Gepflegte Meckereien im
Blog und Forum
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Alles fliesst - Gesammeltes zur Geschichte ...
Alles fliesst-Page von Daniel Schwamm (13.04.1999)
Aus "Heimat des Dilettantismus"
http://www.henrys.de/daniel/index.php?cmd=alles-fliesst_index.htm
-14.000.000.000
Urknall - und direkt danach ging's ganz schön ab:
| nach 10-43 sec |
Ende der Plankzeit (davor können wir nicht gucken).
Erster (?) Symmetriebruch: Die Gravitation bildet sich als
eigenständige Kraft heraus.
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| nach 10-34 sec |
Inflationäre Phase. Das Weltall dehnt sich
sich als Vakuum so schnell aus, dass der nächste Symmetriebruch leicht
verzögert wird (wie bei Wasser, welches nicht sofort bei 0 Grad gefriert,
wenn es sehr schnell abgekühlt wird). Das Vakuum des Weltalls ist daher
vermutlich deutlich grösser als der beobachtbare Bereich.
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| nach 10-30 sec |
Ende der inflationären Phase. Aus dem sehr energiereichen Vakuum fallen
Teilchen aus (Quarks und Antiquarks). Die Materie entsteht also
quasi aus dem Nichts. Heisenbergs Unschärferelation erlaubt dieses
Phänomen auf Quantenebene. Im Vakuum entstehen ständig virtuelle
Teilchen und verschwinden sofort wieder; es blubbert und brodelt
geradezu. Die meisten Teilchen vernichten sich durch ihre Antiteilchen
sofort wieder, nur durch Symmetriebrüche wird es möglich, dass die
"normalen" Teilchen heute die Antiteilchen überwiegen. Die Welt hat
etwa die Grösse eines Fussballs (?).
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| nach 10-11 sec |
Ein Symmetriebruch bewirkt die Aufspaltung der elektroschwachen Kraft
(Weinberg-Salam-Theorem) in die elektomagnetische Kraft und die schwache
Kernkraft.
Die elektromagnetische Kraft wirkt auf alle elektrisch geladenen Teilchen
wie Elektronen und Protonen, Überträger ist das Photon. Ihre Wirkung
wird mit den Maxwellchen Gleichungen beschrieben, auf Quantenebene
mit der Quantenelektrodynamik (QED).
Die schwache Kernkraft ist die Ursache für die Radioaktivität, d.h.,
für das Aussenden von Teilchen beim Zerfall instabiler Elemente.
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| nach 10-6 sec |
Quarks und Antiquarks hören auf, sich gegenseitig zu vernichten. Jeweils
drei Überlebende verbinden sich zu einem Proton oder Neutron.
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| nach 10-4 sec |
Durch Einfangen von Elektronen und Positronen wandeln sich Neutronen
ständig in Protonen und umgekehrt. Da die Herstellung von Neutronen
mehr Energie benötigt, gibt es heute 5mal mehr Protonen als Neutronen.
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| nach 1 sec |
Die Neutrinos lösen sich von den anderen Teilchen und durchfluten das
All. Sie sind sehr reaktionsschwach, was auch gut ist: Je Sekunde
durchqueren Zigmilliarden Neutrinos von der Sonne unsere Körper,
durchqueren die Erde, bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit tiefer
in den Raum. Zur Zeit wiegt ein Fingerhut Materie mehr als 10.000 t.
Das All ist dichter als Gestein und heisser als eine Atombombe.
Trotzdem hat es sich schon soweit ausgedehnt, dass die schwache Kraft
die Neutrinos nicht mehr bändigen kann.
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| nach ~4 sec |
Elektronen und Protonen haben sich bereits zu Wasserstoff verbunden.
Protonen und Neutronen bilden nun die ersten Heliumkerne: Proton plus
Neutron liefert Deuteron. Deuteron plus Deuteron plus 2 Elektronen
ergeben Helium. Aus diesen beiden ersten Elementen besteht heute praktisch
die ganze Welt im Verhältnis 80% Wasserstoff und 20% Helium.
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| nach 1 Jahr |
Das Universum ist so heiss wie das Innere eines Sternes.
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| nach 106 Jahren |
Das Weltall ist soweit abgekühlt, dass sich Photonen befreien können,
die wiederum Elektronen befreien, die dann mit Protonen und Neutronen
neue Elemente bilden können, die von den Photonen nicht gleich wieder
zerschossen werden. Und wo es Atome gibt, kann die Chemie ihren Anfang
nehmen und Moleküle bilden. Die so entstehende Materie erstarrt zu
Galaxien und Sternen. Die Photonen dagegen erleuchten das Weltall.
Doch durch dessen Ausdehung wird der Lichstrom allmählich verdünnt und
rotverschoben; er bildet die heute noch nachweisebare kosmische
Hintegrundstrahlung. Die Temperatur liegt bei ca. 6.000 Grad.
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-11.000.000.000
Entstehung unserer Galaxie.
-10.000.000.000
Der Hauptjob von Sternen ist nicht, das Universum mit Licht und
Wärme zu versorgen, sondern die Produktion von Elementen.
Nachdem junge Sterne nur Wasserstoff zu Helium fusionieren und
dabei Energie abgeben, beginnen die Sterne nun auch schwere Elemente
zu produzieren. Seit 1952 weiss man, dass bei Temperaturen über
100 Mio Grad zwei Heliumkerne einen extrem kurzlebigen Berylliumkern
bilden können, der zusammen mit einem weiteren Heliumkern Kohlenstoff
produzieren kann, auf dem dann weiter die schwereren Elemente basieren.
Je älter der Stern, desto schwerer werden die Elemente, die er aus
seiner Hülle baut, wobei der Stern schrumpft und immer heisser wird.
Grob gilt: Wasserstoff wird zu Helium, Helium zu Kohlenstoff, Kohlenstoff
zu Neon, Neon zu Sauerstoff usw. Bei Eisen stoppt der Prozess. Ab hier
muss mehr Energie zur Fusion aufgewendet werden, als nach aussen
abgegeben wird. Der Eisenkern wächst im Inneren des Sternes wie ein
Krebsgeschwür, der Brennstoff wird weniger. Ist der Stern gross genug,
kommt es schliesslich zur Supernova: Die Protonen des Kerns fangen freie
Elektronen ein und werden unter Abgabe von ungeheuren Energiemengen zu
Neutronen. Die Sonne wandelt sich in einen Neutronenstern, ist bei gleicher
Masse nur noch so gross wie eine Stadt. Die abgestossene Energie dagegen
bildet in einem Atombrand Elemente schwerer als Eisen und schleudert
sie ins All. Das ganze spielt sich innerhalb von nur einer Sekunde ab.
Es ist dies der gewaltigste Prozess, den wir im Universum kennen.
Bei der Elementbildung gilt also:
| Urknall |
Wasserstoff, Helium, Lithium |
| Hauptreihensterne |
Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff |
| Sterbende Sterne |
Schwerere Elemente |
| Supernova |
Elemente schwerer als Eisen |
Mit anderen Worten: Teile meines Körpers sind irgendwo im Universum
bei einer Supernova entstanden! Wir sind wahrlich Kinder der Sterne.
-4.500.000.000
Eine Sternenexplosion erschafft die Sonne und die Planeten unseres
Sonnensystems.
-3.800.000.000
Die Erde hat sich soweit abgekühlt, das sie eine Erdkruste bilden kann.
-1.500.000.000
Erste Mehrzeller treten auf. Entwicklung des Stammhirns.
-1.000.000.000
Entwicklung des Zwischenhirns. Planzen (Algen?) sind erschienen und
"vergiften" die Atmosphäre mit Sauerstoff. Doch es finden sich bereits
die ersten aerobischen Bakterien.
-500.000.000
Entwicklung des Grosshirns. Erste Wirbeltiere treten auf (Meerbewohner).
-425.000.000
Das Leben erobert das trockene Land (in Form von Pflanzen und Bakterien?)
-395.000.000
Erste dreckige Insekten.
-200.000.000
Erste Säugetiere.
-180.000.000
Kontinentalplatten driften auseinander. Nordamerika trennt sich von
Afrika. Der Atlantik ensteht.
-50.000.000
Die meisten Vogelfamilien gibt es bereits. Darunter auch ausgesprochene
Riesenvögel: Der Urgeier hatte z.B. eine Flügelspannweite von 6 m. Die
Säugetiere dagegen sind noch durchgehen klein. Das Urpfer hatte z.B.
nur die Grösse eines Spaniels.
-20.000.000
Die Atmosphäre hat ihre heutige Zusammensetzung.
-15.000.000
Die Antarktis gefriert.
-8.000.000
Fast alle Kontinente sind von dichtem Regenwald bedeckt. Als der indische
Subkontinent an die euroasische Platte stösst, wird das Himalaya-Gebirge
aufgeworfen, 5.000 km lang, bis 8 km hoch. Dieses gewaltige Bergmassiv
hat Auswirkungen auf das globale Wetter. Regen "verfängt" sich über
Asien, Afrika dagegen trocknet aus.
-3.500.000
Aufrechter Gang hat sich herausgebildet: Das beweisen versteinerte
Fussabdrücke. So wurde die Hände frei, die sich zu Multifunktionswerkzeugen
entwickelten.
Australopithecus in Afrika, erste Menschgattung.
-2.000.000
In Afrika gibt es mehrere Arten aufrechtgehender "Affen", u.a.
Homo habilis. 1,4 m gross, Harems. Klima wurde um diese Zeit wegen der
Sonnenachsenstellung der Erde kälter und trockener: Die Regenwälder
gingen zurück, Steppe kam.
-1.800.000
Homo Erectus in China.
-1.500.000
Der Fauskeil kommt in Mode - und bleibt die nächsten 1,5 Mio Jahre
nahezu unverändert im Gebrauch. Die Menschen sind noch nicht fähig,
diese Erfindung weiterzuentwickeln. Sie verwenden Steinkeile wie
Vögel Nester bauen.
Homo Ergasta: Haarlose Körper, schwitzen statt hescheln. Erste Lebewesen
mit Sprachapparat, ertmals monogame Paarbindungen (statt Harem eines
dominaten Männchens). Verlassen als erste Afrika, gelangen so bis
China. Für diese Strecke benötigen sie mehr als 1.000 Jahre und sie
verändern sich dabei, werden zum Homo Erectus (die keine Steinkeile
verwenden/kennen, wohl weil es mit Bambus leicher zu bearbeitendes
Material gibt).
-600.000
Homo sapiens verlässt Afrika. Doch erst gegen -40.000
siedelt er sich auch in Europa an. Der Homos sapiens verwendet als erster
Menschtyp Schmuck, hat Begräbniskulte und schafft Kunstwerke.
-500.000 bis 360.000
Mensch lernt Umgang mit Feuer.
In Mitteleuropa lebt der Homo heidelbergensis. Er kennt noch
keine Beerdigungsrituale. Die Eiszeit beginnt und bis -140.000
ist der Heidelbergensis zum Neandertaler mutiert.
-100.000
Urmenschen tummeln sich in der südl. Sahara herum.
Der Homo sapiens sapiens, der Jetzmensch, lebt in Afrika. Kunst,
Rituale, Grabbeigaben usw. sind für ihn nachgewiesen. Er wanderte
in kleinen Gruppen an den Küsten entlang immer weiter nach Norden
und Osten. Vor 60.000 Jahren erreichte er dann den australischen
Kontinent. Die grösse dieser ersten Population ist unbekannt,
aber jeder der heute 6 Mia Menschen stammte letztlich von ihr ab.
-40.000
Die Neandertaler bevölkern Europa. Sie leben in kleinen Clans mit
maximal 9 bis 25 Mitgliedern. Das war vermutlich ihr grösster Nachteil
gegenüber dem seit kurzem erst zugezogenen Homo sapiens, dem Cro Magnon,
der in grösseren - und damit auch wehrhafteren - Gruppen lebte.
Die Neandertaler lebten unter rauen Bedingungen: Nur wenige von ihnen
erreichten das 40igste Lebensalter (nur jeder 5 wurde so alt), die meisten
Skelette, die man fand, waren die von etwa 11 jährigen Kindern.
Vermutlich lebeten nie mehr als etwa 100.000 von ihnen gleichzeitig
in Europa. Auch ihr Lebensraum war relativ begrenzt. Während sich der
Homo sapiens weltweit verbreitete, konzentrierten sich die Neandertaler
v.a. in Süd-Frankreich; man fand aber auch Spuren von ihnen in der
Ukraine und Israel.
Rätselhaft ist immer noch das relativ plötzliche Verschwinden der
Neandertaler. Eigentlich waren sie für die Lebensbedingungen in Europa
körperlich geeigneter als der Homo sapiens: z.B. verkürzte Unterarme und
Unterbeine und ein robusterer Körperbau gegen die Kälte.
Und inzwischen ist bewiesen: Die Neandertaler konnten sprechen (ob sie es
auch taten ist eine andere Frage). Das Fehlen einer Sprache war für mich
eigentlich immer der beste Grund für den Untergang der Neandertaler, doch
das zieht nun nicht mehr.
-35.000
Die Neandertaler verschwinden aus Europa - und aus der Geschichte.
-10.500
Spekulativ: Bau der Sphinx.
-10.500
MonteVerde. Älteste Überreste menschlicher Kultur in Amerika.
Keine Indianer. Zu dieser Zeit war der Korridor der Beringstrasse
nicht vorhanden, da gewaltige Eismassen noch den Weg nach Süden
versperrten. Wie kamen die Jungs aber dann nach Amerika?
-8.000
Durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 20-30 Jahren.
-5.900
Im Gebiet des heutigen Iraks lassen sich Spuren der Ubaid-Kultur
finden, die mit luftgetrockneten Lehmziegeln bauten. Sie gründeten
zwar noch keine Städte, waren aber bereits sesshaft gewordene Ackerbauern
und Viehzüchter.
-5.000
Ausgebuddelte Feuerstellen im Süden Ägyptens beweisen Akazienwuchs
5.000 v.Chr. in dieser heutigen Wüstengegend. Akazien benötigen
relativ viel Grundwasser. Die Sahara war demnach einst viel kleiner,
als sie es heute ist.
-5.000
Im Sudan (heute grösstes Land Afrikas) entwickeln sich erste Spuren
von Zivilisation am Nil, am Rande Ägyptens: Nubische Keramiken,
später (-3500) gewaltige Festungsnalagen zwischen Sudan und Ägypten
(heute durch Staudämme zerstört).
Im Schwemmland zwischen Tigris und Euphrat (im heutigen Irak)
entsteht die wohl erste städtische Kultur der Sumerer. Ausserdem
sind sie die Erfinder der ersten Schrift, die wir kennen (Keilschrift).
Sumerische Kunst: Schönheitsideal eine Augenbraue, Männer mit rechteckigen
Bärten, Hände oft vor der Brust gefaltet, Götter zu erkennen an Kronen
aus Hörnern.
Das Erbe der Sumerer übernahmen die Babylonier und Assyrer. Obwohl diese
einer anderen Sprachgruppe angehörten, verwendeten sie doch die gleiche
Keilschrift wie die Sumerer.
-3.600
Erste Steuern werden erhoben :-(
-3.500
Die grössten Städte der Welt befinden sich alle im (sumerischen)
Mesopotamien. Uruk ist grösser als Eridu ist grösser als Ur.
-3.300
Beginn der Kupferzeit.
-3.200
Die Sumerer, ein Volk unbekannter Herkunft, wandern in Mesopotamien ein
und bilden die erste Hochkultur des alten Orients. Um -3.000 entwickeln
sie die Keilschrift. Nachweisbar bis etwa -2.400.
-3.000
Die Akkadier, arabische Semiten, kommen nach Mesopotamien und vermischen
sich mit den Sumerern. Hochblüte der Dyanastie von Akkad: -2.400 bis -2.200.
-2.800
Die sumerischen Stadtstaaten verlieren ihre Unabhängigkeit und gehen
in königlichen Dynastien unter.
-2.500
Mediterraner Kulturkreis in Italien: runde Lehmbauten, Vor-Ort-Bestrafung
(keine Verbannung mehr), laut Bachofen mutterrechtlich organisiert.
(vorindogermanische Ligurer)
Im Gebiet des späteren Iran bilden die Elam, Volk unbekannter Herkunft,
ein Reich mit der Hauptstadt Susa. Um -2.200 errichten sie die ersten
Kuppelbauten der Menschheitsgeschichte.
-2330
Sargon der Grosse erschafft das erste Grossreich der Geschichte in Sumer.
Dies bedeutet das vorläufige Ende der Stadtstaaten für die nächsten 200
Jahre.
Sargon ist eigentlich ein Titel, kein Name. Über die Herkunft Sargons
wissen wir wenig. Er war kein Sumerer, sondern semnitisch sprechend
(verwendete aber wie auch andere Volksgruppen die sumerische Keilschrift).
Wie er genau König wurde, ist unbekannt. Aber er war wohl ein hoher
Hofbeamter, der ursupierte.
Mit seinen 5.400 Mann besass er damals das grösste Heer. Sargon machte
die neu geründete Stadt Akkon zu seiner Hauptstadt. Leider ist deren
genaue Lokation bis heute unbekannt.
Seine Tochter huldigte - wohl auch aus Staatsraison - der sumerischen Göttin
Innana. Auch ihre Tempelhymnen schrieb sie in sumerisch. Sie ist damit
der bisher älteste, namentlich bekannte Autor eines schriftstellerischen
Werkes.
Unter den Nachfolgern Sargons schaffte es nur einer, eine ähnliche
Bedeutung zu erlangen: Sein Enkel Naramsin.
Um -2193 zerfiel das akkadische Reich, als es von umliegenden Bergvölkern
überrannt wurde.
-2.200
Chin-Dynastie: Terrakota-Armee, despotischer Kaiser, gemässigter Sohn
wurde in Selbstmord getrieben (durch gefälschten Brief, in dem Vater
ihm angeblich das Vertrauen entzieht und seinen Selbstmord verlang). Der
Briefeschreiber war aber in Wirklichkeit der jüngere Sohn, der den
plötzlichen Tod des Vaters längere Zeit vor der Öffentlichkeit geheim
halten konnte (liess dafür die Leiche mit grossem Primborium durch's
Land ziehen: da Normalsterbliche den Kaiser nicht sehen durften,
wunderte sich keiner darüber, dass der Kaiser tatsächlich nie gesehen wurde).
Plötzlicher (d.h. wenige Jahrzehnte dauernder) Untergang der altägyptischen
Kultur. Der Grund dafür liegt im Dunkeln. Seit 700 n.Chr. die Pegelstände
des Nils gemessen werden, weiss man, dass die jährliche Überflutung des Nils
nicht immer gewährleistet war. Doch über Jahrzehnte hinweg? Auch die
allmähliche Ausbreitung der Sahara kann das rasche Verschwinden der
ägyptischen Hochkultur nicht bewirkt haben. Doch was ist dann passiert?
Der Sauerstoffgehalt von in israelischen Höhlen gefundenen Stalagmiten
zeigen, dass 2200 v.Chr. die Niederschlagsmenge durchschnittlich um 20%
niedriger war als zuvor (und in späteren Zeiten). Weitere Forschungsergebnisse
lassen vermuten, dass es sich bei diesem plötzlichen Klimawechsel um ein
weltweites Phänomen handelt. Der Klimawechsel in Ägypten konnte für
diese Zeit anhand eines vom Nil gespeisten Sees inzwischen beweisen
werden. Bohrungen fanden kein Seditemtgestein, welches älter als 4.200 Jahre
ist, obwohl es Unterlagen gibt, die zeigen, dass der See in älterer Zeit
bereits existierte. Einzige Erklärung: Der See war völlig ausgedrocknet
und der Wind hatte alle älteren Sedimentschichten abgetragen. Seither ist
der See nie wieder ausgetrocknet. Der Grund für den Klimawechsel ist aber
nach wie vor unbekannt.
Arische Stämme aus Zentralasien beginnen, über das Elburgebirge nach
Süden vorzudringen. Das eroberte Gebiet nennen sie "Iran", "Land der
Arier". Später erobern die Arier auch Teile Nordindiens (-1900) und
gründen dort die Kastenordnung der Hindus (-1500).
-2.200-2.100
Zeit breitflächiger Unruhen, vom Balkan bis Mesopotamien bis Ägypten.
Überall fielen indogermanische Stäme in die Hochkulturen ein. Daraufhin
bildeten sich die Reiche der Hethiter und der Thraker in Anatolien.
Das Reich von Akkad wird von iranischen Bergvölkern zerstört. In Ägypten
endet das Alte Reich (Beginn der Ersten Zwischenzeit). Troja II wird
völlig dem Erdboden gleich gemacht; wer es zuvor wohnte, ist unklar, aber
es waren wohl Nicht-Indogermanen.
-2.100
Abraham verlässt mit seinem Stamm Mesopotamien und lässt sich in
Kanaan nieder. Ihm schreiben später die Juden, Christen und Moslems
zu, als erstes monotheistisch gepredigt zu haben.
-2.000
Bronzezeit löst die Kupferzeit ab. Bronze ist eine harte Legierung aus
Kupfer und Zinn (10%). Insbesondere Zinn ist relativ schwer zu finden,
man baute es ab in Spanien, Sachsen, Indien, Afghanistan und dem phönizischen
Cornwallis (auf britischen Inseln! Simmt das?). Kupfer findet sich v.a.
auf Zypern (daher hat die Inseln auch ihren Namen, von griechisch Kypros).
Die Bronzezeit setzt also "internationale" Handelsbeziehungen voraus. Bonze
galt damals als sehr wertvoll, rangierte nur knapp unter Gold und Silber.
Wird daher in Homers "Illias" auch häufig erwähnt.
Bronze setzt wie auch Kupfer eine grüne Patima an, was die Unterscheidung
zu Kupfer recht schwierig macht. Aus diesem Grund wurde z.B. "Ötzi"
zunächst in die Bromzezeit verlegt, bis genauere Analysen zeigten,
dass sein Beil aus reinem Kupfer gefertigt war, er also einer erheblich
früheren Zeitepoche angehörte.
-2.000
Rein nubisches Reich in Konkurrenz zu Ägypten.
Hochblüte des Babylonischen Reichs. König Hammurabi verfasst ein
epochales Gesetzeswerk, welches später auch massgeblich wird für die
Ägypter, Moses und den Perserkönig Dareios I.
-1700
Verfassung des Codex Hammurabi, Grosskönig von Baylon. Es existieren
jedoch keine Zeugnisse, die beweisen, dass diese idealistischen
Rechtsregeln auch tatsächlich angewendet wurden.
Der bedeutende Pharao Ramses II regiert in Ägypten (er ist auch der Ramses
der Bibel).
Er liess die jüdische Bevölkerung für sich schuften, bis
sie um 1200 unter Moses den Exodus wagten und Kanaan eroberten.
-1250
Die Aramäer, ein semitisches Volk, gründen Kleinstaaten in Mesopotamien.
Ihre Sprache ist 900 Jahre lang Verkehrssprache in Voderasien, bis es
vom Koran-Arabisch verdrängt wird. Grosse Teile des Alten und Neuen
Testaments wurden in aramäisch geschrieben. Und so gehören die Aramäer
heute auch weitestgehend dem christlichen Glauben an, z.B. dem
syrisch-orthodoxem Glauben (Oberhaupt sitzt in Damaskus).
Das Reich von Elam im Iran erreicht Hochblüte.
-1200
Beginn der Völkerwanderungen: Einwanderung von Ostvölkern nach Europa,
v.a. der Indogermanen vom Urla aus: Kelten, Griechen, Italiker, Germanen.
Die alte Hügelgräberkultur Mitteleuropas wandelt sich in eine Urnenfelderkultur
(ausgehend von der Lausitzer Kultur im Osten). Die Ostindogermanen dringen immer
weiter nach Europa ein (disese Bewegung ist gut zu beobachten an der allmählichen
Verwendung der von den Reitervölkern Asiens kommenden Reitkultur).
Illyrer und Italiker wandern in Italien ein.
Die Illyerer sind wohl hauptsächlich die Träger der Lausitzer Kultur gewesen.
Die Italiker setzen sich aus umbro-sabellischen und latino-falisken Gruppen
zusammen. Insbesondere die Latino-Falisker orientieren sich mehr an der alten
mediteranen Kultur (dies ist v.a. an ihrer schwach ausgeprägten Reitkultur zu
bemerken: Ihre prominentesten Vertretern - die Römern - wurden nie ein grosses
Reitervolk)
Die Illyrer - zusammen mit den umbro-sabellische Italikeren - bilden eine eigenständige
Kultur in Italien heraus, die Villanova-Kultur, die bis -400 andauert.
-1200
Zu den marodierenden Seevölkern zählten auch die Philister (die aus der Bibel).
Sie setzten sich zunächst an der ägyptischen Grenze fest. Ramses III besiegte
sie jedoch und siedelte sie nach Palästina um.
Ende der Bronzezeit und Beginn der Eisenzeit. Die neuen, besseren weil härteren
Eisenwaffen sorgen für breitflächige Umwälzungen: Ägypten wird in zahlreichen
Kämpfen so geschwächt, dass es sich nie wieder ganz erholen kann. Das einst
so mächtige Hethiterreich verschwindet völlig aus der Geschichte. Troja VI
wird zerstört.
-1200
Homerische Schlacht: Achäische Griechen (=mykenisch, d.h. Erben der Minoer)
erobern nach 10 Jähriger Belagerung Troja und vernichten die Stadt.
-1170
Pharao Ramses III besiegt geheimnisvolle Seevölker, die zuvor alle Ostgebiete
des Mittelmeeres heimsuchten. Unter anderem fiel diesen Völkern das Reich
der Hethiter zum Opfer, die einst so mächtig waren wie Babylon und Ägypten.
Da auch Troja zu dieser Zeit zerstört wurde und Homer die Angreifer "achäische
Griechen" nannte, ist es möglich, dass auch die Griechen Teil dieser ominösen
Seevölker waren.
-1000
Präkeltische Hinkelstein- und Hünengrabbauer herrschen noch vor, doch die
Kelten beginnen bereits ganz Mitteleuropa zu besiedeln: Von Irland
bis Böhmen schufen sie Städte, u.a. Paris, Tourin und Budapest. Es
gibt nur wenige Bildzeugnisse von ihnen. Es heisst, ihre Krieger hätten
nackt gekämpft, und sie hätten die Köpfe gefallener Gegner als Trophäen
aufbewahrt. Die Kelten waren die grossen Rivalen der Römer, von denen sie
allmählich verdrängt wurden.
Das, was wir über die Kelten wissen, stammt von ihren Bezwingern, den
Römern und Griechen. Sie selbst hinterliessen nichts schriftliches;
auch die Druiden gaben ihr Wissen nur mündlich weiter.
Charakteristisch sind ihre Grabbeigaben: Fässer mit Met, kleine Wagen,
Tongefässe, später auch Bronze- und Eisenschwerter. Sie waren hauptsächlich
nördlich der Alpen ansässig: Als "Gold der Kelter" gilt Salz, welches
sie in regelrechten Bergwerken (die auch Kinderarbeit kannten) abbauten.
In einer Zeit ohne Kühlschränke war Salz ein wichtiges Konservierungsmittel.
Exportiert wurde es z.B. ins salzarme Böhmen.
Auch die Gallier waren
ursprünglich Kelten. Die Götterwelt der Kelten war mystischer als die
der Griechen/Römer: Sie kannte viele Fabelwesen und Fratzen, die zum Teil
an die Bildzeugnisse der Mayas erinnern.
Die arischen Stämme der Meder und Perser wandern aus Südrussland in
iranisches Gebiet. Während also in Mesopotamien (Irak) arabische Völker
leben, sind es im Iran arische Völker. Das mag auch erklären, dass sich
die Iraner und Iraker bis zum heutigen Tag eher feindlich gegenüberstehen,
trotz zahlloser Kontaktpunkte in Kultur und Religion. Tatsächlich besass
der Iran regelmässig Gebietsanteile im Irak, so z.B. die für die Schiiten
(iranische Moslmes, im Gegensatz zu den arabischen Sunniten) wichtigsten
Heiligenstädte von Ali und Hussein.
-900
Einwanderung der Etrusker nach Italien. Gelten in gewisser Weise als "kulturlos",
denn sie bringen weniger eigenständiges hervor, als dass sie sich vielmehr fremde
Kulturgüter geschickt einverleiben. Die Etrusker werden die Vermittler des später so
wichtigen griechischen Wissens an die Latiner (Rom). Ungewöhnlich bei den Etruskern:
Die hohe Stellung der Frau. Sie waren v.a. angesiedelt in der heutigen Toskana
(Tuski=Etrusker).
-800
Epen Homers: Illias, Odysee. In ihnen wird der Kampf Mann gegen Mann glorifiziert,
was Stellung des (im Kampf) besser ausgebildeten Adels gegenüber den gewöhnlichen
Heeressoldaten stärkt. Auch die Könige werden entmachtet, es bilden sich die
griechischen SDtadtstaaten Athen, Sparta, Korinth, Theben und Argos.
Im hohen Masse bildet der den Griechen gemeinsame Kulturschatz der Epen Homers die
Basis des Hellentums (Hellenen=Eigenbezeichnung der Griechen).
Illias: Gäa + Sohn Uranos zeugen Zyklopen + Titanen. Die rebellischen Zyklopen
werden von Uranos in die Unterwelt verbannt, fliehen aber von dort mit Gäas Hilfe.
der Zyklop Kronos entmannt Uranos, aus dem Genital + Meerschaum erwächst Aphrodite.
Um nicht dem gleichen Schicksal anheim zu fallen, frisst Kronos die eigenen Kinder,
aber seine Frau Rhea rettet Zeus. Letzterer vergiftet (?) Kronos, woraufhin dieser
seine Kinder wieder ausspeiht. Danach befreit Zeus die Zyklopen und besiegt dann
Kronos und die Titanen. Zeus erhält das land, Poseidon das Meer und Hades die
Unterwelt. Zeus ist zwar mit Hera verheiratet, zeugt aber bei sich jeder bietenden
Gelegenheit Kinder, die dann den Pantheon bevölkern.
Bibel: Adam und Eva sind Vorfahren von Kain und Abel. Kain benimmt sich daneben,
wofür Gott die Sintflut schickt, die Noah überlebt. Gott wird erneut verärgert
wegen der Städte Sodom und Gomorrah. Abraham und Sarah zeugen trotz gesetzten
Alters Isaak (wofür Abraham seine Manneskraft durch die Beschneidung Gott weiht),
dessen Opferung durch Gott verhindert wird. Issak Sohn Jakob ist der jüdische
Odysseus, der in Israel umgetauft wird. Israels Söhne sind u.a. Juda (Stammvater der
Juden) und Joseph, der von seinen Brüdern in die Sklaverei nach Ägypten verkauft
wird. Joseph macht durch Visionen in Ägypten Karriere, und ein jüdischer Nachfahre,
Moses, führt sein Volk schliesslich wieder nach Kanaan (=Passah-Fest). Er erhält
ausserdem die 10 Gebote in der Bundeslade. Es tauchen die Könige Saul, David und
Salomo auf. Und Hiob wird von Gott + Satan geprüft (=Rechtfertigung Gottes als
Gegenpol zum Übel).
Einwanderung von Griechen nach Italien. Erst sie bringen die Idee der Stadtstaaten
mit.
-776
Beginn der Olympischen Spiele (bis 393, Reaktivierung 1884). Die Spiele sind
dem höchsten griechischem Gott, Zeus, gewidmet. Charakteristisch: Der olympische
Friede zwischen den (verfeindeten) Stadtstaaten Athen, Sparta, Theben usw.
-753
Latiner gründen Rom (sagenhaft durch die von einer Wölfin grossgezogenen
Remus und Romulus). Die Etrusker herrschen vorerst als Könige.
-708
Deikos begründet das Mederreich mit der Hauptstadt Ekbatan in Voderasien.
-700
Spartaner in Lakonien (lakon. Kürze), Phallanx statt Einzelkampf
-> Gleichberichtigung, Einschränkung Adelsmacht (=Grossgrundbesitzer)
-700
Im Iran, in der Landschaft "Parsa", entsteht das Reich der Achämeniden.
-689
Samherib, König von Assur, baut seine neue Hauptstadt Ninive zur
prächtigsten Grossstadt der damaligen Welt aus. Nur Babylon konnte
mit Ninive konkurrieren, weshalb er diese Stadt - das erstemal nach
1200 Jahren - zerstören liess. babylon wurde erst um -570 von
Nebukadnezar II wieder aufgebaut.
-640
Solon Archon Athens, Reformen -> Timokratie: Reichtum regiert,
weitere Einschränkung der Adelsmacht (Reichtum erwerbbar, Aufstieg möglich)
-636
Die Assyrer zertören das Reich von Elam. Zur gleichen Zeit erobern
die Meder grosse Teile des Iran und machen die Perser zu Vasallen.
Zarathustra lehnte den Mithraskult ab, nachdem er in den Bergen des
Iran die Idee des Monotheismus (Gott=Ahura Mazda) empfing. Auch
Engel (z.B. Vohu Manah) und der Heiligen Geist (Spenta Mainyu)
lassen sich bereits bei ihm finden. Anders als bei den meisten
Religionen dieser Zeit stand bei Zarathustra nicht Fruchtbarkeit,
sondern Ethik im Mittelpunkt.
-626
Der Chaldäer Nabopolassar besiegt die von den Medern geschwächten
Assyrer und zieht in Babylon ein. Er machte Babylon zu einem gewaltigen
Kriegsgefangenenlager, u.a. sass hier das jüdische Volk fest. Sie
mussten am Turmbau zu Babel mitwirken (der soll über 90 m hoch gewesen
sein). Der Kampf seines Sohnes Nebukadnezar gegen die Ägypter ist
in der Bibel bei Jermias zu finden (-606). Er belagerte 13 Jahre lang
erfolglos den Inselstaat Tyros.
-600
Thales: Frage nach dem Sein der Dinge.
Der persische Philosoph und Relgionsstifter Zarathustra predigt
Monotheismus, die Vorstellung von einem Jenseits und dem Jüngsten
Gericht. Diese Ideen sind also nicht originär von den Juden entwickelt,
sondern erst von diesen übernommen worden (mit Zarathustras Religion
kamen sie wohl in Berührung, als Kyros sie -538 aus der Babylonischen
Gefangenschaft entliess).
-550
Lydischer König Midas verliert gegen Perser
-539
Kyros II, ein Achämenide (=Perser), besiegte die Meder, Reiche in
Kleinasien, Baktrien und schliesslich Babylon. Persien wird
Weltmacht. Kyros entlässt die Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft.
Sein Sohn Kambyses II unterwirft noch Ägypten.
Der babylonische König Nabonid hatte vor dem Sturz vergeblich versucht,
die Araber als Schutzmacht zu gewinnen.
-522 bis -486
Dareios I. regiert Persien. Erstmals Verehrung Zarathustras nachweisbar.
Straffe Staatsordnung, führt Gottkönigtum ein. Susa wird Hauptstadt der
Verwaltung, Persepolis Hauptsadt für Zeremonien.
-528
Kyrus II, der Begründer Persiens (und unblutiger Eroberer Babylons)
stirbt. Das von ihm geschaffene Reich zerbrach erst unter dem Ansturm
Alexander d. Gr. (-333)
-500
Reformen Kleisthenes schränken Macht des Adels noch weiter
ein, den Bürgertum verlangt nach mehr Mitbestimmung. Grundlagen
der attischen Demokratie.
Milet rebelliert gegen Perser, aber Dareios setzt sich durch, will restliches
Griechenland erobern.
Etruskische Macht in Rom bröckelt gegen Griechenland, schliesslich Sturz der
Monarchie, Gründung der Republik. Seitdem sind Streitereien zwischen den
Patriziern (Adel) und den Plebejern (Volk) an der Tagesordnung. Es bildet
sich so allmählich die Mutter aller Verfassungen heraus:
- Senat: Ehemalige Staatsbeamte, von Konsuln auf Lebenszeit ernannt. Anfangs
300, später mehr. Gesetzgeber.
- 2 Konsuln: Regieren und haben Oberbefehl über Heer.
- "Minister": Zenoren (öffentl. Bauten), Quästoren (Steuern), Prätoren
(Justiz) und Ädilen (Polizei)
- Volkstribune: "Betriebsrat" gegen Bürokratie, Vetorecht gegen Senatsbeschlüsse.
Heraklit: Was bleibt im Wandel bestehen? Der Wandel selbst - alles fliesst.
Die Dinge existieren nur aus Gegensatz heraus, z.B. "Klein" existiert nur im
Gegensatz zu "Gross". Das ordnente Prinzip ist "Logos". Der Gegensatz darf nicht
über eine Erscheinung obsiegen, da sie sonst nicht mehr existieren würde
(ionische Schule).
Parmenides (elatische Schule): Gegner Heraklits.
-500
Heraklit nennt Pythagoras "Chef der Schwindler", der fremdes Wissen als sein
eigenes verkauft. Die Pythagoräische Schule existiert bis -400. Am Ende wurden
ihre Schüler verfolgt, denn deren hierarchische Strukturen standen dem gerade
entstehenden Demokratieverständnis entgegen. Um 200 erwachte die Pythagoräer
jedoch wieder zu neuem Leben (Neupythagoräer).
-500
Die keltischen Fürstensitze verschwinden immer mehr aus Europa. Warum,
weiss man nicht genau. Vielleicht wegen der Überbevölkerung, die die
Entwicklung von keltischen Städten begünstigte. Und hier lag die macht
nicht bei einem einzelen Fürsten, sondern verteilte sich auf den Adel.
Dieses "Goldene Zeitalter der Kelten" währte aber nur knapp 100 Jahre,
dann gewinnen die Griechen und Römer an Macht. Zuletzt muss sich der
Kelte Vercingetorix der römischen Streitmacht Cäsars ergeben (-58).
-496
Schlacht bei Marathon gewinnen Griechen gegen Perser. Legende: Ein
Läufer bringt die Siegesbotschaft nach Athen und bricht nach der Verkündung
tot zusammen (Marathonlauf).
-480
Dareios Sohn Xerxes ist zunächst erfolgreicher als Vater,
u.a. zerstören die Perser Athen mit der Akropolis,
wird aber in der Seeschlacht bei Salamis von Athen vernichtend
geschlagen.
-470
Klassisches Zeitalter:
Sokrates, Platon, Arostoteles, Perikles, Herodot
Nach dem Perserangriff, wo die Mauern Athens nur unzureichend Schutz geboten
hatten, begannen sie nun, ihre Stadt zu befestigen. Athen lag in der Nähe,
aus Sicherheitsgründen aber nicht direkt am Meer. Eine Mauer zog sich nun
um Athen, eine andere verband es mit dem Meer (Hafen in Piräus).
Sokrates: Ich weiss, dass ich nichts weiss. Erkenne dich selbst! Fragte nicht mehr
nach dem Sein, sondern nach dem wahren (=richtigem) Handeln.
-450
Ständekämpfe in Rom, Plebejer gewinnen an Macht: Volkstribune, -Versammlung
12 Tafelgesetz gegen Willkür: Angleichung der Rechte von Plebejern und Patriziern
Zenon: Schüler Parmenides, Paradoxien - kein Wandel möglich
Atomisten: Synthese Heraklit + Parmenides: Wandel doch möglich durch ewig Seiendes
(Atome), die immer wieder neu kombiniert werden und dadurch neues hervorbringen.
-443
Blüte Athens unter Staatsmann Perikles.
Athen ist grosser Debattierclub, wo der Adel abgesetzt wurde, ohne sie jedoch
von der Macht auszuschliessen. Nicht ein übermenschl. Wesen, sondern der Mensch
ist das mass aller Dinge.
-431
Sparta, durch Seemacht Athens ins Hintertreffen geraten, fordert Athen heraus.
es kommt zum Peloponnesischer Krieg. Athen begann den Krieg mit überlegener
Gewissheit und beendete ihn 27 Jahre später mit verheerender Niederlage.
Doch Sparta verbraucht seine Kräfte gegen Theben und Athen gewinnt wieder an Macht.
Am Ende kommt es jedoch zur gegenseitige Vernichtung, was den Aufstieg Makedoniens
ermöglicht.
Athen: offene Gesellschaft. Nackter Körper als Ideal, da Wärmevermögen eines
Körpers dessen Überlegenheit und Unverletzbarkeit demonstrierte. Den männl.
Griechen galten die Frauen darum geringer, da sie angebl. schneller froren, ihre
Körper damit also kälter waren. Diskurse standen hoch im Kurs, weil man sich dabei
"erhitzte", seinen Wärmegrad also steigerte. Nach diesem griechischen
Physiologieverständnis (urspr. kam es jedoch von den Ägyptern, möglicherweise sogar
schon von den Sumerern) der Offenlegung von Körper und Geist galten Völker, die
bekleidet z.B. an den olympischen Spielen teilnamen, als Barbaren. Das Wort
Gymnasium kommt von "splitternackt", Reibung von Körpern aneinander erhöht die
Körpertemperatur - insbesondere wenn es zwei warme Körper, sprich: männliche,
Körper sind.
Sparta: Militarisiertes Leben.
-429
Pest in Athen, Perikles stirbt
Mit persischer Hilfe (!) verbucht Sparta Erfolge gegen geschwächtes Athen,
reibt sich aber dabei selbst auf
-427
Platon. Schüler des Sokrates. Breitschultrig, reich, mütterlicherseits
ein Nachfahre des Gesetzgebers Solons, väterlicherseits ein Nachfahre
des 1. Königs von Athen.
-409
Gallierkatasrophe in Rom
-387
Keltensturm: Gallier drängen bis Rom vor
-384
Aristoteles. Schüler des Platons, Lehrer von Alexander d. Gr.
-385
Eudoxos entwickelt Modell des Kosmos mit 27 Sphären umd die Erde mit
verschiedenen Achsen, um die merkwürdigen Planetenbewegungen erklären
zu können, die sich aus der Annahme ergeben, dass die Erde im Mittelpunkt
steht. Immerhin war ihm klar, dass die Erde eine Kugelform besitzt.
Aristoteles erweiterte dieses Modell auf sogar 55 Sphären.
-371
Theben besiegt Sparta vernichtend
-359
Philip II., König von Makedonien, erringt Herrschaft in Griechenland.
-350
Epikur: Tiel ist Ataraxie (=Gemühtsruhe). Wodurch zu erreichen?
Durch Befreeiung von Ängsten. Was sind Urängste? Götter und Tod.
Vertrat daher mechanist. Weltbild, welches ewig existiert, nie untergehen kann.
Sein Weltbild kommt ohne Götter aus, hat auch keinen Sinn. Die Seele besteht
aus besonders feinen Atomen, existiert also ewig. Menschlicher Wille wird aber etwas
Platz eingeräumt: Möglich durch chaotische Atombewegungen, die den
Determinismus schwächen.
-340 bis -270
Rom kämpft gegen Samnitischen Bund. Unterdrückt andere latinische Städte.
Bau der Via Appia, Abwehrung der Gallier, Sieg über Pyrrhos (Grieche).
-336
Philips Sohn, Alexander der Grosse, kommt nach Ermordung Philips an die Macht.
Schlacht von Issos: Alexander der Grosse besiegt Perser Dareios III.
Alexander zerstört das perische Grossreich. Mit der Ermordung
Dareios III erlicht die Dynastie der Achämeniden. Er erobert -331
Susa und Babylon, zerstört -330 Persepolis, stösst bis -325 nach Indien
vor, und stirbt -323 in Babylon (an der Malaria: Der Mann, der in ein
paar Jahren ein ganzes Weltreich schuf - und dabei ein anderes zerstörte -,
wurde von einer Mücke dahingerafft).
-331
Gründung Alexandrias durch Alexander der Grosse.
-312
Im Zuge der Neuordnung des Alexanderreichs kommen in Persien
die Seleukiden (turkmenischen Ursprungs?) an die Macht.
-300
Stoiker: Vertreter des Realismus (genauer: Nominalismus), wo Allgemeinbegriffe
nur Namen sind (nicht das wahre Sein wie die Ideen bei Platon). Pantheismus.
-282
Rom kämpft erstmals gegen Griechen => Phyrros-Siege schwächen Griechen so stark,
dass sie sich aus Italien zurückziehen.
-264 bis -240
1. Punischer Krieg: Da Karthago Seemacht ist, wendet Römer Entertechnik an,
machen so Seekrieg quasi zum Landkrieg. Doch nur unter grössten Anstrengungen
gelingt es den Römern, sich durchzusetzen.
Karthago verliert Sizilien, setzen sich dafür in Spanien fest.
-250
Der iranische Stamm der Parther besiegt die Seleukiden. Sie begründen die
Dynastie der Arsakiden. Die Hellenisierung Persiens behalten sie aber bei.
-240
Erstmals wird eine griechische Tragödie ins lateinische übersetzt (von Andronicus).
-225 bis 651
Die persischen Sassaniden besiegen die Parther und errichten das Neupersische
Reich, wobei sie an die altpersischen Achämeniden anknüpfen: Gottkönigtum,
Zarathustra-Religion. Hauptstadt wird Ktesiphon.
2. Punischer Krieg: Weil Karthago sich in Spanien breit macht, erklären Römer
den Krieg. Hannibal überquert Alpen, dabei gehen 70% seines Heeres drauf,
weshalb er Rom nicht einnehmen kann. Die Römer greifen direkt Karthago an, zwingen
Hannibal so zum Rückzug. Hier wird er erstmals von Scipio Africanus geschlagen.
Dann wendet sich Rom gegen Osten, da sich Phillip II von Makedonien mit Karthago
verbündet hatte. Die Römer besetzen Griechenland (dabei wird Archimedes getötet).
Sieg über Makedonien unter Phillip V und Perseus.
Der 2. Punische Krieg gilt als bedeutenster Wendepunkt in der antiken Geschichte.
-212
Archimedes berichtet von einem heliozentrischen Weltbild des Aristarch,
welches deutlich grösser ist als das ptolomäische, doch leider geriet
es in Vergessenheit. Denn die Griechen fanden keine Beweise für die
Bewegung der Erde (z.B. permanente Ostwinde), da sie das Wesen der Trägheit
nur einseitig kannten, nämlich das unbewegte Objekte zur Bewegungslosigkeit
neigen.
-200
Die Han-Dynastie löst die Chin-Dynastie ab (?). Ist gemässigter.
Existiert bis 200 n.Chr.
Ptolomäus verfeinert Aristoteles Sphärenmodell des Kosmos um zusätzliche
Kreisbewegungen (Planeten als Lasso von Reitern, die an einer Leine um die
Erde feführt werden). Die Grösse schätzt er immerhin schon auf 80 Mio km,
was etwa dem Erde-Sonne-Abstand entspricht. Doch auch schon bei dieser geringen
Grösse hätten sich die Fixsterne mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen
müssen, um die Erscheinungen zu erklären.
-197
Antiochos III von Syrien besetzt ganz Kleinasien. Auch die dortigen griechischen
Gemeinden und Hannibal suchen bei ihm Schutz + Hilfe. Sie vereinen sich mit
Sparta und Aitolern, werden aber -190 von den Römern besiegt.
-153
Die Römer versuchen das spanische Numantia einzunehmen. Doch die Hauptstadt
der Keltiberer wurde verbissen verteidigt. Erst Scipio d.J. gelingt es,
den Ort ausuhungern (es soll sogar zu Kanibalismus gekommen sein). Als die
Stadt schliesslich doch fiel (-134), wählten die Überlebenden - zum
fassunglosen Erstaunen und Entsetzten der Römer - den Selbstmord. Die
Numantianer werden noch heute als die "Ersten Spanier" verehrt.
-149
3. Punischer Krieg: Karthago wird entgültig geschlagen.
-136
Erster Sklavenaufstand Roms: Sklaven gründen sogar eigenen Staat in Sizilien,
werden aber schliesslich unterworfen.
-134
Hipparchos beobachtet die erste Nova ("Neuer Stern" am Fixhimmel).
-133
Reformversuch des Tiberius Gracchus (Ackerreform: mehr Rechte für Bauern, da
deren Land nur noch begrenzt verteilt werden darf) wird vom Senat durch Ermordung
verhindert. Auch sein Bruder Gaius kann Bürgerrechte für Bundesgenossen nicht
durchsetzen; lässt sich von Sklaven ermordern.
-123
2.Reformversuch in Rom von Gaius Gracchus (Bruder von Tiberius?) scheitert
ebenfalls durch Gewalt.
Antipater verfasst die Geschichte des 2.Pun. Kriges.
-120
Kimbern verlassen Dänemark Richtung Süden. Vermutlich aus Hunger,
sind also quasi Wirtschaftsflüchtlinge. Schätzungsweise 100.000 Menschen
bilden einen 20-30 km langen Trek. Überfallen die jeweils ansässigen
Bauern, um sich mit Nahrung zu versorgen. Um -113 erreichen sie Kärnten,
wo die römische Grenze verläuft. Die Rölmer fühlen sich bedroht und greifen
an. Doch die Kimbern gewinnen, was ihnen die Römer nie vergessen.
Die Germanen sind mit durchschnittlich 174 cm gut 10 cm grösser als die
Römer ("Germanische Recken").
-113
Römer unterliegen mehrfach Cimbern und Teutonen. Cimbern und Teutonen wurden vermutl.
von einer Sturmflut aus Jutland vertrieben (bei Dänemark). Besiegen in
Kärnten entgegengeschicktes Römerheer. -105 gelingt ihnen das nocheinmal, weniger
aus eigener Stärke, denn aufgrund der Streitereien der römischen Konsule. Panik bricht
in Rom aus.
-104
Die Heeresereform des Marius bindet Heer an Heerführer (nicht an Rom!)
Berufsheer, gut ausgebildet, schlagkräftigste Truppe der Antike. Zieht
das Proletariat zum Heeresdienst heran (statt Bauern ==> dadurch längere
Dienstzeiten erst möglich, aber im Gegenzug wird Abfindung für Soldaten nötig).
Marius lässt sich immer wieder zu Konsul wählen (was ein unerhörter Vorgang in
der römischen Geschichte darstellt; aber nur ihm wird ein Sieg zugetraut), bis
er Teutonen -102 (angebl. über 100.000 Tote) und die Cimbern -101 vernichtend
schlagen kann.
-100 bis 500
In der Nasca-Wüste im heutigen Büro beginnen die Indianer mit der Schaffung
gigantischer "Zeichnungen" in den Boden, die eigentlich nur aus der Luft
als solche zu erkennen sind. Der Sinn ist unklar. Einige Linien haben aber
offenbar astronomische Funktionen, zeigen sie doch den Punkt an, bei dem
die Sonne zur Sonnenwende aufging. Solche Wissen war für die Priester
wie überall sonst auf der Welt wichtig, gab es ihnen doch die nötige Autorität
über das Volk, welches für den Ackerbau auf genaue Zeitangaben angwiesen war.
-91
Drusus greift Gracchen-Plan auf (Bundesgenossen erhalten Bürgerrechte),
wird ebenfalls ermordet. Die Folge ist der Bundesgenossenkrieg: Optimaten
(=Senat) gegen Popularen, die die Bürgerrechte einfordern - mit Erfolg (die friedl.
Reformversucher waren also gescheitert, die mit Gewalt verbundenen setzten sich
aber schliesslich durch).
-88
1. Mithrischer Krieg: König Mithras wiegelt Griechen gegen Römer auf. Senat will Sulla
hinschicken, Volk mit Volkstribun Rufus will aber Marius. Sulla besetzt daraufhin
Rom. Marius flieht, bis Sulla gegen Osten zieht, besetzt dann seinerseits Rom.
-82
Sulla gewinnt Mithrischen Krieg, zieht gegen Rom, es kommt zum Bürgerkrieg gegen
Marianer (Marius selbst inzwischen verstorben). Sulla erobert Rom, setzt die
Popularen-Führung ab, errichtet Dikatur und stärkt Rechte der Optimaten.
Nach Sullas Tod gewinnt Volkstribun wieder Macht zurück, gestärkt durch
Reichtum Crassus und Heerführer Pompeius (siegreich in Spanien, gegen
Piratenplage, und gegen Mithridades, wo er den vom Senat hingeschickten
Lucullus ersetze).
-73
Der berühmteste Sklavenaufstand der Geschichte unter Führung von Spartacus
wird von Crassus und Pompeius zerschlagen.
-60
Senat verweigert Pompeius Soldaten Land im Osten. Die mit dem Senat Unzufriedenen
bilden daraufhin das 1.Triumvirat:
- Pompeius (erfolgr. Feldherr, z.B. gegen Spartakus), Helfer des Sulla
- Crassus: Reichster Römer
- Cäsar: Folgte Ämterlaufbahn, verwandt mit hohen Popularen
Cäsar beginnt mit Eroberung Galliens, besiegt am Ende (-52) den Avernerfürsten
Vercingetorix. Cäsar war ein Militätgenie; mit nur 60.000 Legionären bezwang er
die 330.000 Mannen des Vercingetorix. Es scheint, als hätten die Römer
seiner Zeit dieses Talent des Cäsars unterschätzt, da sie ihn geradezu zum
Staatsstreich herausforderten.
-53
Cäsar und Pompeius sind sich nicht grün. Pompeius gewinnt Oberhand, Cäsar - auf Eroberung
in Gallien - kämpft aus der Ferne ums politische Überleben in Rom. Das Triumvirat
zerbricht. Crassus und Pompeius arrangieren sich mit Senat gegen Cäsar.
-49
Senat beschliesst, der in Gallien weilende Cäsar müsse als Privatmann (=schutzlos)
nach Rom zurückkehren. Mit den Worten "aleja iacta es" überschreitet Cäsar jedoch
schliesslich den Rubicon mit seinem Heer. Pompeius flüchtet nach Ägypten, wo er
ermordet wird. Der nachgereiste Cäsar bleibt ein Jahr lang bei Kleopatra.
-48
Cäsar entscheidet ägypt. Thronstreitigkeiten zu Gunsten Kleopatras, besiegt
Pharnakas (Sohn Mithridates) und Senatsgegner unter Cato. Nach Sieg über Söhne
Pompeius in Spanien, erhält er -44 Dikatur auf Lebenszeit.
-44
Cäsars Ermordung an den Iden des März im Senat durch die republikan. Opposition
(Brutus und Crassus). Cäsar trieb den Personenkult zu weit, hielt die Republik
nur formal aufrecht, strebte zu offensichtl. nach Diktatur. Octavian, Grossneffe
und Adoptivsohn Cäsars bringt Volk auf seine Seite, erzwingt Konsulat für sich.
Cäsar kennt heute jedes Kind; er ist einer der Giganten der Geschichte.
Warum eigentlich? Er war ohne Zweifel ein begnadeter Feldherr, seine Schriften
zum Gallienkrieg werden heute noch in Militärkreisen erörtert. Aber an seiner
Person vollzog sich v.a., was sich schon lange andeutete: Die römische Republik
zerbrach, um vom Kaisertum beerbt zu werden - auch wenn Cäsar selbst nicht
(mehr) Kaiser wurde, ebnete er doch Octavian den Weg dorthin.
-43
Markus Antonius bekämpft Octavian in seinem rechtmässigen Anspruch auf Cäsars
Nachfolge. Unterliegt im Kampf gegen Octavian. Dann verbünden sich aber die
Kontrahenten plus Lepidus im 2. Triumvirat gegen Crassus, Brutus und den Senat
(dabei fällt Cicero)
=> Octavian erhält Westen, Antonius den Osten, Lepidus Afrika.
Bald Bruch zwischen Octavian und Antonius, aber Soldaten weigern sich, gegeneinander
zu kämpfen. Auch Antonius Ehefrau Octavia (Schwester von Octavius) glättet Wogen.
-34
Antonius kämpft erfolglos gegen Parther, ordnet Osten neu, will Kleopatra
und Kaisarion (ihren Sohn von Cäsar) an Spitze setzen.
-31
Antonius, verh. mit Schwester Octavians, trennt sich von dieser, um mit
Kleopatra zusammen sein zu können. Octavian geht gegen ihn vor, schlägt ihn
vor Actium. Antonius fällt, Kleopatra begeht Selbstmord.
-27
Prinzipta des Augustus (=Octavian): Hält Republik de jure aufrecht,
übt aber de facto Alleinherrschaft aus. Klappt bei ihm im Gegensatz zu Cäsar,
da Volk kriegsmüde und Opposition ermordet wurde.
1
(Es gibt kein Jahr 0) Angebl. Jesu Geburt. Astronomisch besser würde
aber -7, -4 oder 7 passen. Den von Herodes befohlenen Kindermord in
Betlehem hat es wohl nie gegeben: Augustus hätte das niemals zugelassen;
die Geschichte erscheint auch nur bei Mathäus.
Die Römer wissen um die Goten, die aus dem Norden (Skandinavien) kamen
und die Küsten Polens besidelt haben. Mit jeder Generation stossen die
Goten mit 30-50 km noch sehr gemächlich weiter ins Landesinnere vor.
9
Octavian gibt Macht an Senat zurück, behält aber faktisch Oberbefehl über
Heer. Bekommt Ehrennamen Augustus. Römer stossen vor bis Donau und Rhein.
Schlacht im Teutoburger Wald: Cherusker (Germane) Arminius besiegt Varus,
wodurch Germanien seine Freiheit behält (diese "Freiheit" bed. aber auch
gleichzeitigen Verzicht auf zahlreichen zivilisatorische Verbesserungen,
die die römischen Republiken auszeichnete, z.B. Strassen, Handelswege usw.).
Deutschland wurde hier zum ersten Mal geteilt (der röm. Limes verläuft
entlang von Rhein und Donau), wobei es denen in der besetzten Zone Lebenden
vermutlich besser ging als den "Freien".
3 Tage dauert die Varus-Schlacht, 15.000 Römer sterben (eine ganze Armee!).
Der wahre Austragungsort war wohl nicht der Teutoburgerwald, sondern,
wie die Entdeckung eines Hobbyarchologen vermuten lässt, an einem
Ort in der Nähe von Osnabrück. Varus hatte die Cherusker wie Sklaven
behandelt, sie gaben sich zunächst auch freundlich, einige traten sogar
für Jahre in die römische Armee ein, bis sie ihn in die Falle lockten.
Tiberius sagte anschliessend, Germanien sei keinen Tropfen Blut wert,
und zug seine Soldaten ab. Zur Abwehr der Germanen, die immer wieder in
römisches Territorium einfielen, liess Kaiser Hadrian den Limes errichten,
einen Grenzwall, mit 900 Kastellen in Abständen von 10 km, mit jeweils
500 Mann Besatzung.
Bei meinen ersten Ausflügen in der Geschichte hat es mich masslos verwirrt,
einmal von Octavian, dann wieder von Augustus zu lesen, auch wenn es sich
dabi um die gleiche Person handelt. Vielleicht liegt es ja an diesem
Namenswirrwarr, dass Augustus Bedeutung im Vergleich zu der Cäsars im
allgemeinen Bewusstsein etwas nachhinkt. Objektiv betrachtet kann man
durchaus sagen, dass er der bedeutendere war. Ohne seine umsichtige Politik
(die auf mich ziemlich bürgerlich-spiessig wirkt) hätte sich das Kaisertum
wohl nicht so schnell in Rom etabliert. Und obwohl sich alle späteren Kaiser
an Augustus orientierten, kam ihm eigentlich keiner mehr gleich.
12
In Rom wird die Nachfolge inzwischen vererbt. Nicht umbedingt mit bestem Ergebnis:
Tiberius, Caligula, Claudius und Nero verfallen dem Cäsarenwahn.
Tiberius ist ungeliebter, aber einzig übriger Adoptivsohn von Augustus.
Ist bereits 57 Jahre alt, ein schroffer Menschenverächter, Untätigkeit und
Unbeweglichkeit kennzeichnet seine Politik. Verbringt Lebensabend auf Capri.
30
Jesus wird hingerichtet. (07.04.30?)
37
Kaiser Caligula, Grossneffe von Tiberius, befällt geistige Krankheit,
wird von einem Prätorianer (kaiserl. Schutztruppe) schliesslich ermordet.
41
Kaiser Claudius gibt immer mehr Macht an Freigelassene (Günstlinge) ab,
hauptsächlich Griechen. Vorstoss gegen Britannien und Judäa. Wird vergiftet.
50
Die Paulusbriefe entstehen. Paulus ist Jesus nie begegnet.
54
Kaiser Nero wird zunächst erfolgreich geleitet von Philosph Seneca.
Doch auch ihn befällt der Grössenwahn. Er wird abgesetzt und begeht
Selbstmord.
55
Die Römer stationieren erstmals ein Heer in Britannien (erst 410 ziehen sie
sich wieder zurück).
69
Dreikaiserjahr. Vespasian setzt sich durch, schafft Ordnung im Reich.
70
Das Markus Evangelium entsteht. Es gilt als das ältestes Evangelium.
81
Kaiser Domitians harte Politik bewirkt Palastverschwörung; er wird ermordet.
96-192
Zeit des Adoptivkaisertums in Rom erfolgreicher: Bester Mann erhält Nachfolge,
so u.a. Trajan, Hadrian, Pius, Marc Aurel.
Rom erreicht grösste Machtfülle.
100
Das Polizeiregister in Rom verzeichnet über 30.000 Prostituierte.
105
In China wird das Papier erfunden.
117
Kaiser Hadrian reist, sichert Grenzen, arrangiert sich mit Parthern.
Er folgte dem beim Volk beliebten Trajan auf dem Thron. Statt dessen
Beliebtheit zu untergraben, machte er sich den Kult um Trajan zu eigen,
beschenkte das Volk, erliess Schulden.
161
Kaiser Marc Aurel, der Philosoph auf dem Kaiserthron, sieht sich gezwungen,
ständig gegen die Parther zu kämpfen.
175
Der lange Marsch der Goten beginnt, zunächst jedoch noch ausserhalb des römischen
Machtbereichs.
200
Wiederbelebung pytagoräischen Gedankenguts: Die ganze Welt lässt sich mit
Hilfe ganzer Zahlen erklären.
204
Plotin: Neu-Platonismus. Verschmelzung Christentum mit Philosophie.
235-305
Zeit des Soldatenkaisiertums in Rom sehr turbulent: Kurze Herrschaften,
meistens gewaltsam beendet.
Abbau der römischen Macht.
290
Spaltung der Goten in zwei Völker: Ost- und Westgoten.
300
In Indien findet die Null Eingang in die Mathematik. Rudimentäre Algebra
wird entwickelt.
300
In Rom herrscht ein unglaubliches Arm-Reich-Gefälle. V.a. die Senatoren
besassen Reichtümer, die heute noch einen Bill Gates erblassen lassen würde.
Einige konnten ganze Privatarmeen halten, besassen mehr als 100.000 Sklaven.
Die römische Welt ist auch bei weitem nicht so "stadtkonzentriert" wie heute;
9 von 10 Menschen lebten noch auf dem Land.
313
Mailänder Toleranzeditkt von Kaiser Konstantin d.Gr. Wegen Unruhen in Rom
(Verarmung des Volkes) verschwindet Konstantin aus dieser Stadt, was seine
Nachfolger beibehielten: Byzanz wird zur neuen Hauptstadt gemacht. Angeblich
schenkte Konstantin vor seinem Abzug dem Papst das Kirchenstaatsrecht
(Konstantinische Schenkung); jedoch wurde ein entsprechende Dokument später
als Fälschung entlarvt.
325
Konzil zu Nicäa: Shisma (Kirchentrennung). Das Konzil war von Konstantin
dem Grossen einberufen worden, weil es zu Streitigkeiten zwischen dem
Katholizismus und dem Arianismus gekommen war. Der Katholizismus konnte
sich als "offizielle" Religion behaupten (doch kurz vor seinem Tod 337
wird sich Konstantin noch arianisch taufen lassen).
336
Der Presbyter Arius von Alexandria stirbt. Nach ihm benannt ist der
Arianismus, die grosse gegnerische Konfession zum Katholizismus.
350
Bischof Wulfia lässt die Heilige Schrift ins Gotische übersetzten.
Die gotische Sprache wurde dadurch ähnlich "genormt" wie
später die deutsche Sprache durch die Lutherbibel.
Wulfia glaubte an die Gottwesensähnlichkeit Jesu (homoiusia) statt
wie die Katholiken an die Gottwesensgleichheit (homousia). Damit
vertrat er die Position des Arianismus, wo Jesus dem Gottvater
untergeordnet ist. In der Folge wurden die Goten, Vandalen, Burgunder
und Langobarden alle zu Arianern.
Bei den Goten entwickelte sich das Christentum von unten nach oben,
anders als bei allen anderen germanischen Stämen. Es gab auch nur
unter den Goten eine staatliche Christenverfolgung, z.B. 369 unter
Athanarich nach seinem Friedensschluss mit dem römischen Kaiser
Valens. Christl. Goten galten als Römlinge, die die gotische
Stammesordnung zerstören wollten.
357
Die Germanen, die über den Rhein nach Gallien eingefallen waren,
werden bei Strassburg von den Römern unter Kaiser Julian vernichtend
geschlagen.
Die Allamannen (=alle Mann, was auf einen Germanenmix schliessen lässt)
kämpften unter ihrem obersten König Chnodomarius. Dieser König galt
nicht als allzusehr abgehoben von seinen Mitstreitern. Es ist z.B.
bekannt, dass sogar er von seinem Pferd absteigen und zu Fuss kämpfen
musste, als dies seine Soldaten von der Führungsschicht verlangten.
360
Angel und Sachsen werden unruhig. Es finden Opferungeen für Odin in
Norddeutschland und Dänemark statt. 430 benötigen die Britonen Hilfe
gegen die Picten und holen die Angeln und Sachsen als Söldner ins
Land (diese kamen also nicht als Eroberer, sondern als Helfer!). Doch
die Söldner übernehmen rasch die Herrschaft über England. Sie haben
keine Schrift-Kultur, sind anders als die Goten auch stets Germanen
geblieben, die die römische Zivilisation ablehnten. Da englischen
Männern die Ehe verboten wurde, mischten sich Angelsachsen und Briten
schnell, so dass noch heute die Verwandschaft zwischen Engländern und
Friesen grösser ist als die zwischen Engländern und Waliesern!
360
Gregor von Nyssa ist der erste Kirchenvater, der sich eindeutig gegen
die Sklaverei ausspricht.
Beginn der Völkerwanderungen: Die aus Asien kommenden Hunnen drängen
alle europäischen Völker gen Westen. Den Germanen, die sich Ost-, Westgoten,
Vandalen, Sweden, Alanen usw. nennen, kommen dabei sicher die römischen Strassen
zu gute. Die Westgoten fallen in Ostrom ein.
Die meisten Germanenreiche sind nur kurzlebig, werden von den Arabern und Oströmern
getilgt. Dauerhaft dagegen: Die Franken aus dem Main-Rhein-Gebiet siedeln sich
in Frankreich an, 450 schnappen sich die Angeln und Sachsen (das keltische?) England,
nicht aber Irland und Schottland.
375
Hunnensturm: Nachdem sie den Don überschritten hatten, schlugen sich die
Hunnen für ein Jahr mit den Ostgoten (Greutungen) herum. 376 geht der
Gote Athanarich gegen die Hunnen vor. Athanarich war der Gotenrichter,
eine Art räumlich und zeitlich beschränkter Monarch. Doch die Goten
hatten keinen Erfolg, die Hunnen gewannen die Oberhand. Die christlichen
Donaugoten konnten nach Ostrom fliehen, dem heidnischen Athanarich jedoch
blieb dieser Weg zunächst versagt. Erst kurz vor seinem Tod 381 floh er
dann doch nach Konstantinopel.
378
Die römische Bürokratie kann die vielen, vor den Hunnen fliehenden
Goten nicht mehr verkraften. Es kommt zu Streitereien und offenen Kämpfen.
Kaiser Valen geht schliesslich mit seiner Armee gegen sie vor, doch er
verliert, denn er wollte nicht auf die weströmische Hilfe warten und
schlug auch alle Friedensangebote seitens der Goten in den Wind. Der
Sieg brachte den Goten jedoch keine Ruhe; es gelang ihnen nicht, sich
in Thrakien festzusetzen. Ausserdem führte der Kampf Ostroms gegen die
arianischen Goten zur entgültigen Katholisierung Westroms, was sich mit
Ostrom solidarisch fühlte.
Tod des oströmischen Kaisers (und Arianers) Valens in der Schlacht
von Adrianopel.
391
Christentum wird Staatsreligion in Rom durch Kaiser Theodorius. Dies bedeutet
u.a. auch das Ende der (heidnischen) Olympischen Spiele.
Das Serapeium (Tempel der Isis und des Serapis) in Rom/Alexandria (?)
wird von Christen zerstört.
395
Nach dem Tod von Kaiser Theodosius wird Rom in Westrom und Ostrom (=Byzantium)
geteilt. Westrom geht 476 unter. Ostrom überlebt länger: Es existiert bis
1453.
395
Die Goten verlassen das Gebiet des Balkans/Griechenlands. 100.000 Westgoten
ziehen in Richtung Rom. Es sollte 40 Jahre dauern, bis sie Italien erreichten.
Um 400
Kaiser Arcadius lässt in Konstantinopel 700 Goten meucheln, die in
eine katholische - und nicht arianische! - Kirche geflohen waren.
Diese Goten hatten zuvor die Stadt besetzt, waren dann aber von der
Bevölkerung selbst angegriffen worden.
406
Vandalen, Alanen und Sueben überschreiten den Rhein. Bis 408 erreichen
sie Spanien.
Das Germanenvolk der Vandalen wird von den anstürmenden Hunnen nach Westen
vertrieben. Sie ziehen quer durch Europa, erreichen Spanien. 429 setzen
sie schliesslich unter ihrem König Geiserich nach Afrika über, wandern dort
bis nach Karthago. Es sind etwa 80.000 Mann. Sie sind arianische Christen,
im Gegensatz zu den katholischen Römern. Sie sind nicht die Barbaren, als
die sie von den späteren Siegern - den Römern - dargestellt wurden. Sie
achten vielmehr römisches Recht. Noch heute zeugen viele Spuren in Tunesien
von ihrer hochstehenden Kultur. 439 erobern sie Karthago. Geiserich regiert
50 Jahre lang. 533 werden sie von den Römern vernichtend geschlagen, ihre
Spuren aus der Geschichte getilgt.
409
Die Westgoten nähern sich Italien. Es sind 100.000 Menschen, davon über
20.000 erfahrene Krieger. Ihr König Aldarich ist eine starke Persönlichkeit.
Dennoch werden sie vom west-römischen Kaiser Honorius unterschätzt. Der
lehnt es nämlich brüsk ab, der Bitte der Westgoten zu entsprechen, ins
römische Reich aufgenommen zu werden. Damit zwingt er Aldarich geradezu,
zu den Waffen zu greifen. Bis 410 stehen sie vor den Toren Roms. Dank
der einst von Marc Aurel geschaffenen Mauern kann er die Stadt zunächst
nicht einnehmen. Doch nach längerer Belagerung gehen Roms Vorräte zur
Neige und sie müssen aufgeben - seit 800 Jahren ist dies das erstemal,
dass Rom in die Knie gezwungen wurde. 3 Tage lang plündern die Westgoten
Rom, vernichten die Stadt aber nicht völlig. Denn ihr Wunsch bleibt bestehen:
Sie wollen das römische Reich nicht erobern, sondern Teil von ihm sein.
Trotz ihres arianischen Glaubens, der im Gegensatz zum Katholizismus der
Römer Jesus nicht als Gottes leibhaftigen Sohn anerkennt.
409
Die Vandalen dringen in Spanien ein, nachdem sie zuvor 2 Jahre lang
Gallien verwüstet hatten. Gestartet waren sie um 400 aus oströmischen
Gebieten, vermutlich aufgrund der näherrückenden Hunnen.
Fast 500 Jahre lang hatte es Dank des römischen Friedens keine grossen
Kriege mehr gegeben. Diese Ära endete nun wieder.
410
Die Westgoten unter König Alarich plündern Rom. Die Goten werden von Hunnen immer weiter
nach Westen getrieben. Die Westgoten ziehen weiter nach Südfrankreich und dann
nach Spanien, während die Ostgoten in Italien einfallen. Zunächst fügen sich die
Goten jedoch ins römische System ein, sie liessen sich z.B. ihre Herrschaft vom
römischen Ostkaiser bestätigen, indem dieser sie zu Konsuln ernannte.
Die Römer ziehen sich aus Britannien zurück, das sie erstmals 55 verheert
hatten.
413
Kirchenvater Augustinus beginnt Werk "Über den Gottesstaat". Beschreibt die bei
Platon noch ausschliesslich guten Dämone (=Wesen zwischen Gott und
Menschen) als böse, die die Menschen verführen und ins Unglück führen.
Dämon ist griechisch und bedeutet "Wissen" - Augustinus dämonisierte
also letztlich die Wissenschaft.
415
Die Philosophin Hypatia wird von einer Meute Christen ermordet.
429
Erster Einfall von Pikten und Sachsen in Britannien. Mit lauten
Halleluja-Rufen sollen sie aber wieder in die Flucht geschlagen worden
sein. Erst kurz zuvor hatten die Briten vom Kaiser die Erlaubnis
erhalten, sich selbst verteidigen zu dürfen.
430
Ruga ist der erste Hunnenherrscher, dem Ostrom auf vertraglicher Basis
ein Jahresgeld von 430 Goldpfund zahlt, um ihnen so "ihr Recht auf
kriegerischen Erwerb" abzukaufen. Im Vergleich zu den Summen, die
ein Senator einstrich, nimmt sich dieses Jahresgeld aber geradezu
bescheiden aus.
430
Der heilige Augustinus stirbt im afrikanischem Hippo Regius,
während die Bischofsstadt von dem Vandalen Geiserichs belagert wird.
436
Die Hunnen besiegen die Burgunder (Speyer, Worms) unter Feldherr
Aetius: Grundlage für die Nibelungensage (dort wird Aetius allerdings
zum Hunnenkönig Attila transformiert).
436
Das Wormser Burgunderreich (seit 413) wird von den Römern wieder
zerstört. Der Heermeister Aetius lässt die Burgunder von seinen
hunnischen Kriegern fast völlig auslöschen -> geschichtlicher Kern
der Nibelungensage. Die restlichen Burgunder wurden nach Südfrankreich
umgesidelt, ihre Hauptstadt wechselte 460 von Genf nach Lyon.
439
Die Vandalen erobern nach jahrzehntelanger Wanderung die zweitwichtigste
Stadt des römischen Reichs: Karthago. Als erstes Germanenvolk gründen
sie einen unabhängiges Reich auf römischen Gebiet, welches 476 von
Kaiser Zenon aneraknnt wird. König Geiserich stirbt jedoch noch im gleichen
Jahr. Von Karthago ausgehend beherrschen die Vandalen mit ihrer Flotte
alsbald das ganze Mittelmeer.
Römer und Vandalen hatten sich arrangiert und das römische Afrika
untereinander aufgeteilt. Doch mittem im Frieden griff Geiserich
das römische Karthago an. Seine 80.000 Vandalen gewannen den Kampf
gegen die 3 Mio Römer in Afrika.
Geiserich regierte 50 Jahre lang und war zum Zeitpunkt seines Todes 477
wohl um die 90 Jahre alt.
Nach Ermordung seines Bruders herrscht Attila über einen Grossteil der
Hunnen alleine. Bis 447 wütet er in Europa. Konstantinopel musste teuer
dafür bezahlen, dass es geflohen Hunnen Asyl gewährte und die
Jahreszahlungen an den ermordeten Bruder eingestellt hatte (was sicher
mit ein Grund für dessen gewaltsamen Tod war).
Attila zog auch gegen Westrom. Unterworfene gotische Völker waren in
seiem Heer integriert. So kam es, das Goten erstmals (?) gegen
mit den Römern föderativ verbundenen Goten kämpfen mussten.
Das Kräfteverhältnis war ausgeglichen und so konnte Rom seine Stellung
halten. 453 brach dann Attilas Macht zusammen und schon bald darauf
verstarb er (angeblich in den Armen einer neuen Braut). Attilas zahlreiche
Kinder vermochten nicht, das Reich länger zu halten (siee 496).
451
Die Hunnen fallen in Gallien ein. Ihr König Attila kämpft dabei gegen
die Römer, aber auch gegen die mit ihnen verbündeten Westgoten und
Franken. Der König der Westgoten kommt dabei ums Leben, ironischerweise
durch die Waffe eines Ostgoten, der von den Hunnen zum Kampf verpflichtet
worden war. Letztlich behielten aber die Römer die Oberhand in Gallien.
Als Attila 453 stirbt, verschwinden die Hunnen wieder in den Tiefen
Asiens - ebenso schnell, wie sie einst daraus aufgetaucht waren.
Der Westgotenkönig Theoderid (nicht Theoderich d.Gr.!) fällt in der
Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen die Hunnen.
455
Zweite Plünderung Roms durch die mit ihrer Flotte das Mittelmeer
beherrschende Vandalen (von Afrika kommend).
472
Der Hunne Odoaker schlägt sich im Streit zwischen dem weströmischen
Kaiser Anthemius und seinem Heermeister Rikimer auf die Seite des
letzteren. Der Kaiser muss fliehen und in den folgenden Wirren lösen
sich die Westkaiser ab, bis 475 auch der letzte offizielle (d.h., von
Ostrom aneraknnte) kaiser Nepos das land verlässt. Der Ursupator
Augustulus (Romulus) ergreift die Macht. Es kommt zu erneuten Streitereien
zwischen dem gotisch-hunnischem und dem römischen Heer. Odoaker nutzt
seine Chance und zieht gegen die Kaiserstadt Ravenna, wo er 476 schliesslich
Augustulus absetzt (aber offenabr nicht ermordet, sondern nur ins Privatleben
schickt).
476
Ende von Westrom
482
Frankenkönig Chlodwig (aus dem Geschlecht der Merowinger) erobert ausgehend
von Belgien Gallien.
484
Gotenkönig Eurich stirbt in Frankreich einen natürlichen Tod! Das war
nur sehr wenigen Gotenkönigen vergönnt; er selbst z.B. kam durch den
Mord an seinem Bruder Theoderich an die Macht. Der Sohn Eurichs
Alarich II, trat die Nachfolge an, bis er 507 sein Ende findet in einer
Schlacht gegen die grossen Widersacher der Goten: Den Franken Chlodwigs.
486
Chlodwig, König der Franken, wird nach Schlacht gegen Syagrius (?) Herrscher
Nord-Galliens. Die Merwowinger unterschieden sich von den anderen
Franken durch ihre langen Haare - das Haarescheren galt als Strafe/Verbannung.
Um sich Macht zu sichern, liess Chlodwig seine Verwandten meucheln (seine
Merowinger-Nachfahren machten's ihm nach, wie die Nibelungen erzählen).
Im Norden Galliens lebten ca. 30% Germanen. Die Familienzwists der
Merowinger stärkten natürlich den Adel, besonders die Hausmeier, die die
Kämpfe für die Könige führten.
489
Erstmals treffen sich der Hunne Odoaker und der Gotenkönig Theoderich
der Grosse. Theoderich ist im Auftrag des oströmischen Kaisers Zenon
unterwegs, er soll den Ursupator bezwingen (denn dieser hatten offen
Front gegen den Kaiser gemacht). 493 schliesslich kan Theoderich in
Ravenna einziehen, zunächst noch mit Odoaker zusammen. Doch dann ermordet
Theoderich den 60 jährigen Odoaker und übernahm dess Reich.
(Theoderich = Ditrich von Bern?)
493
Ostgotenkönig Theoderich macht Ravenna zu seiner Hauptresidenz. Damit
beginnt das goldene Zeitalter der Ostgoten in Italien. Die Ostgoten sind
Christen, gehören aber den Arialiern an, die im Gegensatz zur röm.-kath.
Kirche Jesus nicht Gott gleichstellen. Nach 30 Jahren friedlicher
Herrschaft stirbt Theoderich 526, nach weiteren 26 Jahren bricht das
Ostgotenreich zusammen und verschwindet aus der Geschichte.
Langschädel bei Ostgoten: Wohl von Hunnen übernommen. Direkt nach der Geburt
wird Kopf bandagiert und zusammengepresst, bis nach 2 - 3 Jahren die
Prozedur abgeschlossen werden kann.
496
Der Kopf des letzten Attila-Sohnes wird nach Konstantinopel gebracht.
Die Hunnen waren vernichtet. Doch wirklich freuen konnten sich die
Römer darüber nicht. Denn ohne die Hunnen konnten die Goten- und
Germanenstämme erstarken und schliesslich sogar erfolgreich gegen Rom
vorgehen.
Bis heute gibt es meines Wissens nach nur eine einzige Quelle,
die das individuelle Aussehen eines Hunnen (Attilas) beschreibt.
Dieser Überlieferung nach schienen sie asiatischen Typus zu sein.
Die restlichen Hunnen konzentrierten sich im heutigen Bulgarien.
497
Der oströmische Kaiser anerkennt Theoderich den Grossen als König.
498
Taufe des Frankenkönigs Chlodwigs zur Beruhigung der röm-kath. Bevölkerung.
Einmal auf Drängen seiner Frau liess er sich taufen, entscheidenter war
aber wohl der Sieg über die Allemannen, wo er in höchster Not Gottes Hilfe
erbat (Gott war demnach offenbar mächtiger als die heidnischen Götter). Die
Taufe bringt ihm Unterstützung der Kirche ein. Merowinger König aber schwach,
mehr und mehr geht Macht an die Hausmeier (rechte Hand) über.
500
Bau von Inka-Pyramiden in Peru. Wurde in bestimmten Abständen immer wieder
überbaut und wuchs so an - einige waren einst so gross wie die Cheopspyramide,
bevor die Spanier sie zerstörten (heute haben sie z.T. nur noch 1/3 ihrer
ursprünglichen Höhe).
um 500
In Europa zeigen sich die Machtverhältnisse in etwa folgendermassen:
- Auf den britischen Inseln herrschen die Angelsachsen.
- In Frankreich sitzen die Franken.
- In Spanien lungerten die Westgoten herum.
- In Italien machen sich die Ostgoten breit.
- In Deutschland teilen sich diverse Ostreiche die Macht.
In Konstantinopel leben geschätzte 300.000-500.000 Menschen.
Das dort vom Volk und Senat domestizierte Kaisertum verhindert eine
ähnliche Militarisierung des Staates wie in Westrom - bringt im
Gegenzug aber auch keine so grossen Herrscher hervor.
Ostrom nimmt im Jahr 270.000 Goldpfund ein, Westrom dagegen "nur" noch
40.000 Goldpfund (von 5.000 Goldpfund konnten 100.000 Mäner gut ein Jahr
lang leben, 12.000 Pfund dagegen kostete die 30.000 Mann starke Armee).
Bemerkenswert: Obwohl Ostrom viel reicher war, war das dortige
"Senatoren-Gehalt" mit 1.200 Pfund ungleich niedriger als in Westrom;
einige italinenische Senatoren kassierten über 4.000 Pfund pro Jahr.
500
Theoderich der Grosse, König von Italien gotischen Ursprungs und
arianischer Konfession ehrt dennoch den Apostelfürsten Petrus, als
seo er selbst Katholik. Das Verhältnis zwischen Katholizismus und
Arianismus beginnt sich zu entspannen. Doch indem er sich dem Papst
zuwandt, wandte er sich auch gleichzeitig vom byzantinischen Kaiser
ab.
500
Maja-Tempel in Guatemala. Vermutlich gab es dort über 200 Städte,
20 davon mit über 50.000 Einwohnern. Ansässig vor allem auf der
Yucatan-Halbinsel, einer relativ trockenen Gegend, wo sich das
Wasser in unterirdischen Höhlen sammelt. In den Hochzeiten lebten
dort bis zu 10 Mio Majas. Erste Spuren -1000, Blütezeit um +250.
Als einzioge präkolumbische Kultur Amerikas haben die Majas ein
Schriftsystem entwickelt. Sie kannten die Null, ihr Kalender war
besser als der der damaligen Europäer. Lange Zeit galten sie als
"Griechen Amerikas", doch waren sie auch sehr kriegerisch. Um 900
beginnt ihr Abstieg, sie konzentrierten sich immer stärker auf
Yucatan (Grund: Vermutlich Trockenperiode), Zusammenbruch 1450
(also noch vor dem Eintreffen der Spanier).
511
Der Ostgotenkönig Theoderich der Grosse wird auch König der Westgoten!
524
Boethius, Gelehrter am Hofe des Ostgoten-Kaisers Theoderich, wird
hingerichtet. Mit ihm endet für lange Zeit die klassische Gelehrsamkeit.
Die Kirche hat wenig Interesse an den Naturwissenschaften, weniger, weil
sie darin eiNe Gefahr für ihre Autorität sah, als aufgrund anderer Ziele,
die sie für notwendiger hielt: Die Rettung der Seelen. Der Untergang Roms
zeigte, wie unvollkommen Menschenwerk ist, so dass ein Verlassen auf das
Hier und Jetzt sinnlos ist. Die Erde wurde flachgehämmert, die
Planetenbewegungen übernahmen Engel.
531 - 565
Unter Chosru I erreicht das Neuperische Reich der Sassaniden sein grösste
Ausdehung: Von Mesopotamien bis zum Indus. Sie führen Seide aus China
ein, ebenso das Schachspiel aus Indien, von wo aus es auch in den Westen
gelangt.
533/534
Die Ost-Römer unter Feldhernn Belisar schlagen die Vandalen
vernichtend - Karthago wird wieder römisch, die Vandalen hören auf zu
existieren.
Die Nachfolger des Vandalenkönigs Geiserichs bekämpften weniger die
Römer als vielmehr als Arianer die afrikanischen Katholiken. Als
aber der Vandale Gelimer 530 putschte und seinen Vorgänger tötete, der ein
Freund des byzantinischen Kaisers Justinian war, änderte sich
die Lage. Der Kaiser schickte daraufhin - sowie ein Friede mit Persien
erreicht war - seinen Generalissimus Belisar nach Karthago. Und obwohl
dieser nur über 5.000 Mann verfügte, gelang es ihm, den Vandalenkönig
gefangen zu nehmen und damit die Existenz des Vandalenreichs zu beenden.
534
Sieg der Franken und Ende des Burgunderreichs (in Süd-Frankreich um Lyon
herum). Die Burgunder waren eigentlich nur drei Generationen eigenständig,
haben sich aber dennoch gut "verkauft": Noch heute kennt sie jedes Kind.
Man weiss allerdings nicht einmal, ob die Burgunder Goten oder Germanen
waren. Sie waren wohl weitgehend arianischer Konfession. Und sie kannten
den hunnischen Brauch der Schädeldeformation.
555
Kapitulation der letzten Ostgoten in Italien.
568
Die Langobarden ziehen nach Norditalien. Sie waren 456 aus Pannonien
(aus der Gegend von Ungarn?) aufgebrochen. Der Name "Langobarde"
bedeutet das, wonach er klingt: Langbärte. Denn sie wollen Kinder des
Germanengottes Wotans gewesen sein, den ein wallender Bart schmückt.
Vertraglich mit Ostrom verbunden, werden die Langobarden zu Totfeinden
der Franken (und von diesen letztlich auch vernichtet werden).
Damit enden die grossen, spektakulären Völkerwanderungen.
um 570
Mohammed wird in Mekka geboren. 610 beginnt er zu predigen. 622 muss
er nach Medina fliehen. Die Hedschra (=Auswanderung) markiert den
Beginn der islamischen Zeitrechnung. 632 stirbt Mohammed. Arabien
ist islamisch.
578
Westgotenkönig Leogidild (?) lässt sich in Spanien nieder. Akzeptiert zwar
oströmischen Kaiser in Konstaantinopel, beansprucht jedoch die Macht
in seinem Bereich für sich selbst. So prägt er selbst Münzen und trägt ein
Purpurmantel - beides durfte eigentlich nur der Kaiser.
Heute wird die Königsstadt Recropolis ausgegraben - sie gilt als Troja
der Völkerwanderung. Die Westgoten assimilierten sich mit der romanischen
Bevölkerung. Ihre letzten Spuren verschwanden, als 200 Jahre später
die Mauren in Spanien die Macht übernahmen.
589
Unter König Reccard werden die bisher weitgehend arianischen Westgoten
katholisch.
591
Friedensschluss zwischen Langobarden, Franken und Bayern.
600
England ist ein Reich von über 12 Warlords - zuvielen! Es kommt zum
Ausscheidungskampf zwischen den Hooligans der Könige. Um 700 gibt
es nur noch 7 Königreiche.
600
Der Papst Gregor I. sendet Missionare nach Brittanien, auf dass sie die
dort herrschenden heidnischen Angeln und Sachsen bekehren mögen (die
Briten waren bereits Christen). Und das offenbar mit Erfolg, ging er
aber auch überaus geschickt vor: Er verboten den Angeln nicht ihre
Kultstätten und Feste, sondern kleidete sie nur in ein christliches
Gewand. Der erste Bischofssitz wurde in Canterbury eingerichtet
(dessen Inhaber ist noch heute das Oberhaupt der anglikanischen
Kirche).
Alle Germanen sind weitgehend katholisiert. Nur die Langobarden
behaupten sich noch eine Weile als Arianer.
600
Stille Revolution im Osten Europas: In nur wenigen Generationen wurde
halb Europa slawisiert. Wir wissen bis heute nicht, wie dies so schnell
und gründlich geschehen konnte. Der Begriff "Slawen" kommt tatsächlich von
"Sklaven", weil sie wohl als solche in Rom begehrt waren. Man weiss auch
nicht genau, wer die Slawen eigentlich ursprünglich waren. Eine Theorie
besagt, sie seien einfach der "bäuerliche Rest" gewesen, der geblieben
ist, als der kriegerischere Teil als Goten nach Westen gewandert ist.
602
Persien und das Byzantinische Reich hauen sich gegenseitig die
Köpfe ein. Beide gehen sehr geschwächt aus der Auseinandersetzung
hervor.
610
Der Araber Mohammed beginnt in Mekka zu wirken, flieht 622 nach Medina, wo er
Koran aufzeichnet. Islamisches Reich breitet sich unter den Kalifen
(=Nachfolgern) Abu Bekr, Omar und Osman rasch aus, bis 711 ist
Spanien erobert. Jetzt gibt es nur noch das Fränkische, das Islamische
und das Byzantinische Reich.
Mohhamed hat eine Offenbarung der Existenz Allahs durch Erzengel Gabriel.
Seine Sippe, die in Mekka drei Götttinnen verehrt, will zunächst nichts
von Allah wissen. Seine Frau Chadisch jedoch glaubt an ihn. Dann folgt
ihm ein junger Verwandter, Ali. Danach ein freigelassener Sklave. Und
so bleibt es über Monate hinweg!
622
Nach dem Tod seiner geachteten Frau wird die Situation schwierig für
Mohhamed. Schliesslich muss er gar um sein Leben fürchten. Er suchte
nach einem Zufluchtsort.
In Arabien bekämpften sich die Sippen gegenseitig. Die Scheichs bemerkten,
dass ihnen dieses Verhalten Nachteile gegenüber den zugewanderten Juden
einbrachte. Die Juden kooperierten, waren sich einig, denn sie glaubten
alle an das gleiche: An den einen Gott, der sie führt und beschützt.
Sie boten Mohhamed an, dass er seinen Glauben in Jathrib ausleben könne.
622 floh Mahammed schliesslich dorthin und wurde von Anfang an als Prophet
verehrt.
Mit dem Islam trat nun in der Folge der Orient aus der Bedeutungslosigkeit
heraus, in die er seit der Zerstörung Babylons (und einem kurzem Zwischenspiel
Alexanders) geraten war. Von Jathrib aus, welches in Medina umbenannt worden
war, breitete sich die neue Lehre sehr schnell aus.
Das gewaltige Gesetzeswerk des Koran erwies sich als so flexibel,
dass es nicht nur in Median funktionierte, sondern auch im viel
grösseren Massstab.
Weniger beeindruckend: Mohammed überfiel Karawanen, was Medina Geld
einbrachte. Und Geld führte zu neuen Anhängern. Die Juden dagegen
vertrieb er aus Medina, nachdem sich ein nichtiger Grund dafür hatte
finden lassen (ein Jungenstreich mit einer Muslimin).
626
Die awarisch-persische Belagerung Konstantinopels scheitert.
627
Ein 10.000 Mann starkes Heer aus Mekka belagert Medina. Denn Mohammeds
Karawanenüberfälle hatten Mekkas Wirtschaft starken Schaden zugefügt.
Doch Medina erweist sich als uneinnehmbar, die Belagerung verläuft im
Sande. Wieder triumphierte Mohhamed und sein Ruhm durchdrang ganz
Arabien.
633
"Kettenschlacht" bei Kazima in Persien (heute im Gebiet des Irak).
Der persische Kommandant liess seine Kämpfer aneinanderketten, damit
sie vor den vorrückenden arabischen Heer nicht zurückweichen können.
Es ist dies die erste Schlacht der Perser gegen die Araber - vorher
waren die Araber nie ernstzunehmenden Gegner gewesen. Die Araber
gingen als Sieger hervor. Sie liessen das Volk weitgehend unbehelligt,
raubten nur die Regierenden aus. Später kam ein christlicher, arabischer
Stamm (!) den Persern zu Hilfe, doch auch sei wurden besiegt und grausam
bestraft: Die Araber liessen sie alle köpfen.
650
Ein 800 Jahre andauernder Bürgerkrieg bricht im Inka-Reich aus.
Damals löste sich die Milchstrasse am Himmelzelt optisch von der
Erde. Die Inka glaubten, nun sei der Götterweg abgerissen. Das
gleiche passierte 1532 wieder, als die Spanier die Inkas erreichten.
Jedes Volk der Inka entspricht einem Sternbild, die Götter entsprechen
Planeten.
651
Yesdegerd III wird auf der Flucht ermodert - das Ende der Sassaniden.
Das persische Grossreich ist den Arabern unterworfen.
657
Ali, der Schwiegersohn Mohammeds hat es endlich zum Kalifen, zum Nachfolger
des Propheten geschafft. Doch die Familie seines ermordeten Vorgängers ist
damit nicht einverstanden: Die syrischen Omaijaden fordern Ali heraus.
Jeweils 70.000 Mann stehen sich gegenüber, eine Pattsituation. Da der
Kampf keine Entscheidung bring, soll ein Schiedgericht entscheiden. Ali
lässt sich hereinlegen und verliert sein Kalifat wieder. So wandert
das Machtzentrum des Islams nach Damaskus, denn der Syrer Moawija will
seine Heimat nicht verlassen.
660
Iroschottische Mönche hatten sich von Rom getrennt, aber der Angelsachsen-König
Oswig war irritiert durch die dadurch zu verschiedenen Terminen angesetzen
Festtage. Er rief eine Synode ein, die diese Punkte einheitlich klären
sollte. Der Papst steht für Petrus, der die Himmelspforte bewacht - und um
sein Seelemheil zu sichern, schlug sich Oswig auf die Seite Roms. Durch die
Angelsachsen gestärkt, missionierte Rom den Norden Europas (z.B. gründete
Bonifatius um 720 Klöster in Friesland und Fulda, Alkwin wird Berater und
Freund Karl d.Gr.)
680
Hausmeier Pipin mächtigster Mann in Gallien.
Nach Alis (Schiegersohn Mohammeds) Ermordung 661 übernahmen die
syrischen Omaijaden die Macht im Islam. Als Alis Sohn Hussein Thronansprüche
erhebt, wird er bei Kerbela (Irak) ermodert. Die islamische Religionsspaltung
ist damit nicht mehr aufzuhalten. In den nächsten 200 Jahren bilden sich zwei
unversöhnliche Gruppen heraus: Sunniten und Schiiten. Die Schiiten stellen
heute etwa 10% der Moslems, und sind weitgehend im Iran angesiedelt. Hussein
gilt bis heute als eine der wichtigsten Symbolfiguren der Schiiten, der
"Schiat Ali".
694
Gipfel der antijüdischen Gesetzgebung im Westgotenreich in Spanien.
Da grosse Gegner fehlten, zog sich das reich immer mehr auf sich selbst
zurück (ähnlich wie China, dass so gross war, das es nie ähnlich
"imperialen" Interessen wie Europa vertrat). Dabei wurde auch das Heer
sträflich vernachlässigt, was später die Araber ausnutzen werden.
700
Araber erobern Ägypten. Beginn (?) der Dokumentation der Pegelstände
des Nils in Kairo. Überraschenderweise schwankt der Pegelstand stark.
Die jährliche Überflutung des Nils, die Ägypten zur Kornkammer
Nordafrikas macht, ist nicht so konstant, wie vermutet. Ist vielleicht
das Ausbleiben der Überflutungen der Grund für den Untergang der
altägyptischen Kultur (etwa 2200 v.Chr.; siehe dort)?
711
Spanien wird von den Mauren erobert. Eine Zeit des wirtschaftlichen und
kulturellen Aufschwungs ist die Folge. Erst 1492 wird Spanien wieder
zurückerobert werden.
Ende des Westgotenreich in Spanien durch einfallende Araber.
711
Der Araber (?) Tarich landet mit seinem 12.000 Mann starkem Berberheer
in Spanien. Es dauerte dann noch 14 jahren, bis das Westgotenreich
zusammenbrach.
715
Hausmeier Karl Martell (der Hammer, unehelicher Sohn des Pippin II, Karolinger)
besiegt die Gegener Pipins, kämpft aber auch gegen dessen Witwe.
732
Hausmeier Karl Martell (der Hammer) stoppt Islam in Frankreich. Die Araber waren über
Spanien nach Südfrankreich eingefallen. Er musste dazu das Militär neu organisieren.
Er verlieh Land an Adel, die ihm Truppen zur Verfügung stellten. Prinzip wurde
später sozialisiert, aus röm. Territorialstaat wurde Personenverbundstaat: Der
Feudalismus wurde geschaffen, wo jeder nur dem treu ist, der ihm am meisten bieten
kann.
Söhne: Pipin und Karlmann (letzterer Verzichtet auf Macht, wird Mönch). Pipin
kämpft erfolgreich gegen Bayern.
742 oder 747
742 ist das umstrittenes Geburtsdatum von Karl dem Grossen in Aachen.
In diesem Fall wäre Karl ein uneheliches Kind gewesen, da seine Eltern
Pippin und Betrada erst später heirateten. Neuere Forschungen zeigen aber,
dass er genausogut erst im Jahre 747 als legitimes Kind geboren sein kann.
Sein Bruder Karlmann jedenfalls ist erst nach ihm geboren.
750
Das Kalifat der Omaija in Damaskus muss sich dem irakisch-iranischem
Heer der Abbasiden ergeben. Mit dem Slogan "Rache für Hussein" hatten
die Abbasiden v.a. im Osten der islamischen Gebiete Amhänger gewinnen
können. Doch nun rottete die Abbsiden nicht nur die komplette Familie
der Omaija aus, sondern stellten auch die Nachkommen Husseins und Alis
politisch kalt.
751
Karolinger Pippin III. wird durch Papst als Frankenkönig legitimiert (die
Merowinger sind formal noch eigentl. Könige wegen germanischem Brauch des
Blutrechts; der Segen der Kirche wiegt inzwischen aber höher. So etablieren
sich die Karolinger als neues Königsgeschlecht).
Absetzung Merowinger war Rat des Papstes. Im Gegensatz zu den Merowinger
liessen sich daher die Karolinger vom Papst salben.
754
Pippinische Schenkung: Nachdem Pippin Langobarden aus Italien vertrieben
hat, schenkt er dem Papst das Land. Söhne Pipins: Karlmann und Karl.
Karlmann ist Papstfreund, stirbt früh, seine Witwe flieht zu Langobarden-König
Desiderius (warum, er doch der Feind?). Karl, erst Papstgegner, ändert
daraufhin Politik, da nun Desiderius Karlmann Kinder Rechte vertritt,
verstösst seine eigene langobardische Frau.
Kalif Mensur begründet die Abbasiden-Dynastie in Voderasien. Er macht
762 Bagdad zu seiner Residenz; sie wird bald zur prächstigsten Stadt
der damaligen Welt. Er führt das persische Hofzeremoniell
ein, der arabische Einfluss geht zurück. 773 lässt er das indische
Zahlensystem einführen (unsere "arabischen Zahlen" komme also aus
Persien, sind aber indischen Ursprungs).
766
Grundsteinlegung von Bagdad durch den abbasidischen Kalifen. Die Stadt
wurde zur neuen Hauptstadt des Islams ernannt. Schon bald war sie zur
wohl weltweit führenden Handelsstadt erblüht. Keine 10 Jahre später
lebten dort bereits über 100.000 Einwohner.
In Bagdad wird neben den Kalifen das Amt des Wesirs eingeführt - eine
oft tödliche Verbindung entstand. Die Wesire wurden meistens von der
Familie der Barmakiden gestellt. Sie nahmen Einfluss auf den Kalifen,
indem sie seinen Harem mit Frauen versorgten.
768
König Pippin stirbt. Wie sein Vater Karl Martell wird er in der Abtei
von Saint Denis beigesetzt. Sein Königreich hinterlässt er seinen beiden
Söhnen Karl und Karlmann. Und deren Verhältnis war sehr gespannt.
Karl der Grosse, Karolinger, besiegt erneut Langobarden, schlägt Sachsens
Widukind und Bayerns Tassilo.
Karl ist ca. 742 geboren, als (eventuell unehelicher) Sohn von König Pippin. Stand
in Konkurrenz zu Karlmann, seinem Bruder: Karl erbte Norden, Sohn Süden
des Frankenlandes. 771 starb jedoch Karlmann, und bevor Karl sich an den
grossen Gegener Desiderius (Langobarde) heranwagte, probte er erst sein Kräfte
gegen die Sachsen, welche sich aber als überaus hartnäckig erwiesen.
773
Karl wird vom Papst um Unterstützung gegen die Langobarden angegangen.
Er zieht mit zwei Heeressäulen über die Alpen und bricht relativ schnell
jeden Widerstand. Dann lässt er Desiderius Residenz belagern, bekommt
unterdessen Karlmanns Witwe in die Finger und lässt sie, seine Linie
sichernd, in ins Kloster stecken. Als erster Frankenherrscher besichtigt
er während der sich hinziehenden Belagerung Rom. Er wird triumphal empfangen
und bestätigt dem Papst die Pippinische Schenkung. Schliesslich fiel die
Festung Desiderius. Karl steckte ihn ins Kloster und ernannte sich selbst
zum König der Langobarden. Sp ging das langobardenreich ins Frankenreich ein
und verschwand von der Bildfläche.
774
Während Karls Abwesenheit hatten die Sachsen fränkische Siedlungen und
Kirchen in Hessen überfallen, und so seinen Zorn erregt. Während frühere
Feldzüge eher den Charakter von Strafexpeditionen hatten, zielte er nun
verbissen auf die Eingliederung der Sachsen ins Frankenreich.
Der Franke Karl wird auch König der Langobarden.
778
Karl der Grosse lässt sich zu einem verlustreichen Kampf gegen den Emir
von Corduba hinreissen, der sein Land im arabaischen Spanien erweitern
wollte. Karl muss mehrere empfindliche Niederlagen hinnehmen, u.a. wird
die fränkische Nachhut seines Paladins Roland in den Pyrenäen
niedergemetztelt. Dessen heldenhafter Wiederstand wurde im Rolandlied
verewigt.
781
Blutgericht bei Verden an der Aller: Karl soll 4500 Sachsen hingerichtet
haben, wie ein Bischof zu berichten weiss (soweit bekannt, ist dies die
einzige Quelle für das Massaker). Es ist eher unwahrscheinlich, dass er sich
zu einer solchen Barbarei hat hinreissen lassen. Es wird spekuliert, dass aus
vielleicht 40 Hinrichtungen im Lauf der Zeit erst 400, dann 4.000 wurden;
denn wie einigen Städtenamen (z.B. Sachsenhausen bei Frankfurt) zu entnehmen
ist, wurden viele Sachsen auch einfach umgesiedelt.
Den Kampfeswille der Sachsen konnte Karl damit jedenfalls nicht brechen.
Es sollten noch vier weitere blutige Jahre folgen, bis Karl endlich
seinen Hauptgegner Widukind gefangen nehmen konnte. Mit der Taufe Widukind
endeten die grossen Erhebungen der Sachsen.
788
Der Adel hält Gericht über den bayrischen Herzog Tassilo, der in den letzten
Jahren immer wieder Versucht hatte, den Adel gegen die Franken aufzuhetzen,
um mehr Unabhängigkeit zu erlangen (Bayer stand in Lehensverhältnis zum
Frankenreich). Ihm wurde der letztlich der Prozess gemacht, da er während
des Aquitanienfeldzuges desertiert war. Karl wandelte das Todesurteil in
Klosterverbannung um.
Karl der Grosse lässt sich vom Papst Leo III zum Kaiser krönen, übernimmt
damit quasi die Erbschaft des west-römischen Reiches. Er ist der erste
westliche Kaiser der katholischen Christenheit.
813
Das Abbasiden-Reich in Persien hat Blütezeit. Islamische Wissenschafler
setzten sich mit altpersischen und griechischen Philosophen auseinander.
Aristoteles wird zum vielgelesenen Philosophen, lange bevor ihn das
christl. Europa zur Kenntnis nimmt.
Nach Wirren um die Kalifenfolge und der Zerstörung Bagdads kommt
Abdallah al Ma'mum an die Macht. Er verehrte die griechischen Denker.
Er sandte daher zwei Ärzte nach Zypern, auf dass sie dort die Sparche
lernten und alle Schriften der Philosophen sammleten, die sie finden
konnten. Das wissenschaftliche Denken schmälerte jedoch in den Augen
der Gläubigen die Bedeutung des Koran, der nun als "irdische" Schöpfung
Allahs galt, nicht mehr als "himmlische".
Unter seinem Nachfolger kam es zu offenem Protest gegen den Kalifen. Der
sah sich gezwungen, eine Leibgarde aufzubauen, um sich schützen zu können.
Als Leibgardisten rekrutierte er Turken, da diese durch einen Putsch nicht
selbst Kalif werden konnten. Doch die Turken wussten sich zu helfen: Sie
sperrten die Kalife der nächsten Jahrhunderte quasi in goldene Käfige
und regierten über diese in ihrem Interesse.
814
Karl der Grosse stirbt. Von allen Gestalten des Mittelalters war
er wohl die bedeutenste. Er hinterliess ein geeinigtes Reich,
welches in seinen Ausmassen etwa der Europäischen Union entsprach.
Teilung des Reiches von Karl dem Grossen durch Erbteilung:
- Karl der Kahle bekommt Frankreich
- Lothar II bekommt Italien
- Ludwig der Fromme bekommt Dt. Reich
829
Der Nil ist zugefroren!
900
Die sunnitische Dynastie der Samaniden steigt in Persien auf.
Hauptstadt ist Buchara. Ein antiarabisches Bewusstsein bahnt sich
an. Die Samaniden leiten ihre Herkunft von den Sassaniden ab.
918
Heinrich I., deutscher König, sichert Reich gegen Ungarn. Heinrich wurde
bemerkenswerterweise vom letzten karolingischen Kaiser bestimmt.
In Bagdad entstehen grosse Teile von "Tausendundeiner Nacht".
936
Otto der Grosse, Sohn von Heinrich I., schafft Reichskirche (Belehnung von
Bischöfen) als Gegengewicht zu den Herzögen, die seiner Machtfülle
misstrauten.
1000
Europa drängt nach oben. Kirchliche Bauwerke erreichen Höhen, die erst
vom modernen New York übertroffen wurden. Die höchstmögliche Bauweise
wurde dabei empirisch erforscht, und dementsprechend viele Gebäude sind
auch wieder eingestürtzt.
Die Lebenserwartung liegt wie zu Beginn des Ackerbaus bei 20-30 Jahren,
obwohl sie in der Antike darüber lag.
1000
Mochica-Kultur in Peru verschwindet. Grund unbekannt. Nur Könige durften
Goldschmuck tragen.
1010
Der Nil ist schon wieder zugefroren (siehe 829)!
1014
König Heinrich II. wird Kaiser. Er ist seiner Ehefrau Kunigunde sehr
zugetan, jedoch bleibt die Ehe kinderlos. Man mutmasst u.a. darin seinen
ausgeprägten Hang zur Frömmigkeit. So versucht er sein Bistum in Bamberg
zum neuen Rom auszubauen. Trotz seiner Frömmigkeit führt er viele Kriege.
Streitet sich z.B. mit der Familie Kundigungdes herum, die das bamberger
Gebiet für sich beansprucht - er gewinnt. Die Kämpfe im Osten gegen Polen
bleiben letztlich erfolglos: Polen gewinnt seine Unabhängigkeit.
Da es kaum königliche Beamte gibt, benutzt er stattdessen den Klerus.
Stirbt 1024, ohne Nachfolger. Wird 1146 heilig gesprochen. In Bamberg gibt
es bis zum heutigen Tag einmal im Jahr die Heinrichprozession, bei der
seiner gedacht wird.
1027
Investiturstreit: Reichskirche geht Papst gegen Strich, will Investitur
(=Einsetzung/bennung von Bischöfen) des König unterbinden.
==> Reformpäpste streben Unabhängigkeit an.
1053
Das 20.000 Mann starke Volk der Seldschuken erreichen Bagdad. Sie kamen
aus dem Osten und waren auf ihrem Weg gen Westen zu Moslems geworden.
Vor Bagdad baten sie um Einlass, um sich stärken zu können, bevor sie
nach Mekka weiterwandern würden. Der Kalif ging darauf ein - und verlor
seine Stadt. Die Seldschuken setzten sich in Bagdad fest und stellten
die Kalifen des isdalmischen Reichs. Die eiegntliche politische Macht
war aber inzwische nach Ägypten abgewandert, wo Abkömmlinge der Fatima,
der Tochter Mohammeds, herrschten - die Sunniten.
1054
Schisma östlich-westliche Kirche, weil Patriarch von Byzanz Primat des
Papstes nicht anerkennen will (warum auch?).
1066
Es findet der letzte grosse Versuch eines Eroberungsfeldzug der Wikinger
statt. Dem norwegischen König Hardrada gelingt es jedoch nicht, den
englischen König Godwinson zu bezwingen. Noch im gleichen Jahr wird
daraufhin das Handelszentrum der Wikinger, Haithabu, zerstört. Die Macht
der Wikinger ist damit am Ende, eine andere Handelmacht kann nun in
Europa erwachen: Die Hanse.
Godwinson hat zwar Hardrada besiegen können, fand nun aber selbst den
Tod, als er vom Herzog der Normandie, Wilhelm, in der Schlacht bei Hastings
ein Pfeil ins Auge bekam. Wilhelm schuf in der Folge eine straff geführte
Erbmonarchie, das Land wurde zu einem Königreich vereint.
1075
Dt. Kaiser Heinrich IV. setzt wieder selbst Bischöfe ein, woraufhin ihm
Papst Gregor VII. mit Exkommunikation droht. Heirich aber setzt Gregor
formal ab und wird dafür von der Kirche exkommuniziert. Nun liegt es
bei den Fürsten => sie entscheiden sich prompt für den Papst. Heinrich,
zu hoch gepokert, sieht sich genötigt, zur Burg Canossa zu wandern und
die Erlösung vom Bann zu erflehen (Canossagang).
1080
Die Seldschuken haben Anatolien erobert. Ihr Führer Suleiman gründet
ein eigenständige Sultanat mit Konya als Hauptsadt.
1095/99
1. Kreuzzug durch Reformpapst Urban II: Der vorausgehende sogenannte
Armenkreuzzug endet in Disaster, Ritterkreuzzug gegen türkische Seldschuken
aber erfolgreich ==> Bildung der Kreuzfahrerstaaten. Jerusalem befindet
sich in christlicher Hand - der Jubel ist gross, doch auch Entäuschung
macht sich breit, denn kaum ein Christ hatte zuvor Jerusalem gesehen,
und das reale erwies sich als weit unangenehmer als das mystische. Und
so beschloss nur eine kleine Minderheit der Pilger zu bleiben.
Hugo von Payens gründet den Templerorden in Jerusalem, um die Pilgerwege
zu schützen. Denn ohne neue Pilger ist Jerusalem nicht länger zu halten.
Die Templer sind Mönchsritter, die das Armuts- und Keuchheitsgelübde
ablegten ("Arme Soldaten Christi"). Ihre Ordensregeln basieren auf
denen des Zisterzienser-Ordens. Unterstützt werden die Templer vom
König Jerusalems, Balduin II. Auch ihre Werbereise in Europa beschehrte
ihnen grossen Zuspruch. Vom Papst ofiziell anerkannt wurden sie 1129,
nachdem sie nach anfänglichem Zögern in Bernhard von Clairvaux einen
mächtigen Fürsprecher gewinnen konnten.
1122
Ende des Investiturstreits durch Wormser Konkordat:
König verzichtet auf Eingriffe in Bischofsbesetzung, will aber bei
Wahlen dabei sein mit Vetorecht.
1146
Der wichtigste Mann seiner Zeit, Bernhard von Clairvaux, ruft zum
2. Kreuzzug auf. Er entwickelte sich zum Dissaster. Obwohl die Küsten bis
Jerusalem in christlicher Hand waren, nahmen das deutsche und französische
Kontingent dummerweise den Landweg, was die Pilgerschar (die aufgrund
Bernhards breitgestreuter Werbung kaum aus ausgebildeten Soldaten bestand)
bereits auf der Anreise stark dezimierte. In Jerusalem selbst wurde dann
der fatale Entschluss gefasst, den einzigen Verbündeten weit und breit,
nämlich Damsakus, anzugreifen (vermutlich auf Drängen des erst 16jährigen
Jerusalem-Königs Balduin III, der sich so gegenüber seiner Mutter profilieren
wollte). Schon bei dieser Aktion zerstritten sich die Kreuzfahrer, so dass
ihnen der Erfolg versagt blieb. Am Ende waren die 150.000 Christen in Jerusalem
wieder auf sich alleine gestellt.
1152
Friedrich I. Barbarossa Kaiser, ein Stauffer, über Mutter verwandt mit
Welfen
- Welfen wollen Bayern, Babenberger Österreich => beide erlangen mehr Unabh.
- Italienfeldzug gegen durch Kreuzzüge reich gewordene Stadtstaaten.
1157
Geburt Richard Löwenherz, Sohn Heinrich II, König von England, und Eleonore
von Aquitanien. Wird englischer König, fühlt sich aber mehr als Franzose
(Grosse Teile Frankreichs gehörten damals zu England). In 42 Jahren
verbringt er nur 6 Monate in England. Ganz England hat zu dieser Zeit
nur 2,5 Mio Einwohner, London 20.000.
1159 (?)
Weil Heirich d. Löwe, Herzog von Bayern, Friedrich in bedrängter Lage nicht
helfen wollte, fällt unter Reichsacht und flieht nach England.
Sultan Saladin, der sunnitische Herrscher aus Ägypten, wird der wohl
berühmteste aller arabischen Herrscher (auch in Arabien selbst). In der
Schlacht von Hittin besiegt er 1187 das christliche Heer der Kreuzritter,
die sich in Jerusalem breit gemacht hatten. Damit leitete er das Ende der
Kreuzfahrerstaaten ein.
Auch wenn im isalmischen Staat die Macht bei Sultan Saladin liegt, gibt
es nach wie vor den offiziellen Nachfolger, den Kalifen, in Bagdad.
1189
1187 war Jerusalem wieder an die Moslems zurückgefallen, was die Idee
des 3. Kreuzzugs erneut aufflammen liess. Man hatte aus der Vergangenheit
gelernet und schickte diesmal keine einfachen Pilger los, sondern
ausgebildete Soldaten. Zuviel hatte man aber nicht aus der Vergangenheit
gelernt, denn der deutsche Kaiser, Friedrich Barbarossa, nahm wieder
den Landweg: Von seinen 50.000 Mann kamen nur 10.000 an - auch der Kaiser
selbst kommt unms Leben - er ertrinkt unter nicht näher bekannten
Umständen in einem Fluss.
Die Franzosen unter Phillipp II. und die Engländer unter Richard Löwenherz,
nahmen den sicheren Seeweg.
Richard Löwenherz wird zum englischen König gekrönt. Sein Erzfeind ist
Philipp II Auguste, König von Frankreich. Dennoch zieht er zusammen
mit ihm in den Kreuzzug gegen Saladin. Richard erweist sich als fähiger
Stratege und bis zum Leichtsinn neigenden Kämpfer, was ihm den Beinamen
Löwenherz einbringt. Selbst die islamischen Gegener bewundern seinen Mut.
Philipp ist ganz anders geartet: Sein Terrain ist die Politik; entlang
des Kreuzzugwegs sorgt er dafür, dass dort überall Gegner Richards erwachsen,
die dann seine Rückkehr sehr erschwerten.
Ein Erfolg wird auch der 3. Kreuzzug nicht. Löwenherz steht vor den Toren
Jerusalems, scheint sich aber nicht entschliessen zu können, es auch zu
erobern. Der hitzköpfige König beweis hier wohl ungewohnte Besonnenheit,
denn die ortsansässigen Templer konnten ihn davon überzeugen, dass die
Eroberung Jerusalems nichts bringen würde, da die Stadt ohne massiven
Pilgerzuwachs ohnehin nicht lange zu halten wäre. So verzichtete er auf
unnötiges Blutvergissen und zog wieder ab.
1190
Kaiser Friedrich I. Barbarossa, aus schwäbischem Staufer-Geschlecht, ertrinkt
in Kleinasien im einem Fluss, bei Rückkehr vom Kreuzzug gegen Saladin. Sein
Sohn Heinrich VI. tritt seine Nachfolge an. Barbarossa hat seinen Sohn mit
einer normannischen Königin verheiratet, die Sizilien regierte, wodurch er
einerseit die Normannen befriedet und anderseits das Papsttum durch Reichsitalien
im Norden und Sizilien im Süden einschnürt. Der Konflikt mit der Reichskirche
ist damit vorprogrammiert. Barbarossa galt seit Karl der Gr. als der volksnaheste
Kaiser.
1194
Krönung Kaiser Heinrich VI. zum König von Sizilien. Sein Sohn Friedrich II. wird
geboren. Da seine Mutter schon 40 Jahre alt ist, kommt es zum Gerücht, dass Kind
sei nur untergeschoben (angeblich von einem Metzger). Jedoch bleibt das Gerücht
ohne politische Folgen. Heinrich wütet masslos gegen den normannischen Adel (wobei
er auch die Familie seiner Frau nicht schont), besetzt Schlüsselämter in Sizilien
mit Deutschen.
1197
Heinrich VI hält Richard Löwenherz ein Jahr gefangen, weil dieser gegen eine Übernahme
Siziliens durch das Deutsche Reich ist (Grund: Bündnis von Deutschland mit Frankreich,
dem Erzgegner Englands). Löwenherz kommt schliesslich gegen Lösegeld frei.
Heinrich stirbt überraschend mit 31 Jahren (vermutlich an Malaria). Daraufhin
wird sein Bruder Philipp von einigen Fürsten zum Kaiser gewählt, andere Fürsten
wählen aber Otto IV., den Sohn von Löwenherz, zum Gegenkaiser. Phillip wird in
Mainz gekrönt, Otto in Aachen (wo seit Karl d. Gr. alle Kaiser gekrönt wurden).
==> Thronstreit zwischen Staufer und Welfen.
1198
Friedrich II. ist beim Tod seines Vaters Heinrich VI. erst drei Jahre alt.
Als auch seine Mutter stirbt, wird Papst Innozenz III. zu seinem Vormund bestimmt.
Der Grund: Die Mutter hasste seit den Untaten Heinrichs alles deutsche, ebenso wie der
Papst seit der Einschnürungspolitik Barbarossas.
1200
Benrather Linie bei Düsseldorf: Sprachgrenze. Darüber wird Platt gesprochen,
darunter Hochdeutsch. Letzteres setzt sich durch, ironischerweise durch den
Norden, da dort Luthers in Hochdeutsch geschriebene Bibel zunächst grösseres
Gewicht hat. Platt stirbt paraktisch aus, während die Süddialekte überleben.
1201
Innocenz III. ist ein asketischer, sinnenfeindlicher Bursche, aber politisch
sehr gewieft, ein ausgesprochener Machtmensch. Im Thronstreit zwischen Staufern
und Welfen entscheidet er sich für den Welfen Otto. Bürgerkriegsähnliche Zustände
spalten daraufhin Deutschland. Walther von der Vogelweide beklagt diese Zerrissenheit,
nimmt - lohnabhängig - einmal Partei für Philipp, dann Otto, später Friedrich II.
Papst Innozenz III entfacht den 4. Kreuzzug, der aber zur Farce wird: Die
ausgesendeten Kreuzritter beschliessen, lieber das christliche Byzanz statt
Jerusalem zu erobern. Nachdem sie es augeplündert hatten, zogen sie nicht
weiter, sondern erklärten den Kreuzzug einfach für beendet.
1208
Philipp wird von einem Wittelsbacher Pfalzgrafen aus persönlichen Gründen
ermordet, Otto IV. vom Papst zum Kaiser gekrönt. Da der Welfe sich entgegen
seinem Versprechen an Sizilien 1210 vergreifen will, wird er vom Papst
gebannt. Der Papst schlägt Friedrich II. als Kaiser vor, französisches
Geld überzeugt die deutschen Füsten zusätzlich. Mit nichts in der Hand, gerademal
16 Jahre alt, wird Friedrich zunächst in Mainz gekrönt. Der frz. König Philipp II.
Auguste besiegt die Engländer nebst Otto, und schickt die Kaiser-Insignien (die
Otto behalten hatte) an Friedrich, der nun 1215 in Aachen zum dt. Kaiser gekrönt
wird. Er verspricht einen Kreuzzug (aus Euphorie? Jedenfalls wird es lange 13 Jahre
dauern, bis er dieses Verprechen einlöst).
Friedrich II., multikultureller Freigeist, sehr gebildet, dem Islam fast ebenso nahe
stehend wie dem Christentum (als erklärter Rationalist hat er einige Probleme
mit der Dreifaltigkeit, der Gottes-Sohn-Behauptung Jesu usw.). Obwohl er - wie
Otto - dem Papst versprochen hat, Sizilien nicht anzurühren, gilt Sizilien
sein Hauptinteresse.
1212
Der umtriebige Papst Innozenz III plaudert eifrig weiter von Kreuzzügen,
so dass sich plötzlich Scharen von Jugendlichen dazu aufgerufen fühlen,
gen Jerusalem zu ziehen. In blinder gott- und papstgläubigkeit wanderten
sie zum Mittelmeer, in Erwartung, das Wasser würde vor ihnen zurückweichen
und ihnen so den Weg zu den heiligen Stätten freigeben. Natürlich passierte
nichts von alledem. Jedoch nahmen gewiefte Kapitäne die Kinder gerne auf ihre
Schiffe auf, um sie alsbald in Nordafrika als Sklaven zu verkaufen.
1212
Höhepunkt der seit 722 andauernden Rekonquista,der Rückeroberung Spaniens
aus isalmischer Hand. 250.000 Soldaten des Kalifen An-Nasier kämpfen gegen
die vereinten Armeen von König Pedros II und König Sancho VII. Letztere
gewinnen den Kampf. Von diesem Disaster hat sich der Islam in Spanien nie
wieder erholt, auch wenn es noch über 200 Jahre dauern sollte bis zu seiner
entgültigen Vertreibung. Aus dem bis dato relativ weltoffenen Spanien wurde
so die wohl verbissenste und egstirnigste Bastion des Christentums.
1215
Magna Charta: Englischer König vergibt Rechte an Adel -> konstitutionelle
Monarchie, d.h., an Verfassung gebundene Monarchie. Grund: Frankreich hat
ehemals englische Festlandgebiete erobern können
==> In Frankreich Stärkung der Monarchie, in England Schwächung.
1216
Papst Innocenz III. stirbt. Sein Nachfolger Honorius III. ist weit bequemer
für Friedrich II. Um die dt. Fürsten auf seine Seite zu ziehen, gibt Friedrich
erhebliche Rechte an die Fürsten ab. Viele Historiker sehen in dieser Abgabe
zentraler Königsmacht den Kern der späteren deutschen Kleinstaaterei. Ihm war
mehr an Sizilien gelegen, wo er genau andersherum verfuhr: Der Adel wurde
entmachtet, der Königsstaat zentralisiert und gestrafft. Ein diktatorischer
Zug ist nicht zu leugnen. Auf der anderen Seite zieht Friedrichs Hof die
Gebildeten an. Der König selbst gilt als Kenner der Natur, insbesondere seine
Werke der Ornithologie setzen über Jahrhunderte Masstäbe (sie wurden erst von
Konrad Lorenz im 20Jh. übertroffen). Im Bezug auf die Falkenzucht konnte er es
sogar wagen, den Lehren Aristoteles zu widersprechen! Der Mathematiker
Fibonacci, dem die Null aus dem Osten dem Abendland vermachte, sowie der Übersetzer
arabogriechischer Literatur Michael Scotus, leben an seinem Hof. Friedrich
spricht mehrere Sprachen, die Philosophie und die Astrologie gelten ihm viel.
Die Mongolen unter Dschingis Khan erobern Persien. Ein Jahrhundert der
Zerstörung folgt. Bis zu einem gewissen Grad hat sich die Gegend bis
heute nicht mehr davon erholt. 1256 vernichten sie den Ordenm der Assassinen
(Meuchelmordende Derwische, denen weder die Perser selbst, noch die
Kreuzritter beikamen). 1258 vernichten sie Bagdad. Mit Zerstörung dieses
Schmelztigels isalmischer Kultur beginnt die verstärkte Trennung
arabischer, persischer und türkischer Ströhmungen. Arabisch als
Gelehrtensprache geht zurück. Bis 1336 herrschen nun in Persien die
Il-Khane (die Mongolen werden aber wie in China von der überlegenen
Kultur der Besiegten aufgesogen: Bereits 1309 tritt der Khan dem schiitischem
Glauben über).
1226
Franz von Assisi stirbt mit 44 Jahren. Das von ihm beflügelte Bettelmönchtum
breitet sich aber weiter unaufhaltsam aus. Innocenz III. und die anderen Päpste
unterstützen diese Entwicklung, gilt doch Reichtreue schon bald als "unkatholisch",
was vor allen in den reichsfreundlichen Städten Oberitaliens die Machtstrukturen
ändert - eine Entwicklung, die Friedrich keineswegs Gefallen haben kann. Ein Treffen
der beiden ist wahrscheinlich, aber unbewiesen.
1227
Friedrich II startet den Versuch eines Kreuzzugs, wird aber unterwegs krank,
und bricht das Unternehmen vernünftigerweise ab - wofür ihn der Papst Gregor IX.
erneut bannt (wegen Sizilien waren die beiden sowieso nicht gut aufeinander zu
sprechen).
1228
5. Kreuzzug: Friedrich II gewinnt Jerusalem durch Vertragswerk (!) zurück.
Vermutlich spielte Sympathie dabei eine nicht unerhebliche Rolle: Der ägyptische
Sultan schätze an Friedrich wohl dessen intime Kenntnis des Islam und lockere
Beziehung zum Christentum. Friedrich ist immer noch gebannt und krönt sich
dann auch noch selbst zum König von Jerusalem. Der Papst kocht, und besetzt
- erstmals in der Geschichte - ein fremdes Territorium, nämlich Sizilien.
Nur drei Monate nach Friedrichs Rückkehr ist der Papst aber wieder vertrieben.
1239
Friedrich ist erfolgreich gegen die ihm feindlich gesinnten lombardischen Städte
vorgegangen. Im Stil römischer Cäsaren führt er einen bombastischen Triumpfzug
durch. Das Papsttum beginnt daraufhin einen Propagandafeldzug gegen Friedrich,
bei dem er zum Antichristen dämonisiert wird. Friedrich dringt mit Gewalt in den
Kirchenstaat ein, Gregor IX. stirbt, der Papststuhl bleibt zwanzig Monate leer.
Auch mit dem neuen Papst Innocenz IV. kommt es zu keinem Frieden. 1245 wird
Friedrich für abgesetzt erklärt, Anschläge auf sein Leben bestraft Friedrich
mit unerhörter Härte. 1248 erleidet er seine schwerste Niederlage gegen die
Parmenser.
1244
Erste Erwähnung Berlins. Der Name soll aus dem Osten Europas stammen und
soviel wie "Schlamm" (im Sinne von "auf Schlamm gebaut") bedeuten (hat
jedenfalls nichts mit Bären zu tun).
1248
6. Kreuzzug: Ludwig IX der Heilige (Frankreich) wird dabei als Geisel
genommen, gegen hohes Lösegeld freigelassen.
1250
Friedrich II stirbt (vermutlich an Darmkrebs). Sein als Erbe eingesetzer Sohn,
Konrad IV. stirbt bereits 1254 an der Malaria. Sein zweiter Sohn Manfred verliert
1266 sein Leben im Kampf gegen den Franzosen Karl von Anjou, dem Sizilien vom
Papst als Lehen übergeben wurde. Manfreds Kinder verbringen 40 Jahre im Kerker.
Der Sohn Konrads, Konradin, versucht 1268 (als 16Jähriger) Sizilien zurückzuerobern,
wird aber wie sein Vater von Karl von Anjou besiegt und öffentlich enthauptet.
1256
Ganz Persien fällt in die Hand der Mongolen. 2 Jahre später muss sich
auch der Kalif in Bagdad dem mongolischem Herrscher Hülegü nebst seinen
schiitischen Verbündeten geschlagen geben. Während Hügelü den Kalifen
luxeriös in seinem Lager gefangen hält, macht er Bagdad den Erdboden
gleich. Später, als der Kalif das Versteck der Schatzkammer offenbarte,
wird auch er liquidiert. Bis heute gilt Hügelü als grausamster aller
Aggressoren (Bush wurde z.B. von Saddam mit Hügelü verglichen). Mit
der Mongolnherrschaft erlicht die Macht der Abbasiden-Kalife, die "Schiat
Ali" erstarkte dagegen wieder.
1257
Interregnum: Königslose Zeit; es wurden zwei Könige gewählt, beides
Ausländer (aus Engländer und Kastilien), die aber ihre Königsrecht und
-pflichten kaum wahr nahmen. Die Kurfürsten wählten absichtlich schwachen
Habsburger zur eigenen Machtsicherung.
1270
7. Kreuzzug: Endet in entgültigen Sieg der Muslime.
1280
Marco Polo in China. Seine Reiseberichte machten grossen Eindruck auf
Europa und erweckte überall den Wunsch, gen Osten zu ziehen.
Philipp der Schöne (Frankreich) stärkt Zentralgewalt, löst auf skandalöse Weise
den Templer-Orden auf (um an dessen Geld zu kommen), setzt sogar den Papst
gefangen (der wird zwar kurz darauf befreit, stirbt aber wenig später; der
Machtverlust des Papstes wurde so offensichtlich --> siehe 1303).
1291
Habsburger versuchen sich Schweiz zu krallen, denn durch Gotthart-Pass
ist Gegend pol. interessant geworden. Die Kantone schliessen Eidgenossenschaft
(Tell <-> Gessler übrigens nicht historisch.) Überraschend gewinnen sie den
Krieg gegen die Österreicher.
1295
Barone nehmen Heinrich III (Engl.) gefangen, erzwingen so die Einrichtung
eines Wahlparlaments.
Höhepunkt der Städtebildung in Europa. Herausbildung von Gilden (Kaufleute)
und Zünften (Handwerker). Es kommt zu Städtebündnissen. Die Hanse mit
Hauptsitz Lübeck umfasst z.B. 200 Städte.
=> Die Verstädterung bringt neue Schichten hervor, die neue Rechte einfordert.
1303
Gefangenname von Papst Bonifaz VIII durch Philipp IV, weil Papst Allmachtanspruch
erhebt (den der frz. König für sich ebenfalls erhebt).
==> Papsttum gerät zunehmend unter frz. Kontrolle, die Päpste siedeln sogar
nach Avignon über, wo sie sich sicherer fühlen: Tiefpunkt des Papstums.
Zwischendurch kommt es sogar zur Wahl dreier Päpste gleichzeitig (1417)
1307
In einer Nacht- und Nebelaktion verhaftet die französische Polizei
auf Geheiss Philipp des Schönen alle Angehörigen des Templerordens
in Frankreich. Sie werden der Ketzerei beschuldigt. Die Aktion ist
durch und durch illegal, da die Templer einzig dem Papst unterstanden.
Doch das schehrte den "räselhaftesten König Frankreichs" wenig.
Mit der Beseitigung der Templer schlug er zwei Fliegen mit einer
Klappe: Das Geld der Mönche floss in seine Kassen und der ungeliebte
Papst wurde empfindlich geschwächt. Bis 1314 waren alle Spuren der
Templer beseitigt und der Orden selbst aufgelöst.
1309
Der mongolische Herrscher Oltschaitu in Bagdad nimmt den schiitischen
Glauben an (seine Vorgänger waren entweder Buddhisten oder Christen
gewesen). Damit herrscht der erste Schiit über Persien.
1337 - 1453
Hundertjähriger Krieg: frz. Königsgeschlecht der Karolinger stirbt aus, der
engl. König erhebt Anspruch auf frz. Thron (wegen Verwandtschaft weibl. Linie).
Das will der frz. Adel nicht akzeptieren. Es kommt zum Krieg. Die Engländer,
überlegen durch ihre Bogenschützen, nehmen den frz. König gefangen, verzichten
dann aber auf den Thron nach Zahlung von Lösegeld.
1347
Ausbruch der Beulenpest. Als Schuldige gelten v.a. zwei Bevölkerungsgruppen:
Die Juden (Verfolgung) und die Frauen (Hexenprozesse).
1356
Goldene Bulle, bed. Reichsgesetzt des Mittelalters. Festlegung
Erstgeburtsrecht (= keine Teilung der Kurlande), kein Papst zur Wahl
nötig, königsgleiche Stellung der Kurfüsten
=> Schwacher König führt zu Rechtsunsicherheit; es entstehen Fehmegerichte
(=Scheingerichte), Fehdewesen zwischen Adel, Folge: Raubrittertum.
1380
Der geistig verwirrte englische König Karl VI. und Adelsstreitereien lassen die
Franzosen im 100jährigen Krieg Oberwasser gewinnen, aber nicht auf Dauer.
Nach kuzer persischer Machtentfaltung gewinnen die Mongolen wieder an Kraft
(Timuriden).
1389
Ein serbischer Terrorist erschiesst den soamischen Sultan Murad. Obilie
gilt seither als Nationalheld der Serben. Die Türken besiegten im
anschliesenden Krieg jedoch die Serben auf dem Anselfeld im Kosovo
(dieses Gebiet wird heute noch von den Serben als ihr Land beansprucht).
Den bosnischen Muslimen, die die Türken unterstützten, vergaben sie nie.
[bis zu einem gewissen Grad wiederholte sich die Geschichte, als 1914
ein Serbe den neuen Murad erschoss, nämlich den Erzherzog Franz Ferdinand
von Österreich.]
1400 (bis 1530)
Renaissance. Wiederentdeckung der heidn. Kultur der Antike. Ausbruch zuerst
in Italien. Warum? Städte waren reich geworden durch Orienthandel, was den
Feudalismus schwächte. Florenz, unter den Medici, wird zum neuen Athen. Die
damalige Führungsrolle ist noch heute zu spüren, denn das Florenzinisch hat
sich als das heutige Italienisch durchgesetzt.
1400
Die Inkas tauchen quasi aus dem Nichts auf und drücken in wenigen Jahrzehnten
halb Südamerika ihren Stempel auf. Viele Monumentalbauten. Sie sind Meister
der Organisation. Versahen ihr Imperium in den Anden mit Strassen. Betrieben
Planwirtschaft, es gab königliche Beamte. Geniale Ackerbau-Technik am
Hang durch Terassenbau, z.T. kreisrund, zum Speichern der Sonnenwärme - nur
so wuchs auch in über 4.000 m Höhe noch Getreide. Besassen offenbar keine
Schrift, jedoch Knotenschnüre zur Zahlendarstellung. Drakonische Gesetze,
so war z.B. Ehebruch streng verboten. Verstanden sich als Kinder der Sonne.
1400
In Frankreich gibt es weniger Wald als heute. Grund: Der ausufernde
Kathedralenbau veranschlagt Unmengen von Holz für Stützbauten.
1420
Engl. König Heinrich V übernimmt frz. Krone
Karl VII. wird zum frz. König gewählt. Mit Hilfe des Bauernmädchens
Jeanne d'Arc gelingt der Sieg gegen die anrückenden Engländer (1429).
1453
Die Türken erobern Konstantinopel und machen es zu ihrer Hauptstadt.
Das oströmische/byzantinische Reich existiert nicht mehr (auch wenn die
russische Zarenherrschaft anschliessend gewissermassen das Erbe Byzanz
übernommen haben will). Viele griechische Gelehrte fliehen nach Florenz,
treiben so dort die Renaissance voran. Die Osmanen unter Sultan Mehmed II
sind die beherrschende Grossmacht des Islams.
Mit dem Fall Ostroms bricht das römische Reich zusammen. Es hat seit seiner
Gründung 753 v.Chr. 2206 Jahre Bestand gehabt!
1455
Rosenkrieg wegen Thronstreitigkeiten zwischen York und Lancaster (beide
haben Rosen im Wappen). Als Sieger geht Heinrich VIII hervor, dessen
Eheprobleme zur Bildung der Anglikanischen Kirche führen (der Papst
verweigerte ihm unter Druck Karl V die Scheidung). Der Kirchenbesitz
wird an Gefolgsleute verteilt, wodurch sich ein neuer, königstreuer
Adel herausbildet. Wie immer, wenn Macht fast illegitim angeeignet wird,
neigte Heinrich zum Mäzentum, was zu einem erheblichen Aufschwung von Kunst
und Literatur in England führte. U.a. war Shakespear ein Nutzniesser dieser
Zeit.
Der portugisische König Heinrich der Seefahrer startet über ein Duzend
Expeditionen, um einen Seeweg nach China zu finden. 1488 kommt Diaz bis
zum Kap der Guten Hoffnung, 1498 erreicht Vasco da Gama Indien.
1472
Ivan III, der Schreckliche, heiratet die byzantinische Prinzessin Zoe,
und übernimmt damit quasi das Erbe des Byzantinischen Reiches. Kirche
und Staat bilden darin eine Einheit. Er erweitert das reichn gen Osten,
über den Ural hinaus. Die Eroberung Sibiriens folgt. Das Land wird
ausgeplündert (hpts. Zobelpelze und Gold). Die russ. Kosaken bezwingen die
asiatischen Tartaren, die restl. asiatischen Nomadenvölker haben den
Russen wenig entgegenzusetzen. Ivan geht im Büssergwand zum Papst und lässt
sich als Mönch bescheiden bestatten.
1480
Renaissance + Humanismus: Individualismus (der Mensch steht im
Mittelpunkt), antikes Ideal (Neuentdeckung der alten Gr.).
1487
Die Hexenbulle von Papst Innozenz VIII. (1484) beschreibt Incubi als
männliche Dämone, die Frauen beiwohnen, und Succubi als weibliche Dämonen,
die Männern beiwohnen. Die sich aus dieser Verbindung ergebenden Kinder
werden zu Hexen und Hexer.
Der Hexenhammer von Dominikaner-Mönch Heinrich Institoris löst eine beispiellose
Hexenhysterie aus - und dies interessanterweise zur Zeit der Renaissance,
nicht im angeblich so finsterem Mittelalter; so war denn auch einer der eifrigsten
Hexenverbrenner Calvin, und auch Luther war ein Befürworter der Hexenprozesse.
1492
Abschluss der Reconquita: Rückeroberung Spaniens ("Kapitulation von Granada"),
Vertreibung der letzten Mauren und Juden durch Isabella von Kastilien und
Ferdinand von Aragon.
1495
Erst nach Einfall der Türken in Wien lassen Fürsten im Wormser Reichstag
Reformen zu, die das Königtum stärken.
1501
Ismail erobert Persien und den Irak. Er führt den Glauben der Zwölfer-Schiiten
als Staatsreligion ein. Bis heute bekennt sich der Iran zur Schia (Schiitentum).
1501
Persien war es leid, immer wieder fremdbeherrscht zu werden, von den
Omaijaden, den Abbasiden und dann den Mongolen. So gewann die Familie
der Safawiden immer mehr Zuspruch, denn sie waren Perser, deren Wurzeln
auf Ali zurückgehen sollten, den Schwiegersohn Mohhameds. Nach der
eroberung von Täbris liess sich der Anführer der Safawiden zum Schah
von Persien ausrufen. Sie würden die Macht so lange ausüben, bis der
entrückte 12 Imam wiederkehren würde. In der Folge wurde das arabische
Kulturgut verdrängt und dafür das persische gefördert.
1517
Thesenanschlag Luthers in Wittenberg. Anlass: Protest gegen den Ablasshandel,
den Papst Leo X forcierte, um Geld für den Petersdom hereinzubekommen.
Da Leo auch noch zusätzliche Steuern erheben wollte, um einen Kreuzzug zu
finanzieren, gewann Luther Rückhalt beim Adel, der das Geld der Bevölkerung
lieber in der eigenen Tasche sehen wollte.
Der Protestantismus entzaubert die Welt. Das Fegefeuer wurde abgeschafft,
alle Wesen zwischen Gott und den Menschen zum Schweigen gebracht (bis
zu diesem Zeitpunkt wurden etwa Engel als genauso real angesehen, wie der
Bäcker von nebenan). Die Menschheit wird mit der Gesellschaft gleichgesetzt
(vorher war die Menschheit nur ein Teil einer viel grösseren Gemeinschaft
mit himmlichen Wesen). Der Protestantismus will zu den Wurzel zurück,
insbesondere verleugnet er die Systeme, die die katholischen Kirchenfürsten
erdachten. Er konzentriert sich auf die Bibel als einzige authentische Quelle
der christlichen Lehre. Überhaupt findet eine Konzenteation auf die Schrift
statt, ganz allgemein auf Bücher.
1519
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Magellan startet mit fünf Schiffen von der spanischen Küste Richtung
Amerika zur ersten Weltumsegelung. Obwohl Kriegsdienstler für Portugal
in Indien und Afrika, fand er beim portugiesischen König keine Unterstützung
für seinen Plan. In Spanien hatte er mehr Glück, musste sich jedoch als Portugiese
einige Schikanen der Spanier gefallen lassen.
1520, vor der Küste Südamerikas,
kommt es dann auch zur ersten Meuterei, die Magellan hart niederschlägt. Magellan
suchte immer verzweifelter einen Durchgang zum Pazifik, den er vermutlich auf
einer deutschen Karte eingezeichnet gefunden hat; diesen Durchgang gibt es aber
nicht an der bezeichneten Stelle. Immer südlicher fahrend erreichen sie schliesslich
Oktober 1520 das "Kap der Jungfrauen", den Eingang der Magellanstrasse. Mit
bemerkenswerten Geschick gelingt Magellan die Durchquerung derselben (später
sollten noch viele andere Kapitäne an dieser Aufgabe scheitern, denn die
Margellan-"Strasse" ist vielmehr ein Labyrinth). Den Pazifik vor Augen, aber
reichlich angeschlagen durch die lange Suche nach einer Passage zuvor, dessertiert
die "San Antonio".
Magellan jedoch wagt die Fahrt in den Pazifik (ihm bleibt
kaum etwas anderes übrig, denn käme er erfolglos nach Spanien zurück, hätten ihn
die Desserteure bereits so beim König angeschwärzt, dass sein Leben verwirkt
wäre). Es wird eine beispiellose Höllenfahrt durch eine unendliche Wasserwüste.
Trotz strenger Rationierung der Nahrungsmittel verhungern bald viele Männer (einer
der ersten: Ein Feuerländer, den die Matrosen ob seiner stattlichen Grösse und
seines gewaltigen Hungers als Kuriosum gefangen hatten). Erst jetzt erahnt Magellan,
wie gross die Erde wirklich ist; alle zuvor gemachten Berechnungen erwiesen sich als
falsch. Das Meer ist so ruhig, dass Magellan es "il Pacifico" nennt, den
"stillen Ozean".
Endlich, nach über 100 Tagen Fahrt ins Leere - Kolumbus war nur
32 Tage unterwegs - erreichen sie Land (die Ladronen, wo sie prompt von den Insulaner
bestohlen werden). Nach weiteren 4 Tagen erreichen sie Massawa, wo Enrique, der
malaiische Sklave Magellans, überrascht feststellt, dass er die Sparche der
Einheimischen versteht. Damit ist der Beweis erbracht: Die Erde ist rund, und Enrique
ist der erste Mensch in der Geschichte der Menschheit, der die Erde umrundet hat.
In Sebu bemerken sie bereits wieder die Folgen der Zivilisation: Man kennt dort
die Spanier, und die maurischen Händler haben sogleich gegen sie beim König
intregiert. Dennoch kommt Handel zustande, sicher aufgrund Magellans Geschick und
beherrschtem Auftreten (welches im krassen Gegensatz zu Männern wie Cortez oder
Pizarro stand).
Vom Erfolg beseelt, lässt sich Magellan dann aber zu einer für ihn untypischen
Leichtsinnigkeit hinreissen: Er will dem Köngig die Macht der Christen demonstrieren,
in dem er mit nur 60 bewaffneten Männern einen konkurrierenden Insulaner-Köngig
bezwingen will. 1521 findet so Magellan von mehreren Giftpfeilen getroffen den Tod.
Seine Leiche wird von den Insulaner verschleppt (sie wurde nie wieder gefunden).
Damit bricht der Mythos der Unbesiegbarkeit der Spanier in sich zusammen.
Sie müssen fliehen und segeln - nun ohne die geschickte Führung Magellans - ziellos
von einer Insel zur anderen. Schliesslich brechen sie die Heimreise an, die meisten
Häfen meidend, da sie wissen, dass die Portugiesen sie um jeden Preis aufbringen
wollen.
Es wird wieder eine Fahrt, auf der der Hunger all gegenwärtig ist. Der
Kapitän, del Cano, der einst gegen Magellan meuterte, bekommt jetzt die
Gelegeheit, seinem Namen wieder Ehre zu machen. Und er schafft es.
1522, 3 Jahre
nach ihrer Abfahrt, erreichen sie Spanien. Von 5 Schiffen gibt es nur noch eines
(die "Victoria"), von 265 Männern nur noch 18. Trotz dieser Verluste hat sich
die Reise finaziell gelohnt - so wertvoll sind die Gewürze, die die Reisenden
mitbringen. Die Ostroute jedoch, die Magellan gegenüber der Westroute propagierte,
erweist sich als Fehlschlag.
Viel wichtiger aber ist, dass die Reise eine
umwälzemde Erkenntnis brachte, ein Wissen, welches sich selbst die antiken Denker
nicht erschlossen hatten: Auf ihrer Reise ostwärts hatten die Weltumsegler - wie
die Logbucheinträge beweisen - einen Tag gewonnen! Das in verschiedenen Weltteilen
Zeit und Stunden verschieden sind, erregte die Wissenschft des 16. Jahrhunderts
etwa so wie unsere heutige Welt die Relativitätstheorie.
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1520
Kopernikus veröffentlicht sein heliozentrisches Weltbild. Passt eigentlich
gut in die Zeit der Renaissance, da damals gerade die Sonne verehrt wurde.
Und so regten sich die Leute auch weniger darüber auf, dass nun der Mensch
nicht mehr im Mittelpunkt des Universum stehen sollte, als vielmehr darüber,
dass das heliozentrische Weltbild im Widerspruch zur Heiligen Schrift steht
(hier steht ausdrücklich: Und Josua liess die Erde stillstehen [und nicht
die Sonne]).
Zunächst lieferte Kopernikus Modell kaum bessere Ergebnisse
als Ptolomäus geozentrisches Modell. In Anlehnung an Platons, der den Kreis
als ästhetischste Form erhob, konnte sich Kopernikus nicht davon lösen,
dass sich die Planeten in Kreisbahnen um die Sonne bewegen. Es waren daher
hässliche Korrekturfaktoren nötig, um das Modell mit den beobachten Daten
in Übereinstimmung zu bringen (das zeigt: Kopernikus war vielmehr Denker
als Beobachter).
Das war noch nicht überzeugend. Doch 1572 beobachtete
Tycho eine Supernova, und die alte Vorstellung Platons und
Aristoteles, dass die Fixsterne unveränderlich seien, musste revidiert
werden.
Kepler schliesslich zeigte, dass sich die Planeten nicht kreis-,
sondern ellipesenförmig um die Sonne bewegen - jetzt erst konnten Modell
und Wirklichkeit in Übereinstimmung gebracht werden.
1526
Erster Religionskrieg: Hugenottenkreg (bis 1598)
[Hugenotten=Verballhornung von Eidgenossen]
Die Türken unter Sultan Suleiman dem Prächtigen erobern Ungarn. 1529
stehen sie bereits vor den Toren Wiens. Kaiser Karl V muss sich ihnen
entgegenstellen und kann so seine Kräfte nicht voll auf die Unterdrückung
des aufkeimenden Protestantismus konzentrieren.
1530
Ende der Renaissance. Italien (Florenz) verliert seine Führungsrolle,
nachdem Amerika entdeckt wurde und die Kirche durch Luther und Calvin
gespalten, sich zu Reformen veranlasst fühlte. Die Geldströme wanderten
vom Süd-Osten Europas nach Westen - und die Kultur folgte ihnen, so wie
immer. Die europäischen Staaten bilden sich heraus. Die einzige Ausnahme
bildet "Deutschland": Hier bekämpfen sich Adel und aufstrebendes Bürgertum,
so dass der König als Schiedsrichter befragt an Macht gewinnt (so viel, dass
man von einem Frühabsolutismus spricht).
1532
Eine Handvoll Spanier treffen auf eine Übermacht von Inkas, doch sie
werden nicht aufgehalten. Wie 650 hatte sich die Milchstrasse am Himmel
vom Erdhorizont abgesetzt und die Inka glaubten, nun sei den Göttern
und Inka der Weg zu den Göttern verloren. Damals war ein 800 Jahre andauernder
Bürgerkrieg die Folge gewesen. Dem aktuellen Herrscher der Inka war aus
diesem Grund bereits 100 Jahre zuvor prognostiziert worden, dass er der
letzte Herrscher der Inka sein würde. So ergaben sich die Inkas in ihr
Schicksal.
Pizzaro landet mit 180 Mann von Panama kommend in Peru. Srin Soldaten
gehören eher zu den Ausgemusterten als zur Elite. Pizarra ist 53 jahre
alt. Sie erreichen Hauptstadt Cusco. 400 Km bis Caramarca, die sie wie
ausgestorben vorfinden. Inkas kennen keine Pferde, mit denen Spanier
unterwegs sind. 30.000 Inkasoldaten wollen Späher ausgemacht haben.
1572
Bartholomäusnacht: Massaker der Katholiken an Protestanten, mit dem einzigen
Ergebnis, dass der protestantische Widerstand in ganz Europa gestärkt wird.
Das Ende des Bürgerkriegs in Frankreich kommt, als der Protestant Heinrich IV
den Thron besteigt und zur Berrfriedung des Landes zum Katholozismus übertritt
("Paris ist eine Messe wert"). Dabei garantiert er jedoch im Edikt von Nantes
des Protestanten Schutz vor Übergriffen zu.
1582
Gregorianischer Kalender wird durch Papst Gregor XIII. in katholischen landen
eingeführt, da der bisherige julianische Kalender inzwischen 10 Tage
"falsch" ging. Auch die protestanitischen und orthodoxen Länder übernahmen
nach und nach diesen Kalender (zuletzt Rumänien 1924).
1587
Abba I. d. Gr. wird Schah in Persien. Das Safawidenreich erreicht grösste
Blüte. Hauptstadt ist Isfahan (bis 1722). Nach Abba nimmt der Einfluss der
schiitischen Geistlichkeit zu, das Amt des Schahs schwächelt.
1588
England besiegt spanische Armada (auch Dank des Wetters). Grund der spanischen
Invasion war, dass Elisabeth, die engl. Königin, die katholische Königin
von Schottland, Maria Stuart, hatte hinrichten lassen, da diese (angeblich)
einen Mordanschlag auf Elisabeth verübte. Unter Elisabeth erlebt Elngland
eine beispiellose Blütezeit.
1591
Portugiesische Krone rüstet "Jahrhundert-Expedition" ins Innere von
Brasielien aus. Im riesigen Brasilien fand man bisher keine hochstehendes
Kulturvolk, vermutete aber ein solches versteckt im Duschungel. 1400 Soldaten
sollen losgezogen sein, nicht einer kehrte wieder. Vermutlich wurden sie
von den dort lebenden Tupinaeo-Indianern aufgerieben. Eine Nachfolge-
Expedition vier Jahre später findet angeblich Spuren einer alten Kultur im
Wald, doch den Weg dorthin nimmt der Finder nach einem Betrugsversuch des
portugisischen Königs mit in sein Grab. Noch heute suchen immer wieder
Forscher nach diesen legendären "Mauern des Muribecas".
1611
Bischof Ussher schätzt, die Welt wurde in der Nacht des 23. Oktobers
4004 v. Chr. erschaffen.
1618
30jähriger Krieg: Die Provinz besiegt den Staat. Der Adel europäische Adel
wurde durch Frankreich beeinflusst. Deutschland's Rolle verlor an Gewicht,
es verfällt in einen 100jährigen Kulturschlaf (ausser auf dem Gebiet der
Musik). Warum aber konnte sich der Protestantismus so rasch ausbreiten?
- Dem Katholozismus fehlten Gegenargumente. Die Missstände waren
offensichtlich, und die eigenene (gegen-)reformation war gerade erst
angelaufen.
- Der Adel unterstützte die Protestanten, um das Geld der Bevölkerung
nicht in die Kassen des papst fliessen sehen zu müssen.
- Der Kaiser stand zwar auf Seiten des Papstes. Jedoch musste er sich
zunächst dringenderen Problemen widmen: Dem Einfall der Türken nach
Europa. So gesehen verdankt der Protestantismus sein Überleben auch
dem Islam!
1625
Calvins Lehren finden fruchtbaren Boden in England. Viele wollen die
anglikanische Kirche vom päpstlichen Beiwerk reinigen (daraus leitet
sich der Namen der Puriatener ab). Der englische König Charles I versucht
dem entgegenzuwirken, was ihn nicht beliebter machte. Als er neue Steuern
erheben will, versagt ihm prompt das sonst stets königstreue Unterhaus die
Folgschaft. Da das Bewilligungsrecht für Steuern beim Parlament liegt,
entlässt Charles das selbige, und versucht nach französischem Vorbild
einen Absolutismus in England aufzubauen.
Die Puritaner werden verfolgt.
Und sie emigirieren nach Amerika. Um gegen die anti-päpstlichen Presbytianer
in Schottland vorgehen zu können, benötigte Charles Geld. Dies wiederum kann ihm
aber nur ein Parlament bewilligen, weshalb er ein neues Parlament schaffen
muss. Doch das reaktivierte Parlament versagt im abermals den Gehorsam.
Er entlässt es erneut und ruft wieder ein neues ins Leben - dieses sogenannte
"Long Parliament" wurde er dann schliesslich nicht mehr los; das Parlament
wurde aber den König los: 1642 beginnt der englische Bürgerkrieg, den das
Parlament gewinnt, besonders aufgrund der religiösen Puritaner-Armee unter
Führung Oliver Chromwells.
Diese Armee erweist sich aber als so radikal,
dass es sich schliesslich gegen das presbyterianisch geprägte Parlament
wendet. Chromwell mach sich zum Lord Protector, zum einzigen Souverän im
Staate. Charls I lässt er köpfen, England wird Republik (=Commonwealth).
Kaum ist jedoch Chromwell unter der Erde, kommt es zur Restauration der
Machtverhältnisse (1660-1688).
1631
Schweden-König Adolph II besiegt bei Breitfeld den Böhmer Graf von Tilly.
Damit war Deutschland von der bevorstehenden Herrschaft der Jesuiten befreit.
Der 30Jährige Krieg findet damit aber noch nicht sein Ende: Ein Jahr später
bereits fällt Adolph in der Schlacht bei Lützen. Noch volle 16 Jahre lang tobt
der blutige Kampf, angeheizt vom Intriganten Richelieu, bis es endlich zum
Frieden kommt.
1648
Der "Westfälische Friede" wird zwischen den Habsburgern, Schweden und
Frankreich in Osnabrück geschlossen. Die Reformation hatte sich behauptet.
Doch das reformistische Deutschland war zerstört wie nie zuvor, während das
katholische Frankreich seine Position hatte stärken können.
1660
Charles II wird englischer König. Er ist ein vorurteilsloser Mann, der sich
mehr für seine Mätressen als die Politik interessiert. Sein Nachfolger
James II jedoch begeht den gleichen Fehler wie Charls I: Er versucht, England
in den Schoss der Kirche zurückzuführen. Die Protestanten holen sich Wilhelm
von Oranien, den Mann von James Tochter Mary. So kommt es zum Kampf der
jamestreuen Thories gegen die wilhelmtreuen Whigs. Die Whigs gehen als
Sieger hervor. Da sie aus der Vergangenheit gelernt haben, lassen sie
Wilhelm vor der Krönung die Bill of Rights zusichern, die freie Rede,
freie Wahln usw. garntieren.
1668
Der Theologe Casaubon schreibt: Hexen müssen existieren, weil soviele
daran glauben. Mit anderen Worten gilt also generell: Was viele glauben,
muss wahr sein.
1701
Der legendäre Pirat Captain Kidd wird in England hingerichtet, obwohl
er im Austausch für sein Leben angeboten hat, zu verraten, wo er
seine Beute versteckt hat (vermutlich um eine Millionen Pfund). Zur
Abschreckung hing man seinen Leichnam mehrere Monate an einen Mast
in der Themse-Mündung. Sein Schatz aber wurde bis zum heutigen Tage
nicht gefunden.
1708
Bauer findet Tonerde, die Böttger erhält. Wird vom Kurfürst August d. Starke
in der Nähe von Meissen gefangen gehalten.
Böttger ist Alichimist und will/soll eigentlich Gold herstellen. Der
Naturwissenschaftler Ehrenfried Walther von Tschirnhaus entwickelt mit
Hilfe von Böttger stattdessen weisses Gold: Sie finden in jahrelangen
Versuchen heraus, wie
Porzellan hergestellt wird und brechen damit das chinesische Monopol.
Heute gilt, entgegen den älteren Darstellungen, nicht Böttger, sondern
Tschirnhaus als Erfinder des europäischen Porzellans.
1711 gründet August die Meissner Porzellanmanufaktur. Ihr Gütesiegel,
zwei gekreuzte Schwerter, ist das älteste der Welt. Die genaue Rezeptur
des Porzellans wird noch heute geheimgehalten. Dennoch entstanden durch
Spionage und Abwerberei etwa 50 Jahre später weitere Porzellanmanufakturen
in Europa. Böttiger bleibt den Rest seines Lebens unter Arrest, stirbt
bereits mit 37.
1722
Preussen führt als erstes Land die allgemeine Schulpflicht ein. 2/3 des
Staatshaushaltes pumpt Friedrich I ins Militär.
Adlige werden zu Offiziersdiensten verpflichtet. Friedrich ist ein
unangenehmer Mensch, der mit seinem Stock auf alles und jeden in seiner
Umgebung einprügelt - auch auf seinen völlig anders gearteten Sohn,
der als Friedrich II der Grosse in die Geschichte eingehen wird.
Friedrich II der Grosse kommt an die Macht in Preussen. Er schafft sofort
die Folter ab, gewährt Rede- und Pressefreiheit. Europas Kulturschaffende
sind begeistert von diesem Mann. Beethoven widmet ihm ein Konzert (?).
Doch dann irritiert er die Welt, als er plötzlich Schlesien den Österreichern
wegnimmt. Damit bringt er Europa gegen sich auf.
Sturz der Safawiden in Persien durch afghanische Dynastie der Kandahar.
Doch sei werden relativ schnell wieder vertrieben. 1796 wird Teheran
Hauptstadt Persiens unter der Dynastie der Kadscharen..
1722
Um 1500 waren die Safawiden in Persien an die Macht gekommen. Die Geistlichen
des landes hatten seitdem mehr und mehr an Macht gewonnen. Doch die Mullahs
waren oft imkompetent. So konnte ein kleines afghanisches Reiterheer das
land für 7 Jahre unter seine Kontrolle bringen, da sich das persische Heer
als handlungsunfähig erwies.
1755
Kant vermutet, dass ferne Spiralnebel Galaxien sind. Der Gedanke setzt
sich aber nicht durch, die mesiten Astronomen vermuten dahinter Materiewolken,
aus denen sich Sonnen herausbilden (das gilt auch so für viele Nebel,
Spiralnebel sind jedoch Galaxien). Es überraschte mich sehr, dass man Anfang
des 20 Jh. noch immer nichts von ferne Galaxien wissen wollte (den Beweis
dafür erbrachte erst 1925 Edwin Hubbel anhand von Andromeda). Zur Jugendzeit
meines Opas war das Weltall im Bewusstsein der Menschheit also noch unendlich
viel kleiner als heute! Ich glaube, mir selbst wurde die Sache mit den
Galaxien auch erst so mit 20 Jahren bewusst. Das haute mich genauso um,
wie die ebenso spät gewonnen Erkenntnis, dass jede Zelle meines Körpers
meinen kompletten Bauplan in Form von Genen enthält. Habe ich in der Schule
gepennt oder hat mir das einfach keiner vorher gesagt?
1756
7jähriger Krieg: Friedrich II schlägt sich so wacker gegen die europäischen
Grossmächte (nur England unterstützte ihn), dass Preussen am Ende ebenfalls
zu einer Grossmacht wird. England, unter Premier Pitt, nutzt den Krieg,
um sich französischen Kolonien einzuheimsen. Damit sichert es sich die
ostasiatischen Handelwege. Und seitdem trinken die Engländer Tee, da dieser
billiger als Kaffee wurde.
1776
Die englische Kolonie in Nord-Amerika wagt den Aufstand: Sie fordert
ihre Unabhängigkeit vom englischen Königreich.
1781
Herschel entdeckt den Planeten Uranus.
1789
Anders als in England ist in Frankreich der Adel von Steuern befreit.
Ausserdem ist es dem Adel untersagt, in den dritten Stand zu heiraten.
Hierdurch entfernte sich der Adel immer weiter vom Volk. Die Kirche
besass 1/3 des Bodens und lebte in Luxus, was sie beim Volk nicht eben
gerade beliebter machte. Und König Ludwig XVI war kein Heinrich VIII,
der Adel und Kirche zu entmachten vermochte. In der tat galt er als
recht unfähig. Und seine Frau Marie-Antoinette verprellte das Volk
durch Verschwendungssucht und naiv-meschenverachteten Statements
(von wegen Kuchen statt Brot essen). Als dann der Staat auch noch Bankrott
zu gehen drohte, lag der Revolutionsgedanke in der Pariser Luft.
Es bildeten sich überall politische Clubs. Bürger und Adel beredeten sich.
Der König versuchte natürlich, dies zu unterbinden. Doch die Demokratie
unter Graf Mirabeau verweigerte sich dem Absolutismus. Der König fühlte
sich genötigt, Truppen gegen Paris zu schicken, woraufhin sich die Bürger
in der Bastille mit Waffen versorgen. Der Journalist Marat hetzte das
Proletariat zusätzlich gegen die Reichen auf, und die Bauern stürmten
Schlösser und Kloster. Die Natioanlversammlung schliesslich verkündet die
Menschenrechte, die von Lafayette im Geiste der Amerikanischen
Unabhängigkeitserklärung vorgeschlagen wurde.
Französische Revolution. Der Sturm auf die Bastille war aber mehr eine
Übergabe. Die Bastille war auch nicht die schreckliche Zwingburg, als die
sie gerne hinsgestellt wird, sondern viel mehr eine Art Luxusgefängnis
(u.a. für den Marquise de Sade; z.Z. des "Sturms" sollen sich gerade mal 10
Gefangene darin aufgehalten haben, denen es sicher besser ging, als dem
Grossteil der Pariser Bevölkerung). Die "Stürmer" wollten dann auch keine
Gefangen befreien, sondern vielmehr ein paar Kanonen haben, die sich im
Inneren der Bastille befanden. Die wollte der Kommandant natürlich nicht
ohne weiteres rausrücken und als eine von der Stadtregierung geschickte
Delegation sich nicht ausweisen konnte, gab er einen einzelnen Warnschuss auf
den Mob ab. Bevor der Mob zurückschiessen konnte, gab der Kommandant jedoch
auf und liess die Delegation ein. Die aufgeheizte Menge war aufs Lynchen aus
und machte so den Kommandanten und den anderen Wachen den Garaus. Den Kopf
des Kommandanten auf eine Latte gespiesst zogen sie dann im Siegestriumpf
durch die Stadt - wahrlich ein gedenkvoller Tag!
Der König wird gefangen und von Versailles nach Paris verfrachtet, wo man
ihn besser unter Kontrolle hatte. Auf Vorschlag des Bischoffs Talleyrand
werden Kirchengüter verstaatlicht und damit der Staatsbankrott behoben.
Es kommt zum Streit um die Macht zwischen:
- Cordellier-Clubs: Linksgerichtet, mit Marat, Danton, Desmontius.
- Jakobiner: bürgerlich, republikanisch, "Girondisten" genannt.
- Monarchisten: rechtsgerichtet, mit Talleyrand und Lafayette.
Preussen und Österreich wollen dem frz. König beistehen (oder Frankreich
erobern, wer weiss das schon). Der Herzog von Braunschweig führt ein
Heer gegen Paris (mit dabei: Goethe). In der Schlacht von Valmy siegen
die Revolutionstruppen 1792. Marat ruft dazu auf, alle Gefangenen
(Feinde der Revolution) hinrichten zu lassen, damit sie nicht befreit
werden können. Und wie 154 Jahre zuvor Charles I in England wird der
frz. König Ludwig XVI geköpft (1793).
Marat verfolgt die Girondisten, und wird schliesslich von der 25jährigen
Charlotte Cadag im Bad ernordet (wegen einer Hautkrankheit hielt er
sich viel im Bad auf; berühmt ist hierzu das Bild des Revolutionsmalers
David). Robespierre folgte ihm im Wohlfahrtsauschuss nach, der die
eigentliche Regierung darstellte (sonstige Macht lag bei Polizei und
dem Revolutionstribunal, einer Art Schnellgericht). Robespierre liess
alles köpfen, was gegen die Revolution war, schliesslich sogar Danton
auf dem Place de Concorde. 1794 wurde er selbst Opfer der Guillotine.
Nach dem Tod Robespierres rutschte die Revolution wieder nach rechts,
aber die neue Verfassung der Girondisten missfiel den Monarchisten
dennoch. Ihr Aufstand wurde von einem jungen Revolutionsoffizier
niedergeschlagen: Napoleon.
1791
Mozart stirbt an einer unbekannten Krankheit. Er selbst glaubte, vergiftet
worden zu sein. Das glaubten bald auch andere und der Verdacht fiel auf
Salieri, der sein einziger Konkurrent auf dem Gebiet italienischer Opern
war. Das ist aber alleine schon deswegen unwahrscheinlich, da Salieri zur
damaligen Zeit viel erfolgreicher als Mozart war. Das er das "Genie" Mozarts
erkannte und ihn daher beseitigte, ist eine schöne Mär. Zudem eine falsche:
Salerie besass Talent, Beethoven bezeichnete ihn später als einen seiner
wichtigsten Lehrer. Wohl auch nur eine Schauergeschichte ist die Idee, die
Freimaurer (Mozart war Mitglied) hätten ihn bestraft, da er in der Zauberflöte
zuviel von ihren geheimen Riten verraten hätte (dann hätte man sich aber
sinnvollerweise am Texter Schikaneder vergriffen). Schon wahrscheinlicher
ist, dass Mozart an der Syphillis starb, zumindestens indirekt, da er zuviel
Quecksilber erhielt, die gegen diese Krankheit verschrieben wurde.
1795
Ein Siedlersohn findet auf Oak Island, einer kleinen Insel vor der Küste
Kanadas, einen merkwürdigen Schacht. Beim Versuch, denselben freizugraben,
stösst er auf - offenbar von Menschenhand plazierte - Bariiere-Schichten.
Sich sicher, dass dort ein Piraten-Schatz vergraben sei, buddelt er
und zwei zu Hilfe gerufene Freunde immer tiefer. Bei 6 m, nach einer
erneuten Lehmbarriere, war vorerst Schluss. 9 Jahre später probierten sie
es erneut, doch dann lief der Schacht voll Wasser. Die Existenz des
Schachts sprach sich allmählich herum, so wurden immer wieder neue
Expeditionen gestartet, die immer besser das Wasser abpumpen, und immer
tiefer graben konnten. 1909 beteiligte sich sogar Roosevelt (ab 1932
Präsident der USA) an der Suche. Umsonst. Bis heute hat Oak Island sein
Geheimnis nicht preisgegeben, obwohl inzwischen über 50 m tief gegraben
wurde.
1795-1799
Ein Direktorium herrscht in Frankreich. Napoleon ist unterwegs, er
erobert für die Revolution Italien und Ägypten. Als sich England,
Österreich und Russland gegen Frankreich wenden, ruft das Diktatorium
in seiner Not Napoleon zurück. Und wie Cäsar schickte der sich dann an,
eine in der Krise steckende Republik zu beerben.
1799-1815
Bis 1804 ist Napoleon Erster Konsul, dann bis 1815 Kaiser. Napoleon
siegte über Österreich, England, Preussen und Russland in der Schlacht
bei Austerlitzt. Napoleon ist - wie Julius Cäsar - ein überlegender
Feldherr. Doch auch auf anderen Gebieten vermochte er Grosses: Er
modifiziert das Recht mit dem Code Napoleon. Er senkt die Steuern und
enteignete die Kirche.
1800
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ist ein Sammelsurium von
250 unabhängigen Fürstentümern. Überlegen sind nur:
- Österreichisches Habsburg, welches auch den Kaiser stellt
- Preussen zusammen mit dem Ostpreussen des ehemaligen Dt. Ordens.
Zusammen mit Russland haben sich diese Mächte Polen geteilt, welches
1795 schliesslich ganz von der Landkarte verschwand.
Erst die Angst vor Napoleon und dann Napoleon selbst zwängen das ganze
Konstrukt zusammen. Freie Städte werden abgeschafft. 1806 wird der
Rheinbund unter Protektorat Napoleons gebildet, woraufhin Franz I das
Hl. Röm. Reich Dt. Nation für beendet erklärte.
1806
Napoleon besiegt bei Jena und Auerstedt die Preussen. Erst dadurch konnte
Preussen unter dem preussischen Innenminister Freiherr von Stein und
seinem Nachfolger Hardenberg von Grund auf reformiert werden.
1807
Befreiung der Bauern aus der Leibeigenschaft in Preussen. In Amerika ist
die Sklaverei weiterhin gegeben.
1813
Um England auszubluten, verlangt Napoleon die Blockade englischer Waren.
In Preussen konnte dadurch die eigene Industrie erst richtig aufblühen.
Da sich die Russen der Blockadestrategie verweigerten, zog Napoleon
gegen Moskau ins Feld. Er geriet jedoch in den russischen Winter und wurde
beim Rückzug in der Völkerschlacht bei Leibzig besiegt. Die Sieger liefen
in Paris ein, zwangen Napoleon zur Abdankung und verbannten ihn auf die
Mittelmeerinsel Elba. Frz. König wurde Ludwig XVIII, der Bruder des letzten
Königs. Napoleon kehrte überraschend zurück und wird im belgischen Waterloo
von England und Preussen entgültig besiegt, und dann nach St. Helena verbannt,
wo er bis zu seinem Lebensende verblieb.
Wiener Konkress: Neuordnung Europas nach dem Sieg über Napoleon. Es
dominieren die restaurativen Kräfte Österreich, Russland und Preussen.
Der Wiener Kanzler Metternich unternimmt alles, um im deutschen
Gebiet einen demokratischen Nationalstaat zu verhindern, der das
Ende der kuk-Monarchie Österreichs bedeutet hätte.
1814-48
Zeit des Vormärz. Biedermannzeit, Bürgertum in Wohnstuben. Es herrscht
politischer Frust. Studentenbewegungen machen Rabatz. 1819 ermordet
ein Student den Dramatiker Kotzebue, weil er ihn für einen politischen
Reaktionär im Dienste Russlands hielt. Metternich antwortet mit den
Karlsbader Beschlüssen: Zensur, Verbot der Burschenschaften, Polizeispitzel
überall.
Monroe-Doktrin: USA kümmeren sich um Amerika, nicht um Europa. Im
Gegenzug verbat man sich Einmischung der Europäer in Amerika. hatte
Auswirkungen auf die spätere imperialistische Phase unter McKinley (1897)
1828
In Nürnberg taucht ein etwa 17 jähriger völlig verstörter Junge auf. Seinen
Namen konnte er schreiben: Kaspar Hauser. Eine (ärztliche) Untersuchung zeigte
einen sehr niedrigen Bildungsstand und körperliche Verwachsungen an, so als
habe er sehr lange Zeit isoliert und nur kauernd zugebracht. Er verweigerte
jegliche Nahrung ausser Wasser und Brot. Nachdem der Fall bekannt wurde,
tauchte ein anonymes Schreiben auf, in dem behauptet wird, Kaspar sei der
Sohn des badischen Grossherzogs. Dies glaubten die Badener schliesslich auch
selbst. Die Grossherzogin vermutete, ihr Kind, dass direkt nach der Geburt
gestorben sei, sei gar nicht ihr Sohn gewesen, sondern das totkranke Kind
eines Bediensteten. Damit sollte die Erbfolge unterbunden werden. Ein
Attentatsversuch auf Hauser 17 Monate später verdichtete das Gerücht, hier
solle etwas verschleiert werden. 1833 kommt es wieder zu einem ominösen
Angriff, diesmal erfolgreich: Hauser wird mit einer Stichfunde gefunden
und stirbt.
Moderne DNS-Analysen bewisen aber unlängst, dass Hauser nicht mit dem
badischen Adelsgeschlecht verwandt war. Wahrscheinlicher: Hauser war
ein "Besatzerkind". Bayern besetzte damals Tirol und Hauser benutzte
Tiroler Redewendungen, suchte ausserdem seinen Vater in einer Nürnberger
Garnison. Er hatte wohl einen neurologischen Defekt und erstach sich
in einem Anfall selbst.
Interessant ist der Hauser-Fall auch in wissenschaftlicher Hinsicht, handelte
es sich bei ihm doch quasi um ein "Wolfskind", welches ohne soziale Kontakte
aufwuchs. Wie andere solche Kinder waren bei ihm bestimmte Sinne, besonders
der Geruchssinn, verstärkt ausgeprägt. Ausserdem war er anfangs praktisch
unempfindlich gegen Kälte und Hitze. Und sexuelle Regungen besass er offenbar
überhaupt keine, obgleich er Erektionen bekam (über die er sich prompt bei
seinem Schützling beschwerte).
1835
Erste Erwähnung des "Goldenen Schnitts" durch Martin Ohm. Die angebliche
Schönheit des Goldenen Schnitts ist empirisch nicht belegbar. Auch das die
Griechen Kenntnis darüber besassen, ist unwahrscheinlich. Das häufige
Auftauchen dieser Proportionen in der Kunst täuscht - es gilt auch hier
wie so oft: Wer suchet, der findet! Der Goldene Schnitt ist Zahlenmystik,
sonst nichts.
Oder vielleicht doch nicht? Würde man den "Goldenen Schnitt" möglicherweise
viel stärker in der Kunst antreffen, wenn das mit ihm verbundene Gottesbild
(Gott als "innere Uhr" aller Dinge) mit dem der Kirchen (persönlicher Gott)
im Einklang stände? Denn nicht nur im Mittelalter vermochte der lange Arm
der Kirche gestaltend auf die Kunst einzuwirken.
1837
Fund des Westgoten-Schatzes, der einst aus Schutz vor den Hunnen vergraben
wurde. Heute ganzer Stolz des tschechischen (?) Nationalmuseums.
1838
Zeitgenössiche Zeitungen berichten über New Orleans, die Stadt sei
der Blasmusik verfallen. Eine Besonderheit New Orleans stellt die
kreolische Gemeinde da. Die Kreolen sind die Nachkommen weisser Adliger
und ihrer schwarzen Geliebten. Oft selbst wohlhabend fühlen sie sich
der europäischen Kultur stärker verplichtet als der afrikanischen.
Häufig sehen sie auf die Schwarzen herab, einige haben sogar selbst
Sklaven, die sie für sie arbeiten lassen.
1840
Die durchschnittliche Lebenserwartung macht Dank der medizinischen
Fortschritte einen Sprung von 20-30 Jahren auf ca. 40 Jahre.
1845
Hungerkatastrophe in Irland, 1 Mio Tote, 2 Mio Ausgewandert (v.a. nach Amerika),
Bevölkerung sank von 8 auf 5 Mio. Schockierenderweise starben die Menschen nicht,
weil es nichts zu Essen gab, sondern aus Armut; im gleichen Jahr wurden tausende
von Nahrung nach England exportiert.
1848
Marx und Engels bringen das Kommunistische Manifest heraus, welches anfangs
wenig beachtet wird.
1848
Goldfunde in Kalifornien.
1850
Louis Napoleon III, der Neffe Napoleons, wird zum Kaiser ernannt (Sohn
Napoleon II war nur wenige Tage nominiert) - auf demokratische Weise.
1860
Wilhelm I regiert in Preussen. Er will eine Heeresreform durchführen, die
aber vom Landtag abgelehnt wird. Bismark bietet sich ihm als
ein Minister an, der die Heeresreform auch ohne Genemigung durchführt.
Für diesen Bruch mit dem Rechtsstaat biete er den Abgeordneten jedoch
gleichzeitig die Einigung Deutschlands an. Anlass bot ihm die
schleswig-holsteinsche Frage: Dänemark hatte sich die beiden Herzogtümer
1863 einfach einverleibt. Bismark holte sie sich mit Hilfe Österreichs
wieder zurück. Doch die Sieger zerstritten sich, und so zog Preussen
1866 gegen Österreich in den Krieg - und gewann. Die Nordstaaten, die
Österreich unterstützt hatten, fielen nun an Preussen. Und erst dann
liess sich Bismark seine Heeresreform nachträglich vom Landtag legitimieren.
Der deutsche Liberalismus ging darauf ein; er opferte der nationalen
Idee die Rechtsstaatlichkeit.
1861-1865
Amerikanischer Bügerkrieg: Nordstaatliche Industrie gegen südstaatliche
Plantagenwirtschaft mit Sklaverei.
1870/71
Ein Hohenzoller wird Anwärter auf den spanischen Thron. Da Frankreich schon
einmal durch Karl V von den Hohenzollern eingezwängt worden war, regt sich
dagegen starker Widerstand. Und der Prinz lehnt auch weise ab. Leider
wollte sich Napoleon III sich damit nicht zufriedengeben: Er verlangte von
Wilhelm (Chef der Hohenzoller) einen Verzicht für alle Zeiten. Bismark
wetterte daraufhin heftig gegen Napoleon III. Und dieser liess sich irritiert
dazu hinreissen, Preussen den Krieg zu erklären. Angesichts dieser Entwicklung
schlossen sich nun erstmals die süddeutschen und norddeutschen Länder
zusammen, und gemeinsam wurde Frankreich besiegt. Napoleon III dankte ab
und Frankreich wurde Republik. Wilhelm jedoch wurde zum Deutschen Kaiser
proklamiert. Diese Entwicklung zeigt, dass in Deutschland nicht das Volk die
Nation hervorbrachte, sondern die Fürsten im Verbund mit dem Militär.
Dementsprechend wenig hatte das Parlament auch zu melden gehabt; die Macht
lag beim Reichskanzler Bismark, der nur von Kaiser Wilhelm gestürzt werden
konnte. Bismark galt von nun an als Schmied der Deutschen Einheit.
Schliemann findet "Schatz des Priamos" (Priamos ist der lengendäre letzte
König vom Troja der Homerschen Saga). Was er fand, war jedoch in Wahrheit
gut 1.000 Jahre älter, wie spätere Analysen zeigten. Er hatte sich durch
diejenige Schicht, die das Homersche Troja beinhaltete (siehe -1200),
durchgegraben, und sie dabei fatalerweise zerstört. Es ist nicht sicher,
doch scheint es, als habe Schliemann diesen Umstand kurz vor seinem Tod
noch selbst erkannt.
Nach 45 verschwand der Schatz aus Deutschland und tauchte erst 93 als
Kriegsbeute in einem Moskauer Depot wieder auf.
Die Schichten Trojas (auch Illion genannt, daher Homers Illias) im einzelnen:
1.Schicht: -3600 prähistorisch
2.Schicht: -2600 Schatz des Priamos
...
6.Schicht: -1800 Homerische Schicht
...
9.Schicht: 400 römische Schicht
1875
Vereinigung der Allgemeinen Deutschen Arbeitervereine Lasalles mit Bebel und Liebknechts
Sozialdemokraten zur SPD. Bismark bekämpfte sie einerseits (Sozialistengesetze)
und beschwichtigte sie andererseits (Sozialgesetzgebung).
1879
Chile gwinnt Oberhand über Peru. Chile ist die Hochburg des Salpeterabbaus.
Hauptabnehmer ist das viktorianische England, welches das Salpter für die
Schwarzpulverherstellung verwendet für Europas Kriege. Kein dauerhaftes
Geschäft: Bis zum 1.WK gelingt es, Salpeter chemisch herzustellen. Die
Wirtschaftflaute treibt die Arbeiter auf die Strasse. 1907, nach massiven
Protesten, rückt sogar die Armee gegen die Arbeiter aus. Es gibt über
3600 Tote - Boten für die Volksfront Allendes.
1888
Wilhelm I stirbt, sein Nachfolger, Friedrich III, folgt ihm kurze Zeit
später. 1889 wird Wilhelm II Kaiser. Er ist ein Militärnarr, der den
Drill zur Kulturform erhebt. Seine Politik zerstört Bismarks ausgeklügeltes
Bündnissystem, welches dem Dt. Reich einen gewaltige Wirtschaftsaufschwung
beschehrt hatte. Es bildeten sich nun die Lager Österreich-Ungarn und
Dt. Reich gegen Frankreich, England und Russland. Die Situation ist
angespannt, gegenseitiges Misstrauen herrscht vor. So wird z.B. in Frankreich
Dreyfuss wegen dt. Spionage verurteilt (zu Unrecht).
Der Orient-Express von Wien nach Istanbul ist fertiggestellt, finanziert
von Frankreich. Da der Sultan des osmanischen Reichs befürchtete, zuviel
Macht an Frankreich zu vergeben, bot er das Projekt Bagdad-Bahn Deutschland
an. Die Engländer hatten es zuvor nicht finanzieren wollen. Und auch Siemens,
der im Vorstand der Dt. Bank arbeitete, rückte erst unter Druck von Kaiser
Wilhelm II Geld dafür heraus. 1940 fuhr dann der erste Zug von Istanbul
nach Bagdad.
1890-1915
Zeit des Ragtimes. Diese Musik, mit eingängigen Melodien, die die schwarzen
Klavierspieler New Orleans entwickelten, breitet sich in ganz Amerika aus.
Auch der Blues beginnt sich zu entwickeln. Der Blues kommt mit 3 Akkorden
und einfachen Tonfolgen aus, die aber unedlich varriert werden. Der Blues
entsteht nach dem Bürgerkrieg durch Schwarze, die sich mit dieser Musik
ästhetisch vom Spiritual (?) abgrenzen wollen, jene verulte Tanzmusik, die
die Weissen als schwarze Musik ansehen. Der Blues ist der weltliche
Bruder des Gospel-Gesangs, enthält typischerweise Frage-Antwort-Spielereien.
Heisst es im Gospel "Gott, lass mich ziehen!" variiert das Thema im Blues
zu "Mister, lass mich in Ruhe!". Der Blues wirkt ins 20 Jh. hinein als
die musikalische Grundströmung, die alle amerikanische Musik speiste - auch
den Jazz.
Ursprünglich hiess der Jazz "JASS". Die Herkunft dieses Namens ist unklar.
Unklar ist auch, warum JASS schliesslich zu Jazz wurde; es wird vermutet,
dass dies an "ASS" (=Arsch) in "JASS" lag.
1897
McKinley (Republikaner) wird Präsident. Unter ihm Krieg gegen Spanien
zur Befreiung Kubas. McKinley ging diesen Schritt erst unter massiven
Druck, auch durch aufgeheizte Athmosphäre durch Hearst- und Pulitzer-Presse.
Beginn der imperialistischen Phase der USA mit Berufung auf Monroe-Doktrin
(1823). Der Westen der USA fertig erschlossen. Kuba wird besetzt.
1898
Marti kämpft in Kuba gegen die spanischen Soldaten. Die USA nutzen die
Gelegenheit und helfen den Auständischen (aus dieser Zeit stammt noch,
dass das Getränk "Daiquiri" nach einem amerikanischem General benannt ist).
Nach Vertreibung der Spanier jedoch übernehmen die USA die Vormundschaft
über Kuba. In der Folge verkommt Kuba zur kriminellen Freibeuterzone. Ab
1945 regiert der USA-treue Diktator Batista die Insel, wird jedoch 1959
von Fidel Castro gestürzt.
1899
Ellington wird in Washington geboren. Er wird zum bedeutensten
Komponist Amerikas. Er kam aus gutem Elternhaus, vergötterte die
Ragtime-Spieler. Kleidete sich so vornehm, dass er alsbald Duke genannt
wurde.
1900
Silvester in Berlin. "Nur keen Stillstand" riefen die Polizisten den Massen
zu. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Berlin ist zusammen mit London und Paris
die technisch progressivste Stadt Europas. Wilhelm II hatte Berlin zu seinem
Präsentationsobjekt erkoren, der blaue Rock der preussichen Uniform prägte
das Stadtbild.
1901
Entwicklung des Grammophons.
Louis Armstrong wird geboren. Wächst in Armengegend in New Orleans auf.
Fuhr als 7Jähriger Kohle aus, wobei er ein Blechhorn blies, um den Kunden sein
kommen zu signalisieren. Sein grosses Vorbild King Oliver liess ihn
zunächst nur seine Trompete tragen. 1918 übernimmt Armstrong dann dessen
Platz in der Band. Die Prohibition von 1920 war das beste, was dem Jazz
passieren konnte, weil überall im Land Kneipen aufmachten. Jazz war die
Fun Music der damaligen Zeit, erst Armstrong überführte sie in Kunst.
So wurde er zum Johann-Sebastion Bach der amerikanischen Musik.
Erst jetzt wird der Berggorilla entdeckt!
1901
Theodore Roosevelt (Republikaner) Präsident der USA. Unter ihm
"Big stick"-Politik, Ausweitung des Imperialismus. US-Marine aktiv
im Atlantik und Pazifik. Krieg legitimes Mittel, wenn Sieg sicher.
America first!
Nicht zu Verwechseln mit Franklin Roosevelt (1936)
1901
Öl war erst interessant geworden, als die britische Admiralität erkannte,
dass die Ölbefeuerung effektiver ist als Kohle. Und da man sich gerade in
Konkurrenz zu Deutschland befand, suchte man nach Verbesserungen. Doch
leider gab es im gesamten britischen Empire kein Öl. So kam es zum ersten
Vertrag mit Persien wegen Öl.
1902
Eine Gruppe von Verschwörern lauert in Riad in Arabien bei der Festung
Musmak dem Gouverneur auf. Es gelingt ihnen, ihn undd seine Wachen zu
ermorden. Dann werfen sie vom Dach der Festung den Kopf des Gouverneurs
auf die Strasse mit den Worten "As-Saud" - so beginnt der Aufstieg der
Saudis unter dem Anführer Ibn Saud in Arabien.
1903
Beginn des Baus der Bagdad-Bahn im osmanischen Reich, finanziert vom
deutschen Reich, argwöhnich beobachtet von den Engländern, die damit
ihre Indien-Connection gefährtet sehen.
1906
Berlin versinkt im Schnee. Doch die Stadt ist nicht zu bremsen. Die Bauwut
hält an. "Berlin, wie haste dir verändert" hört man überall, getreu
dem Motto des Kaisers "Volldampf voraus!". Die Gaslampe weicht allmählich
der Glühlampe. Berlin ist Magnet für Arbeiter aus dem ganzen Reich. Es
herrscht Klassentrennung zwischen Adel, gehobenem Bürgertum und der Masse
der Arbeierschaft.
"Hauptmann von Koepening"-Skandal. Selbst seine Majestät, Willhelm II, soll
schallend gelacht haben.
Taft (Republikaner) wird USA-Präsident. Wandlung der Aussenpolitik von "Big stick"
(1901) zur "Dollar-Dipolmatie", aber Beibehaltung des Imperialismus. Warum
kriegerische Mittel einsetzen, wenn 's mit Geld einfacher geht? U.a. Sicherung
und Bau des Panamakanals.
1910
Revolution in Mexiko
1913
Weil Roosevelt und Tafts verschiedene Ansätze vertreten, spaltet sich die
republikanische Partei in den USA. So gewinnt endlich wieder ein Kandidat
der Demokraten: Woodrow Wilson. Auch er bleibt Imperialist, hält sich an
Monroe-Doktrin (dadurch lange Neutral im WK I.). Ist aber um Ausgleich
der Völker bemüht. Initiierte Völkerbund (wofür er später Nobelpreis bekam).
1914
Der Imperialismus führt zu Spannungen zwischen den Staaten. Nach der Ermordung des
östreich-ungarischen Thronpaares in Sarajevo durch serbische Nationalisten will
Österreich Stärke zeigen: Nach Rückendeckung durch Deutschland geht es bewusst
Kriegsrisiko ein und diktiert Serbien unannehmbare Bedingungen. Kriegseintritt der
Russen wird erwartet, aber Deutschland hofft, dass Frankreich nicht eingreifen wird
(Angst vor Zweifrontenkrieg). Das Ultimatum wird von den Serben wieder erwarten
akzeptiert, und Wilhelm II. sieht keinen Grund für Krieg (Wilhelm II. in engem
Briefkontakt mit Russlands Zar Nikolaus II.). Aber Österreich erkärt Serbien
dennoch Krieg.
Zwei Pläne stehen zur Diskussion:
- Schliefenplan: Erst Westen besetzen, dann rechten Flügel ausbauen
(Verhältnis rechts:links = 7:1)
- Molkeplan: Erst links, dann rechts
Der Schliefenplan setzt sich durch, ein anderer Molke setzte Verhältnis
aber auf 3:1.
1.August: Kriegserklärung an Russland
Am 2.August wird dem neutralen Belgien Ultimatum gestellt, dt. Truppen durchzulassen,
Bedenkzeit 12 St.. Belgien wendet sich an England, die mit Kriegseintritt drohen.
=> völkerrechtl. Vertragsbruch, der Dt. später hohe Reparationskosten bringt.
August: Ludendorf + Hindeburg besigen die schnell vorrückenden Russen in Tonnenberg
(über 300.000 Tote). Österreich hält Russen jedoch nicht stand, zerreibt seine
Armee. Mit dt. Hilfe gelingt es, die Serben zu schlagen. Doch auch im Osten herrscht
ab 1915 Stellungskrieg.
September: Marce-Schlacht stoppt dt. Truppen im Westen, entgültiger Stellungskrieg
in Flandern
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Der Ire Shackleton erlebt ein Jahrhundert-Abenteuer. 1901-1904 begleitete
er Scott bei seiner Tour zum Südpol, die jedoch Amudson gewann. Eine eigene
Expedition 1907-1909 musste er kurz vor dem Ziel abbrechen, um das Überleben
seiner Mannschaft zu garantieren. Nun wagt er einen neuen Versuch, um den
Südpol zu überqueren. Die Anzeige lautete in etwa "Leute für Wagnis gesucht.
Kalt, unsichere Rückkehr, nur Ruhm zu ernten". Es meldeten sich über 5.000
Männer.
Der Ausbruch des 1.WK verhinderte zunächst den Start, Shackleton
bot sein Schiff der englischen Admiralität an, die aber ablehnte. Aufgrund
einer Fehlentscheidung wird ihr Schiff gleich zu Beginn in der Antarktis vom
Packeis einschlossen. Sie müssen dort überwintern. Einige Offiziere machen
Stress wegen der Vermischung der Klassen, doch Shackleton greuft hart durch
und schreckte auch vor Schikanen für die Offziere nicht zurück (Degradierung
und Deckschrubben). Überall ist nur Eis zu sehen. Die Männer vertreiben
sich die Zeit mit Fussballspielen, Theater- und Grammophonabenden und einem
Haarschneidewettbewerb.
Nach 3 Monaten verschwindet die Sonne hinter dem
Horizont und taucht vorerst nicht mehr auf. Tag und Nacht Dunkelheit.
Dann droht das Packeis das Schiff zu zermahlen. Nach Wassereinbruch müssen
sie 3 Tage lang ununterbrochen pumpen. Doch nach 10 Monaten wird klar, dass
das Schiff nicht zu retten ist. 3 der 4 Rettungsboote werden gesichert.
Bei -30 Grad verlost man die geretteten Waren, wobei die Offiziere
mogelten und so auf die warmen Schlafsäcke verzichten.
Shackleton vergisst nun seine Mission und ist nur noch von dem Wunsch
besessen, seine Männer heil nach Hause zu bringen. Wegen Proviantmangel
müssen einige Hunde erschossen werden. Sie versuchen einen Marsch, den sie
aber nach 3 Tagen abbrechen müssen, da noch immer die Segel ihres Schiffes
zu sehen sind.
Am 21. November versinkt das Schiff. Shackleton notiert: "Ich kannn darüber
nicht schreiben."
Die Trift des Packeises hatte sie inzwischen über 1.000 Meilen getrieben.
Unter ihnen ist das Wasser 2.000 m tief. Die Jagt nach Robben und Pinguinen
ist die Hauptbeschäftigung. Rettung von aussen ist unmöglich. Die Moral der
Männer droht, zu kippen. Shackleton ereilt ein Ischiasanfall. Als er
diesen überwunden hat, ruft er zu einem erneuten Marsch auf. Der Zimmermann
MacNish rebelliert nach 4 Tagen; er will aus den Rettungsbooten eine
Schaluppe bauen. Shackleton lässt keine Zweifel an seiner Autorität
zu und unterdrückte die Rebellion. Doch 2 Tage später muss der Marsch
erneut abgebrochen werden. Trotz der Mühen geht es ihnen nun objektiv
schlechter als zuvor. Und sie müssen sich darauf einstellen, noch einen Winter
im Packeis zu verbringen.
Wieder werden einige Hunde erschossen, und nach einigen Wochen sind alle
Hundegespanne getötet - und diesmal auch gegessen - worden. Das Eis wird
immer dünner. Schliesslich müssen alle 28 Mann in die 3 Rettungsboote, nur
Nachts gehen sie noch an Land.
Eines Morgens bricht das Eis unter den Schläfern, und Shackleton rettete in
letzter Sekunde einen Matrosen, der in einer Eisspalte zu verschwinden
droht - und sich hinterher beschwerte "Mein verdammter Tabak ist jetzt da
unten im Wasser".
Sie verlassen die Boote nun nicht mehr. Aneinandergebunden treiben sie im
eisigen Meer. Nachts hören sie Killerwale, die ihre Boote mit Leichtigkeit
zum kentern bringen könnten. Die Hände sind fast abgefroren. Es gibt nur
ein warmes Gedränk und einen Zwiback am Tag. Nach endloser Ruderei und
schlaflosen Nächten brechen einige Männer zusammen, doch Shackleton hält
die Moral mit ungebrochenem Optimus hoch.
Dann endlich Festland: Elephant Island. Die Freude darüber macht ein 5 Tage
andauernder Schneesturm rasch zunichte. Da ihre Insel fernab aller
Schiffsrouten liegt, planen sie, mit einem Boot 800 Meilen zu fahren, um die
nächste Walfängerstation zu erreichen. Es ist dies die Stunde des Meuterers
MacNish, der mit den spärlichsten Materialien eines der Boote seetauglich
machen kann. Sehr zu seinem Stolz nimmt in Shackleton dann auch in die
Mannschaft auf, die das Wagnis begehen soll.
Am 22. April 1916 starten 6 Mann, 22 bleiben zurück. Nach
2 Tagen wird die See rauher, es hat -20 Grad. Nach 9 Tagen enden die
Logbucheinträge. Sie fahren in einer 7 m langen Nussschale in einem der
gefährlichsten Meere. Kapitän Wearsly musste fast unmögliches vollbringen:
Navigieren, um nach 800 Meilen einen winzigen Punkt zu treffen. Nach
10 Tagen haben sie etwa die Hälfte erreicht, doch 2 Männer sind dem Tode
nahe, die Ohren abgefroren und hart wie Knochen, jemand hat sich die
Oberlippe abgerissen.
Nach 17 Tagen sehen sie treibenden Seetang - endlich
Land in der Nähe! Nun droht aber ein Hurrikan, sie gegen die Klippen zu
werfen. Wieder vollbringt Wearsly ein kleines Wunder, als er es schafft,
das Boot gegen den Wind von der Küste fernzuhalten. Als sie schliesslich
landen können, finden sie etwas Gras - die erste Vegetation nach 17 Monaten.
Ein furchtbarer Rückschlag: Die Walstation befindet sich auf der
anderen Seite der Insel. Das Boot ist zerstört, die Männer am Ende, das
Landesinnere gilt als unpassierbar (weswegen es auch keine Karten gibt).
Shackleton und zwei andere wollen es dennoch wagen, die Insel zu durchqueren.
Einzige Ausrüstung: Ein Seil und eine Axt. So marschieren sie los. Einmal
ist ein Pass zu steil zum runterklettern. Sie rollen das Seil zusammen,
setzen sich drauf und rasen kurzerhand ins Nichts. Bei einer kurzen Rast
schlafen Shackletons Begleiter innerhalb einer Minute ein. Da sie keine
Schlafsäcke haben, weckte er sie nach 5 Minuten wieder. Und nach 36 Stunden
erreichen sie endlich die Walfängerstation. In der gleichen Nacht noch
schlägt das Wetter um: Es gibt einen Sturm, den sie mit Sicherheit nicht
überlebt hätten.
Nun gilt es, die Männer auf Elephant Island zu retten. Doch das Eis bremst
die Retter immer wieder, erst nach 4 Versuchen klappt es. Am 26. August 1916
sind die Gestrandeten bereits am verhungern. Die Hoffnung auf Shackleton
ist längst aufgegeben. 2 Boote sind bereits für eine Verzweiflungsfahrt
vorbereitet.
Doch am 30. August fragt ein Matrose den Ersten Offizier, ob es nicht eine
gute Idee sei, ein Signalfeuer zu geben - Shackleton hat sie gefunden. Und
dann der Jubelschrei von Shackleton: Alle 22 Männer sind noch am Leben!
Shackleton und seine Leute werden
in England triumphal empfangen, doch England hat sich durch den Krieg
völlig verändert. Shackleton ist die falsche Art von Held und so geht seine
Tat in den Medien fast unter. Die meisten seiner Männer ziehen danach in
den Krieg. Einer wurde gleich nach 6 Monaten auf See getötet.
Ungewöhnlich unversönlich zeigt sich Shackleton, als er verhindert, dass der
Meuterer MacNish die Polarmedallie erhält. Als Shackleton und einige andere
1922 nocheinmal zum Südpool aufbrechen, erliegt er einem Herzschlag.
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1915
Kriegseintritt Italiens auf eite der Allierten, England blockiert
- völkerrechtswidrig - die gesamte Nordsee (brit. Fernblockade)
Die durchschnittl. Lebenserwartung liegt immer noch nur bei ca. 50 Jahren.
1916
Hölle von Verdun: Dt. Atellerie brennt Schneisse der Vernichtung, 2 x 300.000 Tote,
Falkenhagen wird nach Misserfolg von Ludendorf + Hindenburg ersetzt. Diese erkennen
England als Hauptgegner, dem nur durch U-Boot-Einsatz beizukommen sei. Reichskanzler
Hellerweg versucht umsonst, dies zu verhindern; Militär setzt sich durch.
Karl Liebknecht, Spartakusführer, ruft zum Regierungssturz auf, wird verhaftet,
was zu Streiks in Berlin führt.
Der Schwarzschild-Radius liefert eine Formel, mit der der Radius einer
Masse bestimmt werden kann, damit diese Masse zu einem Schwarzen Loch wird.
Für die Erde gilt: Würde man sie soweit zusammenpressen, dass sie einen
Durchmesser von ca. 1 cm hätte, so wäre sie ein Schwarzes Loch.
1917
Völkerrechtswidriger U-Boot-Krieg bewirkt auch Versenkung neutraler und amerikanischer
Handelsschiffe, was mit zu Kriegseintritt der USA führt.
Ausschlaggebender war aber wohl Zimmermann-Telegramm (bis dahin hatten USA
durch Neutralität erhebliche Gewinne durch Aufrüstung Europas erzielt, U-Boot-Krieg
sorgte vorerst nur für Abbrfuch der diplomtaischen Beziehungen mit Dt.):
Deutscher Aussenminister Zimmermann versucht heimlich, Mexiko auf Seite Deutschlands
zu ziehen. Sie sollen USA an Süd-Grenze beschäftigen. Versprechen dafür, nach dem Sieg
Mexiko verlorene Gebiete in den USA zurückzugeben.
Die Briten fangen Telegramm ab, können es entschlüsseln und lassen es USA zukommen.
Öffentliche Empörung ist gross. Erst jetzt, wo eigene Gebiete in Gefahr sind, überdenken
USA Monroe-Doktrin und erklären Deutschland den Krieg.
Ebert verteidigt Nichtbestreikung der Kriegsmachinerie, aber Massenstreiks
bleiben dennoch nicht aus.
Lenin, Sohn einer deutschen Mutter, dessen Bruder vom Zaren aufgrund eines
Terroranschlages hingerichtet wurde, nutzt die Gunst der Stunde. In
Russland ist es zu einer bürgerliche Revolution (und nicht etwa zur einer
sozialistischen) wegen der chaotischen Kriegsführung der Regierung gekommen.
zar Nikolaus I wird zum Abdanken gezwungen. Die neue Regierung begeht
jedoch den gleichen Fehler wie der zar: Sie wollen den Krieg weiterführen,
von dem das Volk schon lange genug hat. Die Deutschen sehen ihre Chance
und bringen Lenin nach Russland. Die russ. Regierung ist so geschwächt,
dass es einer Handvoll von Berufsrevolutionären unter Lenin und Trotzki
gelingt, den Staat zu übernehmen. Die "russische Oktober-Revolution" ist
nie mehr gewesen als ein Putsch. Das Regime beschliesst mit den Deutschen
den Frieden Brest-Litowsk - und das Volk steht hinter ihm.
Die Deutschen bekämpfen mit U-Booten die Blockade der Engländer. Dabei
werden auch amerikanische Schiffe versenkt. So erklärt Präsident Wilson
Deutschland den Krieg.
Erste Jazz-Platte, jedoch mit weissen Musikern aus New Orleans. Soweit
mir bekannt, wurde zuerst einem Schwarzen, der damaligen Jazz-Grösse
(Name?), angeboten, eine Platte aufzunehmen, der aber ablehnte, aus Sorge,
andere könnten seine Trompetengriffe kopieren. Der gleiche Musiker soll
aus dem gleichen Grund mit Handtuch über seinen Händen vor Publikum
aufgetreten sein.
1918
Durchbruch im Westen, bis 5 Tagesmärche vor Paris, doch dann alle Kräfte aufgezehrt,
Übermacht zu gross, Reichskanzler Max von Baden kapituliert.
Die Alliierten gewinnen die Oberhand. Um der völligen Vernichtung zu
entgehen, ersuchen die Deutschen um einen Waffenstillstand. Aufstände
zwingen den Kaiser zur Abdankung und Flucht nach Holland, Scheidemann
ruft die Räterepublik aus, die Sozialdemokraten übernehmen die Regierung.
Im Bewusstsein der Bevölkerung wirkt jedoch die Demokratie nun wie ein
aufgezwungenes Übel. Die aussichtslose Militärlage erscheint im Rückblick
plötzlich nicht mehr so aussichtslos. Der Versailler Vertrag kostet die
junge Demokratie die letzte Popularität. Und zuguterletzt wird die Weimarer
Republik von den Kommunisten und den Monarchisten (erstaunlicherweise im
Verbund mit den Bürgern, die keine Demokratie haben wollten) attackiert.
1918
Oligarchie in Japan. Die Samurai-Führer, mit ihrer ungeheurer Autorität, sind
im Aussterben begriffen. Die eigentliche Macht liegt beim Kaiser:
Er hat den Oberbefehl über das Heer, und er ernennt die Minister. Die - noch
dominierende - Wirtschaft steht im Konflikt zum Militär. Japan versucht, im
stark geschwächten China Fuss zu fassen (ebenso wie die Europäer/USA). Als
Hauptgegner erweisen sich hierbei die USA.
1919
Konflikt Ebers mit revolutionärem linken Flügel von Liebknecht und
Luxemburg. Nationalversammlung geht nach Weimar,
Stadt der Klassiker, die eher konservativ-monachisch eingestellt ist.
Dt. Delegierte werden gezwungen, auf Betreiben Clemenceaus ungerecht harte
Reparationsbedingungen zu akzeptieren:
- bekommt junge Republik ab, nicht Kaiser und Militär
- Boden für Nationalsozialisten
Österreich-Ungarn wird getrennt; aus Habsburger Provinzen entstehen
Tschechoslowakei, Jugoslawien.
Wilsons 14 Punkte Programm war gescheitert, führt aber immerhin zur Bildung
eines Völkerbundes zur ggs. Kontrolle (Deutschland und die neue Sowjetunion
sind aber nicht dabei).
Rechte Republikgegner begehen politische Morde: Liebknecht, Luxemburg,
Erzberger (1921; "Novemberverbrecher", der Waffenbstillstandabkommen
unterschrieb), Rathenau (Rapallo-Vertrga mit linken Russland, wodurch Dt.
der allgemeinen Knebelung entkam)
1921
In Deutschland ensteht die erste Autobahn der Welt (also nicht
unter Hitlers Befehl!)
1922
Mussolinies Marsch auf Rom
Joyce veröffentlicht seinen Jahrhundertroman Ulysses: Kultur des Abendlandes
wird gespeist von Homer (Illias+Odyssee) und Bibel, die in der Rennaissance
wiederentdeckt wurden (antike Helden für Füsten, Neuinterpretation der Bibel
durch Reformisten) ==> aristokratisch-bürgerliche Mischkultur Europas.
1923
Hitlers Putschversuch ("Marsch nach Berlin") scheitert durch bayr. Polizei.
Er geht für ein Jahr in den Bau (schreibt hier "Mein Kampf").
Frankreich besetzt das Ruhrgebiet wegen ausbleibender Reparationen
(=Kohlelieferung). Passiver Widerstand der Bevölkerung führt schliesslich
zur Inflation (1 Dollar = 4 Mia Mark).
1923
Geburtsstunde der SS. Treue bis in den Tod für Hitler. SS bildet Leibwache
Hitlers. SS im Gegensatz zur SS kein Fussvolk, sondern Bonzen. Auch in der
Bevölkerung geachtet, da viel gemässigteres Auftreten. SA und SS geraten
auch bald aneinander. Als sich Goebbels bei Berlinbesuch vor SA schützen
muss mit SS-Garde, beginnt deren Aufstieg - und der Himmlers, Chef der SS.
1924
Lenin stirbt, Stalin verbannt 1929 Trotzki, ermordet ihn 1940.
Rumänien wechselt als letztes (?) Land vom julianischen Kalender
auf den gregorianischen Kalender.
1924
Die republikanische Regierung der Türkei verkündet das Ende des Amts
des Kalifen, welches bis dato n des osmanischen Reichs ausgeübt wurde.
So konnten die Araber nach dem Amt greifen, wobei das haus Saud als
Sieger hervorging.
1925
Locarno-Vetrag Stresemanns mit frz. Briand: westliches Gegenstück zu Rapallo
Lindbergh überfliegt Atlantik. Allerdings nicht als erster, sondern als
67er! Er war allerdings der erste, der die Strecke ganz alleine und non-stop
geflogen ist; ausserdem scheint er einen guten Draht zur Presse gehabt zu haben.
Erster 5-Jahres-Plan der Sowjetunion, um zarengebeuteltes Russland auf
europäisches Niveau zu bringen - mit erstaunlicher Wirksamkeit. Während seit
1929 die westliche Welt in eine Wirtschaftskrise stürzte (1932 16 Mio/6.5 Mio
Arbeitslose USA/Dt.), wuchs in Russland der Index der industriellen Produktion
um 97%! Nicht alle Ziele des 5-jahres-Planes wurden jedoch erreicht (siehe
1937).
1928
Reza Khan, Kommandant einer Kosakenbrigade, hat sich zum Schah von Persien
ernannt, geht mit seiner nur 400 Mann starken Truppe gegen die Ayatollas
und Mullahs vor. Die schiitische Führung war ihm nämlich zu mächtig
geworden. Der "Koskenstifel" setzte dann recht brutal eine Modernisierung
Persiens in Gange (Verbot u.a. den Tschado, den Schleiher der Frauen).
Er war dem dt. Nationalismus und dem italienischem Faschismus nicht
abgeneigt. Da die USA den Iran als Tranistland ansahen für Waffenlieferungen
an Russland, schickte sie den Schah 1941 ins Exil. Der Sohn Khans, Reza
Pahlawi übernahm sein Amt.
1929
Eigentlich sah es gar nicht mehr so schlecht aus: Die Reparationen waren
gelockert worden, Währungsreformen hatten die Wirtschaft stabilisiert.
Die Weinarer Republik wurde inzwischen von den Parteien der Mitte
dominiert. Hindenburg war Reichspräsident, wenn auch nur, um als Bollwerk
gegen die Kommunisten zu wirken, weniger, weil er an die Verfassung glaubte
(weshalb er auch nach Hitler griff, als sich die Gelegeheit bot). Doch dann
kommt es zum "Schwarzer Freitag": An der New Yorker Börse bricht Panik aus.
Die Überproduktion in den USA und die Folgeschäden der dt. Reparationen
führen zur Weltwirtschaftskrise. Diese trifft das exportorientiertes Dt.
Reich besonders hart, was Nationalsozialisten zum legalen Sturz der Regierung
ausnutzen. Firmen brechen zusammen, die Arbeitslosenzahlen schiessen in den
Himmel.
Edwin Hubble bemerkt anhand der Rotverschiebung der Spektren entfernter
Galaxien, dass sich das Weltall ausdehnt. Die Idee des Urknalls beginnt
sich zu verfestigen.
1930
Die durchschnittl. Lebenserwartung liegt bei ca. 50 Jahren.
1930
Gewerkschaften und Regierung (SPD + bürgerliche Parteien) können sich nicht
über Beiträge der Arbeitslosenversicherung einigen. Schliesslich tritt die
Regierung zurück. Bedingt durc die Weltwirtschaftskrise zersplittern die
Stimmen nach links und rechts, und kann keine Partei eine parlamentarische
Mehrheit finden. Reichskanzler Brüning regiert nur noch per Notverordnung.
1932
Hungersnot in Russland. Grund: Zwangskollektivierung der Bauern und
die Säuberungen Stalins. Davon ist seine Frau so entsetzt, dass sie
Selbstmord begeht. Im selben Jahr begeht auch Eva Braun einen
Selbstmordversuch, um mehr Beachtung von Hitler zu erfahren.
1932
Hindenburg gewinnt die Wahl des Reichspräsident, Hitler geht leer aus.
Doch dann versucht Brüning, die verschuldeten Ost-Elbe-Gebiete zu
enteignen und den Bauern zukommen zu lassen. Hindenburg hat jedoch
beste Kontakte zu den sturmlaufenden Landjunkern (er hat selbst ein Gut
von ihnen geschenkt bekommen), und entlässt Brüning. Zum neuen Reichskanzler
macht er von Papen. Bei den Neuwahlen gewinnen die Nazis die meisten
sitze, sind aber nicht regierungsfähig. Da Hitler Koalitionen ablehnt,
gibt es erneut Wahlen, bei denen die Nazis wieder Stimmen verlieren - sehr
zum Schrecken Hitlers, wie maan annehmen darf. Doch nach wie vor ist keine
paralamentarische Mehrheit zu finden. Von Papen kontaktet also Hitler, und
diesmal nimmt er an, allerdings nur, wenn er Kanzler würde.
1933
Hitlers Erpressungsversuch hatte Erfolg: Um endlich eine Regierung bilden
zu können, wird er anstellen von Papens zum Reichskanzler ernannt. Da die
Nazis bei der letzten Wahl jedoch nur 33% der Stimmen erhielten, setzt
Hitler wiederum Neuwahlen an. Der Wahlkampf wird bekleidet von SA-Terror
und einer beispiellosen Propaganda. Der Brand des Reichstags wird als
kommunistischer Terrorakt deklariert, woraufhin Hitler nach §48 der
Weimarer Verfassung zum Schutze des Staates die Geundrechte ausser Kraft
setzen kann. Es folgt das Verbot der kommunistischen Partei. Nachdem die
Linke ausgeschaltet ist, gewinnt Hitler bei den Wahlen endlich die ersehnte
paralamentarische Mehrheit. Doch das war Hitler noch nicht genug: Zur Lösung
der anstehenden Probleme fordert er die Diktatur für sich, also die Abdankung
des Parlaments. Und das unglaubliche geschieht: 2/3 der Abgeordneten
stimmten dem tatsächlich zu! Einzig die SPD lehnte den absurden Vorschlag ab.
1934
Hitler, durch die Ermächtigungsgesetzte und Leichtsinnigkeit der Weimarer
Abgeordneten an die Macht gekommenm, will die SA loswerden. Die SA unter
Röhm hatten er im vorausgegangenen Wahlkampf benutzt, um unliebsame Konkurrenz
loszuwerden. Nun störte Hitler das negative SA-Image, rückte es doch seine
Machtergreifung zu sehr ins illegale Lager. Ausserdem waren sich die
Reichswehr und die SA nicht grün, erstere musste Hitler aber für seine
Kriegspläne unbedingt auf seine Seite ziehen. So liess er die SA-Führer
in der "Nacht der langen Messer" ermorden. Dieses Verbrechen wurde von Volk
und Reichswehr nicht nur toleriert, man feierte Hitler sogar für die
Beseitigung des SA-Problems, welches er ja selbst geschaffen hatte. So
verschwand die braune SA und es erschien ihr Mörder, die schwarze SS
(seit 1929 unter Himmler).
1936-1939
Stellvertreterkrieg in Spanien, wo Bürgerkrieg herrscht: Republikaner
gegen die Faschisten Francos. Mit Hilfe von Italien und Deutschland
gewinnt Franco. Es gibt 500.000 Tote in 3 Jahren. Der Beginn dieses
Krieges fällt mit den olympischen Spielen in Dt. zusammen, wo Hitler
noch ein weltoffenes Deutschland vorzutäuschen suchte.
1936
In Japan hatten sich die politischen Parteien vom Volk entfernt. Korruption
und Elitedenken herrschten vor. Der aussenpolitische eigentlich immer noch
erstaunlich gemässigte Kurs war jeodch besonders beim Militär verpönt. Gerade
hier sah das breite Volk, die Bauern, jeodch ihre besten Chancen zum Aufstieg,
so dass sie diese Haltung mittrugen. Der Nationalismus grassierte sowieso
weltweit. Der Putsch einer radikalen Gruppe des Militärs - sie ermordeten
mehrere Regierungsbeamte - konnte gerade noch einmal zurückgeschlagen werden.
Doch das Militär gewann dennoch auf legalem Weg mehr Macht. 1937 expandierte
Japan schliesslich nach China, als dieses sich mit der UdSSR verbündete.
Daraufhin wurde Japan aussenpolitisch isoliert, mit dem Ergebniss, dass Japan
und Nazi-Deutschland einander näherkamen.
1936
König Edward VIII wird englischer König (George V stirbt?). Er will bürgerliche
Amerikanerin ehelichen, weshalb er abdanken muss (bewegende Radiorede an das
Volk). Er hatte sich zuvor nicht mit Ruhm bekleckert, war Nachlässig bei
seiner Arbeit (man sprach von Kaffeeringen auf wichtigen Akten). George VI,
Vater der 10jährigen Elisabeth, Bruder von Edward, übernimmt den Job.
1936
"Promis" des 3.Reiches:
- Heinrich Himmler, Chef der SS.
- Vollstrecker Reinhard Heydrich, Chef der Gestapo und Sicherheitsdienstes. Will
Böhmen/Mähren zum Muster-SS-Staat machen.
- Ernst Röhm: Nationaleingestellter Offizier. Kontrolliert die SA der
NSDAP. Verprügelt politische Streitgegner. Glaubt anfangs noch: Wir
werden ihn (Hitler) schon rechtzeitig zur Seite stellen. Emigrierte nach
Bolivien nach Entmachtung durch Hitler. Macht von dort aus Stimmung gegen
Hitler (1930). Aber als sich SA gegen SS wehrt, wird er zurückgeholt,
um die SA wieder auf Kurs zu bringen.
1937
Japan fällt in China ein. Tötet ca. 6 Mio Menschen, hpts. Zivilisten.
Das grösste Luftschiff - fast so lange wie die Titanic -, die Hindenburg,
fliegt mit 97 Passagieren die Route Berlin - New York. Wegen des Hakenkreuzes
lieferten die USA kein Helium, so dass auf Wasserstoff zurückgegriffen werden
muss. Vermutlich durch Blitzeinschlag explodiert die Hindenburg in einem
Feuerball. Und dennoch überlebten es unglaublicherweise 62 Menschen!
Die Nazis unterstellen Sabotage. Aber vermutlich war eher der neuartige
Anstrich die Ursache für die heftigen Folgen des Blitzeinschlag.
Konrad Zuse baut den ersten Computer - und bekommt kein Patent dafür,
weil die deutschen Behörden diese Erfindung für unnützt halten!
1937
Der russische Erste 5-Jahres-Plan war sehr erfolgreich, jedoch nicht in allen
Vorhaben. Daher wurden für den Zweiten 5-Jahres-Plan (1933-37) einige Ziele
heruntergeschraubt. Aber nach 1937 konnte die UdSSR bereits weitgehend auf
westliche Spezialisten verzichten. Stalin machte seine Idee vom "Sozialismus
in einem Land" (Gegensatz zum permanenten, internationalen Sozialismus Trotzkis)
mit drakonischen Massnahmen wahr: Jede Kritik wurde erstickt, die Arbeiter jetzt
versklavt, damit sie später frei sein mögen. Die Verfassung von 1938
garantierte dem Volk ausserordentliche Rechte (Recht auf Arbeit, Sozialhilfe,
Krankenversorgung), gibt ihm aber gleichzeitig keine Möglichkeiten, seine
Rechte auch politisch durchsetzen zu können; denn die Partei bzw. der Oberste
Rat entscheidet, nicht das Volk.
Entdeckung des Quastenflossers, der seit 70 Mio Jahren ausgestoben sein
sollte. Es dauerte 14 Jahre, bis der nächste gefangen wurde und auch die
letzten Skeptiker verstummten. Inzwischen wurde etwa 200 dieser Tiere
gefangen.
1938
Obwohl bereits seit langem danach gesucht wurde, fanden amerikanische
Ölgesellschaften erst jetzt Öl in Arabien. Legende: Ein Esso-Mitarbeiter
soll während der erfolglosen Sucherei so frustriert gewesen sein, dass
er anbot, jeden jeden Tropfen Öl persönlich zu trinken, der jemals in
Arabien gefunden würde.
1939
Dt. Truppen fallen ohne Kriegserklärung in Polen ein und beginnen den
2. Weltkrieg. Hitler hatte mit Stalin einen Nichtangriffspakt geschlossen;
sie wollten sich Polen teilen. England und Frankreich hatten Polen eine
Beistandsgarantie gegeben und erklärten daher Deutschland den Krieg.
1940
Angesichts der deutschen Bombartdements auf Londen, spricht Prinzessin
Elisabeth den Kindern Britanniens in einer Radioansprache Mut zu. Die
Königsfamilie bleibt den gesamten Krieg über in England.
1941
Pearl Harbor: Japaner versenken Grossteil der amerikan. Pazifikflotte.
Alleine der Untergang der Arizona, dem Flaggschiff der Flotte, fordert
fast 2500 Tote.
Hartnäckige Gerüchte besagen, Präsident Roosevelt hätte von dem Angriff vorher
gewusst und ihn bewusst zugelassen, um Japan den Krieg erklären zu
können. Dies ist aber eher unwahrscheinlich, da er in Europa mit Hitler
genug zu tun hatte.
Nazi-Deutschland besetzt halb Europa. Aber der Winter bringt die dt. Truppen
20 Meilen vor Moskau zum stehen.
Hitler erklärt den USA den Krieg (warum eigentlich?)
1942
Kessel von Stalingrad: Die 6. Armee unter General Paulus wird an der
Wolga aufgrund des Durchhaltebefehls Hitlers völlig zerrieben.
Wannsee-Konferenz der SS: Vierjahresplan zur Vernichtung der Juden wird
beschlossen - obwohl bereits abzusehen war, dass der Krieg nicht mehr
zu gewinnen sei. Es wurde aber kein offizieller Befehl Hitlers dazu
gefunden.
1943
Amerikaner und Briten landen in Italien.
1944
D-Day: Landung der Allierten in der Normandie.
Attentat Oberst Stauffenberg auf Hitler misslingt
1947
Englische Prinzesin Elisabeth heiratet Prinz Phillip, in den sie sich bereits
1939 verliebt hatte. Die Schwestern des Prinzen wurden nicht eingeladen.
da sie mit Deutschen verheiratet waren.
Indien wird unabhängig. Spaltung in moslemisches Pakistan und hinduistisches
Indien.
1948
Prinz Charles I. wird geboren - erstmals ohne die traditionelle Anwesenheit
des Innenministers (das sollte verhindern, dass ein falsches Kind untergeschoben
werden konnte).
Währungsreform in Deutschland.
Berliner Luftbrücke.
Gründung Israels
Gründung NATO
1949
Gründung der BRD
1950
Koreakrige: Kommunistischer Norden gegen kapitalistischen Süden
1952
George V. stirbt unerwartet früh (war erst in den 50ern). Elisabeth, gerade
in Kenia, erfährt es durch Phillip. Sie wird Königin Elisabeth II., was
Proteste der Schotten hervorruft - für sie ist sie Elisabeth I.
Revolution in Bolivien.
1953
Der Österreicher Herrmann Buhl bezwingt den 8.125 m hohen Nanga Parbat.
Dessen Besteigung gilt unter Bergsteigern als viel schwieriger als
die des Mount Everest.
1953
Eine bürgerliche Bewegung unter Dr. Mossaddegh kreidet dem persischem
Schah zu enge Verbindungen zu englischen Ölgesellschaften an. Es kommt
zu Aufständen im Land und der Schah muss letztlich fliehen.
Erstaunlicherweise holen die Erzfeinde des Schahtums, die schiitische
Führer, den Schah bald wieder ins Land zurück. Denn im entstandenen Machtvakuum
hatten sich rasch die Kommunisten ausgebreitet, die sie noch mehr fürchteten
als die Monarchie.
Schah Pahlawi versucht den Schulterschluss mit den Massen: Er gibt den
Bauern Land, welches zuvor Grossgrundbesitzern gehörte. Doch die daraus
resultierende Parzellenwirtschaft funktioniert nicht in dem trockenem
Land. Denn der einzelne Bauer sieht nur sein Arbeitsgebiet, denkt nicht daran,
auch die allgemeine Wasserversorgung zu garantieren (anders als die
Grossgrundbesitzer); so trocknet das Land grossflächig weiter aus. Die
"weisse Revolution" scheitert.
Durch die Landesenteignung hat sich der Schah die schiitische Führung
gleich wieder neu zum Feind gemacht, die davon ebenfalls betroffen war.
Als sein Hauptgegener kristallisierte sich Khomeni heraus.
1956
Der Ägypter Asser verstaatlicht den Suezkanal. Daraufhin wird er zwar
von Israel und Britannien militärisch besiegt, nicht jedoch politisch.
Der Präsident liess nun seine Armee von den Saudis bezahlen. Diese mussten
zahlen, um das Volk zu beruhigen, welches Assers Kurs unterstützte,
nämlich Öl als Druckmittel gegen den Westen einzusetzen.
Revolution in Kuba. Fidel Castro stürzt in Kuba den USA-konformen Diktator
Batista. Castro verstaatlicht us-amerikanischen Besitz. Daraufhin versucht
die CIA ihn zu ermorden. Als das nicht klappt, unterstützen die USA eine
Invasion von 1.300 Exil-Kubanern in der Schweinebucht. Das misslingt, als
weitere Hilfe aus den USA ausbleibt.
1960
Gründung der Baath-Partei im Irak: Al-Hisb Al-Ba'th Al-Arabi Al-Ishtiraki
(Sozialistische Partei der Arabischen Wiedergeburt). Die Partei ist zwar
sozialistisch, aber eher arabisch-national statt wie der russische
Kommunismus international. Daher gilt die Baath als Gegner des Kommunismus,
was sie wiederum dem CIA sympatisch machte. Ab 1963 regierte die Baath
im Irak (durch Putsch). Gründer: Der Christ (!) Michael Atlag.
1962
Kuba-Krise zwischen USA und UdSSR: Kennedy versus Chruschtschow.
Die Welt am Rande eines Atomkrieges, näher als jemals zuvor und
danach wieder.
Abschaffung der Sklaverei in Saudi Arabien.
1963
Dr. Martin Luther King organisiert den "Marsch nach Washington",
bis heute die grösste Demonstration in der amerikanischen Geschichte.
Vor 250.000 Menschen hält er die "I have a dream"-Rede. Für seinen
Einsatz für die Gleichberechtigung erhält er 1964 den Friedensnobelpreis.
Mit 39 wird er 1968 von einem Fanatiker erschossen.
1968
Geburt des D.S.
1968
Militär putscht die liberale Regierung in Peru. Der erstaunliche Grund:
Das Militär will verhindern, dass die dringend benötigten Sozialreformen
versanden. Diese Linksorientierung des Militärs kam daher, weil sich die
Armee hauptsächlich aus Armen rekrutierte.
Doch auch diese sozialistische Militär-Junta kann die Probleme des
Landes nicht lösen, wie z.B. die Landflucht, den US-Auszug. 1972 wird
Öl gefunden, doch es ist nicht viel, deckt nach ein paar Jahren gerade
noch den Eigenbedarf. Zuletzt versuchte das Militär eine Revitalisierung
der Indios, auch nicht mit durchschlagendem Erfolg. Inzwischen haben
sie aufgegeben, sind wieder in ihre Kasernen zurückgekehrt.
1970
Der "Rote" Allende wird in Chile zum Präsidenten gewählt. Die Rechten
versuchen noch das Militär zum Putsch zu bewegen. Doch der General
Schneider lehnt es ab, in die Politik einzugreifen. In der Folge wird
Schneider bei einem missglückten Entführungsversuch erschossen (bei der
die CIA ihre Hände im Spiel hatte). Das Volk ist empört, die Rechten
verschwinden im Untergrund.
Allende verstaatlicht u.a. die US-Kupferminen. Die sich anschliessende
wirtschaftliche Talfahrt kann er nicht aufhalten. Und so putschte das
Militär 1973 schlieslich doch. Allende erschiesst sich mit der Waffe,
die ihm einst Fidel Castro schenkte. Unter General Pinochet entsteht
eine Militärdiktatur, die 1990 durch einen demokratischen Machtwechsel
verschwindet.
1972
Gründung der Front National in Frankreich. Der Rechtsextreme Le Pen
scheiterte 74 und 81 bei Präsidentschaftswahlen, doch 83 kommen seine
Parolen "Immigration gleich Sicherheitsrisiko gleich Arbeitslosigkeit"
plötzlich an. Le Pens Klinkenputzer hatten den Leuten weiss gemacht,
Mohammed können sich die teuerste Stereoanlage leisten, da der Staat
ihn mit Geld überschütte. Le Pen spielte freiwillig und mediengerecht
den Teufel: Er vertritt provokant stets die Gegenposition des bürgerlichen
Lagers, tritt sich u.a. mit Saddam Hussein. Seine Politik ist in dieser
Zeit eigentlich weder links noch recht, er will dritter Weg für die
Protestwähler sein.
Es sind nun 6 Quarks bekannt, aus denen sich die Fermione zusammensetzen,
die nicht zu den Leptonen gehören (Hadronen).
| Quark |
Ladung |
Masse |
| up |
2/3 |
300 MeV |
| down |
-1/3 |
300 MeV |
| strange |
-1/3 |
450 MeV |
| charmed |
2/3 |
1.500 MeV |
| buttom (beauty) |
-1/3 |
5.000 MeV |
| top (truth) |
2/3 |
40.000 MeV |
| Lepton |
Ladung |
Masse |
| Elektron |
-1e |
0.5 MeV |
| Elektronen-Neutrino |
? |
? |
| Myon |
? |
100 MeV |
| Myonen-Neutrino |
? |
? |
| Tauonen |
? |
1.735 MeV |
| Tauonen-Neutrino |
? |
? |
Es gilt:
- Zu den 6 Quarks existieren 6 Antiquarks mit umgekehrter Ladung.
- 6 Quarks plus 6 Leptone = Bausteine der Materie (entsprechend Antimaterie)
- Proton besteht aus zwei up- und einem down-Quark: Ladung also 2/3+2/3-1/3=1e
- Neutron besteht aus zwei down- und einem up-Quark: Ladung also -1/3-1/3+2/3=0e
- Quarks treten nur in 3er-Gruppen auf (baryonen) oder in Quark-Antiquark-Kombination
(Mesonen). Denn zur Trennung von 3 Quarks ist soviel Energie nötig, dass sich dabei
neue Quarks bilden, die sich sofort zu einem neuen Teilchen zusammenfinden.
- Mesonen bilden sich aus Quarks und Antiquarks, weshalb sie nicht stabil
sind. Sie kommen in der Natur nicht vor, können aber in Teilchenbeschleunigern
erzeugt werden. Pionen z.B., die Träger der starken Kernkraft, kann man verwenden,
um Protonen in Neutronen zu wandeln (und umgekehrt).
- Ein Elektron und sein Anti-Teilchen, das Positron, haben beide die Masse
0.5 MeV. Sie vernichten sich gegenseitig und spucken zwei Photonen aus,
die jeweils eine Energie von 0.5 MeV tragen.
- Ein Proton besteht aus 2 up- und einem down-Quark. Das ergibt die Energie
(=Masse) von 2*300 MeV + 1* 300 MeV = 900 MeV. Empirische Messungen ergaben
jedoch eine Masse von 938.28 MeV. Wo steckt die restliche Energie? Im
Kernspin der Quarks und dem Spin der Gluonen, die die starke Kernkraft
übertragen.
- Untersuchungen haben ergeben, dass auf ein Proton 1 Mia Photonen kommen.
Die Masse von Photonen ist abhängig von ihrer Frequenz/Energie/Temperatur.
Pro Kelvin wächst die Masse eines Photons um 0.000258 eV. Damit 1 Mia Photonen
die gleiche Masse wie ein Proton erhalten (938 MeV) muss eine Temperatur
herrschen von 0.938*10^9 / 0.000258*10^9 = 3635, also ca. 4.000 Kelvin.
Protonen können sich also nur bilden bei Temperaturen unter 4.000 Kelvin.
- Freie Neutronen können zerfallen in Proton + Elektron + Anti-Neutrino.
1977
Sensation: Ägyptischer Präsident Saddad in Israel. Wird dort jubelnd
empfangen, aber scharfe Kritik aus Arabien.
Brand in Polen.
Linksruck in Griechenland
SPD empört über Strauss, der das brutale chilenische Regime vor Ort lobte.
6.000 Tote durch Wirbelsturm in Indien.
1984
das letzte Element konnte in einem Teilchenbeschleuniger nachgewiesen
werden. Nun sind alle postulierten 109 Elemente des Periodensystems bekannt.
1986
Challanger-Katastrophe.
Kernstück der MIR wird ins All geschossen. Ursprünglich als Bollwerk gegen
Reagans SDI angedacht. Es wurde nur eine Lebenserwartung von 3 Jahren
angesetzt, sie blieb aber bis 2000 im Orbit. Brauchte nur 90 Minuten für
eine komplette Erdumrundung.
1990
Erster Webbrowser von Tim Berners-Lee im CERN entwickelt.
1991
Sadams Scut-Raketen (russ. Bauart) werden von den Israelis mit
amerikan. Patrio-Raketen abgefangen, die über AWACS-Flugzeuge ins
Ziel gelenkt werden. Die Scut benötigt nur 10 Minuten vom Irak
bis Israel. Eine Patriot kostet 1 Mio Dollar.
2000
6 Mia Menschen.
Die durchschnittl. Lebenserwartung liegt bei ca. 80 Jahren.
200.000.000
Es gibt wieder einen Superkontinent, weitgehend auf der Nordhalbkugel
gelegen. Die Grösse bedingt, dass das Landesinnere wohl eine extreme
Wüste sein wird. Der globale Ozean ist deutlich wärmer als heute - und
damit auch erheblich stürmiger. Der Sauerstoffanteil wird höher sein,
wodurch grössere Insekten existieren können (wie einst im Kambrium;
Riesenlibellen).
5.000.000.000
Andromeda-Galaxie stösst mit unserer Galaxie zusammen. Derzeit bewegt
sich die Andromeda-Galaxie mit 500.000 km/h auf uns zu.
6.000.000.000
Unsere Sonne beendet ihren Lebenszyklus als Weisser Zwerg. Sie ist dann etwa
erdgross, sehr dicht und hat eine sehr hohe Oberflächentemperatur.
10 40
Alle Materie des Weltalls ist in Weissen Zwergen, Neutronensternen,
Schwarzen Löchern, Photonen und Neutronen gebunden.
10 100
Es existieren nur noch ein paar Schwarze Löcher im Weltall, die beständig
elektromagnetische Strahlung aussenden. Dabei schrumpfen sie und werden
heisser, bis sie schliesslich nicht nur Photonen sondern auch alle andere
Teilchen ausstossen - sie explodieren und lösen sich auf. Das Weltall bleibt
als eine mit Energie gefüllte Leere zurück. Was dann passiert, entzieht sich
unsere Kenntnis.
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