzt. Napoleon ist - wie Julius Cäsar - ein überlegender Feldherr. Doch auch auf anderen Gebieten vermochte er Grosses: Er modifiziert das Recht mit dem Code Napoleon. Er senkt die Steuern und enteignete die Kirche.

1800

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ist ein Sammelsurium von 250 unabhängigen Fürstentümern. Überlegen sind nur:

  • Österreichisches Habsburg, welches auch den Kaiser stellt

  • Preussen zusammen mit dem Ostpreussen des ehemaligen Dt. Ordens.

Zusammen mit Russland haben sich diese Mächte Polen geteilt, welches 1795 schliesslich ganz von der Landkarte verschwand.

Erst die Angst vor Napoleon und dann Napoleon selbst zwängen das ganze Konstrukt zusammen. Freie Städte werden abgeschafft. 1806 wird der Rheinbund unter Protektorat Napoleons gebildet, woraufhin Franz I das Hl. Röm. Reich Dt. Nation für beendet erklärte.

1806

Napoleon besiegt bei Jena und Auerstedt die Preussen. Erst dadurch konnte Preussen unter dem preussischen Innenminister Freiherr von Stein und seinem Nachfolger Hardenberg von Grund auf reformiert werden.

1807

Befreiung der Bauern aus der Leibeigenschaft in Preussen. In Amerika ist die Sklaverei weiterhin gegeben.

1813

Um England auszubluten, verlangt Napoleon die Blockade englischer Waren. In Preussen konnte dadurch die eigene Industrie erst richtig aufblühen. Da sich die Russen der Blockadestrategie verweigerten, zog Napoleon gegen Moskau ins Feld. Er geriet jedoch in den russischen Winter und wurde beim Rückzug in der Völkerschlacht bei Leibzig besiegt. Die Sieger liefen in Paris ein, zwangen Napoleon zur Abdankung und verbannten ihn auf die Mittelmeerinsel Elba. Frz. König wurde Ludwig XVIII, der Bruder des letzten Königs. Napoleon kehrte überraschend zurück und wird im belgischen Waterloo von England und Preussen entgültig besiegt, und dann nach St. Helena verbannt, wo er bis zu seinem Lebensende verblieb.

1814

Wiener Konkress: Neuordnung Europas nach dem Sieg über Napoleon. Es dominieren die restaurativen Kräfte Österreich, Russland und Preussen. Der Wiener Kanzler Metternich unternimmt alles, um im deutschen Gebiet einen demokratischen Nationalstaat zu verhindern, der das Ende der kuk-Monarchie Österreichs bedeutet hätte.

1814-48

Zeit des Vormärz. Biedermannzeit, Bürgertum in Wohnstuben. Es herrscht politischer Frust. Studentenbewegungen machen Rabatz. 1819 ermordet ein Student den Dramatiker Kotzebue, weil er ihn für einen politischen Reaktionär im Dienste Russlands hielt. Metternich antwortet mit den Karlsbader Beschlüssen: Zensur, Verbot der Burschenschaften, Polizeispitzel überall.

1823

Monroe-Doktrin: USA kümmeren sich um Amerika, nicht um Europa. Im Gegenzug verbat man sich Einmischung der Europäer in Amerika. hatte Auswirkungen auf die spätere imperialistische Phase unter McKinley (1897)

1828

In Nürnberg taucht ein etwa 17 jähriger völlig verstörter Junge auf. Seinen Namen konnte er schreiben: Kaspar Hauser. Eine (ärztliche) Untersuchung zeigte einen sehr niedrigen Bildungsstand und körperliche Verwachsungen an, so als habe er sehr lange Zeit isoliert und nur kauernd zugebracht. Er verweigerte jegliche Nahrung ausser Wasser und Brot. Nachdem der Fall bekannt wurde, tauchte ein anonymes Schreiben auf, in dem behauptet wird, Kaspar sei der Sohn des badischen Grossherzogs. Dies glaubten die Badener schliesslich auch selbst. Die Grossherzogin vermutete, ihr Kind, dass direkt nach der Geburt gestorben sei, sei gar nicht ihr Sohn gewesen, sondern das totkranke Kind eines Bediensteten. Damit sollte die Erbfolge unterbunden werden. Ein Attentatsversuch auf Hauser 17 Monate später verdichtete das Gerücht, hier solle etwas verschleiert werden. 1833 kommt es wieder zu einem ominösen Angriff, diesmal erfolgreich: Hauser wird mit einer Stichfunde gefunden und stirbt.

Moderne DNS-Analysen bewisen aber unlängst, dass Hauser nicht mit dem badischen Adelsgeschlecht verwandt war. Wahrscheinlicher: Hauser war ein "Besatzerkind". Bayern besetzte damals Tirol und Hauser benutzte Tiroler Redewendungen, suchte ausserdem seinen Vater in einer Nürnberger Garnison. Er hatte wohl einen neurologischen Defekt und erstach sich in einem Anfall selbst.

Interessant ist der Hauser-Fall auch in wissenschaftlicher Hinsicht, handelte es sich bei ihm doch quasi um ein "Wolfskind", welches ohne soziale Kontakte aufwuchs. Wie andere solche Kinder waren bei ihm bestimmte Sinne, besonders der Geruchssinn, verstärkt ausgeprägt. Ausserdem war er anfangs praktisch unempfindlich gegen Kälte und Hitze. Und sexuelle Regungen besass er offenbar überhaupt keine, obgleich er Erektionen bekam (über die er sich prompt bei seinem Schützling beschwerte).

1835

Erste Erwähnung des "Goldenen Schnitts" durch Martin Ohm. Die angebliche Schönheit des Goldenen Schnitts ist empirisch nicht belegbar. Auch das die Griechen Kenntnis darüber besassen, ist unwahrscheinlich. Das häufige Auftauchen dieser Proportionen in der Kunst täuscht - es gilt auch hier wie so oft: Wer suchet, der findet! Der Goldene Schnitt ist Zahlenmystik, sonst nichts.

Oder vielleicht doch nicht? Würde man den "Goldenen Schnitt" möglicherweise viel stärker in der Kunst antreffen, wenn das mit ihm verbundene Gottesbild (Gott als "innere Uhr" aller Dinge) mit dem der Kirchen (persönlicher Gott) im Einklang stände? Denn nicht nur im Mittelalter vermochte der lange Arm der Kirche gestaltend auf die Kunst einzuwirken.

1837

Fund des Westgoten-Schatzes, der einst aus Schutz vor den Hunnen vergraben wurde. Heute ganzer Stolz des tschechischen (?) Nationalmuseums.

1838

Zeitgenössiche Zeitungen berichten über New Orleans, die Stadt sei der Blasmusik verfallen. Eine Besonderheit New Orleans stellt die kreolische Gemeinde da. Die Kreolen sind die Nachkommen weisser Adliger und ihrer schwarzen Geliebten. Oft selbst wohlhabend fühlen sie sich der europäischen Kultur stärker verplichtet als der afrikanischen. Häufig sehen sie auf die Schwarzen herab, einige haben sogar selbst Sklaven, die sie für sie arbeiten lassen.

1840

Die durchschnittliche Lebenserwartung macht Dank der medizinischen Fortschritte einen Sprung von 20-30 Jahren auf ca. 40 Jahre.

1845

Hungerkatastrophe in Irland, 1 Mio Tote, 2 Mio Ausgewandert (v.a. nach Amerika), Bevölkerung sank von 8 auf 5 Mio. Schockierenderweise starben die Menschen nicht, weil es nichts zu Essen gab, sondern aus Armut; im gleichen Jahr wurden tausende von Nahrung nach England exportiert.

1848

Marx und Engels bringen das Kommunistische Manifest heraus, welches anfangs wenig beachtet wird.

1848

Goldfunde in Kalifornien.

1850

Louis Napoleon III, der Neffe Napoleons, wird zum Kaiser ernannt (Sohn Napoleon II war nur wenige Tage nominiert) - auf demokratische Weise.

1860

Wilhelm I regiert in Preussen. Er will eine Heeresreform durchführen, die aber vom Landtag abgelehnt wird. Bismark bietet sich ihm als ein Minister an, der die Heeresreform auch ohne Genemigung durchführt. Für diesen Bruch mit dem Rechtsstaat biete er den Abgeordneten jedoch gleichzeitig die Einigung Deutschlands an. Anlass bot ihm die schleswig-holsteinsche Frage: Dänemark hatte sich die beiden Herzogtümer 1863 einfach einverleibt. Bismark holte sie sich mit Hilfe Österreichs wieder zurück. Doch die Sieger zerstritten sich, und so zog Preussen 1866 gegen Österreich in den Krieg - und gewann. Die Nordstaaten, die Österreich unterstützt hatten, fielen nun an Preussen. Und erst dann liess sich Bismark seine Heeresreform nachträglich vom Landtag legitimieren. Der deutsche Liberalismus ging darauf ein; er opferte der nationalen Idee die Rechtsstaatlichkeit.

1861-1865

Amerikanischer Bügerkrieg: Nordstaatliche Industrie gegen südstaatliche Plantagenwirtschaft mit Sklaverei.

1870/71

Ein Hohenzoller wird Anwärter auf den spanischen Thron. Da Frankreich schon einmal durch Karl V von den Hohenzollern eingezwängt worden war, regt sich dagegen starker Widerstand. Und der Prinz lehnt auch weise ab. Leider wollte sich Napoleon III sich damit nicht zufriedengeben: Er verlangte von Wilhelm (Chef der Hohenzoller) einen Verzicht für alle Zeiten. Bismark wetterte daraufhin heftig gegen Napoleon III. Und dieser liess sich irritiert dazu hinreissen, Preussen den Krieg zu erklären. Angesichts dieser Entwicklung schlossen sich nun erstmals die süddeutschen und norddeutschen Länder zusammen, und gemeinsam wurde Frankreich besiegt. Napoleon III dankte ab und Frankreich wurde Republik. Wilhelm jedoch wurde zum Deutschen Kaiser proklamiert. Diese Entwicklung zeigt, dass in Deutschland nicht das Volk die Nation hervorbrachte, sondern die Fürsten im Verbund mit dem Militär. Dementsprechend wenig hatte das Parlament auch zu melden gehabt; die Macht lag beim Reichskanzler Bismark, der nur von Kaiser Wilhelm gestürzt werden konnte. Bismark galt von nun an als Schmied der Deutschen Einheit.

1873

Schliemann findet "Schatz des Priamos" (Priamos ist der lengendäre letzte König vom Troja der Homerschen Saga). Was er fand, war jedoch in Wahrheit gut 1.000 Jahre älter, wie spätere Analysen zeigten. Er hatte sich durch diejenige Schicht, die das Homersche Troja beinhaltete (siehe -1200), durchgegraben, und sie dabei fatalerweise zerstört. Es ist nicht sicher, doch scheint es, als habe Schliemann diesen Umstand kurz vor seinem Tod noch selbst erkannt.

Nach 45 verschwand der Schatz aus Deutschland und tauchte erst 93 als Kriegsbeute in einem Moskauer Depot wieder auf.

Die Schichten Trojas (auch Illion genannt, daher Homers Illias) im einzelnen:

1.Schicht: -3600 prähistorisch

2.Schicht: -2600 Schatz des Priamos

...

6.Schicht: -1800 Homerische Schicht

...

9.Schicht: 400 römische Schicht

1875

Vereinigung der Allgemeinen Deutschen Arbeitervereine Lasalles mit Bebel und Liebknechts Sozialdemokraten zur SPD. Bismark bekämpfte sie einerseits (Sozialistengesetze) und beschwichtigte sie andererseits (Sozialgesetzgebung).

1879

Chile gwinnt Oberhand über Peru. Chile ist die Hochburg des Salpeterabbaus. Hauptabnehmer ist das viktorianische England, welches das Salpter für die Schwarzpulverherstellung verwendet für Europas Kriege. Kein dauerhaftes Geschäft: Bis zum 1.WK gelingt es, Salpeter chemisch herzustellen. Die Wirtschaftflaute treibt die Arbeiter auf die Strasse. 1907, nach massiven Protesten, rückt sogar die Armee gegen die Arbeiter aus. Es gibt über 3600 Tote - Boten für die Volksfront Allendes.

1888

Wilhelm I stirbt, sein Nachfolger, Friedrich III, folgt ihm kurze Zeit später. 1889 wird Wilhelm II Kaiser. Er ist ein Militärnarr, der den Drill zur Kulturform erhebt. Seine Politik zerstört Bismarks ausgeklügeltes Bündnissystem, welches dem Dt. Reich einen gewaltige Wirtschaftsaufschwung beschehrt hatte. Es bildeten sich nun die Lager Österreich-Ungarn und Dt. Reich gegen Frankreich, England und Russland. Die Situation ist angespannt, gegenseitiges Misstrauen herrscht vor. So wird z.B. in Frankreich Dreyfuss wegen dt. Spionage verurteilt (zu Unrecht).

1888

Der Orient-Express von Wien nach Istanbul ist fertiggestellt, finanziert von Frankreich. Da der Sultan des osmanischen Reichs befürchtete, zuviel Macht an Frankreich zu vergeben, bot er das Projekt Bagdad-Bahn Deutschland an. Die Engländer hatten es zuvor nicht finanzieren wollen. Und auch Siemens, der im Vorstand der Dt. Bank arbeitete, rückte erst unter Druck von Kaiser Wilhelm II Geld dafür heraus. 1940 fuhr dann der erste Zug von Istanbul nach Bagdad.

1890-1915

Zeit des Ragtimes. Diese Musik, mit eingängigen Melodien, die die schwarzen Klavierspieler New Orleans entwickelten, breitet sich in ganz Amerika aus.

Auch der Blues beginnt sich zu entwickeln. Der Blues kommt mit 3 Akkorden und einfachen Tonfolgen aus, die aber unedlich varriert werden. Der Blues entsteht nach dem Bürgerkrieg durch Schwarze, die sich mit dieser Musik ästhetisch vom Spiritual (?) abgrenzen wollen, jene verulte Tanzmusik, die die Weissen als schwarze Musik ansehen. Der Blues ist der weltliche Bruder des Gospel-Gesangs, enthält typischerweise Frage-Antwort-Spielereien. Heisst es im Gospel "Gott, lass mich ziehen!" variiert das Thema im Blues zu "Mister, lass mich in Ruhe!". Der Blues wirkt ins 20 Jh. hinein als die musikalische Grundströmung, die alle amerikanische Musik speiste - auch den Jazz.

Ursprünglich hiess der Jazz "JASS". Die Herkunft dieses Namens ist unklar. Unklar ist auch, warum JASS schliesslich zu Jazz wurde; es wird vermutet, dass dies an "ASS" (=Arsch) in "JASS" lag.

1897

McKinley (Republikaner) wird Präsident. Unter ihm Krieg gegen Spanien zur Befreiung Kubas. McKinley ging diesen Schritt erst unter massiven Druck, auch durch aufgeheizte Athmosphäre durch Hearst- und Pulitzer-Presse. Beginn der imperialistischen Phase der USA mit Berufung auf Monroe-Doktrin (1823). Der Westen der USA fertig erschlossen. Kuba wird besetzt.

1898

Marti kämpft in Kuba gegen die spanischen Soldaten. Die USA nutzen die Gelegenheit und helfen den Auständischen (aus dieser Zeit stammt noch, dass das Getränk "Daiquiri" nach einem amerikanischem General benannt ist). Nach Vertreibung der Spanier jedoch übernehmen die USA die Vormundschaft über Kuba. In der Folge verkommt Kuba zur kriminellen Freibeuterzone. Ab 1945 regiert der USA-treue Diktator Batista die Insel, wird jedoch 1959 von Fidel Castro gestürzt.

1899

Ellington wird in Washington geboren. Er wird zum bedeutensten Komponist Amerikas. Er kam aus gutem Elternhaus, vergötterte die Ragtime-Spieler. Kleidete sich so vornehm, dass er alsbald Duke genannt wurde.

1900

Silvester in Berlin. "Nur keen Stillstand" riefen die Polizisten den Massen zu. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Berlin ist zusammen mit London und Paris die technisch progressivste Stadt Europas. Wilhelm II hatte Berlin zu seinem Präsentationsobjekt erkoren, der blaue Rock der preussichen Uniform prägte das Stadtbild.

1901

Entwicklung des Grammophons.

Louis Armstrong wird geboren. Wächst in Armengegend in New Orleans auf. Fuhr als 7Jähriger Kohle aus, wobei er ein Blechhorn blies, um den Kunden sein kommen zu signalisieren. Sein grosses Vorbild King Oliver liess ihn zunächst nur seine Trompete tragen. 1918 übernimmt Armstrong dann dessen Platz in der Band. Die Prohibition von 1920 war das beste, was dem Jazz passieren konnte, weil überall im Land Kneipen aufmachten. Jazz war die Fun Music der damaligen Zeit, erst Armstrong überführte sie in Kunst. So wurde er zum Johann-Sebastion Bach der amerikanischen Musik.

Erst jetzt wird der Berggorilla entdeckt!

1901

Theodore Roosevelt (Republikaner) Präsident der USA. Unter ihm "Big stick"-Politik, Ausweitung des Imperialismus. US-Marine aktiv im Atlantik und Pazifik. Krieg legitimes Mittel, wenn Sieg sicher. America first!

Nicht zu Verwechseln mit Franklin Roosevelt (1936)

1901

Öl war erst interessant geworden, als die britische Admiralität erkannte, dass die Ölbefeuerung effektiver ist als Kohle. Und da man sich gerade in Konkurrenz zu Deutschland befand, suchte man nach Verbesserungen. Doch leider gab es im gesamten britischen Empire kein Öl. So kam es zum ersten Vertrag mit Persien wegen Öl.

1902

Eine Gruppe von Verschwörern lauert in Riad in Arabien bei der Festung Musmak dem Gouverneur auf. Es gelingt ihnen, ihn undd seine Wachen zu ermorden. Dann werfen sie vom Dach der Festung den Kopf des Gouverneurs auf die Strasse mit den Worten "As-Saud" - so beginnt der Aufstieg der Saudis unter dem Anführer Ibn Saud in Arabien.

1903

Beginn des Baus der Bagdad-Bahn im osmanischen Reich, finanziert vom deutschen Reich, argwöhnich beobachtet von den Engländern, die damit ihre Indien-Connection gefährtet sehen.

1906

Berlin versinkt im Schnee. Doch die Stadt ist nicht zu bremsen. Die Bauwut hält an. "Berlin, wie haste dir verändert" hört man überall, getreu dem Motto des Kaisers "Volldampf voraus!". Die Gaslampe weicht allmählich der Glühlampe. Berlin ist Magnet für Arbeiter aus dem ganzen Reich. Es herrscht Klassentrennung zwischen Adel, gehobenem Bürgertum und der Masse der Arbeierschaft.

"Hauptmann von Koepening"-Skandal. Selbst seine Majestät, Willhelm II, soll schallend gelacht haben.

1909

Taft (Republikaner) wird USA-Präsident. Wandlung der Aussenpolitik von "Big stick" (1901) zur "Dollar-Dipolmatie", aber Beibehaltung des Imperialismus. Warum kriegerische Mittel einsetzen, wenn 's mit Geld einfacher geht? U.a. Sicherung und Bau des Panamakanals.

1910

Revolution in Mexiko

1913

Weil Roosevelt und Tafts verschiedene Ansätze vertreten, spaltet sich die republikanische Partei in den USA. So gewinnt endlich wieder ein Kandidat der Demokraten: Woodrow Wilson. Auch er bleibt Imperialist, hält sich an Monroe-Doktrin (dadurch lange Neutral im WK I.). Ist aber um Ausgleich der Völker bemüht. Initiierte Völkerbund (wofür er später Nobelpreis bekam).

1914

Der Imperialismus führt zu Spannungen zwischen den Staaten. Nach der Ermordung des östreich-ungarischen Thronpaares in Sarajevo durch serbische Nationalisten will Österreich Stärke zeigen: Nach Rückendeckung durch Deutschland geht es bewusst Kriegsrisiko ein und diktiert Serbien unannehmbare Bedingungen. Kriegseintritt der Russen wird erwartet, aber Deutschland hofft, dass Frankreich nicht eingreifen wird (Angst vor Zweifrontenkrieg). Das Ultimatum wird von den Serben wieder erwarten akzeptiert, und Wilhelm II. sieht keinen Grund für Krieg (Wilhelm II. in engem Briefkontakt mit Russlands Zar Nikolaus II.). Aber Österreich erkärt Serbien dennoch Krieg.

Zwei Pläne stehen zur Diskussion:

  • Schliefenplan: Erst Westen besetzen, dann rechten Flügel ausbauen (Verhältnis rechts:links = 7:1)

  • Molkeplan: Erst links, dann rechts

Der Schliefenplan setzt sich durch, ein anderer Molke setzte Verhältnis aber auf 3:1.

1.August: Kriegserklärung an Russland

Am 2.August wird dem neutralen Belgien Ultimatum gestellt, dt. Truppen durchzulassen, Bedenkzeit 12 St.. Belgien wendet sich an England, die mit Kriegseintritt drohen.

=> völkerrechtl. Vertragsbruch, der Dt. später hohe Reparationskosten bringt.

August: Ludendorf + Hindeburg besigen die schnell vorrückenden Russen in Tonnenberg (über 300.000 Tote). Österreich hält Russen jedoch nicht stand, zerreibt seine Armee. Mit dt. Hilfe gelingt es, die Serben zu schlagen. Doch auch im Osten herrscht ab 1915 Stellungskrieg.

September: Marce-Schlacht stoppt dt. Truppen im Westen, entgültiger Stellungskrieg in Flandern


Alles fliesst - Shackletons Schiff im Eis

Der Ire Shackleton erlebt ein Jahrhundert-Abenteuer. 1901-1904 begleitete er Scott bei seiner Tour zum Südpol, die jedoch Amudson gewann. Eine eigene Expedition 1907-1909 musste er kurz vor dem Ziel abbrechen, um das Überleben seiner Mannschaft zu garantieren. Nun wagt er einen neuen Versuch, um den Südpol zu überqueren. Die Anzeige lautete in etwa "Leute für Wagnis gesucht. Kalt, unsichere Rückkehr, nur Ruhm zu ernten". Es meldeten sich über 5.000 Männer.

Der Ausbruch des 1.WK verhinderte zunächst den Start, Shackleton bot sein Schiff der englischen Admiralität an, die aber ablehnte. Aufgrund einer Fehlentscheidung wird ihr Schiff gleich zu Beginn in der Antarktis vom Packeis einschlossen. Sie müssen dort überwintern. Einige Offiziere machen Stress wegen der Vermischung der Klassen, doch Shackleton greuft hart durch und schreckte auch vor Schikanen für die Offziere nicht zurück (Degradierung und Deckschrubben). Überall ist nur Eis zu sehen. Die Männer vertreiben sich die Zeit mit Fussballspielen, Theater- und Grammophonabenden und einem Haarschneidewettbewerb.

Nach 3 Monaten verschwindet die Sonne hinter dem Horizont und taucht vorerst nicht mehr auf. Tag und Nacht Dunkelheit. Dann droht das Packeis das Schiff zu zermahlen. Nach Wassereinbruch müssen sie 3 Tage lang ununterbrochen pumpen. Doch nach 10 Monaten wird klar, dass das Schiff nicht zu retten ist. 3 der 4 Rettungsboote werden gesichert. Bei -30 Grad verlost man die geretteten Waren, wobei die Offiziere mogelten und so auf die warmen Schlafsäcke verzichten.

Shackleton vergisst nun seine Mission und ist nur noch von dem Wunsch besessen, seine Männer heil nach Hause zu bringen. Wegen Proviantmangel müssen einige Hunde erschossen werden. Sie versuchen einen Marsch, den sie aber nach 3 Tagen abbrechen müssen, da noch immer die Segel ihres Schiffes zu sehen sind.

Am 21. November versinkt das Schiff. Shackleton notiert: "Ich kannn darüber nicht schreiben."

Die Trift des Packeises hatte sie inzwischen über 1.000 Meilen getrieben. Unter ihnen ist das Wasser 2.000 m tief. Die Jagt nach Robben und Pinguinen ist die Hauptbeschäftigung. Rettung von aussen ist unmöglich. Die Moral der Männer droht, zu kippen. Shackleton ereilt ein Ischiasanfall. Als er diesen überwunden hat, ruft er zu einem erneuten Marsch auf. Der Zimmermann MacNish rebelliert nach 4 Tagen; er will aus den Rettungsbooten eine Schaluppe bauen. Shackleton lässt keine Zweifel an seiner Autorität zu und unterdrückte die Rebellion. Doch 2 Tage später muss der Marsch erneut abgebrochen werden. Trotz der Mühen geht es ihnen nun objektiv schlechter als zuvor. Und sie müssen sich darauf einstellen, noch einen Winter im Packeis zu verbringen.

Wieder werden einige Hunde erschossen, und nach einigen Wochen sind alle Hundegespanne getötet - und diesmal auch gegessen - worden. Das Eis wird immer dünner. Schliesslich müssen alle 28 Mann in die 3 Rettungsboote, nur Nachts gehen sie noch an Land.

Eines Morgens bricht das Eis unter den Schläfern, und Shackleton rettete in letzter Sekunde einen Matrosen, der in einer Eisspalte zu verschwinden droht - und sich hinterher beschwerte "Mein verdammter Tabak ist jetzt da unten im Wasser".

Sie verlassen die Boote nun nicht mehr. Aneinandergebunden treiben sie im eisigen Meer. Nachts hören sie Killerwale, die ihre Boote mit Leichtigkeit zum kentern bringen könnten. Die Hände sind fast abgefroren. Es gibt nur ein warmes Gedränk und einen Zwiback am Tag. Nach endloser Ruderei und schlaflosen Nächten brechen einige Männer zusammen, doch Shackleton hält die Moral mit ungebrochenem Optimus hoch.

Dann endlich Festland: Elephant Island. Die Freude darüber macht ein 5 Tage andauernder Schneesturm rasch zunichte. Da ihre Insel fernab aller Schiffsrouten liegt, planen sie, mit einem Boot 800 Meilen zu fahren, um die nächste Walfängerstation zu erreichen. Es ist dies die Stunde des Meuterers MacNish, der mit den spärlichsten Materialien eines der Boote seetauglich machen kann. Sehr zu seinem Stolz nimmt in Shackleton dann auch in die Mannschaft auf, die das Wagnis begehen soll.

Am 22. April 1916 starten 6 Mann, 22 bleiben zurück. Nach 2 Tagen wird die See rauher, es hat -20 Grad. Nach 9 Tagen enden die Logbucheinträge. Sie fahren in einer 7 m langen Nussschale in einem der gefährlichsten Meere. Kapitän Wearsly musste fast unmögliches vollbringen: Navigieren, um nach 800 Meilen einen winzigen Punkt zu treffen. Nach 10 Tagen haben sie etwa die Hälfte erreicht, doch 2 Männer sind dem Tode nahe, die Ohren abgefroren und hart wie Knochen, jemand hat sich die Oberlippe abgerissen.

Nach 17 Tagen sehen sie treibenden Seetang - endlich Land in der Nähe! Nun droht aber ein Hurrikan, sie gegen die Klippen zu werfen. Wieder vollbringt Wearsly ein kleines Wunder, als er es schafft, das Boot gegen den Wind von der Küste fernzuhalten. Als sie schliesslich landen können, finden sie etwas Gras - die erste Vegetation nach 17 Monaten.

Ein furchtbarer Rückschlag: Die Walstation befindet sich auf der anderen Seite der Insel. Das Boot ist zerstört, die Männer am Ende, das Landesinnere gilt als unpassierbar (weswegen es auch keine Karten gibt). Shackleton und zwei andere wollen es dennoch wagen, die Insel zu durchqueren. Einzige Ausrüstung: Ein Seil und eine Axt. So marschieren sie los. Einmal ist ein Pass zu steil zum runterklettern. Sie rollen das Seil zusammen, setzen sich drauf und rasen kurzerhand ins Nichts. Bei einer kurzen Rast schlafen Shackletons Begleiter innerhalb einer Minute ein. Da sie keine Schlafsäcke haben, weckte er sie nach 5 Minuten wieder. Und nach 36 Stunden erreichen sie endlich die Walfängerstation. In der gleichen Nacht noch schlägt das Wetter um: Es gibt einen Sturm, den sie mit Sicherheit nicht überlebt hätten.

Nun gilt es, die Männer auf Elephant Island zu retten. Doch das Eis bremst die Retter immer wieder, erst nach 4 Versuchen klappt es. Am 26. August 1916 sind die Gestrandeten bereits am verhungern. Die Hoffnung auf Shackleton ist längst aufgegeben. 2 Boote sind bereits für eine Verzweiflungsfahrt vorbereitet.

Doch am 30. August fragt ein Matrose den Ersten Offizier, ob es nicht eine gute Idee sei, ein Signalfeuer zu geben - Shackleton hat sie gefunden. Und dann der Jubelschrei von Shackleton: Alle 22 Männer sind noch am Leben!

Shackleton und seine Leute werden in England triumphal empfangen, doch England hat sich durch den Krieg völlig verändert. Shackleton ist die falsche Art von Held und so geht seine Tat in den Medien fast unter. Die meisten seiner Männer ziehen danach in den Krieg. Einer wurde gleich nach 6 Monaten auf See getötet.

Ungewöhnlich unversönlich zeigt sich Shackleton, als er verhindert, dass der Meuterer MacNish die Polarmedallie erhält. Als Shackleton und einige andere 1922 nocheinmal zum Südpool aufbrechen, erliegt er einem Herzschlag.

1915

Kriegseintritt Italiens auf eite der Allierten, England blockiert - völkerrechtswidrig - die gesamte Nordsee (brit. Fernblockade)

Die durchschnittl. Lebenserwartung liegt immer noch nur bei ca. 50 Jahren.

1916

Hölle von Verdun: Dt. Atellerie brennt Schneisse der Vernichtung, 2 x 300.000 Tote, Falkenhagen wird nach Misserfolg von Ludendorf + Hindenburg ersetzt. Diese erkennen England als Hauptgegner, dem nur durch U-Boot-Einsatz beizukommen sei. Reichskanzler Hellerweg versucht umsonst, dies zu verhindern; Militär setzt sich durch.
Karl Liebknecht, Spartakusführer, ruft zum Regierungssturz auf, wird verhaftet, was zu Streiks in Berlin führt.

Der Schwarzschild-Radius liefert eine Formel, mit der der Radius einer Masse bestimmt werden kann, damit diese Masse zu einem Schwarzen Loch wird. Für die Erde gilt: Würde man sie soweit zusammenpressen, dass sie einen Durchmesser von ca. 1 cm hätte, so wäre sie ein Schwarzes Loch.

1917

Völkerrechtswidriger U-Boot-Krieg bewirkt auch Versenkung neutraler und amerikanischer Handelsschiffe, was mit zu Kriegseintritt der USA führt.

Ausschlaggebender war aber wohl Zimmermann-Telegramm (bis dahin hatten USA durch Neutralität erhebliche Gewinne durch Aufrüstung Europas erzielt, U-Boot-Krieg sorgte vorerst nur für Abbrfuch der diplomtaischen Beziehungen mit Dt.):

Deutscher Aussenminister Zimmermann versucht heimlich, Mexiko auf Seite Deutschlands zu ziehen. Sie sollen USA an Süd-Grenze beschäftigen. Versprechen dafür, nach dem Sieg Mexiko verlorene Gebiete in den USA zurückzugeben.

Die Briten fangen Telegramm ab, können es entschlüsseln und lassen es USA zukommen. Öffentliche Empörung ist gross. Erst jetzt, wo eigene Gebiete in Gefahr sind, überdenken USA Monroe-Doktrin und erklären Deutschland den Krieg.

Ebert verteidigt Nichtbestreikung der Kriegsmachinerie, aber Massenstreiks bleiben dennoch nicht aus.

Lenin, Sohn einer deutschen Mutter, dessen Bruder vom Zaren aufgrund eines Terroranschlages hingerichtet wurde, nutzt die Gunst der Stunde. In Russland ist es zu einer bürgerliche Revolution (und nicht etwa zur einer sozialistischen) wegen der chaotischen Kriegsführung der Regierung gekommen. zar Nikolaus I wird zum Abdanken gezwungen. Die neue Regierung begeht jedoch den gleichen Fehler wie der zar: Sie wollen den Krieg weiterführen, von dem das Volk schon lange genug hat. Die Deutschen sehen ihre Chance und bringen Lenin nach Russland. Die russ. Regierung ist so geschwächt, dass es einer Handvoll von Berufsrevolutionären unter Lenin und Trotzki gelingt, den Staat zu übernehmen. Die "russische Oktober-Revolution" ist nie mehr gewesen als ein Putsch. Das Regime beschliesst mit den Deutschen den Frieden Brest-Litowsk - und das Volk steht hinter ihm.

Die Deutschen bekämpfen mit U-Booten die Blockade der Engländer. Dabei werden auch amerikanische Schiffe versenkt. So erklärt Präsident Wilson Deutschland den Krieg.

Erste Jazz-Platte, jedoch mit weissen Musikern aus New Orleans. Soweit mir bekannt, wurde zuerst einem Schwarzen, der damaligen Jazz-Grösse (Name?), angeboten, eine Platte aufzunehmen, der aber ablehnte, aus Sorge, andere könnten seine Trompetengriffe kopieren. Der gleiche Musiker soll aus dem gleichen Grund mit Handtuch über seinen Händen vor Publikum aufgetreten sein.

1918

Durchbruch im Westen, bis 5 Tagesmärche vor Paris, doch dann alle Kräfte aufgezehrt, Übermacht zu gross, Reichskanzler Max von Baden kapituliert.

Die Alliierten gewinnen die Oberhand. Um der völligen Vernichtung zu entgehen, ersuchen die Deutschen um einen Waffenstillstand. Aufstände zwingen den Kaiser zur Abdankung und Flucht nach Holland, Scheidemann ruft die Räterepublik aus, die Sozialdemokraten übernehmen die Regierung. Im Bewusstsein der Bevölkerung wirkt jedoch die Demokratie nun wie ein aufgezwungenes Übel. Die aussichtslose Militärlage erscheint im Rückblick plötzlich nicht mehr so aussichtslos. Der Versailler Vertrag kostet die junge Demokratie die letzte Popularität. Und zuguterletzt wird die Weimarer Republik von den Kommunisten und den Monarchisten (erstaunlicherweise im Verbund mit den Bürgern, die keine Demokratie haben wollten) attackiert.

1918

Oligarchie in Japan. Die Samurai-Führer, mit ihrer ungeheurer Autorität, sind im Aussterben begriffen. Die eigentliche Macht liegt beim Kaiser: Er hat den Oberbefehl über das Heer, und er ernennt die Minister. Die - noch dominierende - Wirtschaft steht im Konflikt zum Militär. Japan versucht, im stark geschwächten China Fuss zu fassen (ebenso wie die Europäer/USA). Als Hauptgegner erweisen sich hierbei die USA.

1919

Konflikt Ebers mit revolutionärem linken Flügel von Liebknecht und Luxemburg. Nationalversammlung geht nach Weimar, Stadt der Klassiker, die eher konservativ-monachisch eingestellt ist.
Dt. Delegierte werden gezwungen, auf Betreiben Clemenceaus ungerecht harte Reparationsbedingungen zu akzeptieren:

  • bekommt junge Republik ab, nicht Kaiser und Militär

  • Boden für Nationalsozialisten

Österreich-Ungarn wird getrennt; aus Habsburger Provinzen entstehen Tschechoslowakei, Jugoslawien.

Wilsons 14 Punkte Programm war gescheitert, führt aber immerhin zur Bildung eines Völkerbundes zur ggs. Kontrolle (Deutschland und die neue Sowjetunion sind aber nicht dabei).

Rechte Republikgegner begehen politische Morde: Liebknecht, Luxemburg, Erzberger (1921; "Novemberverbrecher", der Waffenbstillstandabkommen unterschrieb), Rathenau (Rapallo-Vertrga mit linken Russland, wodurch Dt. der allgemeinen Knebelung entkam)

1921

In Deutschland ensteht die erste Autobahn der Welt (also nicht unter Hitlers Befehl!)

1922

Mussolinies Marsch auf Rom

Joyce veröffentlicht seinen Jahrhundertroman Ulysses: Kultur des Abendlandes wird gespeist von Homer (Illias+Odyssee) und Bibel, die in der Rennaissance wiederentdeckt wurden (antike Helden für Füsten, Neuinterpretation der Bibel durch Reformisten) ==> aristokratisch-bürgerliche Mischkultur Europas.

1923

Hitlers Putschversuch ("Marsch nach Berlin") scheitert durch bayr. Polizei. Er geht für ein Jahr in den Bau (schreibt hier "Mein Kampf").

Frankreich besetzt das Ruhrgebiet wegen ausbleibender Reparationen (=Kohlelieferung). Passiver Widerstand der Bevölkerung führt schliesslich zur Inflation (1 Dollar = 4 Mia Mark).

1923

Geburtsstunde der SS. Treue bis in den Tod für Hitler. SS bildet Leibwache Hitlers. SS im Gegensatz zur SS kein Fussvolk, sondern Bonzen. Auch in der Bevölkerung geachtet, da viel gemässigteres Auftreten. SA und SS geraten auch bald aneinander. Als sich Goebbels bei Berlinbesuch vor SA schützen muss mit SS-Garde, beginnt deren Aufstieg - und der Himmlers, Chef der SS.

1924

Lenin stirbt, Stalin verbannt 1929 Trotzki, ermordet ihn 1940.

Rumänien wechselt als letztes (?) Land vom julianischen Kalender auf den gregorianischen Kalender.

1924

Die republikanische Regierung der Türkei verkündet das Ende des Amts des Kalifen, welches bis dato n des osmanischen Reichs ausgeübt wurde. So konnten die Araber nach dem Amt greifen, wobei das haus Saud als Sieger hervorging.

1925

Locarno-Vetrag Stresemanns mit frz. Briand: westliches Gegenstück zu Rapallo

1927

Lindbergh überfliegt Atlantik. Allerdings nicht als erster, sondern als 67er! Er war allerdings der erste, der die Strecke ganz alleine und non-stop geflogen ist; ausserdem scheint er einen guten Draht zur Presse gehabt zu haben.

Alles fliesst - Lindbergh

1927

Erster 5-Jahres-Plan der Sowjetunion, um zarengebeuteltes Russland auf europäisches Niveau zu bringen - mit erstaunlicher Wirksamkeit. Während seit 1929 die westliche Welt in eine Wirtschaftskrise stürzte (1932 16 Mio/6.5 Mio Arbeitslose USA/Dt.), wuchs in Russland der Index der industriellen Produktion um 97%! Nicht alle Ziele des 5-jahres-Planes wurden jedoch erreicht (siehe 1937).

1928

Reza Khan, Kommandant einer Kosakenbrigade, hat sich zum Schah von Persien ernannt, geht mit seiner nur 400 Mann starken Truppe gegen die Ayatollas und Mullahs vor. Die schiitische Führung war ihm nämlich zu mächtig geworden. Der "Koskenstifel" setzte dann recht brutal eine Modernisierung Persiens in Gange (Verbot u.a. den Tschado, den Schleiher der Frauen). Er war dem dt. Nationalismus und dem italienischem Faschismus nicht abgeneigt. Da die USA den Iran als Tranistland ansahen für Waffenlieferungen an Russland, schickte sie den Schah 1941 ins Exil. Der Sohn Khans, Reza Pahlawi übernahm sein Amt.

1929

Eigentlich sah es gar nicht mehr so schlecht aus: Die Reparationen waren gelockert worden, Währungsreformen hatten die Wirtschaft stabilisiert. Die Weinarer Republik wurde inzwischen von den Parteien der Mitte dominiert. Hindenburg war Reichspräsident, wenn auch nur, um als Bollwerk gegen die Kommunisten zu wirken, weniger, weil er an die Verfassung glaubte (weshalb er auch nach Hitler griff, als sich die Gelegeheit bot). Doch dann kommt es zum "Schwarzer Freitag": An der New Yorker Börse bricht Panik aus. Die Überproduktion in den USA und die Folgeschäden der dt. Reparationen führen zur Weltwirtschaftskrise. Diese trifft das exportorientiertes Dt. Reich besonders hart, was Nationalsozialisten zum legalen Sturz der Regierung ausnutzen. Firmen brechen zusammen, die Arbeitslosenzahlen schiessen in den Himmel.

Edwin Hubble bemerkt anhand der Rotverschiebung der Spektren entfernter Galaxien, dass sich das Weltall ausdehnt. Die Idee des Urknalls beginnt sich zu verfestigen.

1930

Die durchschnittl. Lebenserwartung liegt bei ca. 50 Jahren.

1930

Gewerkschaften und Regierung (SPD + bürgerliche Parteien) können sich nicht über Beiträge der Arbeitslosenversicherung einigen. Schliesslich tritt die Regierung zurück. Bedingt durc die Weltwirtschaftskrise zersplittern die Stimmen nach links und rechts, und kann keine Partei eine parlamentarische Mehrheit finden. Reichskanzler Brüning regiert nur noch per Notverordnung.

1932

Hungersnot in Russland. Grund: Zwangskollektivierung der Bauern und die Säuberungen Stalins. Davon ist seine Frau so entsetzt, dass sie Selbstmord begeht. Im selben Jahr begeht auch Eva Braun einen Selbstmordversuch, um mehr Beachtung von Hitler zu erfahren.

1932

Hindenburg gewinnt die Wahl des Reichspräsident, Hitler geht leer aus. Doch dann versucht Brüning, die verschuldeten Ost-Elbe-Gebiete zu enteignen und den Bauern zukommen zu lassen. Hindenburg hat jedoch beste Kontakte zu den sturmlaufenden Landjunkern (er hat selbst ein Gut von ihnen geschenkt bekommen), und entlässt Brüning. Zum neuen Reichskanzler macht er von Papen. Bei den Neuwahlen gewinnen die Nazis die meisten sitze, sind aber nicht regierungsfähig. Da Hitler Koalitionen ablehnt, gibt es erneut Wahlen, bei denen die Nazis wieder Stimmen verlieren - sehr zum Schrecken Hitlers, wie maan annehmen darf. Doch nach wie vor ist keine paralamentarische Mehrheit zu finden. Von Papen kontaktet also Hitler, und diesmal nimmt er an, allerdings nur, wenn er Kanzler würde.

1933

Hitlers Erpressungsversuch hatte Erfolg: Um endlich eine Regierung bilden zu können, wird er anstellen von Papens zum Reichskanzler ernannt. Da die Nazis bei der letzten Wahl jedoch nur 33% der Stimmen erhielten, setzt Hitler wiederum Neuwahlen an. Der Wahlkampf wird bekleidet von SA-Terror und einer beispiellosen Propaganda. Der Brand des Reichstags wird als kommunistischer Terrorakt deklariert, woraufhin Hitler nach §48 der Weimarer Verfassung zum Schutze des Staates die Geundrechte ausser Kraft setzen kann. Es folgt das Verbot der kommunistischen Partei. Nachdem die Linke ausgeschaltet ist, gewinnt Hitler bei den Wahlen endlich die ersehnte paralamentarische Mehrheit. Doch das war Hitler noch nicht genug: Zur Lösung der anstehenden Probleme fordert er die Diktatur für sich, also die Abdankung des Parlaments. Und das unglaubliche geschieht: 2/3 der Abgeordneten stimmten dem tatsächlich zu! Einzig die SPD lehnte den absurden Vorschlag ab.

1934

Hitler, durch die Ermächtigungsgesetzte und Leichtsinnigkeit der Weimarer Abgeordneten an die Macht gekommenm, will die SA loswerden. Die SA unter Röhm hatten er im vorausgegangenen Wahlkampf benutzt, um unliebsame Konkurrenz loszuwerden. Nun störte Hitler das negative SA-Image, rückte es doch seine Machtergreifung zu sehr ins illegale Lager. Ausserdem waren sich die Reichswehr und die SA nicht grün, erstere musste Hitler aber für seine Kriegspläne unbedingt auf seine Seite ziehen. So liess er die SA-Führer in der "Nacht der langen Messer" ermorden. Dieses Verbrechen wurde von Volk und Reichswehr nicht nur toleriert, man feierte Hitler sogar für die Beseitigung des SA-Problems, welches er ja selbst geschaffen hatte. So verschwand die braune SA und es erschien ihr Mörder, die schwarze SS (seit 1929 unter Himmler).

1936-1939

Stellvertreterkrieg in Spanien, wo Bürgerkrieg herrscht: Republikaner gegen die Faschisten Francos. Mit Hilfe von Italien und Deutschland gewinnt Franco. Es gibt 500.000 Tote in 3 Jahren. Der Beginn dieses Krieges fällt mit den olympischen Spielen in Dt. zusammen, wo Hitler noch ein weltoffenes Deutschland vorzutäuschen suchte.

1936

In Japan hatten sich die politischen Parteien vom Volk entfernt. Korruption und Elitedenken herrschten vor. Der aussenpolitische eigentlich immer noch erstaunlich gemässigte Kurs war jeodch besonders beim Militär verpönt. Gerade hier sah das breite Volk, die Bauern, jeodch ihre besten Chancen zum Aufstieg, so dass sie diese Haltung mittrugen. Der Nationalismus grassierte sowieso weltweit. Der Putsch einer radikalen Gruppe des Militärs - sie ermordeten mehrere Regierungsbeamte - konnte gerade noch einmal zurückgeschlagen werden. Doch das Militär gewann dennoch auf legalem Weg mehr Macht. 1937 expandierte Japan schliesslich nach China, als dieses sich mit der UdSSR verbündete. Daraufhin wurde Japan aussenpolitisch isoliert, mit dem Ergebniss, dass Japan und Nazi-Deutschland einander näherkamen.

1936

König Edward VIII wird englischer König (George V stirbt?). Er will bürgerliche Amerikanerin ehelichen, weshalb er abdanken muss (bewegende Radiorede an das Volk). Er hatte sich zuvor nicht mit Ruhm bekleckert, war Nachlässig bei seiner Arbeit (man sprach von Kaffeeringen auf wichtigen Akten). George VI, Vater der 10jährigen Elisabeth, Bruder von Edward, übernimmt den Job.

1936

"Promis" des 3.Reiches:

  • Heinrich Himmler, Chef der SS.

  • Vollstrecker Reinhard Heydrich, Chef der Gestapo und Sicherheitsdienstes. Will Böhmen/Mähren zum Muster-SS-Staat machen.

  • Ernst Röhm: Nationaleingestellter Offizier. Kontrolliert die SA der NSDAP. Verprügelt politische Streitgegner. Glaubt anfangs noch: Wir werden ihn (Hitler) schon rechtzeitig zur Seite stellen. Emigrierte nach Bolivien nach Entmachtung durch Hitler. Macht von dort aus Stimmung gegen Hitler (1930). Aber als sich SA gegen SS wehrt, wird er zurückgeholt, um die SA wieder auf Kurs zu bringen.

1937

Japan fällt in China ein. Tötet ca. 6 Mio Menschen, hpts. Zivilisten.

Das grösste Luftschiff - fast so lange wie die Titanic -, die Hindenburg, fliegt mit 97 Passagieren die Route Berlin - New York. Wegen des Hakenkreuzes lieferten die USA kein Helium, so dass auf Wasserstoff zurückgegriffen werden muss. Vermutlich durch Blitzeinschlag explodiert die Hindenburg in einem Feuerball. Und dennoch überlebten es unglaublicherweise 62 Menschen! Die Nazis unterstellen Sabotage. Aber vermutlich war eher der neuartige Anstrich die Ursache für die heftigen Folgen des Blitzeinschlag.

Konrad Zuse baut den ersten Computer - und bekommt kein Patent dafür, weil die deutschen Behörden diese Erfindung für unnützt halten!

1937

Der russische Erste 5-Jahres-Plan war sehr erfolgreich, jedoch nicht in allen Vorhaben. Daher wurden für den Zweiten 5-Jahres-Plan (1933-37) einige Ziele heruntergeschraubt. Aber nach 1937 konnte die UdSSR bereits weitgehend auf westliche Spezialisten verzichten. Stalin machte seine Idee vom "Sozialismus in einem Land" (Gegensatz zum permanenten, internationalen Sozialismus Trotzkis) mit drakonischen Massnahmen wahr: Jede Kritik wurde erstickt, die Arbeiter jetzt versklavt, damit sie später frei sein mögen. Die Verfassung von 1938 garantierte dem Volk ausserordentliche Rechte (Recht auf Arbeit, Sozialhilfe, Krankenversorgung), gibt ihm aber gleichzeitig keine Möglichkeiten, seine Rechte auch politisch durchsetzen zu können; denn die Partei bzw. der Oberste Rat entscheidet, nicht das Volk.

1938

Entdeckung des Quastenflossers, der seit 70 Mio Jahren ausgestoben sein sollte. Es dauerte 14 Jahre, bis der nächste gefangen wurde und auch die letzten Skeptiker verstummten. Inzwischen wurde etwa 200 dieser Tiere gefangen.

Alles fliesst - Quastenflosser

1938

Obwohl bereits seit langem danach gesucht wurde, fanden amerikanische Ölgesellschaften erst jetzt Öl in Arabien. Legende: Ein Esso-Mitarbeiter soll während der erfolglosen Sucherei so frustriert gewesen sein, dass er anbot, jeden jeden Tropfen Öl persönlich zu trinken, der jemals in Arabien gefunden würde.

1939

Dt. Truppen fallen ohne Kriegserklärung in Polen ein und beginnen den 2. Weltkrieg. Hitler hatte mit Stalin einen Nichtangriffspakt geschlossen; sie wollten sich Polen teilen. England und Frankreich hatten Polen eine Beistandsgarantie gegeben und erklärten daher Deutschland den Krieg.

1940

Angesichts der deutschen Bombartdements auf Londen, spricht Prinzessin Elisabeth den Kindern Britanniens in einer Radioansprache Mut zu. Die Königsfamilie bleibt den gesamten Krieg über in England.

1941

Pearl Harbor: Japaner versenken Grossteil der amerikan. Pazifikflotte. Alleine der Untergang der Arizona, dem Flaggschiff der Flotte, fordert fast 2500 Tote.

Hartnäckige Gerüchte besagen, Präsident Roosevelt hätte von dem Angriff vorher gewusst und ihn bewusst zugelassen, um Japan den Krieg erklären zu können. Dies ist aber eher unwahrscheinlich, da er in Europa mit Hitler genug zu tun hatte.

Nazi-Deutschland besetzt halb Europa. Aber der Winter bringt die dt. Truppen 20 Meilen vor Moskau zum stehen.

Hitler erklärt den USA den Krieg (warum eigentlich?)

1942

Kessel von Stalingrad: Die 6. Armee unter General Paulus wird an der Wolga aufgrund des Durchhaltebefehls Hitlers völlig zerrieben.

Wannsee-Konferenz der SS: Vierjahresplan zur Vernichtung der Juden wird beschlossen - obwohl bereits abzusehen war, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen sei. Es wurde aber kein offizieller Befehl Hitlers dazu gefunden.

1943

Amerikaner und Briten landen in Italien.

1944

D-Day: Landung der Allierten in der Normandie.

Attentat Oberst Stauffenberg auf Hitler misslingt

1947

Englische Prinzesin Elisabeth heiratet Prinz Phillip, in den sie sich bereits 1939 verliebt hatte. Die Schwestern des Prinzen wurden nicht eingeladen. da sie mit Deutschen verheiratet waren.

Indien wird unabhängig. Spaltung in moslemisches Pakistan und hinduistisches Indien.

1948

Prinz Charles I. wird geboren - erstmals ohne die traditionelle Anwesenheit des Innenministers (das sollte verhindern, dass ein falsches Kind untergeschoben werden konnte).

Währungsreform in Deutschland.

Berliner Luftbrücke.

Alles fliesst - Berliner Luftbrücke

Gründung Israels

Gründung NATO

1949

Gründung der BRD

1950

Koreakrige: Kommunistischer Norden gegen kapitalistischen Süden

1952

George V. stirbt unerwartet früh (war erst in den 50ern). Elisabeth, gerade in Kenia, erfährt es durch Phillip. Sie wird Königin Elisabeth II., was Proteste der Schotten hervorruft - für sie ist sie Elisabeth I.

Revolution in Bolivien.

1953

Der Österreicher Herrmann Buhl bezwingt den 8.125 m hohen Nanga Parbat. Dessen Besteigung gilt unter Bergsteigern als viel schwieriger als die des Mount Everest.

1953

Eine bürgerliche Bewegung unter Dr. Mossaddegh kreidet dem persischem Schah zu enge Verbindungen zu englischen Ölgesellschaften an. Es kommt zu Aufständen im Land und der Schah muss letztlich fliehen.

Erstaunlicherweise holen die Erzfeinde des Schahtums, die schiitische Führer, den Schah bald wieder ins Land zurück. Denn im entstandenen Machtvakuum hatten sich rasch die Kommunisten ausgebreitet, die sie noch mehr fürchteten als die Monarchie.

Schah Pahlawi versucht den Schulterschluss mit den Massen: Er gibt den Bauern Land, welches zuvor Grossgrundbesitzern gehörte. Doch die daraus resultierende Parzellenwirtschaft funktioniert nicht in dem trockenem Land. Denn der einzelne Bauer sieht nur sein Arbeitsgebiet, denkt nicht daran, auch die allgemeine Wasserversorgung zu garantieren (anders als die Grossgrundbesitzer); so trocknet das Land grossflächig weiter aus. Die "weisse Revolution" scheitert.

Durch die Landesenteignung hat sich der Schah die schiitische Führung gleich wieder neu zum Feind gemacht, die davon ebenfalls betroffen war. Als sein Hauptgegener kristallisierte sich Khomeni heraus.

1956

Der Ägypter Asser verstaatlicht den Suezkanal. Daraufhin wird er zwar von Israel und Britannien militärisch besiegt, nicht jedoch politisch. Der Präsident liess nun seine Armee von den Saudis bezahlen. Diese mussten zahlen, um das Volk zu beruhigen, welches Assers Kurs unterstützte, nämlich Öl als Druckmittel gegen den Westen einzusetzen.

1959

Revolution in Kuba. Fidel Castro stürzt in Kuba den USA-konformen Diktator Batista. Castro verstaatlicht us-amerikanischen Besitz. Daraufhin versucht die CIA ihn zu ermorden. Als das nicht klappt, unterstützen die USA eine Invasion von 1.300 Exil-Kubanern in der Schweinebucht. Das misslingt, als weitere Hilfe aus den USA ausbleibt.

Alles fliesst - Castro und Che

1960

Gründung der Baath-Partei im Irak: Al-Hisb Al-Ba'th Al-Arabi Al-Ishtiraki (Sozialistische Partei der Arabischen Wiedergeburt). Die Partei ist zwar sozialistisch, aber eher arabisch-national statt wie der russische Kommunismus international. Daher gilt die Baath als Gegner des Kommunismus, was sie wiederum dem CIA sympatisch machte. Ab 1963 regierte die Baath im Irak (durch Putsch). Gründer: Der Christ (!) Michael Atlag.

1962

Kuba-Krise zwischen USA und UdSSR: Kennedy versus Chruschtschow. Die Welt am Rande eines Atomkrieges, näher als jemals zuvor und danach wieder.

Abschaffung der Sklaverei in Saudi Arabien.

1963

Dr. Martin Luther King organisiert den "Marsch nach Washington", bis heute die grösste Demonstration in der amerikanischen Geschichte. Vor 250.000 Menschen hält er die "I have a dream"-Rede. Für seinen Einsatz für die Gleichberechtigung erhält er 1964 den Friedensnobelpreis. Mit 39 wird er 1968 von einem Fanatiker erschossen.

1968

Geburt des D.S.

1968

Militär putscht die liberale Regierung in Peru. Der erstaunliche Grund: Das Militär will verhindern, dass die dringend benötigten Sozialreformen versanden. Diese Linksorientierung des Militärs kam daher, weil sich die Armee hauptsächlich aus Armen rekrutierte.

Doch auch diese sozialistische Militär-Junta kann die Probleme des Landes nicht lösen, wie z.B. die Landflucht, den US-Auszug. 1972 wird Öl gefunden, doch es ist nicht viel, deckt nach ein paar Jahren gerade noch den Eigenbedarf. Zuletzt versuchte das Militär eine Revitalisierung der Indios, auch nicht mit durchschlagendem Erfolg. Inzwischen haben sie aufgegeben, sind wieder in ihre Kasernen zurückgekehrt.

1970

Der "Rote" Allende wird in Chile zum Präsidenten gewählt. Die Rechten versuchen noch das Militär zum Putsch zu bewegen. Doch der General Schneider lehnt es ab, in die Politik einzugreifen. In der Folge wird Schneider bei einem missglückten Entführungsversuch erschossen (bei der die CIA ihre Hände im Spiel hatte). Das Volk ist empört, die Rechten verschwinden im Untergrund.

Allende verstaatlicht u.a. die US-Kupferminen. Die sich anschliessende wirtschaftliche Talfahrt kann er nicht aufhalten. Und so putschte das Militär 1973 schlieslich doch. Allende erschiesst sich mit der Waffe, die ihm einst Fidel Castro schenkte. Unter General Pinochet entsteht eine Militärdiktatur, die 1990 durch einen demokratischen Machtwechsel verschwindet.

1972

Gründung der Front National in Frankreich. Der Rechtsextreme Le Pen scheiterte 74 und 81 bei Präsidentschaftswahlen, doch 83 kommen seine Parolen "Immigration gleich Sicherheitsrisiko gleich Arbeitslosigkeit" plötzlich an. Le Pens Klinkenputzer hatten den Leuten weiss gemacht, Mohammed können sich die teuerste Stereoanlage leisten, da der Staat ihn mit Geld überschütte. Le Pen spielte freiwillig und mediengerecht den Teufel: Er vertritt provokant stets die Gegenposition des bürgerlichen Lagers, tritt sich u.a. mit Saddam Hussein. Seine Politik ist in dieser Zeit eigentlich weder links noch recht, er will dritter Weg für die Protestwähler sein.

1974-1984

Es sind nun 6 Quarks bekannt, aus denen sich die Fermione zusammensetzen, die nicht zu den Leptonen gehören (Hadronen).


Quark Ladung Masse
up 2/3 300 MeV
down -1/3 300 MeV
strange -1/3 450 MeV
charmed 2/3 1.500 MeV
buttom (beauty) -1/3 5.000 MeV
top (truth) 2/3 40.000 MeV



Lepton Ladung Masse
Elektron -1e 0.5 MeV
Elektronen-Neutrino ? ?
Myon ? 100 MeV
Myonen-Neutrino ? ?
Tauonen ? 1.735 MeV
Tauonen-Neutrino ? ?


Es gilt:

  • Zu den 6 Quarks existieren 6 Antiquarks mit umgekehrter Ladung.

  • 6 Quarks plus 6 Leptone = Bausteine der Materie (entsprechend Antimaterie)

  • Proton besteht aus zwei up- und einem down-Quark: Ladung also 2/3+2/3-1/3=1e

  • Neutron besteht aus zwei down- und einem up-Quark: Ladung also -1/3-1/3+2/3=0e

  • Quarks treten nur in 3er-Gruppen auf (baryonen) oder in Quark-Antiquark-Kombination (Mesonen). Denn zur Trennung von 3 Quarks ist soviel Energie nötig, dass sich dabei neue Quarks bilden, die sich sofort zu einem neuen Teilchen zusammenfinden.

  • Mesonen bilden sich aus Quarks und Antiquarks, weshalb sie nicht stabil sind. Sie kommen in der Natur nicht vor, können aber in Teilchenbeschleunigern erzeugt werden. Pionen z.B., die Träger der starken Kernkraft, kann man verwenden, um Protonen in Neutronen zu wandeln (und umgekehrt).

  • Ein Elektron und sein Anti-Teilchen, das Positron, haben beide die Masse 0.5 MeV. Sie vernichten sich gegenseitig und spucken zwei Photonen aus, die jeweils eine Energie von 0.5 MeV tragen.

  • Ein Proton besteht aus 2 up- und einem down-Quark. Das ergibt die Energie (=Masse) von 2*300 MeV + 1* 300 MeV = 900 MeV. Empirische Messungen ergaben jedoch eine Masse von 938.28 MeV. Wo steckt die restliche Energie? Im Kernspin der Quarks und dem Spin der Gluonen, die die starke Kernkraft übertragen.

  • Untersuchungen haben ergeben, dass auf ein Proton 1 Mia Photonen kommen. Die Masse von Photonen ist abhängig von ihrer Frequenz/Energie/Temperatur. Pro Kelvin wächst die Masse eines Photons um 0.000258 eV. Damit 1 Mia Photonen die gleiche Masse wie ein Proton erhalten (938 MeV) muss eine Temperatur herrschen von 0.938*10^9 / 0.000258*10^9 = 3635, also ca. 4.000 Kelvin. Protonen können sich also nur bilden bei Temperaturen unter 4.000 Kelvin.

  • Freie Neutronen können zerfallen in Proton + Elektron + Anti-Neutrino.

1977

Sensation: Ägyptischer Präsident Saddad in Israel. Wird dort jubelnd empfangen, aber scharfe Kritik aus Arabien.

Brand in Polen.

Linksruck in Griechenland

SPD empört über Strauss, der das brutale chilenische Regime vor Ort lobte.

6.000 Tote durch Wirbelsturm in Indien.

1984

das letzte Element konnte in einem Teilchenbeschleuniger nachgewiesen werden. Nun sind alle postulierten 109 Elemente des Periodensystems bekannt.

1986

Challanger-Katastrophe.

Kernstück der MIR wird ins All geschossen. Ursprünglich als Bollwerk gegen Reagans SDI angedacht. Es wurde nur eine Lebenserwartung von 3 Jahren angesetzt, sie blieb aber bis 2000 im Orbit. Brauchte nur 90 Minuten für eine komplette Erdumrundung.

1990

Erster Webbrowser von Tim Berners-Lee im CERN entwickelt.

1991

Sadams Scut-Raketen (russ. Bauart) werden von den Israelis mit amerikan. Patrio-Raketen abgefangen, die über AWACS-Flugzeuge ins Ziel gelenkt werden. Die Scut benötigt nur 10 Minuten vom Irak bis Israel. Eine Patriot kostet 1 Mio Dollar.

2000

6 Mia Menschen.

Die durchschnittl. Lebenserwartung liegt bei ca. 80 Jahren.

200.000.000

Es gibt wieder einen Superkontinent, weitgehend auf der Nordhalbkugel gelegen. Die Grösse bedingt, dass das Landesinnere wohl eine extreme Wüste sein wird. Der globale Ozean ist deutlich wärmer als heute - und damit auch erheblich stürmiger. Der Sauerstoffanteil wird höher sein, wodurch grössere Insekten existieren können (wie einst im Kambrium; Riesenlibellen).

5.000.000.000

Andromeda-Galaxie stösst mit unserer Galaxie zusammen. Derzeit bewegt sich die Andromeda-Galaxie mit 500.000 km/h auf uns zu.

6.000.000.000

Unsere Sonne beendet ihren Lebenszyklus als Weisser Zwerg. Sie ist dann etwa erdgross, sehr dicht und hat eine sehr hohe Oberflächentemperatur.

10 40

Alle Materie des Weltalls ist in Weissen Zwergen, Neutronensternen, Schwarzen Löchern, Photonen und Neutronen gebunden.

10 100

Es existieren nur noch ein paar Schwarze Löcher im Weltall, die beständig elektromagnetische Strahlung aussenden. Dabei schrumpfen sie und werden heisser, bis sie schliesslich nicht nur Photonen sondern auch alle andere Teilchen ausstossen - sie explodieren und lösen sich auf. Das Weltall bleibt als eine mit Energie gefüllte Leere zurück. Was dann passiert, entzieht sich unsere Kenntnis.



 

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© by DanPHPEd - Letzte Änderung: 03. August 2009